Montag, 12. Mai 2014

Selbstgespräche

Ich hatte ja lange und intensiv mit einer Angstproblematik zu kämpfen.
Ich las alles mögliche drüber und probierte noch mehr aus, was man dagegen tun könne.
Und dann las ich gestern einen Satz, den ich jetzt mal verkürze, weil er dann noch besser ist:

Wenn du Angst hast, weine!

Herrlich einfach, oder? Dem Körper hilft man damit ungemein, weil er seine Streßhormone einfach samt den Tränen hinaus spülen kann.
Wichtig finde ich dabei, auf seine Gedanken zu achten und möglichst nicht zu polarisieren/dramatisieren. Also Wörter wie "nie-immer-alles" meiden.
Stattdessen einfach hinsetzen, seine Knie oder ein Kissen umarmen und sagen: ja jetzt gehts mir scheiße/hab ich Angst...und weiter atmen. Oft veränndert sich das Ganze innerhalb weniger Minuten. Angst spüren - zulassen - warten.

Ich hatte letztens wieder zweimal sehr heftig Panik. Nein, keine Angst  sondern einen richtigen Panikschub, in dem man nicht mehr klar denken kann. 
Übelst. 
In so einer Situation sollte man nichts entscheiden und nichts wichtiges tun.
Ich tat beides und tja...wenige Stunden später bereute ich es bitter.

Früher hätte ich mich dafür verurteilt, dass ich Angst habe UND dann noch, dass ich mir mal wieder alles (!) selber versaue.
Doppelt Haue also und das so richtig.
Heute konnte ich (im nachhinein) recht sachlich für mich feststellen: "Aha da habe ich noch große Angst. Das ist nicht schlimm. Das haben viele Menschen, wenn sie was neues machen sollen/wollen. Immerhin, ich beschäftige mich ja schon mal mit dem Thema, ich habe es versucht, ich habe mich getraut...und vielleicht klappt es beim nächsten Mal."
Also auch das sehen, was man trotzdem geschafft hat! 
Und wenn es nur was kleines war, wie: Ich habe dort angerufen.

Außerdem habe ich mir noch gesagt: 
"Das nächste Mal, wenn ich das noch einmal versuche, weiß ich schon, dass ich vermutlich sehr panisch werde."
In diesem Fall, werde ich mich daran erinnern die Angst als kleines huzeliges Wesen neben mir zu sehen, somit habe ich schon mal die Identifikation aufgelöst, denn ich bin mehr als die Angst!
Ich weiß jetzt auch, wie sich die Angst anfühlt, wenn ich  Panik, meist eine Art Torschlußpanik  habe oder wenn es sich für mich nicht mehr stimmig anfühlt und ich deswegen etwas wieder absage.

Das wappnet mich schon mal und ich kann damit besser umgehen.

Das war anstrengend, neu und anders damit umzugehen, aber es fühlt sich herrlich und toll an sich selbst wieder aufzubauen und nicht in harter Selbstkritik und Depression zu verfallen!
Und ein klitzekleines Hoch auf das Scheitern darf auch gesungen werden :-)

Jetzt gibts erstmal ein Schnitzel samt Kohlrabigemüse!
Mahlzeit!

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