Mittwoch, 12. März 2014

Gerechtigkeit?

Man kann sich wohl drüber streiten, ob es so was wie Gerechtigkeit a) überhaupt und b) vom Universum gibt.
Manchmal muss man seine Rachepläne gar nicht selbst umsetzen, sie passieren von ganz alleine.
Mehrfach erlebt.
Die Natur regelt's schon...oder wie hieß das?

Ich kann mit Recht behaupten, dass ich als Kind nicht reich beschenkt wurde.
Ich meine nicht nur materielles. Mir war das auftragen der Klamotten anderer ziemlich egal, nur die Anprobe bei der Nachbarin war meistens peinlich.
Nein, ich meine Wärme, Zuneigung, Geborgenheit, Hilfe, Unterstützung.
Gab es nicht.
Jetzt kommt doch noch was materielles:
Die Geschenke meiner Eltern waren meist unter aller Sau.
Wirklich gemein fand ich, dass meine ältere Schwester Führerschein UND Auto zum 18. bekam, während ich beides mir selber verdienen musste (und das wo es dann meinen Eltern finanziell wesentlich besser ging).
Nicht nur das.
Auf meiner Geburtstagsfeier zum 18. verschwand meine Mutter mit ihrem damaligen Lover im Bad. Der forderte nämlich, da er so schwitzte beim Grillen, dass er ihr jetzt sofort die Haare waschen sollte.
Meine Mutter, ein braves Schaf, tat wie befohlen. Un-glaub-lich.
Und ich wurde genauso benutzt. Als Bedürfniserfüller für die anderen. Ich war der Hiwi. Ein Nichtsnutz. Kaum der Rede wert.

Heute fiel mir auf, dass ich die letzten Jahre reich beschenkt wurde:
Mit dem Arbeitsamt/Jobcenter/Sozialamt gab es nie Probleme. Keine Fiesheiten, keine ungerechten Sanktionen, selbst bei eigener Kündigung blieben sie locker. Waren fair und kulant.
Die Rente ging locker und ohne Probleme durch und verschafft mir derzeit eine Auszeit, die dringend nötig ist.
Selbst der Schwerbehindertenausweis wurde sofort mit Grad 50 bewilligt.
Und als ich Mist mit meiner Wohnung baute, verlor ich zwar diese, bekam aber eine viel schönere, ja fast edle Wohnung, in der ich immer noch lebe.
Man begegnete mir wohlgesonnen, freundlich, hilfsbereit.
Manchmal sind mir die Angebote fast zu viel, ich kann es oft schwer annehmen.
Ich bekam und bekomme von wildfremden Menschen viel mehr Hilfe*, als ich es jemals von zu hause erfahren habe.

Doch eine Gerechtigkeit...der Natur?

* auch wenn es nun hauptsächlich materielles ist. Heute ist mir das nicht mehr egal. Als Kind fühlte es sich bedrohlicher an, wenn die Eltern emotional nicht da waren bzw. zu überfordert und ängstlich waren. Diese Unsicherheit und Brüchigkeit war sehr belastend.
Als Erwachsene ist es genauso belastend, wenn man nicht weiß, wie man die nächste Miete/Mahlzeit bezahlen soll, da ist das erstmal wichtiger, als Zuneigung. Womit ich nicht sagen will, dass Zuneigung unwichtig ist.


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