Dienstag, 11. März 2014

Ganz bei Sinnen

Wenn es, wie derzeit, so eine Art Leerlauf in meinem Leben früher gab, wurde ich immer sehr hektisch:
Ich muss den Sinn des Lebens finden!
Was soll ich jetzt tun?
Ich MUSS doch was tun?!
Überlegte hektisch was es sein könnte: Umzug, Job-wenn ja welcher, wieder einen Pflegehund oder einen Mann suchen, Freiwilligendienst im Ausland, neue Sportart ausprobieren usw...
ich rotierte und lief heiß.

Inzwischen (so mit der Weisheit des Alters *g*) weiß ich, dass es nicht DEN roten Faden in meinem Leben gibt.
Es gibt viele Sinne in meinem Leben.
Immer wieder mache ich neue Erfahrungen, mit Situationen, Menschen, Tieren...
Ein Sinn reiht sich an den nächsten.

Ich weiß, dass die nächste Aufgabe schon kommen wird.
Ich muss da nicht mehr hektisch dran ziehen, wie an einem Grashalm, der ja bekanntlich davon auch nicht schneller wächst.
Ich werde leer, entspanne mich, atme durch, lehne mich zurück.
Wenn es wieder "los" geht, mach ich weiter.

Ich bleibe offen für Neues.
Schaue und lausche immer wieder mal in und um mich, ob was dabei sein könnte, was mich wieder packt, was ich machen will.
Ich bin mir sicher, da kommt was.

Jetzt ist erst mal Ruhe dran.
Es fällt mir schwer und doch gelingt es mir immer öfter.
Es tut gut.

Nachtrag:
Einen Tag später stand in meinem Tageskalender:

Still sitzen.
Nichts tun.
Der Frühling kommt.
Das Gras wächst.
Aus dem Zen-Buddhismus

Kommentare:

  1. Wie gut, dass ich diesen Eintrag heute zweimal lese :-)
    Der Nachtrag ist gigantisch gut, Danke schön!

    Was den Sinn angeht:
    Meiner Erfahrung nach ist es weniger sinnvoll, den Sinn zu suchen oder finden zu wollen - Suchen sehr mühsam, Finden sehr selten!
    Viel sinniger ist doch, sich den eigenen Sinn selbst zu MACHEN oder zu STIFTEN. Viele großartige Erfolgserlebnisse können er-folgen, Spaß machen.
    Jede von uns ist die Regisseurin des eigenen Lebens! (Naja, so gut es eben geht ...)

    Eine Zeit lang in der Stille sitzen, in aller Ruhe NICHTS tun, den Frühling kommen lassen und dem wachsenden Gras lauschen - das erscheint mir eine durch und durch sinnvolle, dringend wichtige Aufgabe.
    Dafür räume ich jetzt mal meinen Terminskalender frei.
    :-)))

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  2. Hallo liebe mo jour,

    stimmt und ich glaube diesen Ansatz hat auch Viktor Frankl versucht bekannter zu machen. Immerhin hat er so relativ "gut" das KZ überlebt und später seine Logotherapie entwickelt.
    Hmmm, dann mach ich mich mal dran, den Sinn für den heutigen Tag zu formen/gestalten :-)

    Frohes Sinn stiften Dir!

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