Dienstag, 11. Februar 2014

Innerer Raum

Gestern etwas gelesen, was mir nicht mehr ausm Kopf geht:

DIE GRENZE
Die Grenze ist das Grundprinzip des Lebens
und ermöglicht Abgrenzung zur Umgebung,
aber auch Austausch. Es entsteht ein Raum
mit einem eigenen "inneren Milieu", das sich
von dem der Umgebung unterscheidet. 

Das ist Voraussetzung für die eigne Identität.

GRENZE UND SELBST
Dem Schutz der Grenze dient
die Fähigkeit, sich für sich zu wehren, sich abzugrenzen.
Dies hält den inneren Raum frei von Fremdem, so daß
sich das "Selbst" entwickeln kann: Eine eigene Identität, mit
eigener Erinnerung, eigener Wahrnehmung
und dem Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen. Dadurch wird
Orientierung und Autonomie, Wachstum und Entfaltung möglich.

VERLUST DER
GRENZE UND SELBST-ENTFREMDUNG

Durch Verletzungen, durch Gewalt oder
Verlust, meist in der Kindheit, wird der Selbst-Schutzreflex beeinträchtigt oder blockiert.
Meist entsteht ein verinnerlichtes unbewußtes Abgrenzungsverbot.
Die Grenze darf oder kann nicht mehr geschützt werden und löst sich auf.
Dies führt zum Verlust des eigenen inneren
Raumes, der von Fremdem überflutet wird. (
Anm. von mir: Bei mir äußert sich dies in Panikattacken, wenn die Überflutung zu massiv ist)
Damit geht die Verbindung zum eigenen Selbst verloren,
die Identität, der Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und
Bedürfnissen, damit die Orientierung, die
Selbst-Organisation, die Autonomie.
Stattdessen entsteht zunehmend Selbst-Entfremdung, Identitätsverlust, Desorientierung, Verlust der Autonomie.
Das erzeugt Stress in Beziehungen, führt zu
Überidentifikation mit der eigenen Arbeit
und Burnout, Depressionen, psycho-somatischen Erkrankungen.
 
SYMBIOSE ALS ÜBERLEBENS-STRATEGIE

Um zu überleben, bleibt den Betroffenen nur übrig, sich nach Fremdem zu orientieren,
sich symbiotisch an zu passen. Das eigene Selbst, da es diese Anpassung erschwert,
wird als bedrohlich abgewehrt, wird
ausgegrenzt, abgespalten. Sie tendieren
dazu, sich manipulieren zu lassen und selbst zu manipulieren, sich abhängig zu machen
und andere abhängig zu machen
aus:

http://www.lebensgrund.ch/files/7013/8911/2165/Flyer_SELBST_Seminare_2014.pdf

Die systemische Therapie nach Langlotz interessierte mich schon öfter, weil Symbiose, Abgrenzung, Autonomie einfach meine Lebensthemen sind. Wer ein (oder mehrere) Bindungstraumata erlebt hat, wird sich darin wieder erkennen.
Herr Langlotz arbeitete früher mit den Familienaufstellungen nach Hellinger, hat sich aber nun (Gottseidank!) davon ausdrücklich distanziert.
Seine Texte
http://www.e-r-langlotz.de/systemische_familientherapie/familientherapie_texte.php
berühren mich und helfen mir  mich und meine Geschichte immer mehr zu verstehen.
Seine Praxis liegt in München, ein Katzensprung von mir entfernt.
Doch leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht.

Kommentare:

  1. Hi Regenfrau,

    was für ein Zufall!
    Ich las gerade deinen Beitrag.... und dachte, "Hey, ich könnte dich auf den Ero Langlotz aufmerksam machen - den habe ich vor wenigen Wochen erst entdeckt". - Und siehe da, weiter unten schreibst du dann selbst über ihn.

    Ich habe bei einer Schülerin von ihm eine Aufstellung gemacht.... und finde die Methode hat ein sehr großes Potential...
    Wir haben den Prozess nur zu 65% durchlaufen (bei mir hat das zeitlich etwas länger gedauert), aber bereits dies hat mir einiges gebracht!
    Leider waren in dem Kurs außer mir nur Frauen (und wir waren auch nur eine sehr kleine Gruppe) so dass Frauen für meine Teil-Persönlichkeiten aufgestellt werden mussten. Mir hat irgendwie das männliche gefehlt, was an dieser Stelle für mich wichtig gewesen wäre.

    Daraufhin habe ich geschaut, ob es für eine zukünftige zweite Aufstellung auch männliche Leiter in München geben würde. Erst da habe ich dann geschnallt, dass ja der Methodengründer ja selbst in München seine Praxis hat.
    Ich war auch schon bei seinem Einführungsabend, um ihn mir mal anzuschauen. (Allerdings war die Beispiel-Sitzung an diesem Abend wohl eher etwas untypisch, so dass ich ihn garnicht so recht vergleichen kann.)

    Die Leiterin, bei der ich war, ist deutlich billiger als Ero, war aber so ganz okay.
    Sie macht es ein bisschen anders als Ero, wobei der wesentliche Unterschied (nur) darin besteht, dass sie das "Freie Selbst" statt das "Erwachsenen-Selbst" aufstellt. Bis auf die fehlende männliche Energie hat es jedoch bei ihr gut gepasst.

    Liebe Grüße

    Tao

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  2. Hallo Tao,
    ah das is ja toll, dass Du das auch kennst.
    der Text oben stammt aus einem Flyer für ein Seminar nach Langlotz. Den Einführungsabend schau ich mir auch auf jeden Fall an.
    Zwecks den Kosten, es gibt schon Ermäßigung für Nicht-verdiener und ich werde mir das auf jeden Fall mal gönnnen, weil es einfach ein zentrales Thema bei mir ist, wie ich immer wieder merke.
    Magst Du mir sagen, bei wem Du warst?
    Wobei ich auch eher für einen Mann in dieser Sache bin, wo ich doch sonst bei männl. Therapeuten eher zurück schrecke.

    Liebe Grüße

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