Montag, 25. November 2013

Ein ganz spezieller Mann


 Gefunden in einer alten Datei, in der ich Blogeinträge sammelte. Dürfte Anfang des Jahres gewesen sein, als ich das schrieb. Zum Glück erkenne ich solche Männer immer eher und muss mich nicht mehr in deren Gespinst verheddern:

Er ist nicht unbedingt ein Schönling, strahlt aber doch das Gewisse etwas aus.
Emotional unerreichbar, nur beim Sex scheint er sehr zugewandt, verliebt und fürsorglich zu sein. 
Davon will frau natürlich mehr. 

Sie meint, es liege an ihr und tut alles, damit sie ihm gefällt. 
Sie verbiegt sich, sie stellt ihre Wünsche und Bedürfnisse ganz nach hinten...nur damit man wieder diesen einen Blick,
diese eine warme Berührung von ihm bekommt.
Hart erarbeitet...man bekommt das nicht einfach so, weil der Mann dich mag. 
Alles hat seinen Grund und seinen Sinn.

Er interessiert sich nicht wirklich für Dich...für ihn zählt nur er selbst. Kleine Liebkosungen und Aufmerksamkeiten fallen zufällig mal ab, unberechenbar und du begnügst dich freudig mit diesen Krümeln, denn das kennst du, den halben Kuchen könntest du ja gar nicht ertragen, von Kindheit an wurdest du mit den Krümeln abgespeist, das genügt dir, 
du stellst doch keine Ansprüche, denn damit könntest du IHN ja wieder vergraulen. 
Diesem ihm der so launisch und unberechenbar ist. 
Immer musst du hoch aufmerksam sein, um es ihm recht zu machen.
Die kleinen Abwertungen merkst Du gar nicht, 
die kleinen fiesen Spitzen garniert mit Demütigungen, Erniedrigungen und Schikanen verbuchst Du unter Humor.
Er bringt es ja auch mit einem Augenzwinkern und seinem süßen Lächeln über die Lippen, so ernst kann der das gar nicht meinen.
(aber bitte immer nur Witze über andere, NIE über ihn, ansonsten: Lauf!)
 
Deine Umgebung ist ob der Behandlung schockiert, warnt dich, ist empört und du denkst dir mit einem süffisanten Lächeln, dass die doch bloß alle neidisch sind und ihn schlecht machen müssen. 
Ich bin verliebt, ich hab einen tollen Kerl an meiner Seite und wer mir das nicht gönnt, hat in meinem Leben nix verloren. 
Du isolierst dich selbst, sehr schön, damit hast du IHM schon mal diese Arbeit abgenommen. Sonst hätte er das still und leise mit vielen kleinen Schritten gemacht.

Immer wenn ihr euch trefft, trinkt er Alkohol. Naja das muss ja noch lange nix bedeuten. Du trinkst mit. Nicht viel, aber stetig. Er erzählt dir sogar, dass letztens einer fragte, ob er ein Problem mit Alk hätte. Sowas lächerliches, natürlich nicht...Du stimmst ihm natürlich vollkommen zu. Man muss ja wirklich nicht aus allem ein Problem machen! Oder gar eine Sucht!

Er zeigt wenig Gefühle, schon gar keine spontane Freude oder gar Überraschtheit, er ist cool, seine Fassade muss immer sitzen.
Meistens nimmt er dich gar nicht richtig wahr, stellt wenig Fragen, und wenn, hört er deine Antwort nicht mehr.

Alles um ihn herum zählt nur, wenn es ihm nutzt. So rast er mit 80 durch die 30er Zone, lässt seinen Müll liegen wo er steht und geht, holt sich sein Essen und „vergisst“ zu fragen, ob du auch hungrig bist. 
Dir is kalt? Klar gibt er dir gönnerhaft seine Jacke, aber wehe er friert, so schnell kannst du gar nicht gucken, da hat er sie dir wieder abgeluchst, natürlich mit einem charmanten Lächeln, dem du noch nie widerstehen konntest.
Für ihn gibt es nur ihn selbst und für dich zählt auch nur ER. 
Wo bleibst du da???
Du verzehrst dich nach ihm, bist schon süchtig, tust alles, denkst nur an ihn, und wenn du ihn zu sehr belagerst schüttelt er dich mit angewidertem Gesichtsausdruck ab, wie einen lästigen Käfer.
Du bist verwirrt, gerade eben (also vor dem Sex) war er doch noch so lieb und zärtlich. Jetzt tut er so, als ob er dich gar nicht kennt...

Du arbeitest an Dir, rackerst Dich ab, versuchst seine Bedürfnisse, Wünsche zu erahnen, damit er dich vielleicht einmal lobt, dir ein Kompliment macht, dir einen schönen Tag wünscht...vergiss es. Er wird es nie oder nur sehr selten tun (meist wenn er was von dir will)

Er lügt. Die Hälfte was er so erzählt, ist purer Müll.
Wehe du kritisierst ihn oder ziehst ihn ein klein wenig auf, weil er bei dem kleinen Hügel schon völlig aus der Puste ist...wenn Blicke töten könnten.
Direkten Fragen weicht er aus, meist erzählt er dann etwas ganz anderes, da aber die Denkfunktion in längerem Kontakt mit so einem narzisstisch-perversen geschmälert ist, fällt einem dies auch nicht auf. Was bleibt ist ein schales Bauchgefühl, was man aber sofort verdrängt, weil man schon gelernt hat, dass die eigenen Wahrnehmung eh nichts wert ist. Und gut, wir sind doch so verständlich, dass wir schon kapieren, dass der heiße Typ wohl nicht drüber reden will. Da lassen wir ihn auch schön brav in Ruhe.

Der Aggressor ahmt nur das nach, was er selbst in seiner Kindheit durchgemacht, was er in seiner eigenen Familie erlebt hat. Der Aggressor ist meistens ein "unglücklicher kleiner Junge, den man trösten muss" und der kein matriarchales Bewusstsein entwickeln konnte. Er als Aggressor findet immer wieder die helfende "Mutter" - die gerade die Projektion dessen ist, was er erlebt hat mit seiner Mutter - die zu ihm steht. 
Aus: Das verbannte Wissen
(Anm. von mir: Den Satzteil: Den man trösten muss, fasse ich mal ironisch auf. Ich weiß nicht wie A. Miller das gemeint hat). 

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