Mittwoch, 6. November 2013

Besondere Orte

Schon lange wollte ich mal hierhin:
http://www.ost-west-friedenskirche.de/

Beziehungsweise ich WAR schon öfters dort, aber das Gartentor war immer verschlossen.
Letztens stand es sperrangelweit offen und ich trat ein:


Väterchen Timofei fand, zusammen mit seiner Frau, in München nach dem 2.Weltkrieg eine zweite Heimat.
Das damalige Oberwiesenfeld war neben einem Schuttberg nur eine weite Wiese.
Heute ist dort der große Olympiapark mit dem Olympiaberg (eben jener Schutthaufen) und natürlich das Olympiastadion.
Das Ehepaar holte sich die wichtigsten Dinge von dem Schuttberg und sie bauten sich ein Haus. Und eine Kirche.
Die Decke ist mit Staniolpapier ausgekleidet. Alles ist voll mit Heiligenbildern.
Ein sehr besinnlicher Ort und ich saß lange da drin.
Der ganze Garten ist geschmückt mit solch selbst gebastelten Dingen. In einem Gebüsch steht auch ein Buddha und ein Baum hängt das ganze Jahr voller Weihnachtsschmuck.
Ja das alles hat einen gewissen Hippieflair :-)
Die Kieswege führen verschlungen durch den Garten. Sie zogen sich dort selbst ihre Nahrungsmittel und was übrig war, verkauften sie. So hatten sie ein kleines Einkommen. Außerdem strickte die Frau aus alten Pullis neue Decken.
In ihrem ehemaligen Wohnhaus ist nun ein Museum eingerichtet, mit Zeitungsausschnitten der beiden. Sie waren sehr bekannt und beliebt, sodass sie auch die olympischen Spiele 1972 nicht vertreiben konnten. Dafür setzten sich halb München ein und so durften sie auf ihrem Fleckchen bleiben. Der bekannteste Schwarzbau Münchens:
Schön, dass die beiden auch so geachtet und nicht als *Spinner*  oder so vertrieben wurden. Auch zu Lebzeiten (Timofej wurde über 100 Jahre alt)  standen Tür und Tor immer offen und wer wollte, durfte eintreten.
Der Ort strahlt eine Wärme aus und wer würde nicht gern so wohnen?
Ein eigenes Haus mit Garten. Muss ja nix luxuriöses sein.

Ein kleiner Verein kümmert sich ehrenamtlich um das Anwesen, es werden auch Führungen angeboten, in denen man noch mehr um das Leben der beiden erfahren kann.

Wenn ich wieder in der Nähe bin und das Wetter schön ist (sonst ist das Gartentor nämlich wieder zu!) werde ich auf alle Fälle wieder vorbeischauen.
Wie zauberhaft muss es da erst im Frühjahr sein, wenn alles blüht und sprießt.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau

    Beeindruckend... Diesen Ort und seine Geschichte kannte ich noch nicht. Wenn ich einmal wieder in München bin, möchte ich diese Kirche besuchen …

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  2. Hallo liebe Anne,
    ja wirklich zu empfehlen.
    Ich wohn hier seit 17 Jahren und kannte den nicht. Und ich bin schon sehr oft vorbei gelaufen (es liegt nämlich gut hinter Gebüsch versteckt) ohne zu wissen, welcher Schatz da ist :-)
    LG

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