Mittwoch, 30. Oktober 2013

warm - kalt

Realität:
Ich sitze in der Bahn. Neben mir telefoniert eine Frau Mitte 40
ganz aufgeregt:" Und? Und? Ja? Echt? Oh woooow, das ist ja SUPER! Herzlichen Glückwunsch!"
Aha, denk ich mir so, eine Prüfung bestanden.
Nur welche. Für Schule/Ausbildung ist es die falsche Zeit. Aber vielleicht ein Fernstudium oder ein Seminar.
Sie fragt weiter:" Und? Wie war es? Wo musstest du fahren?"
Aha, denk ich mir wieder, der Führerschein und sofort schießen mir Erinnerungen von meinen Fahrstunden und der Prüfung durchs Hirn.
"Oh!" meint die telefonierende Frau wieder "ich bin so stolz auf dich!!"
Hmmm, denk ich weiter, das hat zu mir noch nie jemand gesagt. Stelle ich recht sachlich/nüchtern/trocken fest.
Einige Beispiele der Reaktionen meiner Familie:
Vater freute sich schon auch so halb mit über meinen Führerschein, aber nie erreichte mich so eine Wärme, die ich bei der telefonierenden, fremden Frau spürte. Außerdem traut er sich nur im Radius von 20km um sein Haus zu fahren.
Mutter: Kein Kommentar, hat aus Ängstlichkeit nie einen Schein gemacht.

Goldmedaille im schwimmen:
Vater: kein Kommentar
Bei Muttern war das irgendwie selbstverständlich, immerhin ist ihr Vater Bademeister, das Schwimmgen liegt also in der Familie. Außerdem erinnerte sie sich schmerzhaft an ihre abgebrochene Sportkarriere, dank einer ungeplanten Schwangerschaft (meine Schwester). Sie erfreute sich einfach an dem Siegerfest, da gabs ja was zu saufen.

Mittlere Reife (später nachgeholte).
Ich durfte nämlich nicht auf die Realschule. Da war noch keiner aus der Familie, da solle ich mal nicht in Höhenflüge abschweifen. Lieber ein guter Hauptschulabschluß, als ein schlechter Realschulabschluß. So dachte, freut sich vielleicht wenigstens meine Schwester mit, doch die meinte nur sarkastisch: "Ja bist ja a ganz a gscheide."

Zusage für die Traumwohnung:
Mutter köpft die Sektflasche, füllt zwei Gläser und entschwindet mit ihrem hinauf zu den Nachbarn um DORT zu feiern. Völlig perplex und den Schmerz/Unglauben heftigst verdrängend, leerte ich die Flasche allein und beschloß, dass ab jetzt meine Mutter keine Bedeutung mehr in meinem Leben haben wird. (Seit dem sah ich sie auch nur noch 1x bei einer Feier).
Vatern täschelt meine Mutter (seit 16 Jahren geschieden) und meint: "war ja jetzt auch nicht alles leicht für dich!". Ich werde komplett übersehen.

(Das waren noch die leichteren Fälle, die anderen will ich gar nicht mehr herauf holen)

Gestern dann geträumt:
Ich bespreche mit bestfriend sein Geburtstagsessen (was real ja noch bevor steht) ich erzähle ihm von meinen Schwierigkeiten, da meint er ganz lapidar: "Naja so langsam könne ich ihm da aber schon vertrauen." Früher hätte ich alle Beschwichtigungsgesten (Kopf schief legen, lächeln, nicken und "Ja, klar!" gerufen und alles getan, was er wollte. Weil meine Gefühle, Grenzen, Bedürfnisse ja noch nie was wert waren.
Dieses Mal aber, bleibe ich bei mir und meinen Gefühlen und sage ihm ganz ruhig: "Weißt Du, ich hab übelstes Mobbing in der Familie erlebt. So schnell* trau ich keinem mehr!"

so schnell = ich kenn bestfriend nun etwas über 7 Jahre.

Montag, 28. Oktober 2013

Laß es jetzt geschehen

Tja ruhig ist es hier geworden.
Das liegt zum einen (mal wieder) an der massiven Erschöpfung
und zum anderen, wußte ich gar nicht so recht, was ich schreiben will.

Heute blätterte ich in einer alten *Schlangenbrut*-Zeitschrift und las eine Anzeige von einem Buch: "Laß es jetzt geschehen- Erfahrungen mit einer angenommenen Krankheit. Sie (Frau nach Schlaganfall) schildert ihr Ringen aus Resignation und Frustration heraus - und hinzufinden zu einem positiven Sich-Bescheiden."

Scheiße man, dacht ich da so. Meine Akzeptanz bezüglich meiner wenigen Kräfte hat sich auch verkrümelt. Aber wie soll ich denn akzeptieren, dass ich 3 Tage vor Müdigkeit und Kraftlosigkeit nicht mal mehr meine Wohnung verlassen konnte? Das ich tägl. über 18 Stunden schlief. Und nein, bei mir ist es nicht so, dass ich vom vielen Schlaf noch müder werde!! Ich hab es ausprobiert.

Duschen mit Haare waschen oder etwas größeres zum Essen kochen raubt mir meine letzte Kraft. Ein HURRA dass ich nie meine Geschirrspülmaschine verkauft habe.

Sich-Bescheiden...das ich nicht lache...Noch bescheidener gehts ja kaum...ich will doch nicht viel...nur ein kleines bisschen mehr vom Leben.


Irgendwann zwischen aufwachen und wieder einschlafen, kam mir so die Frage: Was würde ich denn machen, wenn ich fit und munter wäre?
Weil das ja oft der Knackpunkt ist, wenn ich nicht weiß wohin ich will, warum sollte dann mein Körper gesund werden?

Ich würde:
Montagabends immer zum tanzen gehen.
Und einmal die Woche schwimmen.
Gestern wäre ich bei wunderschönem Wetter mit einer Freundin wandern gegangen.
Ich würde mehr arbeiten.
Und öfter spontan einfach mal was machen.
Ich würde öfter zum Poetry Slam oder zu einer Spielshow im Theater gehen.
Und diese sonnigen Tage mit Picknick im Rucksack radelnd verbringen, vielleicht mit Rast am See.
Ich würde jeden 2.Cent sparen, um dann für ein Jahr (damit ich jede Jahreszeit einmal mitbekomme) in meiner Urheimat, also da wo meine Vorfahren herkommen, zu leben.
Außerdem würde ich mich mehr mit Menschen treffen. Die Schuldgefühle erdrücken mich schon fast, wegen der vielen Absagen.

Ja...das würde ich tun.

Montag, 21. Oktober 2013

Einmal Vollwaschgang bitte...

Ja so haben sich die letzten Tage angefühlt.
Mich hats gedreht und ordentlich durcheinander gewirbelt.
Grund war: ein Mann.
Den ich zum ersten Mal sah und wir uns sehr schnell, sehr nah waren. Auf einer emotionalen Ebene.
Stündliche Mails gingen hin und her. Meine Gedanken galten nur noch ihm.
Ein altes Muster von mir, das sehr selten, aber wenn dann sehr heftig anspringt.
Ein Teil in mir, der die alte mütterliche Symbiose wieder haben will.
Eins sein. Ein Mann für alles. Eigene Gedanken, Gefühle, Beschäftigungen bei-mir-sein? Achwas...unnötig. Totaler Fokus auf diesen einen Mann.

Mich ihm nicht mit Haut und Haaren hinzugeben, vermied eine schlichte Tatsache: Dass er in wenigen Tagen Papa wird.
Ein Funken Verstand war noch da.

Wenn man sich so nah ist, steigt man sich auch schnell auf die Füße.
Taten wir auch. Ahhh tat das weh. Scheiße man.
Aber so konnte ich mir nochmal ein altes Thema anschauen und wieder ein Stück heilen lassen: Die Verlassenheitswunde.

Interessanterweise hatte das was er mir sagte bzw. wie er mich einschätzte mehr mit ihm zu tun, als mit mir. Ich blieb bei meinen Schuhen und zog mir den von ihm hingestellten nicht an.
Ich traf weiterhin eigene Entscheidungen.
Ich versuchte an etwas anderes zu denken.
Wieder zu mir zurück zu finden und aussortieren: was ist meins und was seins?
Als das klar war und ich es ihm mitteilte, bestätigte er meine Erkenntnisse/Vermutungen.

Seitdem ist alles wieder etwas klarer und auch rationaler. Auch ein wenig kühler. Die hochgekochten Emotionen sind wieder abgeflacht.

Mich selber, um meine Gefühle und kindliche Teile kümmern und nicht hoffen, dass der Mann (und oft Wunsch nach Vater) endlich endlich alte Bedürfnisse stillt.
Dann bin ich extrem vom anderen abhängig und dann geht das Desaster los.

Ich mag ihn.
Sehr.
Und erstaunlicherweise ist er ein Typ Mann, den ich früher eher immer verachtet hab: Etwas pummelig, etwas schüchtern aber klar seine Gefühle ausdrückend: ich glaube mir hat noch nie ein Mann gesagt: Der Satz von Dir hat mich verletzt.
Ich kenne nur zurück schlagen, Beleidigungen, Manipulationen, andere Psychospielchen.
Er ist wohl eher alltagstauglich, als der machohafte Prinz im Porsche :-)

Ich fasse ihn auch gerne an. Ich die vor Körperkontakt immer eher zurück schreckt.
Es ist kein sexuelles Gefühl. Sondern ein vertraut-warmes.
Früher war es mir egal, wenn ein Mann verheiratet war. Ist es mir meistens auch jetzt noch. Aber nicht, wenn seine Frau hochschwanger zuhause sitzt. Da lasse ich schön brav die Finger davon.

Es hat sich wirklich viel getan, in den letzten Monaten und Jahren.
Das ich so schnell aus dieser Sucht aussteigen konnte...
macht mich glücklich.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Wer da schlimmes denkt...

Heute: Ein grauer Amtsbrief im Kasten.
Das Sozialamt will mir helfen, die Stromkosten zu senken.
Wie goldig.
Wenn ich einverstanden wäre, würde ein Ehrenamtlicher vorbei kommen und meinen "Energiestatus" ansehen und mich evtl. beraten.

Aha.
Soso.

Bin ich jetzt paranoid, wenn ich was anderes vermute?
Zum Beispiel,  dass der Ehrenamtliche noch einen kleinen Zusatzbefehl ausführt: Sich mal etwas in meiner Wohnung umzusehen, wie ich so lebe und ob ich nicht noch wertvolle Gegenstände besitze???
Denn es steht (in der beiliegenden Erklärung) auch drin:

Ich bin damit einverstanden, dass der ehrenamtliche Mitarbeiter, dem zuständigen Sachbearbeiter der Sozialhilfeverwaltung eine Rückmeldung über das Beratungsgespräch gibt.
WOZU???

Und was ist, wenn er feststellt, dass mein doch schon recht alter Kühlschrank zu viel Strom frisst?
Schenkt mir das Soziamt einen nagelneuen stromsparenden?
Wohl kaum.

Ich weiß, wie man Strom spart und tue mein bestmöglichstes.
Ich bin und bleibe mißtrauisch, mir kommt da keiner ins Haus.
 Diese Erklärung werde ich NICHT unterschreiben.
(Zum Schluß ist es noch einer, der früher für die STASI gespitzelt hat....soll ja alles schon vorgekommen sein...)

Guckt sich die Regierung eigentlich mal die großen Firmen an, um DORT (im großen Stil) Strom zu sparen?
z.B.: nachts die Werbung abzuschalten?

Aber natürlich fängt man beim kleinen Mann/Frau an....
wie immer.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Musik

Meine ganze Musik auszumisten und das geeignete Gerät für mp3 zu finden, mutiert zum Mammutprojekt. Nix mit Einfachheit.
Kassetten ausmisten, deren Lieder ich auch auf CD habe, ist da echt das kleinste Ding (ich hab die doppelt, da ich früher im Auto nur Kassette hören konnte).

Dann gehts weiter: Kassetten die ich schon lange nicht mehr gehört habe, laufen jetzt wieder.
Weil ich ja wissen muss: Behalten oder nicht?!

Und da taten sich 2 Dinge auf:
- zum einen Kassetten, die mir jemand als Freundschafts/Liebesbeweis bespielte und schenkte.
Gefallen mir die Lieder: Behalten. Wenn nicht: weg damit, mit einem positiven, lieben Gedanken an den damaligen Schenker.
- das andere war ein alter Glaubenssatz:
Ich muss auf ewig und immer dieselbe Musik hören!
Das tun meine Eltern. Dürfen sie ja, ist mir ja egal.
Nur, ich hab dieses Verhalten ungefragt einfach übernommen.
Jetzt habe ich für mich entschieden bzw. mir erlaubt:
Mein Musikstil ändert sich immer wieder und das ist in Ordnung.
Ich muss nicht zwanghaft an alten (Liedern) festhalten.

Ach ist das schön.
So leicht.
So frei.
Spannnend was da so alles passiert....

Montag, 14. Oktober 2013

Alltagsblicke

- Ich höre schon den ganzen Tag eine Stimme in mir (die der aus dem Navi sehr ähnlich klingt): Bitte bleiben Sie auf der Couch!
Nachdem ich nun 2 Wochen meinen "Wusel" wieder hatte, komme ich heute endlich mal wieder zur Ruhe.
Lese, schau den Wolken zu, gehe spazieren und beobachte die letzten Libellen, trinke Tee, genieße frische Luft auf meinem Balkon.

- Bestfriend wird demnächst 30. Ich habe mich schon drauf eingestellt, dass ich da wohl mal abends raus muss, auf seine Party.
Habe mir überlegt wie ich das mit dem fahren oder evtl. übernachten mache.
Da kommt er daher und stellt mich vor eine viel größere Hürde:
Ich soll zum Familienessen mitgehen.
Macht mir schon noch schwitzige Hände so was,
wenn auch nicht mehr die Panik von früher (ZUM GLÜCK!!).
Auf der anderen Seite freut es mich sehr, dass er mich anscheinend zur Familie zählt.
Mein Selbstwertgefühl ist inzwischen auch schon größer. Ich brauch mich nicht verstecken, ich habe Manieren, kann mich sehen lassen und kann mich auch gesittet unterhalten.
Die hohen Ansprüche an mich selber (wodurch meist Panik ausgelöst wurde) sind gesunken und ich bin entspannter.
(ich konzentrier mich einfach auf das leckere Essen :-))

- Letztens im Hauptbahnhof:
Ich sehe eine schöne Frau mit einer tollen cremefarbenen Jacke.
Normalerweise fallen mir Frauen eher weniger auf...aber diese hatte irgendwas an sich.
Ich gehe quer durch die Halle, hinunter zur S-Bahn, die Bahn kommt, ich steige ein und ergatter einen der letzten Plätze, bin ko und geschafft.
Wurschtel aus meiner Tasche das Kabelknäuel für's Handy, damit ich Musik hören kann.
Mir gegenüber sitzt auch eine Frau, die genauso mit ihrem Kabelgewirr kämpft.
Wir blicken uns an und prusten los.
Ich werd auch noch rot.
Denn es ist die Frau in der cremefarbenen Jacke.
Irgendwie seltsam...

Herbstzeit ist Drachenzeit und hier gibts wunderschöne:
http://www.annarubin.at/pages/drachen.html

Samstag, 12. Oktober 2013

Bayrischer Humor

Gestern sah ich einen Film: Wer hat Angst vorm weißen Mann.
Eine seichte, aber gut gemachte Komödie, in der es um eine Familie geht. Der Vater kommt nach einem Schlaganfall heim und ist gar nicht glücklich, wie seine Tochter den hauseigenen Betrieb (Metzgerei) weitergeführt hat. Unter anderem stellte sie als Hilfe einen dunkelhäuigen Mann ein.
Der Vater empfand das eine Ungeheuerlichkeit, denn für ihn waren schon die Menschen aus der Nachbarstadt Ausländer und damit unter seiner Würde.
Durch einen blöden Unfall in dem der schwarze Mann und der Vater verwickelt waren, starb der Vater.
Sein Geist blieb aber da und den wiederum konnte der Schwarze sehen und hören.

Früher fand ich so bayrisch-derbe Schimpftiraden (wie ich sie auch von meinem Vater kenne) lustig.
Im Film hörte ich seit langem mal wieder diese typischen Schimpfwörter, was mich an meine früheste Kindheit erinnerte (aber in einem lustigen Zusammenhang).

Gestern fand ich das alles gar nicht mehr lustig.
Es ist, was es ist: Beleidigung, Rassismus, Demütigung.
Der Vater im Film konnte seine Schwäche und Hilflosigkeit nicht annehmen (er hatte durch den Schlaganfall Folgeschäden)und ließ seinen Ärger und Wut an Schwächeren aus.
Wie mein Vater.

Ein weiterer Kommunikationsstil fiel mir auf:
Das widerliche double-bind!
Der Vater im Film macht ständig seine Umgebung zur Sau.
Wehrte sich sein Gegenüber, hieß es lapidar: "Jetzt spiel dich ned so auf. Mach kein Geschiß drum!"
Ging sein Gegenüber einfach weg, hieß es wieder abwertend: "jetzt sei doch nicht gleich so beleidigt!"
Man macht es nie richtig.
Egal was man tut, der andere haut einem nochmal eins drüber.

Der Schwarze macht das, was wohl am meisten hilft: Er lässt sich von dem tyrannischen Vater nicht mehr einschüchtern.
Er blamiert ihn auch mal, macht das was er für richtig hält und steht selbstbewußt dazu.
Denn im Grunde, ist ja der Vater auf ihn angewiesen (da er als Geist ja nicht mehr den Betrieb retten bzw. seiner Tochter helfen kann, so muss es der schwarze Mann mit Anweisung vom Vater tun).

Mir wurde dadurch einfach nochmal bewußt, was für eine Stimmung in unserer Familie herrschte (jeder gegen jeden und andere immer schön klein halten).
Und wie mein Vater tickt, der auch seine Schwäche und Fehler nicht annehmen kann und andere angreifen muss, um sich besser zu fühlen. Auch er war auf mich angewiesen. Er hatte keine andere Bezugsperson.
Auch ihm konnte ich nie etwas richtig machen. Immer gab und gibt (aktueller Brief von ihm) es etwas zu meckern. Den anderen fördern? Loben? Stärken? das kann mein Vater nicht. Da würde seine Angst zu groß, dass der andere größer als er, werden könnte.

Allerdings hab auch ich gemerkt, dass es mir mein Vater auch nicht recht machen kann. Als ich ihm sagte, dass ich erst mal keinen Kontakt haben möchte, nahm er das klanglos hin.
Das irritierte mich, ja wie...kämpft er nicht um mich...? Macht ihm das nix aus? Wieso schweigt er jetzt?
Hätte er sich gemeldet, wär ich sauer gewesen, dass er meine Grenzen nicht respektiert.

Wir sitzen beide auf einem Pulverfass, dass beim kleinsten Funken in die Luft fliegt.

Dienstag, 8. Oktober 2013

I'm not a Tüftler

Aber was will frau machen, wenn frau vergessen hat, sich zu merken wo welche Kabel hin kommen. Gut, gab ja nur gefühlte 180 Kombinationen. Manmanman.
So und das Regal steht nun auch, da die Schrauben nachgeliefert wurden.
Dort hinein sollte meine Stereoanlage.
NUR: Diesmal war ich der Volldepp, ich hab falsch gemessen.
Natürlich paßt da meine Stereoanlage nicht rein.
Also fieberhaft (im wahrsten Sinne des Wortes, mir war ganz schön heiß) eine neue Möglichkeit überlegt.
Und staune da: Die ist sogar noch schöner, als die alte. (Ja, nein es gibt keine Vorher-Nachher-Fotos).
Tja, alles hat seinen Sinn.

Weiter getüftelt am Konvertierungsprogramm, weil ich ja all meine CD's in mp3 haben will.
Wieder geschwitzt und geflucht...bis ich las: Disc Scan.
Jeah, jetzt bin ich am rippen ohne Ende.
Wobei das wirklich lustige kommt ja erst noch: All die Techno-CDs, die hör ich doch nicht mehr, aber hin und wieder sind paar gute Songs dabei.
Und die werd ich mal rausfischen. Mal sehen, ob ich bis zum Frühjahrsputz fertig bin.

Jetzt fragt sich der ein oder andere: Wieso dann Stereoanlage, wenn mp3? Genau, danach brauch ich nur noch meinen Verstärker und einen guten  mp3-Player. HiFi-Turm, Kabelsalat und Dutzende von CD's gehören dann der Vergangenheit an.

Und irgendwann, wenn ich dann wirklich jede Ecke durchgeforstet und sortiert und ausgemistet habe, erfreu ich mich an meiner luftig-leichten Bude...Ansätze sind erkennbar.

Sonntag, 6. Oktober 2013

So gehts auch!

Freitagabend: 

Mann und ich wollen uns endlich mal wieder sehen und ein paar süße Stunden zusammen verbringen.
Ich geh zum Bahnhof.
Die erste S-Bahn fällt aus.
Ich rufe ihn an und informiere ihn.
Alles klar.
10 min. später kommt die Durchsage, dass auch die nächste Bahn ausfallen wird und zudem ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird.
Demnach wäre ich also fast 2 Std. auf dem Weg.
Für eine Strecke, versteht sich.
Rufe Mann an und sage schlicht ab.
Hat ja keinen Sinn und wenigstens haben wir beide nun schlechte Laune.
Ich bin richtig sauer.
Wie schon lange nicht mehr und denke mir so auf dem Heimweg, dass ich meine Wutenergie ja gut in das neue Regal investieren könnte, das am Vormittag ankam und noch aufgebaut werden will.

Also gut, ich packe aus und meine Wut entlädt sich in einem Lachflash:
Die Idioten haben doch glatt vergessen die Schrauben mitzuliefern.
Okay, denke ich mir, das Universum will also, dass ich lerne die Wut auszuhalten (oder so) ohne aktiv was zu tun.
Also atme und lache ich sie halt weg.
Eh schon alles wurscht.
Kein Sex, kein Regal.
Gibt ja echt wichtigeres.

Sonntag Vormittag.

Mann ruft an und hat Sehnsucht.
"Ja"lache ich wieder, schön und gut, es ist Wienszeit, wo willst Du nun ein Hotelzimmer auftreiben???
Er bezirzt mich und schlägt das Stundenhotel vor.
Ohje.
Augenrollend und erkennend, dass ich eh nix besseres vorhabe, fahre ich dort hin.

Wir haben uns sehr viel zu erzählen und spielen irgendwie Intellektuelle.
 Jedenfalls schaut er auf die Uhr und meint: "Öh wir haben noch 10 Minuten!"
Ja super.
Stundenhotel halt.
 2 Stunden gebucht. Ham wir verquatscht.
Im Whirlpool. Is klar :-)
Vorsichtige Nachfrage an der Rezeption:
Ja wir können nochmal 2 Stunden buchen.
Wie nett.
Als Dankeschön (oder was auch immer) gibts Wodks pur dazu.
Hatte ich schon erwähnt, dass wir schon 2 Sektflaschen intus hatten?
Auweia.
Ich vergesse was ich eigentlich vertrage (nicht viel!) und spiele trinke mit.

Später bei der Heimfahrt, frage ich mich, wo ich hinschauen soll, ohne mich übergeben zu müssen.
Liebe Welt, ich vertrage doch nix!!!
Entweder bin ich nüchtern oder stockbesoffen.
Das dazwischen fehlt bei mir!
Die fahrende U-Bahn macht das ganze nicht leichter.
Macht aber nix.
Ich falle nicht auf, denn ich habe mich ganz unauffällig zwischen die letzten Wiesnbesucher (allesamt strunz besoffen) geschmuggelt.

Später in der S-Bahn:
Ich schreibe paar SmS (die ich nüchtern bestimmt wieder bereue, ich kenn mich doch)...zur Ablenkung, damit mir nicht schwindlig wird...
spricht mich der Typ an, der mir gegenüber sitzt.
Irgendwie komisch der Kerl. Zuwenig Mimik. Zuviel Falschheit. Irgendwie von der Sorte Psychopath.
Egal. Wir plaudern.
Klar, über das Oktoberfest, warum  man (er)  nicht hin will und ich auch nicht. Die Wies'n gehört derzeit einfach zum Smalltalk dazu (so volle Bahnen, überall Besoffene usw...)
irgendwann kommen wir auf Gerhard Polt:

http://www.youtube.com/watch?v=e2Qpmie5Gd0
und 2 Haltestellen weiter auf Willy Astor:
http://www.youtube.com/watch?v=k2ocm7QU6CA

und irgendwann bekam ich seine Visitenkarte.
Ich bedanke mich artig.
Er steigt aus.
Ich starre immer noch auf seine Karte.
Lese Namen und Beruf
Adresse und Telefonnummer.

Und irgendwann kicherte ich...
wann bitte schön bekam ich...
einfach so...
nach einem kurzen Geplauder...
eine Telefonnummer zugesteckt...
ist schon paar Jahre her...

Ach da fällt mir ein,
Menschen die gerade Sex hatten,
sollen was besonderes ausstrahlen...
ich glaub ich strahl grad nur Wodka und Sekt aus...
aber egal.
Ich bin sowas wie...ja nun...glücklich
und drehe erstmal die Musik etwas lauter....
mit soviel Promille kann ich eh nicht schlafen:
http://www.youtube.com/watch?v=-j0SySAVBKw

So und morgen kommt endlich mein Kabel, dass den PC an meine supersaugeilengroßen Lautsprecher anschließt.
Und dann liebe Nachbarn:
Haltet euch fest!!! ;-)

Freitag, 4. Oktober 2013

Gut so!

Nach fast 2 Jahren ohne Kontakt zu meinem Vater,
war mir dieses Jahr danach, ihm zum Geburtstag was zu schenken.
Ich fand auch was und schickte es ihm zu.
Sein Antwortbrief kam heute.
Und beim Lesen dacht ich so: gut, reicht auch wieder an Kontakt. Mehr muss ich nicht haben.
Auch hier wieder: Klarheit. War mir ja unsicher, ob wir uns vielleicht mal wieder treffen sollten, auf neutralem Boden. Aber: neeeeee.
Abgehakt und weiter geht's.

Die Therapie neigt sich dem Ende zu.
Vor paar Wochen machte mir das noch Streß. Wenn auch einen kleinen. Aber inzwischen ist auch hier klar: Ja, es darf zuende gehen, sie hat mir sehr geholfen und hat einfach gut getan.
Ein Abschiedsschmerz wird da sein und ist auch völlig natürlich.
Ich weiß auch, ich kann jederzeit (also 1x im Monat) zu ihr.
Eine Tür schließt sich, eine neue öffnet sich :-)

Alles ist gut!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Coming home

Ja ich fühle mich in mir beheimatet.
Vor allem fühle ich mich mit mir wohl.

Ich sortiere weiter aus.
Teilweise habe ich ein wenig Angst vor der Leere.
Aber das gehört wohl dazu.
Die sich einstellende Klarheit und Einfachheit ist unbeschreiblich schön!

Vor allem die Klarheit des Geistes ist unendlich viel wert!
So viele Zerstreuungen locken uns, rufen uns...
rauben uns Kraft.

Die Angst ist gewichen.
Wenn man sich selber nicht zu helfen weiß,
hebt man jeden Lebenshilferatgeber (und sei es nur ein kleines pdf) auf.
All das (bis auf sehr wenige Ausnahmen) endlich zu löschen, zu schreddern, zu verschenken oder zu verkaufen...wunderbar!

Wenn man sich und seine Bedürfnisse nicht kennt,
hebt man alles auf, sei es Bastelsachen, Musikinstrumente, alles *was man nochmal brauchen könnte*...man schaffte sich all die Dinge mal an, auf der Suche nach dem, was man wirklich will.
Manches muss man ja auch erst ausprobieren.

Wenn man Vertrauen hat, in sich und in die Welt,
kann man die Hälfte seines Besitzes weggeben und sich sicher sein, dass wenn man es mal bräuchte, es schon da sein wird oder sich eine Lösung finden wird!

Wenn man mit sich in Kontakt ist,
ist das Leben wunderbar leicht!
Ich fühle mich reich!

***

Da stellt sich bei mir nun auch die Frage:
Wie geht es mit dem Blog weiter?
Wenn ja, mit welchen Themen?
Was würdet Ihr Euch wünschen?
Was könnte mehr Raum bekommen, was weniger?