Donnerstag, 5. September 2013

Therapie

Ja wie war sie denn...die Therapie...hm...naja...ganz nett.
Immer noch erschreckend: Immer noch, nach fast 3 Jahren (inkl. Tagesklinik mit ihr), die Alpträume und die Schlaflosigkeit in der Nacht vor dem Termin.
Gruselig. Erschreckend. Nervig.
Zeigt aber auch nur mein zutiefst sitzendes Mißtrauen gegen besseres kennen, Nähe und all der Scheiß. Ja.

Die letzten 9 genehmigten Stunden brechen an.
Der Gutachter ließ ja schon Anklingen, dass, da ich Härtefall sei, ausnahmsweise eine weitere Genehmigung von nochmal 25 Std. möglich wäre.
Jetzt darf ich mir in den nächsten 14 Tagen überlegen, ob wir einen Antrag losschicken.
Pro/Contra. Im Moment bin ich mehr auf Contra gebürstet, wegen oben genanntem Grund: Nähe! Dieses Scheußsal.
Sollte es wirklich nochmal brennen und ich ihre Hilfe brauchen, könnte ich immer noch 1x im Monat kommen, was dann als psychosomatische Behandlung abgerechnet würde.
Klar könnten wir jetzt erst mal beantragen, schauen was geht und dann muss man ja nicht die Stunden nehmen. Der Verfall kostet und schadet ja nix.

Ansonsten kaue ich weiter auf dem Thema Akzeptanz und *Ich bin wie ich bin*.
Heute so beim nach hause radeln gedacht: Ich brauchte so viel Kraft und Energie in meiner Kindheit/Jugendzeit und dann hatte ich so kräftezehrende Jobs, da ist einfach nur noch Leere und Erschöpfung. Ich kann nicht mehr.
Mein Kontingent... mein Topf ist alle. 
Teilweise schaff ich es kaum den Deckel vom Container für Papier/Plastik zu heben.
Da freut man sich auf's Alter!

Aber ich akzeptiere es mehr.
Ja so ist es und das was ich kann, mache ich und träume mich nicht in ferne Zeiten, wo es mir mal wieder besser geht und was ich dann alles machen kann.
Das erzeugt Frust.
Im Hier und Jetzt bleiben und Kräfte sparend leben.

Und der Realität Hallo sagen.

Kommentare:

  1. Wenn Du selbst sagst und siehst, dass Dein Kontingent alle ist, dann wäre/ist es doch sinnvoll, dieses wieder aufzufüllen versuchen, oder nicht? An "verlässlicher" Stelle.

    Wenn Du es zu Ende denkst, WAS genau war es denn, was Dich so erschöpft hat? Und was ist oder sollte "Therapie" sein, für Dich?

    Fragen, über die ich stolpere. wenn ich Deine (für mich sehr widersprüchlichen) Worte lese...

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  2. Ach Frau H,
    diesen Topf wieder aufzufüllen...daran bin ich doch ständig dran. Nur ist es ein sehr heikles jonglieren was mir z.B. an Bewegung, Begegnung, Tun, ect. gut tut und was noch mehr streßt/erschöpft.

    Gestern ließ ich unsortiert einfach die Gedanken in dem Post raus.
    Nur ich erkenn keine Widersprüchlichkeit.

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  3. Liebe Regenfrau,

    ich glaube nicht, dass das Vermeiden von Nähe langfristig weiterhelfen wird. Die Frage ist aber, WIE bzw. auf welchem Weg Du dahin kommen kannst, dass Dir Nähe nicht mehr so arg große Angst bereitet. Sagt die Therapeutin da irgendwas zu? Ich hab in meiner Therapie das Thema lange durchgekaut, bis mir einiges klar wurde, was sozusagen auf der "Haben-Seite" steht und was mir mehr das Gefühl von geschützt sein gibt, auch dann, wenn ich Nähe zulasse. Wobei das Misstrauen aus Kindheitstagen auch noch da ist, aber ich kann es besser in Schach halten und leide nicht ganz so arg daran.

    Und ja - Du hast in Kindheit und Jugend und später durch die kräftezehrenden Jobs viel Energie verloren und das Fass zu füllen ist nicht einfach. Meine Thera sagte mal, von sogenannten 5 Einheiten dürfte ich nur 2 verbrauchen, damit sich auch noch was ansammeln kann. Was bedeutet das für mich? Ich versuche nur eine Sache zu machen - spülen und sonst nix. Oder einkaufen und sonst nix. Auf keinen Fall mehr. Ich gebe meinem Erschöpfungsgefühl eher nach, lege die Füsse hoch. Ich bin nicht mehr ganz so verbissen beim saubermachen und lasse es auch mal staubig sein usw. usf.

    Ich denke, das ist ein Maß, das jeder für sich selbst herausfinden muss und das ist auch nicht leicht. Das geht nur übers spüren und ausprobieren. Und es dauert sehr lange, bis der Körper regeneriert - das sagte mir neulich noch der Arzt. Du bist dabei, all das herauszufinden für Dich und ich bin überzeugt, dass Du irgendwann auch an dem Punkt bist, an dem Du Deine Grenzen immer besser kennst, sie wahrst und dann auch weiter auftanken kannst.

    Lieben Gruss
    Maja

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    1. Hi Maja,
      ja ich weiß, dass es nicht besser wird, wenn ich das wieder vermeide. Die Thera sagt da noch wenig dazu, weil ich das noch nicht als Thema nahm (also speziell die Nähe zu ihr).
      Ich bin grad auch ziemlich therapiesatt merke ich.

      Das mit den Einheiten ist ein gutes Beispiel, schön anschaulich. Gerade Bütler sagt da tolle Sachen dazu, zum Thema Erschöpfung. Werd den auch mal wieder lesen.
      Das schlimme: Mein Kopf rast weiter, will weiter..das find ich so grausam.
      Ja ausprobieren und auch aushalten...

      Erholsame Zeit Dir und uns ;-)

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    2. Ja, dass der Kopf weiterrast und mehr will - das kenne ich auch. Ist nicht leicht auszuhalten, das stimmt. *seufz* Ja, lies den Bütler nochmal, ich komm ausm Lesen nimmer raus und es fallen mir wirklich grad ganze Kronleuchter vor die Füsse *g*

      Hab ein schönes Wochenende! Hier regnets *juhuuuu*

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    3. Ich "bütler" seit 4 Jahren...noch mehr in dem Buch: Endlich frei.
      Ein Segen das zu lese. Nur die Umsetzung naja...
      MORGEN kommt hier auch der Regen. Ein Hallelujia!!!

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    4. Ach so :) Ja, das "Endlich frei" hab ich auch da, wühl mich aber grad noch durch "Sie haben es doch gut gemeint". Faszinierend wie treffend der Mann das alles so beschreibt. Es regnet gerade Bindfäden und endlich hat diese Schwüle aufgehört. Ein Segen! Hab einen schönen Abend!

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  4. Ich sehe einen Widerspruch zwischen "Nein, ich will keine Therapie mehr...das ist mir zuviel Nähe, ich schaffe das schon allein." und "Ich bin am Ende meiner Kräfte.".

    Aber vielleicht kommt das auch nur so bei mir an, weil Du es unsortiert und aus dem Moment heraus nieder geschrieben hast. Die eventuell ergänzenden, dahinterliegenden Ebenen und Gedanken sehe ich ja nicht.

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  5. Achso Frau H. jetzt verstehe ich, wie das gemeint ist.
    Nein ich meine körperlich so erschöpft (deswegen das Beispiel mit dem Containerdeckel).
    Diese Thematik haben wir auch genug in der Thera durchgekaut und sind meines Erachtens da auch durch. Weil es jetzt um die Umsetzung geht, ganz praktisch gesehen. Ich kann die Thera natürlich auch dafür nützen, dass sie mein Geschirr wäscht und den Haushalt macht *g*, ich vermute, da wird sie ein Schild mit "Themaverfehlung" oder so hoch halten :-)
    Also DA kann sie mir auch wenig weiter helfen.

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    1. Ich habe schon verstanden, dass Du von der körperlichen Erschöpfung sprichst. Für mich hängt das allerdings sehr stark zusammen, also Körper/Seele/Geist. Ich sage mal als Stichwort: "Somatisierung."

      Und ich weiss zumindest von mir selbst, dass die körperliche Erschöpfung oft ein Zeichen dafür ist, dass es seelisch in mir stark arbeitet. Entweder löse ich gerade irgendwas im Inneren produktiv auf oder ich wehre etwas innerlich stark ab.

      Und die Vorstellung ne Thera den eigenen Haushalt machen zu lassen amüsiert mich gerade :)...wie meine das wohl fände?

      Das ist dann wohl eher die Sache eines Betreuers, eine Freundin von mir macht das.
      Die hat mich zu Anfang meiner eigenen Geschichte mal gefragt, ob ich das nicht auch machen will (ich hatte damals beruflich zu wenig zu tun und es wär ne Möglichkeit gewesen an Geld zu kommen). Ich hab dann drüber nachgedacht und festgestellt, dass ich das wohl gerade eher selbst bräuchte...hatte was sehr absurdes...

      Na ja, Du wirst schon das richtige für Dich tun.


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  6. ...oder vielleicht ist die Therapeutin nicht die Richtige für Dich? Ich mein', das ist eine sehr persönliche Angelegenheit - und noch mehr für hochsensible Menschen mit Angst vor Nähe - oder hast Du da keine Wahl?
    In jedem Fall wünsch' ich Dir ein erholsames Wochenende, für Körper UND Kopf...

    herzliche Grüsse,

    Jan

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  7. Hallo Jan,
    also die Thera war schon sehr gut, ich komm auch sehr gut mit ihr klar, was ja aber nicht heißt, dass es bei allen Themen so sein muss.
    Das weiß ich nicht.
    Aber Therawechsel...ne danach ist mir gar nicht...
    Danke Dir auch ein schönes Woe :-)

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