Dienstag, 24. September 2013

Loslassen

Der Herbst ist eigentlich die ideale Zeit, um mal wieder richtig auszumisten. Uneigentlich auch.
Schau nach draußen!
Alles vergeht. Auch die Natur muss loslassen.

Trauert das Feld weil es abgemäht wird?
Oder ist es froh, die Last los zu sein?
Will der Baum seine Blätter gar nicht fallen lassen?
Hat er gar Angst, dass er als einzigster im Frühjahr kahl bleibt und ihn alle anderen auslachen?
Schau dir die Zugvögel an, da hat keiner auch nur ein Köfferchen dabei!

Vor unserem Haus steht derzeit ein Auto, mit einer Werbung drauf, die darauf hinweist, dass man sich einen Lagerraum anmieten kann.
Für all seinen Krempel.
Immer zugänglich, trocken und videoüberwacht.
Das würd mir grad noch fehlen. Mit Sicherheit wird all das *all so wichtige Zeug* nie mehr gebraucht.
Wie so vieles, was uns umgibt.

Was ist wirklich wichtig?
Wie will ich leben?

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    das sind zwei bedeutende Fragen, die ich mit meinen 58 Jahren nur teilweise beantworten kann.
    Wichtig ist mir natürlich meine Familie, aber auch ich bin mir wichtig und meine Freiräume. Ich genieße es, mal allein zu sein! Ich bin als Einzelkind groß geworden ,durfte nur ganz selten raus, goldener Käfig! Seit meiner Pubertät leide ich unter Klaustrophobie! Weiß aber nicht, ob es etwas damit zu tun hat!
    Und nun zu all dem Krempel, mit dem ich mich umgebe, all die Sachen,die kein Sch. braucht! Jahrelang auf Flohmärkten gesammelt, vorwiegend alte Sachen, die Geschichten erzählen, auf einmal wird mir das alles zuviel! Ich brauche das nicht mehr und nun stehe ich auf dem Flohmarkt und verkaufe! Was enormen Spaß macht , mal auf der anderen Seite des Tisches zu stehen!
    Aber ich horte immer noch alles, was ich für meine Näh- und Bastelarbeiten brauche.In meinem Arbeitszimmer herrscht das kreative Chaos und das belastet mich überhaupt nicht!
    Ich bin davon überzeugt, dass man glücklicher , freier und entspannter ist,wenn man minimalistisch lebt! Unsere jüngste Tochter ist das beste Beispiel dafür!
    Der Fernseher und alles was man nicht notwendigerweise braucht, wurde verkauft!
    Sie lebt konsequent vegan , macht regelmässig Yoga, und ist super drauf!
    Mein großes Vorbild, aber ich bekomme das leider noch nicht so hin und trage den Ballast also weiter mit mir rum. Selber schuld!
    So, dann mach's mal gut
    Ucki




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    1. Hallo Ucki, danke für Deine Antwort...jeder hat seinen Weg und wenn Du es noch nicht so leben kannst, wie Du vielleicht magst, wird das seinen Grund haben.
      Hatte auch eine lange Flohmarktzeit, auch auf beiden Seiten, ja hat Spaß gemacht und ich möchte mir wieder mehr angewöhnen, WENN ich was brauche, erst auf den Märkten zu gucken.
      Wünsch Dir eine leichte Zeit :-)

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  2. Ich nenne das immer "Containertag". Containertage sind so Tage an denen ich am Liebsten ALLES wegwerfen würde um noch mal - ganz minimalistisch - von vorne anzufangen. Meist miste ich dann auch extrem aus. Oder zerreiße Tagebücher, lösche Blogs etc. pp. Aber so ganz bekomme ich es dann doch nicht hin...
    Unter Umständen fällt es mir dann manchmal einfach noch zu schwer, zu unterscheiden, was ich eigentlich WIRKLICH loslassen WILL?
    Die große Liebe meines Lebens hat das irgendwann (Jahre danach) mal gemacht. Gnadenlos aussortiert bis alles was er besass in 7 Nachtschränkchen vom Flohmarkt passte. Er hatte nicht ein mal mehr ein Bett, zu dieser Zeit, nur diese 7 Nachtschränkchen, in denen sich das verbliebene persönliche Hab und Gut befand. Und eine Kleiderstange, für die Klamotten, aber die stand im "Nebenraum".
    Ich fand das grossartig einerseits, und habe ihn für seine Konsequenz ein Stück weit beneidet, wusste aber zugleich, dass das SO dann doch nicht meines wäre. Irgendwie war es mir auch zu "gewaltsam". Vielleicht weil er auch alles, was UNS betroffen hatte, bis auf zwei Fotos von mir und einen Brief so einfach "entsorgt" (verbrannt, gemeinsam mit den meisten Erinnerungen an meine Nachfolgerin) hatte?

    Für mich hatte das dadurch wohl weniger was von "Los(Frei)lassen" als von "gewaltsamem Befreien" denke ich.

    Ein diffiziles Feld....das mit dem "guten" Loslassen, meiner Meinung nach.

    Manches braucht einfach Zeit und sollte sie auch bekommen.

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    1. Hallo Frau H. oh mit so persönlichen Sachen wie Tagebücher und Blogs bin ich vorsichtig mit dem löschen.
      Witzig, so einen Mann kannte ich auch mal der hatte höchstens 20 Sachen in seiner Wohnung stehn. Ich finde, es ist ein freieres Leben...

      Ich hab einfach gemerkt, dass ich mich sehr verzettelt habe in Dingen. Die wurden einfach aussortiert und mir ist nun klarer was und wie ich leben will.
      Das ausmisten strengt sehr an, vieles wird hinterfragt, von manchen Abschied genommen, überlegt: wohin damit oder so...
      heut und morgen ist Pause.
      Bis Ende des Jahres mag ich durch sein. Mal sehen.
      Schön wäre es, so frisch und leicht ins neue Jahr starten.

      Liebe Grüße

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