Sonntag, 8. September 2013

Lektionen im Los-lassen



Ich bin 12 Jahre alt und trage eine feste Spange mit einem Gesichtsbogen, den ich hauptsächlich nachts getragen habe.
Eines morgens will ich den Metallbügel aus der Spange lösen. Doch er sitzt fest. Wie einbetoniert. Ich spüre Panik in mir aufsteigen. Ich lasse den Bügel los und „pling“ fällt er von alleine heraus.

Ich bin 27 Jahre alt und schon seit einigen Monaten arbeitslos. Und ziemlich gefrustet weil all meine Bemühungen nicht fruchten. Irgendwann lasse ich los, in Form von Resignation: Mir doch wurscht, dann bleib ich eben Hartz4-Empfänger..ect.
Am nächsten Tag sehe ich meinen Traumjob, bewerbe mich doch noch einmal und...werde genommen.

Mein größter Loslass-Trainer war der Pflegehund. Lange hatte ich große Ängste wenn ich ihn von der Leine ließ. Oh Gott der haut ab, ich rufe und er kommt nicht und zig Menschen amüsieren sich darüber, ich werd angeblafft, weil ich den Hund frei laufen lasse usw. Anfangs zischte er auch ab. Er spürte meine Anspannung und wollte da weg (sehr verständlich), irgendwann tat ich einfach so, als ob ich ihm vertrauen würde, dass er schon wieder kommt oder hatte ihn an eine imaginäre Leine gelegt und siehe da, er blieb immer in meiner Nähe.

Kommentare:

  1. Wirklich tolle Beispiele fürs Loslassen! Ich übe :)

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  2. Ja, so ist das mit dem Loslassen.
    Bin noch dabei zu lernen.

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  3. Das wird man wohl sein ganzes Leben lang üben müssen, immer wieder und die größte Übung ist dann wohl der Tod.

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