Sonntag, 29. September 2013

Ich bin wie ich bin Teil 2


Nach jedem Interview wurden die Merkmale, wie sich Hochsensibilität der jeweiligen Person bemerkbar macht, aufgelistet:

Als Kind: 

- Neigt zu Wutanfällen (ohja, wußte gar nicht, dass das mit Hochsensibilität zusammen hängt, aber es stimmt, meistens war das in totalen Überreizungssituationen)

- hat guten Zugang zur Natur (ein Segen dass ich auf dem Land aufgewachsen bin, das hat vieles ausgeglichen, was zuhause schief lief! War meine größte Krafttankstelle!)

- versucht Probleme selbstständig zu lösen! (ohja...meistgehörter Satz: Nu sag doch was los ist! Du lässt dir aber auch nie helfen!)

- nimmt Stimmungen und Emotionen anderer auf (ja sehr fatal, wenn man in einer sehr kaputten und kranken Familie aufwächst, heute gelingt es mir eher, die Gefühle der anderen auch dort zu lassen...
 es ist wirklich eine Übungssache und auch eine es-sich-erlauben trotz allem bei sich selbst zu bleiben (was fühle ich? Was will ich?).

- mag sich nicht von Fremden anfassen lassen (hmmm, ich dachte das käme von den vielvältigen Traumatisierungen, aber vielleicht ist es auch beides. Ja, denke mit Grausen an so eine bussi-bussi-Tante die mein Onkel anschleppte. Im übrigen, wer lässt sich gerne von Fremden anfassen???

- still und zurückgezogen (ja meistens bei Fremden, ich musste da immer erst ganz lang gucken und beobachten, schweigend natürlich, was meinen Vater regelmäßig dazu veranlasste mich in die Seite zu stubbsen und ein : "jetzt sei halt nicht so schüchtern“ loszulassen. Null hilfreich, da DANN auch noch Scham ggü. dem Fremden dazu kam)

- Passe mich schnell an (Meine Name ist Chamäleon...wie war das mit dem vorauseilenen Gehorsam? *seufz*)

- Tue mich schwer mit Entscheidungen (am besten noch unter Zeitdruck in einer hektischen Umgebung! Horror! Das führte dann früher zu Wutanfällen. Die wiederum führten zur mißgelaunten Umgebung, meist ja Familie, was mich unter NOCH mehr Streß/Druck setzte, da harmoniesüchtig und ich mich doch für deren Gefühle zuständig/verantwortlich hielt und ich noch verzweifelter wurde -siehe Wutanfall oben- und mich zurück zog. 
Das allerdings war ja auch nicht das gewünschte, wie ich nach einiger Zeit Ruhe spürte, aber da war die Familie ja schon in der Stadt/beim Reiten/beim Schwimmen und ich saß heulend zuhause. Wie oft es dieses Dilemma gab, kann ich gar nicht sagen...leider war es SEHR oft.
Heute bekomme ich keine Wutanfälle mehr, kann aber sehr pampig und nachtragend reagieren! Was nun eher zu einer erstaunten Umgebung (so kenn ich dich gar nicht...)führt.


Als Erwachsene:

- leicht ablenkbar (wenn ich auf der Couch sitze und lese und ich seh im Augenwinkel einen Fussel, dann muss der weg! Ich seh alles!)

- laute Geräusche und grelles Licht stören mich (paar Stichworte: durchfahrender Zug am Bahnhof 1m neben mir, handwerkende, singende Nachbarn, SONNE! Nebel ;-)

- bin schnell erschöpft (ha, wem sagste das...)

- mag keinen Smalltalk (das wird mit dem älter werden immer schlimmer (jaaa es schneit wie jedes Jahr, jaaaa wir regen uns wieder mal über die Lebkuchen im September auf, wie langweilig....)

- arbeite gern im eigenen Tempo (ja! Und am liebsten allein! Der Forscher im stillen Kämmerlein, das ist meins.)

- hektische Arbeitsatmosphäre strengt mich an (ohja, wenn dann noch Zeitdruck dazu kommt, denk ich an gar nix mehr, das streßt mich noch mehr und recht schnell kann es sein, dass ich heule oder siehe oben: pampig werde.)

- denke viel über alles nach (ja, inzwischen übe ich mich aber in der Disziplin des Denkens, achte auf meine Gedanken. Würden manche Menschen so viel wie ich denke, wäre die Welt auch etwas schöner. Klingt eingebildet? Mir wurscht!)

- Bei Streß neige ich zu Burn-out (ich BIN wahrscheinlich schon ein Burn-out, ganz pur! Wobei ich ja vermute, dass ich in früheren Zeiten eher eine UNTERforderung hatte, diese hat dieselben Symptome wie eine Überforderung!)

- Shopping strengt mich an ( wenn ich weiß was ich brauche/will, dann geht es UND wenn ich alleine unterwegs bin. Mit Freundin übern Flohmarkt bummeln, wär innerhalb von 5 Minuten die reinste Reizüberflutung!)

- Konflikte nehmen mich sehr mit (ist schon besser geworden, versuche dies mehr auf der sachlichen Ebene zu behalten und agiere nicht mehr aus dem ängstlichen Kind-Anteil heraus.)

- Nehme andere wichtiger als mich (auch das änderte sich gravierend!)

- Nehme feine Unterschiede wahr. (ja!)

- reflektiere gerne tief und komplex (na und ob! Macht ja auch Spaß, wenn man sich dann nicht in seinem eigenen Gedankensalat verirrt und verheddert!)

- spüre wenn der andere nicht authentisch ist (ohja, habe diesem Gespür leider viel zu wenig Beachtung geschenkt und musste erst leiden, jetzt höre ich da mehr drauf! Vor allem bei unauthentischen Vorgesetzten kann ich sehr rebellisch/unkooperativ werden)

- habe ein hohes Verantwortungsgefühl (ja, ich bin der Traum eines jeden Chef und der Burn-out freut sich auch wieder über Nachschub, dazu paßt auch die vorhandene Perfektion.)

- Fühle mich energetisch durch andere ausgelaugt (meist durch eher unbekannte Menschen oder solchen die so extrem hektisch sind und nur Unfug/Smalltalk labern, aber das geht ja wohl jedem so, oder???)

- Hohes Bedürfnis nach Ruhe/Rückzug. (Am besten im Zusammenhang mit  Natur, da merke ich regelrecht, wie meine Batterien sich wieder aufladen!) 

Und da wäre noch die Sache mit Medikamenten, Koffein, Alk, dass man meist kleindere Dosen davon braucht, um die Wirkung zu spüren.

Es gibt noch beschriebene Merkmale der Hochbegabung, die dieses Buch auch aufgreift. Ich lasse das mal für mich weg.
Wobei ich mich da teilweise schon auch wieder erkannte:
Schnelle Auffassungsgabe: ich lach immer als erste im Kino/bei Comedy ect. 

Alles in allem hab ich nun durch dieses Buch ein ganz anderes, neueres Selbstverständnis bekommen
(oder überhaupt das erste Mal???).

Und das erleichtert mein Leben sehr!

1 Kommentar:

  1. das klingt gut.
    auch ich finde mich in vielem wieder ...
    heitere tage wünsche ich dir!
    mo

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