Sonntag, 29. September 2013

Ich bin wie ich bin Teil 2


Nach jedem Interview wurden die Merkmale, wie sich Hochsensibilität der jeweiligen Person bemerkbar macht, aufgelistet:

Als Kind: 

- Neigt zu Wutanfällen (ohja, wußte gar nicht, dass das mit Hochsensibilität zusammen hängt, aber es stimmt, meistens war das in totalen Überreizungssituationen)

- hat guten Zugang zur Natur (ein Segen dass ich auf dem Land aufgewachsen bin, das hat vieles ausgeglichen, was zuhause schief lief! War meine größte Krafttankstelle!)

- versucht Probleme selbstständig zu lösen! (ohja...meistgehörter Satz: Nu sag doch was los ist! Du lässt dir aber auch nie helfen!)

- nimmt Stimmungen und Emotionen anderer auf (ja sehr fatal, wenn man in einer sehr kaputten und kranken Familie aufwächst, heute gelingt es mir eher, die Gefühle der anderen auch dort zu lassen...
 es ist wirklich eine Übungssache und auch eine es-sich-erlauben trotz allem bei sich selbst zu bleiben (was fühle ich? Was will ich?).

- mag sich nicht von Fremden anfassen lassen (hmmm, ich dachte das käme von den vielvältigen Traumatisierungen, aber vielleicht ist es auch beides. Ja, denke mit Grausen an so eine bussi-bussi-Tante die mein Onkel anschleppte. Im übrigen, wer lässt sich gerne von Fremden anfassen???

- still und zurückgezogen (ja meistens bei Fremden, ich musste da immer erst ganz lang gucken und beobachten, schweigend natürlich, was meinen Vater regelmäßig dazu veranlasste mich in die Seite zu stubbsen und ein : "jetzt sei halt nicht so schüchtern“ loszulassen. Null hilfreich, da DANN auch noch Scham ggü. dem Fremden dazu kam)

- Passe mich schnell an (Meine Name ist Chamäleon...wie war das mit dem vorauseilenen Gehorsam? *seufz*)

- Tue mich schwer mit Entscheidungen (am besten noch unter Zeitdruck in einer hektischen Umgebung! Horror! Das führte dann früher zu Wutanfällen. Die wiederum führten zur mißgelaunten Umgebung, meist ja Familie, was mich unter NOCH mehr Streß/Druck setzte, da harmoniesüchtig und ich mich doch für deren Gefühle zuständig/verantwortlich hielt und ich noch verzweifelter wurde -siehe Wutanfall oben- und mich zurück zog. 
Das allerdings war ja auch nicht das gewünschte, wie ich nach einiger Zeit Ruhe spürte, aber da war die Familie ja schon in der Stadt/beim Reiten/beim Schwimmen und ich saß heulend zuhause. Wie oft es dieses Dilemma gab, kann ich gar nicht sagen...leider war es SEHR oft.
Heute bekomme ich keine Wutanfälle mehr, kann aber sehr pampig und nachtragend reagieren! Was nun eher zu einer erstaunten Umgebung (so kenn ich dich gar nicht...)führt.


Als Erwachsene:

- leicht ablenkbar (wenn ich auf der Couch sitze und lese und ich seh im Augenwinkel einen Fussel, dann muss der weg! Ich seh alles!)

- laute Geräusche und grelles Licht stören mich (paar Stichworte: durchfahrender Zug am Bahnhof 1m neben mir, handwerkende, singende Nachbarn, SONNE! Nebel ;-)

- bin schnell erschöpft (ha, wem sagste das...)

- mag keinen Smalltalk (das wird mit dem älter werden immer schlimmer (jaaa es schneit wie jedes Jahr, jaaaa wir regen uns wieder mal über die Lebkuchen im September auf, wie langweilig....)

- arbeite gern im eigenen Tempo (ja! Und am liebsten allein! Der Forscher im stillen Kämmerlein, das ist meins.)

- hektische Arbeitsatmosphäre strengt mich an (ohja, wenn dann noch Zeitdruck dazu kommt, denk ich an gar nix mehr, das streßt mich noch mehr und recht schnell kann es sein, dass ich heule oder siehe oben: pampig werde.)

- denke viel über alles nach (ja, inzwischen übe ich mich aber in der Disziplin des Denkens, achte auf meine Gedanken. Würden manche Menschen so viel wie ich denke, wäre die Welt auch etwas schöner. Klingt eingebildet? Mir wurscht!)

- Bei Streß neige ich zu Burn-out (ich BIN wahrscheinlich schon ein Burn-out, ganz pur! Wobei ich ja vermute, dass ich in früheren Zeiten eher eine UNTERforderung hatte, diese hat dieselben Symptome wie eine Überforderung!)

- Shopping strengt mich an ( wenn ich weiß was ich brauche/will, dann geht es UND wenn ich alleine unterwegs bin. Mit Freundin übern Flohmarkt bummeln, wär innerhalb von 5 Minuten die reinste Reizüberflutung!)

- Konflikte nehmen mich sehr mit (ist schon besser geworden, versuche dies mehr auf der sachlichen Ebene zu behalten und agiere nicht mehr aus dem ängstlichen Kind-Anteil heraus.)

- Nehme andere wichtiger als mich (auch das änderte sich gravierend!)

- Nehme feine Unterschiede wahr. (ja!)

- reflektiere gerne tief und komplex (na und ob! Macht ja auch Spaß, wenn man sich dann nicht in seinem eigenen Gedankensalat verirrt und verheddert!)

- spüre wenn der andere nicht authentisch ist (ohja, habe diesem Gespür leider viel zu wenig Beachtung geschenkt und musste erst leiden, jetzt höre ich da mehr drauf! Vor allem bei unauthentischen Vorgesetzten kann ich sehr rebellisch/unkooperativ werden)

- habe ein hohes Verantwortungsgefühl (ja, ich bin der Traum eines jeden Chef und der Burn-out freut sich auch wieder über Nachschub, dazu paßt auch die vorhandene Perfektion.)

- Fühle mich energetisch durch andere ausgelaugt (meist durch eher unbekannte Menschen oder solchen die so extrem hektisch sind und nur Unfug/Smalltalk labern, aber das geht ja wohl jedem so, oder???)

- Hohes Bedürfnis nach Ruhe/Rückzug. (Am besten im Zusammenhang mit  Natur, da merke ich regelrecht, wie meine Batterien sich wieder aufladen!) 

Und da wäre noch die Sache mit Medikamenten, Koffein, Alk, dass man meist kleindere Dosen davon braucht, um die Wirkung zu spüren.

Es gibt noch beschriebene Merkmale der Hochbegabung, die dieses Buch auch aufgreift. Ich lasse das mal für mich weg.
Wobei ich mich da teilweise schon auch wieder erkannte:
Schnelle Auffassungsgabe: ich lach immer als erste im Kino/bei Comedy ect. 

Alles in allem hab ich nun durch dieses Buch ein ganz anderes, neueres Selbstverständnis bekommen
(oder überhaupt das erste Mal???).

Und das erleichtert mein Leben sehr!

Freitag, 27. September 2013

Ich bin wie ich bin

 
Ich hörte von einigen Menschen, wie befreit sie waren, als sie von ihrer Hochsensibilität erfuhren. 
Ich las auch viel über Hochsensibilität, ja wußte auch, dass ich es bin...aber wo war die Erleichterung über das Wissen?
Jetzt erst kam sie. 
Mithilfe des Buches: 
Ich bin wie ich bin – Hochsensible Menschen erzählen aus ihrem Leben.

Alle anderen Schriften zu diesem Thema waren eher wissenschaftlicher Natur.
Diese Interviews sind für mich Gold wert! 
Irgendwie legte sich in mir der Schalter für Bewußtsein um. So viel nicken und schunzeln bei den gelesenen Interviews!

Ich erkenne viel mehr Situationen im Alltag wo mein Nervenkostüm wieder Achterbahn fährt und ich mich verwirrt, vernebelt, schummerig, angespannt, nervös, schwitzig fühle.
So viel Erkennen! So viel mich endlich verstehen!

Was mir in dem Buch fehlte war eine Person die sowohl High-Sensation-Seeker als auch Hochsensible Anteile in sich hat. Also der Wunsch nach Abenteuer, Adrenalin und aber auch die schnelle Reizüberflutung bzw. Überlastung des Nervensystems.
Ich habe beide diese Anteile und so ist es noch wichtiger für mich, gut für mich zu sorgen.
Sehr anschaulich am Beispiel Hamburg-trip: Von all den neuen Eindrücken und der Aufregung (positive!) und gucken wie ich fahren/gehen muss, war ich schnell überreizt. Das Wissen darum, dass mir nur absolute Ruhe hilft (mein Gott was hab ich Zeit und Geld ausgegeben, um herauszufinden wie es mir besser gehen könnte, dabei ist es das einfachste und kostenfreiste auf der Welt!) gönnte ich mir jeden Mittag 1-2 Stunden Ruhe in der Wohnung mit selbst gemachtem Essen und dann ins Bett legen. Ich muss dazu nicht schlafen. Nur Augen zu und auf den Atem konzentrieren und das alles gut ist.

Auch nach der Ankunft zwang ich mich erst ins Bett, weil ich wußte danach geht es mir besser, dann kann ich immer noch einkaufen, das läuft mir nicht weg.
Das innere mit mir reden, ließ mich auch lockerer werden.

Jetzt hilft es mir oft in hektischen oder lauten Umgebungen mich zu sammeln, mich zu zentrieren und nur auf das schauen was vor mir ist oder eben gerade wichtig.
Das zu filtern und auszusortieren kann man lernen und üben. Denn diese Filter fehlen den Hochsensiblen. Deswegen strömt alles in sie hinein, alle Sinneseindrücke (und eigene Gefühle, Gedanken) hinterlassen einen tieferen Eindruck als bei den Normalsensiblen.

Ich erlebte die Hochsensibilität immer als störend, als etwas was weg soll, weil es mich im Leben behindert.
Jetzt erst habe ich auch die Stärken kennen und achten gelernt.

Donnerstag, 26. September 2013

Ausgestorben

In einem Ordner gefunden (ich weiß nicht mehr wer das geschrieben hat):

Da Urvogel hod koa Hirn ghabt:
Ausgstorm, song de dannoch.
Da Dinosaurier hod koa Hirn ghabt:
Ausgstorm, song de dannoch.
Da Mensch hätt a Hirn ghabt...
komisch, song de dannoch

Es gibt ja inzwischen für alles den *Tag der...*
So ist heute der Tag der Ex-Raucher.
Ich formuliere das ja immer gern positiv:
Frischluftatmer :-)

Bleibt sauber!

Dienstag, 24. September 2013

Loslassen

Der Herbst ist eigentlich die ideale Zeit, um mal wieder richtig auszumisten. Uneigentlich auch.
Schau nach draußen!
Alles vergeht. Auch die Natur muss loslassen.

Trauert das Feld weil es abgemäht wird?
Oder ist es froh, die Last los zu sein?
Will der Baum seine Blätter gar nicht fallen lassen?
Hat er gar Angst, dass er als einzigster im Frühjahr kahl bleibt und ihn alle anderen auslachen?
Schau dir die Zugvögel an, da hat keiner auch nur ein Köfferchen dabei!

Vor unserem Haus steht derzeit ein Auto, mit einer Werbung drauf, die darauf hinweist, dass man sich einen Lagerraum anmieten kann.
Für all seinen Krempel.
Immer zugänglich, trocken und videoüberwacht.
Das würd mir grad noch fehlen. Mit Sicherheit wird all das *all so wichtige Zeug* nie mehr gebraucht.
Wie so vieles, was uns umgibt.

Was ist wirklich wichtig?
Wie will ich leben?

Sonntag, 22. September 2013

Instinkt, Intuition, Intellekt.

Früher da waren die äußeren Stimmen (auch schon gut verinnerlichte) so laut:
Das geht so nicht!
Das kann man nicht machen!
Du musst...
Du sollst...
Am stärksten schrien natürlich die inneren Eltern...jaja genau, sie haben es ja nur gut gemeint.
Irgendwann kommt aber die Zeit, in der man seine eigenen Grenzen, Einstellungen, Wünsche und Bedürfnisse finden, hören und umsetzen MUSS.
Denn sonst gehts den Bach runter.

Ich komme meiner inneren Stimme immer näher.
Ich glaube viel eher meinen Instinkten und meiner Intuition.
Intellekt ist eine tolle Sache, aber nicht nur!

Lange war in mir eine Leere.
Heute weiß ich, meine innere Stimme fehlte!
Und ich versuchte all meine Probleme mit dem Kopf zu lösen.

Heute folge ich meinem inneren Wegweiser.
Ich lebe leichter.
Ich lebe froher.
Ich lebe nach meinen Maßstäben, nach meinem Willen und nach meinen Vorstellungen.
Ich lebe so, wie es mir gut tut.
Die ganze Energie die ich früher in die Anpassung steckte, steht mir nun für wichtigeres zur Verfügung!

Ich fühle mich frei  und so leicht.
Ich fühle mich im reinen mit mir selbst.
Bei mir selbst angekommen.
Ich nehme nicht mehr alles persönlich.
Ich kann andere so lassen wie sie sind. Bin weniger verletzlich.

Ich kann auch die Vergangenheit mehr ruhen lassen.
Ich miste (mal wieder) aus. So vieles wandert hinaus. Entweder zum Verkauf oder in den Müll. Manches wird natürlich auch verschenkt. Hinterlegte Bücher finden am Bahnhof immer wieder eine neue Heimat.

Ich fühle ganz stark Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.
Der Kopf braucht nicht mehr ständig kontrollieren und denken.
Ich fühle und handle mehr.
Ich bin lockerer und habe mehr Spaß.
Bleibe im Fluß. Panta rhei!
Das Leben ist ein Spiel!

Es fällt mir leichter noch mehr minimalistisch leben.
Weil ich meine wahren Bedürfnisse spüre und umsetzen will (auch diese Erlaubnis dazu wird immer stärker).
All die vielen Dinge die man kaufen kann, sollen ja nur das innere Loch zustopfen, da wo eigentlich eine Stimme sein sollte.

Eine große Akzeptanz ist in mir eingezogen:
Ich bin wie ich bin!
(ja genau zu dem Buch wollte ich noch was schreiben...vielleicht morgen ;-))

Donnerstag, 19. September 2013

Hamburg Teil 2

Weiter geht's mit Tag 3:

Immer wieder hatte ich gezittert, ob das Wetter für diesen Tag hält. Dauerregen war angesagt und als ich des morgens mal wieder die Aussicht genoss, sah es auch so aus.
ABER: Wenn Engel reisen...zum Schluß holte ich mir einen Sonnebrand auf der Nase :-)

In aller Frühe fuhr ich nochmal zum Hauptbahnhof und stieg mal wieder in einen Zug.
Weiter Richtung Ostsee.

Endlich, endlich mal wieder das weite Meer fühlen, riechen sehen.
In Scharbeutz (Nähe Timmendorfer Strand) lieh ich mir ein Radl und kurvte los. Hielt mal hier mal dort, stapfte durch den Sand, guckte nach oben, nach unten, ließ mir vom Wind die Haare zerzausen und genoss einfach das Sein...




Es war wirklich fast so menschenleer, wie man das hier sieht. Ein Traum!
Hier musste ich schon schmunzeln:
Ja vielleicht ist es der Strand meines Lebens, aber wohl viel eher ist er der Stand des Jahres! Für mich :-)
Weit draußen auf einem Steg klopfte ich mir selber auf die Schultern, denn nun war ich das erste Mal als Nichtraucherin am Meer (die lange Zugfahrt war herrlich, so ohne Suchtdruck!!) und ich hatte auf den Tag nun 1,5 Jahre Rauchfreiheit!


Irgendwann fand ich ein nettes Cafe mit einer Hundebar vorne dran (leider ohne Foto) außerdem sah es sehr alternativ und gemütlich aus (was ich ja sehr mag) und so gönnte ich mir noch einen Kaffee außer Haus.

Auch hier: Der einzigste Gast auf der tollen Terrasse.
Da wuchsen die Fische sogar im Baum:

Wieder Richtung Hamburg musste ich in Lübeck umsteigen und dacht mir so: Och das guckste Dir auch noch an, vor allem die St.Marien Kirche. Die drittgrößte Kirche Deutschlands.

 Hier das wunderschöne Stadttor:
Ich landete erst in St.Petri und dann in der St.Marienkirche und ich finde diese von außen alle sehr schön, aber von innen...naja. Da bin ich zu verwöhnt von den schnörkeligen und prunkvollen bayrischen Kirchen.
Aber es gab ein nettes Faltblatt auf dem zu lesen war:

Ein Augenblick der Ruhe
trotz des Trubels ringsum.
Ein Innehalten, ein Moment der Besinnung.
Über dir, himmehoch wölbt sich ein Raum,
zieht dich empor.
Dein Blick wandert, treifft auf ein Kreuz,
das nicht nur von dem Leiden des Einen,
sondern auch von den Grenzen
deines Lebens erzählt.
Sei nicht mutlos,
Licht bricht herein,
erleuchtet auch die Bilder der Zweifel, der Not,
strahlt hindurch in die Tiefe deines Herzens.
Eine Hoffnung, die den Tod überwindet.

Und hätten die zwei Ratschkattl (zwei plaudernde Damen) ihr Kaffekränzchen nicht vor dem Kerzenkranz gehalten, wär ich glücklicher gewesen.
Ich war eh schon leicht fußlahm und machte mich wieder in Richtung Hamburg. Aber, das nächste Mal wenn ich "da oben" bin, wird Lübeck länger besucht. Die kleinen Gassen und alten Gemäuer gefielen mir sehr!

Tja und abends ging es dann schon wieder los zum Koffer Rucksack packen.
Ja ich reiste mit meinem großen 65l-Rucksack, weil ich nur Trolleys mit normaler Grifflänge habe. Und ich weiß nicht, wie es anderen großen Menschen geht, aber da geht man schief, weil der Griff zu kurz ist.

Und sonst so:
Bei uns stehn die Kühe auf der Wiese,
da liegen sie am Boden:
Ja auch wenn das Kunstfell ist und ja ich esse auch Tiere, trotzdem fand ich das ein wenig gruslig.

Reiselektüre gabs natürlich auch, mit dem passenden Lesezeichen:
Mal wieder ein tolles Buch von der wunderbaren Louisa Francia. Wer sich mit dem Thema Geld/Energie beschäftigen will und noch dazu ein kleines Orakel braucht, dem sei es empfohlen.
Allen anderen auch ;-)

Was neues zu lesen fand ich auch, in einem kleinen Ramschladen:

Dann ging es auch schon wieder Richtung Süden.
Nochmal aus'm Fenster geguckt:


Die Heimreise war sehr kurzweilig. Mit mir im Abteil saß eine Frau aus Graz, die von ihrer 4-wöchigen Radreise nach Hause fuhr und natürlich tolle Sachen zu erzählen hatte! Beim Anblick ihres Minigepäcks (ein kleiner Rucksack und zwei Radtaschen) wurde mein großer Rucksack (für 4 Tage!!) vor Wut rot und ließ einen Träger reißen. Zum Glück musste ich nicht mehr weit laufen.

Fazit:


Woher kommt der Name des Stadtteils Altona?
.
.
.
.
.
von: (komm mir nicht) all zu nah.
 

Mittwoch, 18. September 2013

Hamburg

Endlich habe ich es geschafft:
Ich war in Hamburg! Lange geplant und noch viel länger gewünscht!

Los ging's am Freitag den 13.
In der Nacht wachte ich von Böllern und Raketen auf, sah einem kleinen Feierwerk zu und schlief selig weiter.
Welch ein Auftakt für meine kleine, feine Reise!
(klick ins Bild = größer)

Abfahrt:

Wer hochsensibel ist, sollte sich einen Platz hier reservieren:
Ein 6er Abteil mit Platz am Fenster in Fahrtrichtung.
Von den 6 Stunden Fahrtzeit hatte ich diesen Traumplatz über 3 Stunden für mich alleine. Herrlich :-)
Ankunft:
Alles lief reibungslos, meine Aufregung hielt sich in Grenzen, da mein Selbstvertrauen recht gut war: Irgendwie komm ich da schon durch.
Wenige Minuten später Ankunft in der Unterkunft.
Im 18.Stock. Jawoll. Man gönnt sich ja sonst nix:


Diese Aussicht....
genau, da links das ist die Außenalster und da marschierte ich auch gleich hin:

Hinsetzen, einatmen, Tränen kullern lassen vor Dankbarkeit und Freude, dass mir diese Reise endlich finanziell und psychisch überhaupt möglich ist!
Das tolle in der Fremde: Da is es mir scheißwurscht, was die anderen denken und so schniefte ich  vor mich hin :-)
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Essen einkaufen, Wohnung einleben und die Badewanne genießen! Ein Traum! (Ich hab ja keine).
Geschlafen wie ein Bär.

Tag 1:
Diesmal ein Blind-date mit einer Frau! Mit einer Bloggerfrau! :-) Rostkopp live und in Farbe! Hat mich sehr gefreut und die Zeit mit ihr hat auch sehr viel Spaß gemacht! Danke nochmal *rüberwink*.
Wir waren an den Landungsbrücken
und fuhren die Elbe rauf und runter, gingen spazieren und genossen Franzbrötchen! Perfekt!
Nachmittags nochmal an die Alster:
Auch wenn es duster aussieht, ich wurde nie naß und mein Schirm blieb immer in der Tasche. Ich ging da ein wenig spazieren und ärgere mich noch heute, dass ich die spontan angebotene Führung im islamischen Zentrum und der blauen Moschee nicht angenommen habe. Man bereut selten das was man getan hat, sondern eher das, was man NICHT getan hat. Find ich.
Bin dann noch ein wenig herum geschlendert, an den ganzen Villen vorbei und mal rechts und mal links. Bis mir die Füße wehtaten und ich nach der nächsten Bushaltestelle Ausschau hielt. Und wer steht da?
Eine junge Frau in bayrischer Tracht. Tztztz...Da ich mich nicht wieder ärgern wollte, weil ich etwas NICHT tat, sprach ich sie kurzerhand an und wir hatten sehr viel Spaß zusammen. Stolz verkündete sie mir, dass sie jetzt aufs Oktoberfest fahre! (das gibts dort auf einem Parkdeck 4 Wochen lang!!)
Ne, was hab ich gelacht. Bin ich mal weit weg von München, läuft mir die Wies'n übern Weg...
Aufm Heimweg eine Jacke gegönnt: (wird glaub ich so ein Liebhaberstück)
Später  die Kunst des Zen geübt:
Diese minimalistische Wohnung hatte es mir angetan! Ein Traum! Ich liebe ja schon immer freie Flächen und klare Formen, aber selbst dass die Bettwäsche kein Muster hatte, gefiel meinen Nerven ungemein gut.
Da konnte ich mal ausprobieren, wie es ist, mit wirklich wenig zu leben. Und WIE gut mir das tat! Habe mich zuhause ja nie getraut. Immer lauerte die Angst: Brauchste noch oder: wirkt ungemütlich.
Nun habe ich den Schalter gefunden. Es wird sich einiges verändern bei mir und in meinem Umfeld.
Dazwischen immer wieder das Wetter beobachtet:


Abends wieder in die Wanne, lautstark meine Lieblingssongs mitgesungen:



danach lecker gekocht und gegessen, getanzt, mich rundum wohl gefühlt, gefreut, gelesen, mit bestfriend telefoniert und glücklich eingeschlafen...

Tag 2:

Davon gibt es keine Fotos.
Ich traf eine Seelenfreundin, die ich fast auf den Tag genau vor 6 Jahren, auch auf einer Reise (in die Klinik) kennenlernte. Dort waren wir für 6 Wochen. Viel Freude, viel erzählen, ein Gefühl, als wären wir jeden Tag zusammen. Ganz toll!
Wir schlenderten durch die Speicherstadt und gingen dann rüber zum "Michel". Und manche Dinge muss man nicht planen (ich wollte mich sowieso mehr treiben lassen und schauen was mir das Leben so präsentiert, also schenkt.)
Da hörten wir, dass in wenigen Minuten die Mittagsandacht statt findet. Ein Blick zur Freundin: Alles klar, machen wir mit.
Entspannen, schauen, der Orgelmusik lauschen, der Andacht lauschen, ein Lächeln, alles so passend. Thema war die immer größere Vereinzelung in den Städten, immer mehr Singlewohnungen, alt und junge. Es war nicht anklagend, es regte einfach ein wenig zum nachdenken an. Der Pastor brachte die Beispiele vom verlorenen Sohn und dem verlorenen Schaf. Dann wieder ein Musikstück von Bach. Es tat gut, in all der Hektik und dem Gewusel ein wenig Besinnung zu finden.

Nachmittags gönnte ich mir eine Stadtrundfahrt mit dem roten Doppeldecker. Natürlich saß ich oben in der ersten Reihe. Man könnte auch sagen: Ich sah Hamburg fast nur von oben :-)
Ich fand solche Touristenangebote ja immer was für Seniorengruppen und/oder spießig. Weit gefehlt! Es war sehr interessant und wirklich unterhaltsam.
Ich kam auch hier immer wieder mit anderen Reisenden ins Gespräch, was ich sehr genoß.

Abends, wieder im gemütlichen Sessel und dem Wolkentreiben zusehend, wollte ich ein wenig Radio lauschen.
Da kam ich auf eine Sendung: Verlassene Eltern. Oh wie passend.
Noch vor wenigen Monaten hätte mich das Thema zu sehr aufgewühlt, ich hätte die Kommentare von den Müttern nicht ausgehalten. Jetzt konnte ich mit emotionalem Abstand zuhören, vor allem was der Psychologe dazu sagte.
Es tat mir gut und ich weiß, dass für mich der Kontaktabbruch wirklich lebensnot-wendig war.
Jetzt erlebe ich viel weniger Not. Viel weniger Leid. Ich habe es abgewandt. Ich bin weniger im Groll. Es ist einfach so, wie es ist.
Ich verstehe alles immer mehr und besser. Sehe auch die Lage meiner Eltern.

Morgen gehts weiter mit Tag 3 und Abfahrt.

Mittwoch, 11. September 2013

Glücksstücke

Glücksstück 1:

Geiles Lied:


jaja die ältere Generation biegts wahrscheinlich grad die Zehennägel nach oben weil die sagen:
Verschandelt doch das Original nicht so:


Glücksstück 2:
Ich kam durch tolle Umstände an eine Hütte für Weihnachten!
Wie geil ist DAS denn!!!
Eine ganze Holzhütte (2 Zimmer, Küche, Bad) nur für mich!
OHNE direkten Nachbarn.
Ich kann so oft um die Hütte gehen, wie es mir taugt!
So laut sein, wie ich mag!
Und keine nervenden Leute um mich (wie das die letzten Tage mal wieder extrem hier war).

Sie liegt in der Ebene (vor einer Almhütte hab ich immer zurück geschreckt, weil ich ja die Lebensmittel auch hoch bekommen muss und ohne Auto...)
UND sie hat eine einfach zu bedienende Heizung (2. Punkt bei der Almhütte: Kamin oder Holzfeuer machen, da erfrier ich, ich kann das nicht!)
und sie liegt als letztes Haus in einer Straße und dann kommt nur: Wald, Feld und Berge!

Es ist September und ich freu mich wie blöd auf Weihnachten ;-)

Glücksstück 3:
Es naht das Wochenende!
Es naht mein Hamburgurlaub!
Alter Schwede, da freu ich mich noch viel mehr drauf!

Dienstag, 10. September 2013

Unruhe und so

Ich bin sehr angespannt, unruhig, konfus.
1000 Gedanken rasen durch mein Hirn.
Was ich noch müsste.
Müssen müsst ich immer alles mögliche.
Aber MUSS ich das wirklich? Oder meine ich das nur.
Eher wohl letzteres.
Für jetzt, hier und heute ist gesorgt.
Die Miete ist bezahlt, ich habe zu Essen, das Dach ist dicht...
alles ist gut.
Einatmen. Ausatmen.

So viele Möglichkeiten gibt es.
Gäbe es.
Ich fühle mich verloren, wie in einem Labyrinth.
Wo will ich hin?
Was will ich?
Was ist mir wichtig?
Und wenn mir das klar ist, danach handeln.

Ja das steht an.
Das spüre ich.
Und ich flüchte. Verliere mich in kleinsten Details.
Mache Dinge zu 150% wo auch 80 oder gar 50 Prozent reichen würden. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig, was unwichtig ist.

Pause!
Einfachheit!
Ruhe!
Noch mehr denn je, will und brauche ich das.
Schon mal ein Anfang.
Aber um mich herum zieht und zerrt alles Mögliche an meiner Aufmerksamkeit.
Da ein Bild! Da eine Idee! Da noch etwas was ich aufschreiben muss!

Alles ist gut.
Für heute muss ich nichts mehr machen.
Vor allem nicht zwanghaft alles mögliche kontrollieren.
Ich mache die Musik an, bewege mich dazu barfuss, das tut gut. Bringt mich vom Kopf in den Körper.

Später schaue ich dem Regen zu.
Ohne Musik. Ohne Pc. In aller Stille.
Welch ein Segen!!!

Sonntag, 8. September 2013

Lektionen im Los-lassen



Ich bin 12 Jahre alt und trage eine feste Spange mit einem Gesichtsbogen, den ich hauptsächlich nachts getragen habe.
Eines morgens will ich den Metallbügel aus der Spange lösen. Doch er sitzt fest. Wie einbetoniert. Ich spüre Panik in mir aufsteigen. Ich lasse den Bügel los und „pling“ fällt er von alleine heraus.

Ich bin 27 Jahre alt und schon seit einigen Monaten arbeitslos. Und ziemlich gefrustet weil all meine Bemühungen nicht fruchten. Irgendwann lasse ich los, in Form von Resignation: Mir doch wurscht, dann bleib ich eben Hartz4-Empfänger..ect.
Am nächsten Tag sehe ich meinen Traumjob, bewerbe mich doch noch einmal und...werde genommen.

Mein größter Loslass-Trainer war der Pflegehund. Lange hatte ich große Ängste wenn ich ihn von der Leine ließ. Oh Gott der haut ab, ich rufe und er kommt nicht und zig Menschen amüsieren sich darüber, ich werd angeblafft, weil ich den Hund frei laufen lasse usw. Anfangs zischte er auch ab. Er spürte meine Anspannung und wollte da weg (sehr verständlich), irgendwann tat ich einfach so, als ob ich ihm vertrauen würde, dass er schon wieder kommt oder hatte ihn an eine imaginäre Leine gelegt und siehe da, er blieb immer in meiner Nähe.

Samstag, 7. September 2013

Ich will nicht!

Mir fiel erst im Nachhinein ein, dass in der letzten Therstunde etwas Neues passiert ist:
Wir kamen auf das Thema Wohnung und das ich mich hier nicht mehr wohl fühle. Die neu gebauten Häuser sind nun fast fertig, der Baulärm ist weg, aber anderer neuer Lärm kam hinzu. Nämlich, dass alle Geräusche nun in diesem "Trichter" natürlich lauter sind.
Und irgendwie wehre ich mich gegen das Thema Umzug.
Ich wehrte mich mit dem Satz: Ich kann nicht.
Gegenfrage: "Was können Sie nicht?"
Hmmm, da überlegte ich, denn ich bin ja schon sooft umgezogen, ich weiß wie das funktioniert. Gut ich bin nicht mehr so leichtfüßig, neue Ängste haben sich eingeschlichen, die ich früher nicht hatte, aber....
da fiel es mir ein:
ICH WILL NICHT!
Ich hab kein Bock auf Wohnungssuche, alles neu einrichten (auch wenn das Spaß macht), alles umändern, ach überhaupt hier mal ne Bude bekommen!!!
Ich hätte bitte gern mit einem "Klimbim" eine neue ruhige Wohnung mit Balkon und Blick ins Grüne.
Aber egal, darum ging es gar nicht so sehr...sondern: Dass ich ihr das einfach sagte:
Ich will nicht. Ohne Drumrumreden, ohne Entschuldigung (hä? für wasn?) oder mit schlechtem Gewissen...
Und sie das auch so stehen lassen konnte.
Ich hab fast noch nie oder sehr selten, gesagt, dass ich nicht will.
Wenn dann nur mit Erklärung: geht nicht, kann nicht...usw.
teilweise auch Lügen und Ausreden.
Und WENN ich es mal sagte, ja da kam aber ordentlich Gegenwind:
Dann lass es, brauchst aber später nicht angekrochen kommen, das muss man aber tun, wie soll das gehn...usw.

Ja natürlich muss ich mich irgendwann drum kümmern, was es für Konsequenzen hat, wenn ich dem Chef sage: Will ich nicht :-)
Aber ich will jetzt erstmal bei dem Satz und dem Gefühl bleiben:
Ich will nicht. Punkt.
Und ich merke: Ich will ganz viel nicht.
Es fühlt sich leicht an, mir das mal zu erlauben!
Es fühlt sich gut an!
Ich hatte ja nie was zu wollen oder nicht zu wollen.
Das stand nie zur Debatte. NIE!

Damit werde ich mich heute noch ein wenig beschäftigen.

Davor las ich noch kurz in den Notizen, als ich vor fast 4 Jahren in der Tagesklinik war.
ERSCHRECKEND was ich da versuchte alles zu machen und zu meistern und zu tun!!!
Ich will das gar nicht aufzählen.
Jetzt verstehe ich mich besser, warum ich so ko war.
Jetzt verstehe ich meine Therapeutin, die das ja schon viel eher von außen sah und mich bremste und ich die Welt nicht mehr verstand ;-)
2 Vorfälle mit meiner Family hatte ich auch aufgeschrieben.
Ebenso erschreckend, dass ich es so lange zu ließ, mich so mies von der eigenen Familie behandeln zu lassen.
Hat mich wieder wachgerüttelt.

Donnerstag, 5. September 2013

Therapie

Ja wie war sie denn...die Therapie...hm...naja...ganz nett.
Immer noch erschreckend: Immer noch, nach fast 3 Jahren (inkl. Tagesklinik mit ihr), die Alpträume und die Schlaflosigkeit in der Nacht vor dem Termin.
Gruselig. Erschreckend. Nervig.
Zeigt aber auch nur mein zutiefst sitzendes Mißtrauen gegen besseres kennen, Nähe und all der Scheiß. Ja.

Die letzten 9 genehmigten Stunden brechen an.
Der Gutachter ließ ja schon Anklingen, dass, da ich Härtefall sei, ausnahmsweise eine weitere Genehmigung von nochmal 25 Std. möglich wäre.
Jetzt darf ich mir in den nächsten 14 Tagen überlegen, ob wir einen Antrag losschicken.
Pro/Contra. Im Moment bin ich mehr auf Contra gebürstet, wegen oben genanntem Grund: Nähe! Dieses Scheußsal.
Sollte es wirklich nochmal brennen und ich ihre Hilfe brauchen, könnte ich immer noch 1x im Monat kommen, was dann als psychosomatische Behandlung abgerechnet würde.
Klar könnten wir jetzt erst mal beantragen, schauen was geht und dann muss man ja nicht die Stunden nehmen. Der Verfall kostet und schadet ja nix.

Ansonsten kaue ich weiter auf dem Thema Akzeptanz und *Ich bin wie ich bin*.
Heute so beim nach hause radeln gedacht: Ich brauchte so viel Kraft und Energie in meiner Kindheit/Jugendzeit und dann hatte ich so kräftezehrende Jobs, da ist einfach nur noch Leere und Erschöpfung. Ich kann nicht mehr.
Mein Kontingent... mein Topf ist alle. 
Teilweise schaff ich es kaum den Deckel vom Container für Papier/Plastik zu heben.
Da freut man sich auf's Alter!

Aber ich akzeptiere es mehr.
Ja so ist es und das was ich kann, mache ich und träume mich nicht in ferne Zeiten, wo es mir mal wieder besser geht und was ich dann alles machen kann.
Das erzeugt Frust.
Im Hier und Jetzt bleiben und Kräfte sparend leben.

Und der Realität Hallo sagen.

Mittwoch, 4. September 2013

Gedankliche Wanderung

Wenn ich schon nicht körperlich Berge erklimmen kann,
tu ich es halt geistig.
Und als ich da auf so einer hübschen, weichen Wiese saß, um mich herum nur weite Felder, hinter mir ein kleiner Mischwald, da dacht ich so:
Wenn die Gedanken wandern wollen,
braucht es Weite und keine engen Räume.
(vor allem auch, weil zuhause, mal wieder der übereifrige Hausmeister mit dem Rasenmäher herum rauscht).

Ansonsten geht es mir wieder gut.
So richtig gut.
So ganz erdig fühl ich mich.
So gut geerdet.
So, alles ist gut.
Ich bin mit mir im Reinen.
Ich ließ mich in meinem Tempo sein und stelle immer mehr fest, dass mein Tempo ein sehr langsames ist.
Jetzt ist das in unserer westlichen Zivilisation nicht gerade das gern gesehenste, wenn der Fahrer vor einem dahin kriecht, man sich Zeit lässt beim Geld raus suchen und beim gemütlichen schlendern in der Einkaufspassage.
Da meint man schon, dass Langsamkeit ja so richtig pfui sein muss!
Den "Langsamen" passieren aber weniger Fehler.
Sie arbeiten genauer.
Sie nehmen Dinge am Wegesrand (auch metaphorisch gesehen) wahr.
Sie sind entspannter, gemütlicher und gelassener, haben auch für ein kleines Geplauder noch Zeit.
Ein Hoch auf die Menschlichkeit.

Ich habe auch festgestellt, dass ich auch gern in Gesprächen gern mehr Langsamkeit hätte. Aber ohweh undenkbar! Sag mal nix, da wirste gleich zugequasselt oder es wird nervös nachgefragt, ob man da jetzt nix zu sagen hätte oder alles verstanden hätte oder am schlimmsten das Gesagte wird nochmal wiederholt!!!
Wenn ich etwas höre vom anderen, hätt ich immer gern eine Pause, um das Gesagte sacken zu lassen. Denn ich höre nicht nur mit 2 Ohren, sondern mit 4!
http://www.vier-ohren-modell.de/
Wenn ich mit all diesen 4 Modellen gleichzeitig höre, braucht es erstmal eine a) Verarbeitungszeit und b) eine Zeit um heraus zu finden auf welches Modell ich antworte und mit was! Dabei wollen ja auch noch die Konsequenzen bedacht werden und schon läuft mein Hirn auf Hochtouren.
 Vor allem schau ich dem Gegenüber auch nicht gern in die Augen, wenn ich rede, weil das nochmal ein visueller Reiz ist, das ist mir das erste Mal in der Therapie aufgefallen!
Wenn dann noch ein lautes Radio im Hintergrund dudelt, ich schauen muss, dass ich noch die Bahn erwische oder mich das Gesagte irgendwie emotional trifft (mir das z.B. peinlich ist) ist es aus. Rotes Licht! Pause! Ich muss mich erst sortieren.
Das sieht beim Gegenüber aus, als hätte ich ne "lange Leitung" weil ich grübelnd vor mich hinstarre (nicht immer).
Dabei ist es ganz anders, es rauschen nur viel mehr bits und byts durch die eine, ganz normale, Leitung.
Da gibt es schon mal eine Überlastung.

Der ich am besten die wilde, freie, menschenleere Natur entgegen setze.
Um mich zu erholen.

Dienstag, 3. September 2013

Geht - geht nicht

Bevor ich heute fast in ein tiefes Loch gefallen wäre,
fiel mir die Aussage einer Frau aus der ehemaligen Angstgruppe ein:
In ganz schweren depressiven Phasen, hab ich einen Schritt nach dem anderen gemacht:
Jetzt duschen, dann wieder Pause, dann was essen.
Und mir bewusst gemacht, was ich trotz allem schaffe.
Gut, ich bin derzeit nicht depressiv, aber meine körperliche Kraftlosigkeit macht mir mal wieder zu schaffen.
Und bevor ich mich heulend dem Elend ergebe:
Ich habe bestfriend-Kino, Mann-Date und Sohn von Wanderfreundin-wandern, abgesagt *heul*,
hab ich mir also überlegt, was GEHT:

Mir erlauben
- zu essen worauf ich Lust habe. Und das ist fast jeden Nachmittag eine warme Süßspeise.
- so viel schlafen wie es eben gut tut.
- Termin beim Doc ausgemacht.
- Arbeitsstunden verringert.
- Unperfekt die Tierbetreuung erledigt (keine Sorge, denen gehts gut und haben alles).
- mich nicht ins Loch fallen lassen.

Und ich freu mich sehr, auf die Therapie am Donnerstag nach der langen Sommerpause.
So und jetzt ruft der warme Apfelstrudel...njam!

Sonntag, 1. September 2013

Streng geheim!

Was macht eine hochsensible Person am Samstagabend?
Genau: Im Bett liegen und sich grämen, dass jetzt kein Theater, Kino, Bar ect.  geht.

Hmmmm, dacht ich so...schlafen kann ich auch nicht...lesen auch nicht...aber was auf die Ohren, das wär jetzt entspannend.
Also drehte ich an meinem Radiowecker...knippste von UKW auf LW um und hatte einen Volltreffer:
Ein Zusammenschnitt des Passauer Eulenspiegel-Festivals mit  hochkarätigen Kabarettisten.
Jetzt hatte ich das was ich wollte, nur ohne 1000 Menschen um mich, ohne Lärm, ohne Hitze, ohne noch spät nach Hause fahren müssen.
Gemütlich kuschelte ich mich ein, sah den vorbeiziehenden Wolken nach, schmunzelte bei dem Gehörten und war glücklich.

Heimatgefühle kamen auf...der bayrische Dialekt, gemischt mit dem trockenen Humor...ich liebe es...
Einer meinte:
Ihn interessiere diese ganze Geheimdienstgeschichte aus Amerika gar nicht...sein Passwort laute: Oachkatzlschwoaf...und bitte, da kommt doch kein Ami drauf!
Irgendwann schlief ich selig ein und wachte nach über 8 Std. Schlaf auch sehr erholt wieder auf.
Frühstückte in aller Stille, wollte nur kurz meine Mails checken, um dann die Kiste wieder auszumachen...da fuhr mir das Herz in die Hose.
Bis ich realisierte, dass es eine gefälschte Mail war.
Zu lesen, dass ich irgendwas über 600,-€ bestellt hätte,(und das nicht stimmt) ist jetzt nicht das, was ich Sonntagmorgens lesen will.
Sofort beim Anbieter gemeldet und alle wichtigen Passwörter gleich geändert...
und nein, es ist nicht das oben genannte :-)
So schnell kann's gehen....