Donnerstag, 4. Juli 2013

Sei nicht nett,

Sei nicht nett, sei echt!
lautet ein Buchtitel.
Ich kenne das Buch nicht, aber der Titel passt gerade so gut zu mir.

In sehr jungen Jahren musste ich mir angewöhnen, so zu denken, zu handeln und zu fühlen wie es für die Umgebung, sprich hauptsächlich meiner Familie, richtig und angenehm war.
Eigenes denken, handeln und fühlen war strikt verboten.
Menschen die das tun, kann man schwer manipulieren.
Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben.

Die Vergangenheit kann ich nicht ändern.
Meine Zukunft kann ich sehr wohl gestalten.
Und das werde ich tun. Ich bin schon mittendrin.
All die Verbote fliegen aus meinem Hirn, meinem Herz und meinen Händen.
Das ist manchmal recht zäh. Wie ein voll gestellter Keller, hat man eine Ecke aufgeräumt, da zeigt sich schon die nächste.
Man schwitzt, man flucht, man heult...aber in den Pausen, wenn man sich ein wenig umschaut, fühlt es sich gut an. Und leicht. Und frei.

Ich erlaube mir, so zu denken, zu handeln und zu fühlen, wie es sich für mich richtig anfühlt!
Ich zeige mich so, wie ich bin: mal verwirrt, mal geschockt, mal gelangweilt. Mal lustig, mal erfreut, mal erleichtert.
Ich habe weder die Lust noch die Kraft mich weiter zu verstellen, damit es meiner Umgebung gut geht.
Sich zu verstellen und etwas anderes vorzugeben als man ist, ist Heuchelei.

Ich sage öfter meine Meinung.
Ich verzichte auch mal auf Höflichkeit.
Ich ducke mich nicht mehr gleich weg, wenn mir jemand entgegen kommt.
Ich reagiere spontan. Ohne das innere Raster anzuwerfen, durch das ich immer all die Gedanken, Gefühle und Handlungenlaufen ließ, bevor ich sie dachte, fühlte und tat.
Dadurch wird enorm viel Kraft frei.
Ich atme auf.
Ich akzeptiere meine Unperfektion.
Ich ecke an und werde trotzdem gemocht.
Ich erfülle nicht mehr ungefragt und prompt (meist vermeintliche) Erwartungen der anderen.
Ich bin offener. Darauf reagiert meine Umgebung. Ich werde eingeladen. Ich verbringe schöne und entspannte Stunden mit Menschen.
Ich bin danach nicht mehr so völlig ko.

Meine Maske lasse ich fallen. Natürlich nicht immer und überall. Es geht natürlich auch hier um die Mitte.
Ich werde echter und lebendiger.
Manchmal schleicht noch eine kleine Angst um mich herum: Was passiert, wenn ich mich so zeige wie ich bin. Ob ich wieder ausgestoßen werde. Ausgelacht und gedemütigt. Ob dann um mich herum nicht alles einstürzt, wenn ich mich nicht mehr so intensiv um andere kümmere.
Diese Angst wird kleiner.
Mein Selbstwertgefühl und
meine Selbstsicherheit werden größer.

So
macht
das
Leben
Spaß!

Kommentare:

  1. Das liest sich richtig gut ;o)
    Du hast echt viel geschafft, echt toll!

    Ganz liebe Grüße
    anja und die sterne

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  2. Dankeschön ;-)
    Ich glaub ohne Erfolgserlebnisse (und seien sie auch noch so klein) hätt ich auch nicht die Motivation gehabt, weiter an mir zu arbeiten.

    Auch ganz liebe Grüße an Euch und ein schönes Wochenende!

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  3. Ja, richtig froh wird einem beim Lesen...wunderbar und schön...möcht' fast sagen (und tu's): ich gratuliere von Herzen zu diesem Zustand sowie Text!
    Liebe Grüsse,
    Jan

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  4. oh, und da fällt mir ein: heisst der Autor zufällig Thomas D'Ansembourg?

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  5. Merci liebe Jan ;-)
    Ne is von Kelly bryson

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