Freitag, 26. Juli 2013

Es in der Hand haben...?!

Gestern in der Therapie war auch *Gute Zeiten-schlechte Zeiten* Thema (nein nicht die Serie).
Derzeit habe ich eine sehr gute Zeit. Und habe Angst, ein Mißtrauen, ja ein regelrechtes lauern:
Wann kommt die nächste Krise? Der nächste Absturz?

Deswegen will ich so viel wie möglich machen...die gute Zeit nutzen...weiter unterwegs sein...Dinge tun, die sonst nicht möglich sind....nur ja nix verpassen.
Wir kamen drauf,
dass ich kein Vertrauen in mich habe. Dass selbst wenn mal wieder eine schlechte Zeit kommt, diese auch wieder vorbei gehen kann, ich das schaffe, da auch wieder heraus zu kommen.

Vor der Tagesklinik hatte ich den Eindruck, dass mich schlechte Phasen (mit Depri, Angst) grundlos überfallen.
ES kam einfach und ging auch wieder....irgendwann...ohne erkennbaren Grund.
In den letzten 2 Jahren durfte ich mithilfe meiner guten Therapeutin die Zusammenhänge erkennen: wann es mir schlechter und wieder besser ging.
Dass ich da auch Einfluss darauf habe!!!
Ich habe so viel gelernt, wie ich mit mir, meinen Gefühlen und Grenzen und auch mit Krisen umgehen kann...und ja nicht nur gelernt, ich habe es auch schon ganz praktisch umgesetzt!
Mit Erfolg!

Die Thera hat mir das gestern nochmal deutlich gezeigt, Beispiele genannt und ein wenig darauf gedrängt mir das immer wieder bewusst zu machen...

Ein Merkmal von Trauma ist ja auch diese Hilflosigkeit, es geschieht etwas und man kann weder fliehen noch kämpfen.
Oft erstarrt man, hält aus, dissoziiert...ums reine Überleben.
Genauso hielt ich schlechte Phasen nur aus. Fühlte mich handlungsunfähig. Ging zum Psychiater, schmiß ihm mein Elend vor die Füße und schrie: "Hilf mir!!! Tu was!!!"

Inzwischen ist es so, dass ich auch meinen Teil dazu tue. Ich bin handlungsfähiger geworden. Das lässt mich auch lebensfähiger sein.
Und noch brauche ich ein wenig Hand und Seil vom Psychiater.
Das ist in Ordnung.

(mir fällt auch gerade ein, dass in meiner Familie immer die Schuld bei den anderen gesucht wurde, wenn es einem selbst schlechter ging, sagte keiner:dazu muss ICH das und jenes tun, damit es mir auch wieder besser geht....
is eben auch einfacher mit dem Finger auf andere zeigen und zu jammern: aber der hat mir aua gemacht!)

Kommentare:

  1. Das mit der Handlungsfähigkeit liest sich nicht nur toll - ich kann es richtig fühlen, wie Du die Macht über Dich und Dein Leben nochmal neu in die Hände nimmst und nun noch bewusster damit umgehst.

    Liebe Grüsse
    Maja (der es furchtbar warm ist)

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  2. Ja es fühlt sich nicht mehr so, als ob Depri und Co sich einfach über mich stülpen...auch wennd as Thema noch nach gärt und ich das noch gar nicht recht glauben kann, dass ich da viel mehr Einfluß habe, als mir klar ist...aber es macht Spaß..definitiv..SO zu leben :-)
    WARM? Ich würd sagn: SAUHEIß und es soo bis nächsten Sonntag erstmal so bleiben...
    Naja ...:-)
    dann mal: coole Grüße

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