Freitag, 28. Juni 2013

Ich lebe!

Nicht, dass ich des Todes nahe gewesen wäre...
also bewußt weiß ich nix davon, aber wer weiß schon, wie oft wir schon in Lebensgefahr waren...ohne es zu wissen!

Nein...ich lebe zurzeit....ich lebe entspannt...ich lebe einfach so...
Das ganze Gedankenkarusell hält die Klappe.
Das Raster durch das ich immer erst jede Bewegung, jeden Kommentar und jede Gefühlsregung laufen lasse, ist im Urlaub.
Ich erkunde meine Welt,
ich probiere neue Dinge aus,
ich halte währenddessen gut den Kontakt zu mir nach innen,
ich knüpfe auch neue Kontakte nach außen,
ich genieße,
ich lache,
ohne inneren Saboteur,
ohne inneren Kritiker,
ohne inneren Antreiber...

Eigentlich wäre ich ja diese Woche bei dem Bergwaldprojekt gewesen.
Keine Sekunde habe ich es bereut, daheim geblieben zu sein!
Von 6 Tagen hat es an 4 fast ständig geregnet...
da wär meine Almromantik mit Lagerfeuer aber schnell ins Wasser gefallen.

Alles ist gut...

Mittwoch, 26. Juni 2013

Was heißes...

 Heute mal wieder was für die Ohren:
Klingt herrlich abgefahren, find ich und ich find es auch spannend, die Musiker zu beobachten, irgendwie sind alle sehr authentisch...



Und sonst so?
Bei der Tafel heute:
 ich plaudere mit einer alleinerziehenden Mutter.
Sie erzählt, dass ihre kleine Tochter bald ins Landschulheim fährt, aber eigentlich gar nicht will.
Sie erzählt auch, in einem lustigen-fröhlichen Plauderton, WIE es da zugeht..u.a. dürfen die Kinder nicht selbst entscheiden, ob sie viel oder weniger Essen wollen.
Jeder bekommt dieselbe Portion (riesige!) und wehe es wird was weggeschmissen.
Einigen wurde daraufhin schlecht (logisch) was die Herbergsleuten zu übelsten Schimpftiraden anstachelte.
Der Balkon darf nicht betreten werden...wegen
EINSTURZGEFAHR!
Das alles wisse sie von ihrer ersten Tochter.

Ich hatte schon Gänsehaut bis unters Haar, meine Kinnlade fiel immer weiter runter, ziemlich entsetzt fragte ich sie dann endlich...ganz ernst und ganz langsam...ob sie wirklich ihr Kind da hinschicken wolle????
Noch dazu, dass sich das Kind schon mit Händen und Füßen sträubt!!!
Da überlegte sie...und schwieg nachdenklich.
Un-glaub-lich.
Das ist eben das, was auch Alice Miller immer wieder schrieb: Solch seelischen Grausamkeiten sind einfach schon viel zu normal in unserem Alltag.

"Und sonst so" Teil 2:

Heute kam Post von der Rentenversicherung.
Verlängerung der EU-Rente bis Dez. 2014.
Wie immer: Eine Achterbahn der Gefühle.
So ganz realisiert hab ich es noch nicht, sondern gehe mal wieder meinem Hobby nach: Extreme-Ablenkung deluxe.

Dienstag, 25. Juni 2013

Neue Erfahrungen

Und wenn man keinen Bock zum Kochen hat,

bestellt man sich halt

einen Nacktkoch :-)

Mit einem Schuss Verrücktheit kann das Leben auch Spaß machen!

Sonntag, 23. Juni 2013

Fünf auf einen Streich

Lesezeit ist doch irgendwie immer...
Im Frühjahr auf dem Balkon mit dem ersten Eis,
im Sommer am See mit dem zweiten Eis :-)
im Herbst auch mal im Park, die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen,
und im Winter natürlich auf der Couch mit Kerze und Tee.

Deswegen verschenk ich nun 5 Bücher.
Und hier sind sie, mit einer kleinen Vorstellung:

- 1. Wunschgeflüster von Melina Gerosa Bellows
Leichter Roman, in dem das Leben von Bella gezeigt wird. Erst als Kind, dann als Teenager und als erwachsene Frau. Bella nutzt jede Gelegenheit um ihre Wünsche in die Welt hinauszuflüstern...denn es gibt doch so viele Gelegenheiten dazu: Bei einer Sternschnuppe, wenn man eine ausgefallene Wimper wegpustet...
Ihr größter Wunsch ist immer: Ihren Zwillingsbruder von seinem Autismus zu befreien...

- 2. Frauenblicke, herausgegeben von Gabriele Hartlieb
Bekannte und unbekannte Autorinnen schreiben über Träume, Hoffnungen  und Wirklichkeit, werfen mal prüfende, mal verzauberte Blicke auf das Leben aus neuen und alten Perspektiven.

- 3. Joseph Beuys von Heiner Stachelhaus
Wer war J. Beuys? Scharlatan? Guru? Magier? Künstler?
Jedenfalls ein Mann der die Dimensionen herkömmlicher Kunst rigoros sprengte.
Heiner Stachelhaus (der den Mann persönlich kannte) ist dem Rätsel J.Beuys nachgegangen. Ein Buch mit bisher unveröffentlichten Dokumenten und Fotos regen zum Nachdenken über ein außerordentlich komplexes Lebenswerk an.

- 4. Der neue Nomade von E.W.Heine
Wir sind auf dem besten Weg zurück in die Steinzeit, meint der Autor. Egal ob es um Fernsehkonsum, Freizeitverhalten, Bauvorhaben oder Herzverpflanzungen geht: amüsant wird der Zerfall unserer Zivilisation auf die Schippe genommen.

-5. Vogelfrei Das abenteuerliche Leben des Will-Frieden Sabelus-Frach
Willi erzählt seine persönliche Geschichte, ein Leben zwischen Ost und West, als Kellner und Frauenheld, als Christ und kommunist, als politischer Gefangener und nun als glücklicher Bergbauer in Kärnten.
Wer ist er?
Der letzte kiffende Hippie? Ein Grenzgänger? Ein Hochstapler? Ganz sicher ist er kein Langeweiler und auch kein Alltagscharakter!

Wer eines der Bücher haben will, schreibe bis Dienstag den 25.Juni 20 Uhr einen Kommentar mit der Wunschnummer. Melden sich mehr Leute für ein Buch, entscheidet das Los.
Und nun: Los ;-)

Samstag, 22. Juni 2013

Heute

Heute:
- wunderbar lange geschlafen...

- einen langen und langsamen Spaziergang unter bewölktem Himmel und mit kühler, feuchter Luft genossen. Zum Teil barfuß. Um mich nur Wiesen und ein paar Bäume, 2 Rehe, ein Hase, nur 1 Mensch mit 2 Hunden.
Wieder bewußt im Hier und Jetzt angekommen. Mich gut geerdet. Wieder ruhiger. Weniger überreizt. Ich spür halt, dass meine Vorfahren aus dem nördlicheren Europa komme.

- gemerkt, dass ich in Phase 2 zum Thema "Selbstbehauptung" angekommen bin.
Früher schreckte ich bei jedem Nein eines Gegenübers zurück.
Früher ließ ich mich sofort auf den erstbesten Vorschlag ein.
Heute verhandle ich mehr, versuche meine Wünsche durchzusetzen.
Meist trifft man sich eh in der Mitte, so dass es für beide Seiten paßt.
Fühlt sich gut, stark und erwachsen an.

- Was ich in meiner Familie wirklich gut gelernt habe, ist eine Situation blitzschnell zu erfassen. Das war quasi lebenswichtig:
Wie ist Pa drauf, kann ich ihn was fragen? Hat Ma was getrunken, muss ich aufpassen, damit wir den letzten Bus noch erwischen?
Wo ist die nächste Telefonzelle, wenn Papa mich mal wieder nicht abholen kann?
Meine Umgebung und Mitmenschen wurden permanent gescannt.
Heute ist das natürlich nicht mehr so notwendig, aber ich hab das so drauf, dass es automatisch abläuft. Das kostet sehr viel Kraft.
Ich habe aber auch schon erfahren, dass ich mich sogar besser wehren/bei mir bleiben kann, wenn ich entspannt bin und nicht immer alles um mich herum erfasse und kontrolliere.
Deswegen übe ich immer mehr, mich auch draußen und unterwegs zu entspannen.
Mit dem Vertrauen, dass wenn es nötig werden sollte, ich schon auf Zack bin!

Andere Menschen sind da natürlich nicht immer so fit drauf und derzeit hab ich eh wenig Geduld und wenn da einer erst ne Minute blöd gucken muss, wo da jetzt der Ausgang ist oder wie der Automat funktioniert, was ich in 10 Sekunden gesehen/erfasst habe, könnt ich ausrasten.
Oder wenn jemand eine Metapher nicht checkt oder was man so mit Ironie/Körpersprache/zwischen den Zeilen vermitteln will...wünsch ich mir, dass der liebe Herrgott oder von mir aus auch Frau Holle Hirn regnen lassen.
Natürlich will ich nicht immer alles sagen, damit macht man sich auch keine Freunde, wenn man immer alles besser weiß.
Das nicht zu zeigen/verstecken, ist aber irgendwie auch nicht gerade lustig...
Gehts jemand ähnlich?


Freitag, 21. Juni 2013

Alte Geister

Von wegen, die Hitze weicht...
Nicht bei uns...kein Tropfen Regen fiel...ich hasse es, wenn mir zu warm ist, weil die Körpersymptome (höherer Puls, schwitzig) mich an Angst und Streß erinnern. Obwohl im Moment alles gut und ruhig ist (im Außen) bin ich es nicht: Unkonzentriert, fahrig, schlecht gelaunt.
Auch dieses nicht-kontrollieren und beeinflußen können, dass sich meine Bude so aufheizt, macht mich sehr gereizt.

Das erinnert mich an meinen Zusammenbruch, vor 4 Jahren.
Vor ziemlich genau 4 Jahren...der 18. Juni 2009.
Seit Wochen mehr oder weniger schlaflos, voller Panik, trotzdem arbeiten gegangen mit 500 km Auto fahren, zittrig, kein Appetit, nur noch 53 Körpergewicht, jede kleinste Aufregung ein Desaster, jede Warteschlange genauso, diese zermürbende Hitze, der Druck es schaffen zu müssen, die wackeligen Beine, ahnen, das es bald knallt, alles total verspannt, nur noch wie unter Strom...
nie wieder möcht ich das erleben.

Bin jetzt wieder eine Stufe runter vom Lamotrigin. Wieder bei 50mg. Übelkeit und Kreislaufprobleme haben nachgelassen, Haarausfall bleibt und die Alpträume sind wieder da (nur bei der Dosis).
Aber die find ich weniger belastend. Zwar sehr schockierend und nicht angenehm, aber es zeigt mir immer wieder, in welcher Realität ich aufgewachsen bin.

Ich gehe weiter meinen Weg.
Soviele Kleinigkeiten ändern sich, dass ich meine Gefühle mehr wahrnehme und meinen Bedürfnissen mehr folge.
Ich merke, dass die Phasen der Leichtigkeit, der guten Laune, der Fröhlichkeit und der Stabilität länger werden.
Der Kleister der mir 30 Jahre eingetrichtert wurde, verschwindet langsam aus meinem Hirn.
Sehr schön, hier zu lesen:(unter Dominanz durch Definition der Realität)

http://www.re-empowerment.de/include.php?path=content/content.php&contentid=49



Donnerstag, 20. Juni 2013

Nur kurz

Nur noch kurz dauert die Hitze (hoffentlich).

Nur kurz ging ich heut in einen Laden und fand hübsche Unterwäsche. Die Kassiererin war eine richtig bayrische Oma, paßte so gar nicht in den quietschbunten Schuppen mit lauter Modeschmuck, Accessoires und Co.
Wir haben uns prächtig verstanden. Und als sie mir die neuen Errungenschaften in eine Apotheker-Tüte tat (ihre gingen aus und sie lieh sich welche von der Apo gegenüber) haben wir noch mehr gelacht. "Da ahnt doch keiner welch sündigen Dinger sich da drin befinden!"
Ich glaub das nächste Mal, wenn ich an dem Bahnhof noch Zeit habe, besuche ich sie.

Nur kurz plane ich meist meine Aktivitäten. Das ärgert mich manchmal, weil ich dann denke: oh super, tolles Wochenende und wieder nix geplant.
Genauso jetzt: Sommersonnwende und fast Vollmond.
Was für eine Zeit!
Was für eine Energie! Ich mag da noch was besonderes machen.
Vielleicht fällt mir was ein...

Nur kurz werd ich jetzt ein wenig Siesta halten...
oder auch etwas länger... :-)

Mittwoch, 19. Juni 2013

Nachts

Gestern war ich nach Monaten mal wieder abends unterwegs.
Um 19h fuhr ich los und um 22h machte ich mich wieder auf den Heimweg.
Früher war ich da sehr sorglos, gutgläubig vielleicht auch naiv in Sachen: "Frau allein im Dunkeln unterwegs."
Gut, da fuhr ich auch noch viel mit dem Auto und das ist einfach sicherer als mit Bus und Bahn.
Auch jetzt habe ich nicht direkt Angst, aber ich bin wachsamer, vorsichtiger geworden.
Noch nie hat mich ein Fremder so sehr traumatisiert, wie es Partner, Familienangehörige und Mitschüler (interessanterweise keine Arbeitskollegen) taten.
Das soll auch so bleiben. (Immer wieder denke ich daran, dass über 90% der Gewalttäter aus dem direkten oder näheren sozialen Umfeld stammen!).
Damit das so bleibt, beachte ich ein paar Sachen (bezogen auf "nachts unterwegs"):

- Nicht ängstlich, aber eben doch aufmerksam sein.
- Auf sein Bauchgefühl hören! Wenn mir ein Typ zu komisch erscheint, lieber einmal häufiger weggehen und ihm böses unterstellen (natürlich im stillen) als dann in eine schlimme Situation geraten.
- Sich die Leute anschauen, nicht in ein Buch vertieft lesen.
- In der Nähe von anderen Frauen bleiben (wenn ich nachts allein am Bahnhof stehe, merke ich, dass das andere Frauen auch tun).
- In öffentlichen Verkehrsmitteln hinterm Fahrer Platz nehmen oder zumindest so, dass man eine Wand im Rücken und eine gute Übersicht auf den restlichen Waggon hat.
Mit mir stieg gestern noch ein Typ aus. Mitten in der Pampa. Er ging hinter mir, was mich unwohl machte. Also verlangsamte ich meinen Schritt und schon bald überholte er mich, wippend und völlig in seine Musik vertieft...wie gesagt: Lieber 1x zu vorsichtig sein.
- auch lieber mal einen weiteren, dafür helleren/bevölkerten Weg nahmen oder auch die letzten Kröten für ein Taxi zusammen kratzen. Das muss einem die eigene Gesundheit (körperl./psy.) schon wert sein.
- Selber höre ich keine Musik, wenn wenige oder "komische" (z.B. angetrunkene) Menschen da sind.
- Körperlich präsent sein: Aufrecht stehen, beide Füße fest am Boden und doch locker bleiben, möglichst neutral schauen, langsam am Bahnsteig auf und ab patrouillieren, so hat man auch mehr im Blick.
- Manchmal nehm ich auch meinen Schlüsselbund in der Tasche in die Hand (Schlüsselring um Finger, dann ne Faust machen, nicht dass der Bund im dunkeln auch noch davon fliegt). Auch das gibt mir Sicherheit und zur Not kann ich mit dem auch zuhauen, um einfach für eine Sekunde ein wenig Luft zu bekommen und manchmal reicht auch das, um den Täter in die Flucht zu schlagen: *scheiße, die wehrt sich, da rette ich lieber meine Haut*...
- wenn mich einer anlabert, den ich nicht in meiner Nähe haben will: Klar, sachlich bleiben und "siezen", um die Distanz zu wahren.

Ich glaube, es geht auch viel um innere/mentale (?) Stärke.
Durchaus hatte ich schon brenzlige Situationen, sei es dass randalierende Gruppen auftauchten oder besoffene Männer Gesellschaft suchten.
Der Satz (den ich in dem Moment sehr ernst nehme, von dem ich dann auch überzeugt bin): Komm du mir zu nahe/faßt du mich an (beliebig änderbar) mach ich aus Dir Rührei/wirst du deines Lebens nicht mehr froh (beliebig änderbar) hilft mir dabei sehr.
Das strahlt man dann auch aus, diese Sicherheit, eine Festigkeit, eine *mit-mir-nicht*-Haltung.
Um diese Haltung zu erlangen, denke ich schon, dass Selbstverteidigungskurse gut sind. Zur wirklich körperlichen Abwehrstrategie müssen diese Techniken aber beständig geübt werden, die Hürde/den Mut/die Überwindung jemanden mit der flachen Handkante gegen die Nase zu hauen (schön schräg von unten nach oben) oder Finger in die Augen zu stechen oder ein kräftiger Tritt/Griff in die Weichteile muss da abgebaut werden.

Mit Pfefferspray und Co ist es ähnlich.
Ich war mal in einer misslichen Situation (jaaa ich kannte den Mann) hatte ein Spray in der Tasche, auch schon, für ihn unsichtbar, in der Hand, war aber vor Schreck/Panik völlig handlungsunfähig.
Es ging gut aus, weil sich eine Bekannte sehr resolut und laut vor ihn gestellt hatte. Dafür könnt ich sie heut noch knutschen.
Außerdem: Solche Hilfsmittel können auch gegen einen selbst verwendet werden. Der Täter freut sich.

Ich glaube, dass man eben sehr viel im Vorfeld für sich tun kann,
um einem möglichen Angriff abzuwehren, es erst gar nicht dazu kommen lässt (natürlich liegt es nicht nur an einem selbst!!!)

Montag, 17. Juni 2013

Was soll man schon machen...

...bei 30 Grad...und wenn es einem endlich wieder besser geht, ohne Kopfweh, Übelkeit, Kreislaufprobleme...
man setze sich zu bestfriend ins Auto...und hat keine Ahnung wo es hin geht...so viel zum Thema: Kontrollzwang loslassen Lektion 1
gelandet sind wir hier:


Ich wär am liebsten gar nicht mehr aus dem Wasser.
Es war so ein schöner Tag...so leicht, mit so viel lachen und Eis und Breze und Obst und Sommerduft und leichten Sonnenbrand...

Und eine Frage versaut alles.
MÄNNER!!!
Schade...
Manchmal wünsche ich mir echt, auf Kommando kotzen zu können!

Zum wieder-weiterentspannen:


 

Sonntag, 16. Juni 2013

einzelner Sonntag

Sonntage sind immer Anders-Tage.
Da hat kein Geschäft auf. Normalerweise geht man da nicht arbeiten, dafür ausgedehnt frühstücken. Man schläft länger...
Gut, ich nicht. Ich stand heute um 5h morgens schon auf meinem Balkon und genoß die frische Luft und die unendliche Ruhe.
Ich frühstückte auf meinem Boden (am Tisch wird mir langsam zu langweilig) und schwang mich dann auf mein Radl.
Diesen Glaubenssatz "was man sonntags zu tun und zu lassen habe" habe ich schon lange über Bord geworfen.
Es war in einer heftigen Depressionsphase, als ich anfing im Morgengrauen draußen herum zu wandern.

Ein weiterer Glaubenssatz ist derzeit im Umbruch: Dass man nur mit Mann, Kind und Haus ein richtiges und erfolgreiches Leben habe.
Alles andere ist Versagen (im übrigen fiel mir dazu letztens ein, dass es ja "ich versage in xy" heißt, aber auch: "ich versage mir Tanz, Spiel und Leichtigkeit".)
Schon meine Oma mütterlicherseits lamentiert seit fast 50 Jahren, dass sie gar keine Kinder wollte.
Nun, es wurden dann doch drei und dementsprechend wurden sie auch behandelt.
Mein Opa väterlicherseits nahm Reißaus, als das 2. Kind (mein Vater) auf die Welt kam. Auch für ihn war das nix.
Mein Vater blühte auch erst wieder so richtig auf, als seine Frau und wir Kinder weggingen. Auch er, eher ein Einzelgänger.

Ein Kinderwunsch war bei mir noch nie vorhanden und doch erwische ich mich oft dabei, wie ich Familien höher bewerte, mit einem besseren Leben.
Das ist blöd, weil ich mich dann wieder unterlegen und falsch fühle.
Dabei gibt es so viele Wahrheiten, so viele Lebens-und Arbeitsmodelle. Ich darf doch das für mich am bekömmlichsten heraus suchen.
Also nicht unbedingt eine Einstellungs - sondern eher eine Erlaubnissache.

Erkenntnis des Tages: Wenn schon mit anderen vergleichen, dann bitte so, dass man besser abschneidet :-)
Erhöht die Laune beträchtlich!

Samstag, 15. Juni 2013

Ganz still und mit breitem Rand

Letztens am Bahnhof eine riesengroße Werbung für ein Mineralwasser gesehen, dass es nun "extra still" gibt. Also mit sehr wenig Kohlensäure.
Ha, dacht ich mir da so...sollte ich mir mal auf die Stirn kleben...
ich bin auch extra still.

Ich fuhr in die Stadt und stand da wieder wartend an einem Bahnhof in dem wiederum eine Werbung gezeigt wurde für "Kindle" und dass man dort sowohl die Schriftgröße, die Zeilenabstände und den Abstand zum Rand selber einstellen könne.
H, dacht ich mir da so...ich brauch auch einen breiten Rand um mich herum.
Sowohl im Leben brauche ich viel Selbstbestimmung, als auch zuhause in dem ich am liebsten den nächsten Nachbarn erst 200m weiter hätte und nicht 20cm.

Ich muss mich frei bewegen und ausdehnen können...

Freitag, 14. Juni 2013

Mein Psychiater, die Medikamente & ich

Eine Geschichte voller Mißverständnisse.
Ja ne...eigentlich nicht.
Wir orgeln seit gut 10 Jahren mit den Medikamenten herum.
Nach einer 2 Jahres-Pause von eben jenen, starteten wir nun nochmal einen Versuch eben mit Lamotrigin.
Heute Kontrolltermin.
Ich leierte meine Nebenwirkungen herunter, die ich seit 4 Wochen habe, seit ich eben 75mg nehme.
Er war erschrocken: Nene so gehe das nicht, wieder runter auf 50mg!
Kurz zur Erinnerung: Damit ging es mir gut.
Früher war es immer so, dass ICH aufgrund der Nebenwirkungen die Sache abbrach.
Jetzt war ich gewillt, da einfach noch ein paar Wochen durchzuhalten, samt Übelkeit, bleiernder Müdigkeit, Haarausfall (an den Beinen würd mich das ja nicht stören, aber am Kopf hat der nix zu suchen!!!) Kopfweh, Zyklusstörung ect...pp.

Er linst nochmal auf seinen Pc: "Naja vom Amitryptilin nehmen Sie ja auch nur ne Prise und es hilft, vielleicht brauchen Sie einfach weniger."
Ja. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

PS: Außerdem war er voll gut gelaunt und zum schäkern aufgelegt.
Normalerweise mach ich da sehr gern mit und kann auch mal blöde Sprüche raushaun...aber heute...so volle Breitseite Nebenwirkungen, ist man einfach froh, wenn man wieder dumpf im Bett liegen kann.


Donnerstag, 13. Juni 2013

Hinterteilige Wortspiele

Interessant was mein Hirn so von sich gibt, wenn es mit zu wenig Blut klar kommen muss:

Ich würde nie bei der Po-lizei arbeiten, denn wo an erster Stelle gleich mal ein Arsch steht, das kann ja nix werden.
Dito in Sachen Po-litik.

Und dann denken manche Menschen so langsam, denen kannste dabei in Zeitlupe zuschauen.
Würden die so langsam Auto fahren, wie sie denken,
könnte man ihnen unterm Arsch das Auto klauen....

Apro-po...lassen sich eigentlich Po-len auch die Karren klauen?

Nachdenkliche Donnerstagsgrüße! :-)

Mittwoch, 12. Juni 2013

IST-Zustand

Hat irgendwer meinen Blutdruck gesehn?
Nein?
Na vielleicht hats den mit dem Hochwasser weg geschwemmt...
Jedenfalls bin ich derzeit Meisterin im *apathisch rumhängen* und *Löcher in die Luft starren*.
Braucht wer Nachhilfe darin?
Ach ne, selbst dazu könnt ich mich nicht aufraffen.
Irgendwie ja auch angenehm, mal ne Stufe ruhiger zu werden,
aber gleich SO?
Und dann hab ich mal wieder so wilde, sehr klare Träume (wilde Kerle wären mir ja lieber, aber...ach ne, selbst dazu fehlt der Antrieb). Schon lange her, dass ich so heftig träumte.

Heute Nacht musste ich meinen Keller verteidigen. Und wie!
Zuerst kam mein Nachbar von seinem Kellerabteil direkt in meins. Das es da eine Tür gab wußte ich gar nicht (normalerweise gehn, die ja vom Flur aus weg) UND der hatte auch noch einen Schlüssel dazu *grusel*. Ich dachte noch kurz: mensch, dann kann der da ungestört stöbern, wenn ich nicht da bin...und tatsächlich:
Er ging schnurstracks in eine Ecke (mein Geheimversteck!) und zog einen Zettel daraus hervor. Darauf eine Skizze von einem Musterschnitt. Natürlich wollt er die haben, ich natürlich nicht.
Dann kamen Ausländer und wollten alles mögliche aus meinem Keller kaufen. Ich wehrte mich, nützte nur nix, ich schrie (verstanden sie überhaupt meine Sprache?), ich glaub ich schlug sogar ein Kind, ich wußte nicht mehr: Sollt ich die neuen Leute am Eingang abhalten oder mich um die, die schon fleißig kauften und mit meinen Sachen abhauten, kümmern...
Hektik, Panik. Als ich endlich fast alle draußen hatte, öffnete einer mit einem besonderen Schlüssel das Fenster und kam wieder herein.
Noch mehr Hektik, noch mehr Panik.

Klar, Keller = Unterbewußtsein.
Das Ganze sieht nach wenig Sicherheit und Schutz aus, nach fehlenden Grenzen, nach Überforderung und Kontrollverlust (logisch, damit bin ich aufgewachsen).

Weiter ging es im zweiten Traum:
Ich war mit meiner früheren Chefin aus dem Kiga und mit einer Gruppe schon älterer Kids (so ca. 12/14 Jahre) auf einem Ausflug in einen großen Park.
Ich war so ein Mittelding zwischen Erzieher und Kind.
Ich wußte nicht so recht,. wohin ich eigentlich gehörte.
Aber auch hier machte ich das, was ich schon immer tat: Ich übernahm Verantwortung. Und passte auf die Gruppe auf. Aber auf mich hörte keiner, alle verstreuten sich so nach und nach, einige gingen dahin, andere dorthin, es kamen noch andere Gruppen dazu und ich verlor völlig den Überblick.
Die Chefin sah ich aus der Ferne und die juckte das überhaupt nicht.
Dann kamen wir in einen Bereich des Parkes, wo ich wusste: Der Teil gehört mir. Und auch hier gingen die Kinder einfach rein, sprangen sogar in ein sehr edles angelegtes Wasserbecken, ich fühlte mich hilflos und auch gedemütigt, weil sie in meinem Bereich, trotz Verbot,  eingedrungen waren.

Also ähnliche Gefühle wie beim ersten Traum.
Nur... fühl ich mich im Moment wenig ausgeliefert, hilflos, panisch,
schon gar nicht hektisch,
auch nicht überfordert...
Ich weiß nicht so recht, was mir das sagen soll.
Wer Ideen, Gedanken, Eindrücke dazu hat, darf sich gerne melden!

Im Moment schiebe ich ja alles (Hormonchaos, Haarausfall, Schlappheit ect.) aufs Lamotrigin...aber wer weiß.
Noch dazu bewege ich mich zur Zeit nachts auch sehr: Ich lieg schief im Bett oder die Decke ist sonstwo. Auch das ist extrem selten.

Ich werde mich heute nachmittag auch nochmal damit befassen,
aber erst gehts ins "Tafel"-Chaos....
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Nachtrag:
Hab ja letztens bei einer Innenschau festgestellt, das 3 Teile gleichzeitig in mir aktiv waren.
Daher die Unsicherheit im Traum: Bin ich jetzt erwachsen und als Erzieher tätig oder als Kind am Ausflug teilnehmend?

Die Angst vor Kontrollverlust ist ja deutlich in beiden Träumen zu erkennen. Diese Angst hat auch ein kindlicher Teil.
Der Erwachsene sieht das eher rational, sachlich und händelbar.
Wenn ich aber nicht weiß, ob ich Kind oder Erwachsene bin, bin ich nicht in meiner Klarheit.
Bin ich nicht klar im Ausdruck, kann ich die Ausländer auch nicht mit klarer, fester, deutlicher Stimme und mit einer Bestimmtheit hinaus befördern!
Auch habe ich den anderen Kindern keine deutliche Grenze gezeigt: Stop! Hier beginnt mein Garten. Betreten verboten!

Integrität und Authentizität sind mal wieder Themen.... 

Montag, 10. Juni 2013

Mal wieder...

die "lieben" Narzissten.

Mit 2 Männern hatte ich mich ja getroffen.
Mit 2 weiteren hatte ich intensiven Mailkontakt.
Einer vom Live-Kontakt und einer aus dem Mailkontakt war extrem lieb, voller Komplimente, aufbauend, voller Charme und somit auch anziehend. Im ersten Moment.

Im zweiten war mir das schon übertrieben, zumal mich einer weder gehört noch je gesehen hat (und das wird auch so bleiben!).
Ich wurde kritischer, brachte mehr Abstand in den Kontakt worauf bei einem die Bemühungen sofort verstärkt wurden (trotz eindeutigem NEIN weiter SMS und Co.) und der andere übermäßig verständnisvoll reagierte und meinte: ich solle mich ja nicht irgendwie verpflichtet fühlen und das sei schon ok. (Viel Blabla viel Honig ums Maul schmieren...)
Die Krux: Genau in DEM Moment fühlte ich mich "verpflichtet" und meinte innerlich: "naja eine Mail pro Tag is ja nicht schlimm".
Fast wäre ich in die Falle getappt.

Früher als ich noch zu 100% unsicher und voller Selbstzweifel war, hätte ich solche Typen geliebt, ich hätte mich wortwörtlich mit Haut und Haaren drauf eingelassen, mensch endlich werde ich gesehen und angenommen und all das Lob, die Ermunterung, die aufbauenden Worte, die vielen Komplimente wie ein Schwamm aufgesogen.
Stichwort *Love bombing*
http://schuelerwiki.org/index.php?title=Sekten
http://www.wissen.de/brutale-verfuehrer
(ich hab diesbezüglich über das Phänomen nur in Zusammenhang mit Sekten etwas gefunden. Habe es aber auch schon in Bezug auf Partner ect. gelesen, gerade bei Artikeln/Büchern die sich mit emotionaler Gewalt, Soziopathen, Narzissten befassen.
Die Thematik um psychische Gewalt kommt immer mehr (endlich!) an die Öffentlichkeit und ins Bewußtsein.
So langsam gibt es immer mehr darüber zu lesen.
Hier fand ich eine, für mich, neue Seite, die wohl auch sehr ausführlich ist:
http://hypothesistoosimple.blogspot.de/2011/12/umgang-mit-narzissten_22.html)
Genau darauf warten solche Ärsche.
Dann haben sie dich in der Hand.
Dann können sie quasi mit dir machen, was sie wollen.
Du bist abhängig.
Sein Gesicht wird sich wandeln. Wenn du nicht das tust, was er will, wirds "lustig".
Das Drama nimmt seinen Lauf.
Narzissten.
Lauf! Lauf so schnell du kannst!

Ich bin froh, es diesmal rechtzeitig erkannt zu haben und das Ganze abzubrechen. Und mir meiner Entscheidung völlig sicher zu sein!
Auch hier wieder früher: Zweifel, er ist ja auch ganz lieb ect...pp

Dies und das derzeitige Hormonchaos schlauchen mich extrem.
Schon letztes und jetzt dieses Wochenende verbrachte ich in Einheit mit Matratze und Decke. Ich habe wirklich kaum gespürt wo ich aufhöre und das andere anfängt.
Ich war total entspannt, mit sehr wenig Muskeltonus. Normalerweise bin ich so angespannt, dass das alleinige berühren meiner Oberschenkel Schmerzen verursacht.
Essen und komatös schlafen.
Auch heute gibt es noch Ruhe, aber auch aufräumen der Wohnung.
Ich war die Tage verstört, weinerlich, extrem verletzlich, fühlte mich ständig nackt und hatte alle paar Minuten andere Bedürfnisse.
Ich schrieb dann einfach mal drauf los, um mir auf die Spur zu kommen, was genau los ist.
Heraus kam, dass wohl 3 innere Anteile gleichzeitig aktiv sind.
So bewußt hatte ich das noch nie wahrgenommen. Bzw. glaube ich das das auch sehr selten der Fall war/ist.
Kein Wunder, dass es mich so strauchelte, wenn sich völlig entgegengesetzte Bedürfnisse melden.

Zur Beruhigunf hör ich gern Deep House. Aber meist nervt es mich wiederum nach ca.20min. Gestern fand ich nen Mix den ich ständig hören könnte (und jetzt auch einfach tue)

 

Mit bekannten Liedern gemixt...
ein Refrain:
Here comes the rain again...(von Eurythmics)
*rausschau* jepp stimmt ;-)

Sonntag, 9. Juni 2013

Das Paradies vor der Nase


Oft sehne ich mich, bei schönem Wetter, irgendwo in Ruhe in der Sonne zu sitzen.
Aber gerade wenn ich meine äußerst verletzliche Phase habe, kann ich nicht weit von zuhause weg gehen und der öffentliche Park ist mir, gefühlt, zu ungeschützt. Weil ich gesehen werde und selbst das manchmal schon zu viel ist. Und die Gefahr angesprochen zu werden, ist groß.
Am liebsten wäre mir ein uneinsehbarer Garten. 
Alleine und ungestört.
Letztens fiel es mir ein.
Es gibt einen Ort, eine Straße weiter, wo ich all das haben kann!
Der Friedhof!
Obwohl er von 2 Hauptstraßen eingekeilt ist, hat er doch seine eigentümliche Stille.
Keiner achtet groß auf den anderen. Jeder werkelt so vor sich hin.
Es ist dort legitim, mürrisch und abweisend da zu sitzen und Löcher in die Luft zu starren.
Meist jedoch ist man eh allein und ungestört.
Ein Paradies!

Samstag, 8. Juni 2013

Psssst! Schweig!

Das man in dysfunktionalen Familien nicht offen sagen darf, was da abgeht, ist ja bekannt.
(Wie solch Kommunikation oder eher Gehirnwäsche funktioniert,  kann man gut in "Die Masken der Niedertracht" nachlesen).
Mir zumindest wurde immer wieder eingetrichtert, dass es ja nicht so schlimm sei, es schon wieder heilt - noch bevor ich heirate, es nicht so gemeint war, das doch gar nicht so sei usw...
Nie gab es eine Bestätigung meiner Gefühle, vor allem nicht wenn es um Trauer, Schmerz und Angst ging. Oder um Empörung ob der Manipulationsspielchen!

Dieses Verbot schleppt man also ständig mit sich herum und findet "passenderweise" wieder Menschen, die das weiter führen, dass man bloß nix sagt oder tut.

Bei mir waren das recht schnell neben der Familie auch Mitschüler. Ein älterer Kerl (tja 3x sitzen geblieben) griff mich in den Pausen immer körperlich an. Nicht zu knapp.
Sagte ich was? Nein.
Holte ich mir Hilfe? Nein.
Ich ertrug es Tag für Tag, Woche um Woche (mind. 1 Jahr, ob länger weiß ich gar nicht mehr...)
Bis der Arsch endlich die Schule verließ.
(später fing er als Hilfskraft in der selben Firma wie meine Mutter an und diese war ganz angetan von dem netten und arbeitsamen Kerl! Ich weiß nicht, ob sie seine Vorgeschichte kennt, ich vermute ja. So sadistisch schätze ich meine Mutter schon ein).

Weiter ging es mit M. bei dem ich wohnte und ich schnell merkte, dass ich mich unwohl fühlte. Ich überging ständig meine Gefühle, nur damit er nicht sauer, enttäuscht oder wütend wurde. Das ist so ekelhaft. (Ich tu mich heute extrem schwer, Dinge zu tun, die ich absolut nicht will. Da hilft auch kein: das muss jetzt sein, das dauert nur kurz ect. ich hab zu oft Dinge getan, die ich nicht wollte. Zuviel Zwang von außen.)
So tun, als ob man ihn gern küssen, anfassen, mit ihm zusammen sein will, ja Schatz ich freu mich auch auf unseren Urlaub, nein Schatz es ist nix, ja wir können gern zusammen baden... obwohl alles in einem schreit: Iiigiitttt, weg von hiiiieer!!!

Aber das war das Dilemma: Ich wußte nicht wohin! Ich war noch minderjährig und nach Hause wollte ich nicht mehr.
Ihn verlassen? Na, da konnte ich mich aber auf was gefasst machen.
Wie er da reagierte, erfuhr ich erst später: Eine Frau wollte ihn mal verlassen, sprach das an...und er? Drehte durch, prügelte sie halb tot.
Ich spürte das, bevor ich dies wusste. Also plante ich meine Flucht. Nix zeigen, nix riskieren, lieb lächeln, alles heimlich...noch 2 Wochen...die längsten meines Lebens. Und dann endlich: WEG! Er drehte wieder durch, aber ich war in Sicherheit.
Mit monatelangem Personenschutz. Kein Schritt allein!

Nie wieder möchte ich von einem Mann oder sonst wem so existenziell abhängig sein!
Nie wieder möchte ich mich so verkaufen und verbiegen müssen, damit ich nicht z.B. auf der Straße steh.
Aber heute weiß ich auch: es gibt immer eine Lösung, um aus solchen Abhängigkeitsverhältnissen raus zu kommen!

Jetzt ist es so, dass wenn einmal ein Verhalten sinnvoll oder nützlich war, wird das meist in ähnlichen Situationen wieder hervor gekramt.
Ich kann bis heute schwer meine Grenzen aufzeigen. Aus purer Angst. Denn nun weiß der andere ja, was ich nicht will, was mich verletzt oder einfach anwidert. Da macht der das doch dann erst recht! Aus reiner sadistischen Freude! Was? Man soll doch auch das Gute im Menschen sehn? Sorry Märchenstunde ist seit mindestens 2 Jahrzenten bei mir vorbei!

Nein, bis heute mache ich nur aus der Ferne-in Sicherheit "Schluß".
Oder spreche da Dinge an, die angesprochen werden müssen.

Ich fragte mich außerdem (ja genau heute Nacht, weil der Schlaf mal wieder Urlaub macht, die Sau..) ob bei Gewaltopfern, die sich zumindest zu wehren versuchten, die ihre Trauer, ihren Schmerz in Worten, Lauten oder Handlungen ausdrückten, andere Folgen haben,
als solche die in Erstarrung fallen und nix tun, aus lauter Todesangst?!?
Nochmal kurzer Umweg: Nun verstehe ich auch, warum Vergewaltigungsopfer oft still halten: Aus Angst, dass dann der Täter so richtig sauer wird und einen schlicht und ergreifend umbringt. Da wägt man sehr schnell ab, was das kleinere Übel ist.
Richtig fies und blöd und absolut bescheuert ist es, weil den Opfern genau das Verhalten zum Strick wird: "Warum haben Sie sich nicht gewehrt?"
Das Muster der Erstarrung ist immer noch nicht in den Köpfen der Staatsanwälte und noch nicht mal bei einigen Ärzten und andere "Mitspielern" angekommen.

Letztens habe ich mich gewehrt.
Ein Typ meinte, mich äußerst dämlich verbal anmachen zu müssen, natürlich inkl. begrabschen.
Ich war eh schon auf 180 an diesem Tag und somit raste meine Wut nicht erst durch das gut konditionierte Raster "da war doch nix, der meint das einfach lieb und ist ein wenig tollpatschig" sondern direkt auf den Depp zu und sagte laut und deutlich und mit richtig Wumm dahinter, dass ich das nicht will!
Ich sprach mit 3 Leuten darüber (auch das: früher unmöglich, weil Schweigegebot) UND hab mir klar gemacht, wenn der noch einmal blöd kommt, hol ich mir Hilfe.
Denn ich seh den Typ. Jede Woche. Bei der Tafel.
Und heute, heute hätt ich keine Skrupel mehr zu der Leitung oder zu anderen Obrigkeiten zu gehen.

Ich merke den Unterschied, wie es sich anfühlt, wenn man still duldet und mitmacht,
oder sich wehrt.
Ich fühle mich stärker, weniger hilflos,
ich fühle mich mächtiger und weniger ohnmächtiger,
ich spüre eine Selbstbehauptung und keine Angst.
Ich gehe aufrecht dort hin,
denn schon viele Leute haben versucht mich klein zu machen und zu halten, sie haben es nicht (dauerhaft) geschafft,
das wird der Typ auch nicht schaffen.

In diesem Sinne ein mutiges: Tschakka! Wehret den Anfängen!



Freitag, 7. Juni 2013

Mahlzeit!

Heute irgendwie das Essen vergessen.
Passiert mir echt selten, weil ich schnell hungrig und dann sehr unausstehlich werde.
Aber jetzt abends gab es was ordentliches und noch dazu was "Neues".
Hab ich noch nie gemacht und gelang hervorragend (wieso kann ich mich nicht freuen?).
Es gab:

Blätterteigtaschen gefüllt mit Quinoa (gekocht), Schinken, Zwiebel (kurz angebraten), Babyspinat (kurz mit in die Pfanne haun) mit Frischkäse verrühren, würzen und diese Pampe auf den leicht aufgetauten Blätterteig geben, die Ränder mit Wasser oder Ei bestreichen und zusammen klappen.
ca.15 min. backen.

In meiner Kindheit gab es unglaublich oft warme Süßspeisen, aber wenig pikantes.
Ich glaub ich werd ein pikanter Strudelfan!
Aber: Nicht unbedingt das ideale Essen, wenn es eh schon 24 Grad in der Wohnung hat.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Komm her - bleib weg !!!

Seit 2 Jahren nun, hab ich jede Nacht vor der Therapie eine sehr unruhige Nacht.
So mit Alpträumen und alle 2-3 Stunden aufwachen.
Vor paar Monaten fragte die Thera, warum ich denn immer noch so nervös und ängstlich sei.
Ich kenne sie doch nun...
Bestehe denn die Gefahr, dass sie mich enttäusche...
(das sind so rein kognitive Sachen von ihr, wie letztens schon geschrieben).
Ich sitz da...zuck die Schultern....nein, rein logisch bestehe da kein Grund so heftig zu reagieren.
Aber Gefühle habens nicht so mit der Logik.
Und schon gar nicht meine traumatisierte Seele.
Die jault nur heftig auf:
Scheiße man, die Frau kennt uns langsam so richtig gut, die kennt unsere Schwachstellen, die könnt uns jetzt mal so richtig...
Hilfe, da ist Nähe...und immer mehr davon, überall Nähe...
ich will hier weg!!!
Die Menschen, die uns am nächsten standen, haben uns fast zerstört.
Ich kann mich vor wildfremden Menschen stellen und mein Tagebuch vorlesen (was ich hier ja mehr oder weniger tue), macht mir nix aus.
Sobald nur der Abstand von 3meter-fuffzich eingehalten wird. Körperlich UND seelisch.

Ich weiß noch, als ob es gestern wäre:
Da sagte mal ein hübscher, netter Mann, der in mich verliebt war und den ich abwies,  (mit so lapidaren Worten, dass ich zu oft verletzt und mißhandelt wurde), dass doch nicht alle so seien.
Ich lachte laut auf.
"Nein!", sagte ich, "nicht alle sind so.......
aber die meisten."
Packte meine Sachen zusammen
und ging...
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und wär doch so gern geblieben....

Mittwoch, 5. Juni 2013

Liveticker


Gestern den totalen Heulflash bekommen. 
So recht wußt ich nicht wieso, vermutete aber Männergeschichten und Vaterthematik.
Heute morgen die erklärung: Zyklusstörungen. Super. 
Den Beipackzettel vom Lamo*trigin heraus gekramt: Nebenwirkungen sehr selten: Zyklusstörungen. 
Manchmal hab ich das Gefühl mein Körper verarscht mich...der liest das und denkt sich: "Sehr selten? Klasse, DAS hab ich."
Der braucht immer ne Extrawurst.
Der Haarausfall ist auch nicht mehr lustig. Kann ich mir jetzt aussuchen: Depri und Stimmungsschwankungen extra stark, dafür volle Haarpracht und haarfreier Fußboden ect. 
Oder aber, gut gelaunt mit dünner werdendem Haar. 
Letzteres würd mich sehr bald auch wieder depressiv machen.
In einem Forum wurden paar Tips diesbezüglich gegeben. Ich probiers mal aus.
So und jetzt hau ich mich irgendwo in die Sonne, 
so in etwa:
 

 mit einem roten Bullen und hau mir übelste Technomusik rein...
eins von den dreien wird mir schon gut tun...

Vor fast 2 Monaten starb der Hund.
Gestern paar Bilder und Videos vom "Frauchen" bekommen (nach dem Heulflash, lag also nicht daran).
Tat gut ein wenig in den Erinnungen zu schwelgen...

Dienstag, 4. Juni 2013

Die Dosis macht das Gift

Normalerweise ist es so, dass ich im Sommer meine Depression verstärkt wahrnehme.
Weil alle so fröhlich sind (oder auch nur so tun),
ständig am grillen sind, sich treffen und radeln, wandern, feiern...
Während ich mich so gern verkrieche.

Bei schlechtem Wetter "darf" man schlecht drauf sein,
zuhause bleiben
und ganze Bibliotheken verschlingen.
Auch die dunkleren Jahreszeiten mag ich lieber, weil ich sehr viel Schlaf brauche und im Moment ist das einfach doof, wenn ich um 20:30h in meine Federn krieche und draußen ist es noch nicht einmal dämmrig.

Jetzt wurde es aber selbst mir, mir Regenfrau, zu regnerisch, das Grau war auch zu grau, ich wollte hinaus und radeln und wandern und mal wieder fröhlich sein...
Aber das Grau bleibt, der Regen auch und trotzdem werde ich mich heute in die Welt hinaus wagen.

Weil sonst die Ängste und das "nicht mehr hinaus gehen wollen" schlimmer werden.
Weil ich mich sonst wieder im depressiven Sumpf verliere.
Weil mir sonst immer mehr die Realität abhanden kommt.
Ich weiß das alles und es ist immer wieder ein Kampf, dagegen anzugehen, mir den Schubs ins kalte Wasser zu geben...

Montag, 3. Juni 2013

Ganz schön komplex

 Zu Mono-und Mehrfachtrauma hab ich schon mal was dazu geschrieben: 

Heute Nacht dies gefunden:
"Im Gegensatz zu einem Monotrauma durch eine Vergewaltigung als einmaliges Ereignis seien jahrelanger Missbrauch oder Misshandlung schwerer zu überwinden, erklärt Traumaexperte Dr. Georg Pieper. Das seien Komplextrauma und tiefer gehende Störungen. Er sagt: „Die gesunden Grundlagen von Selbstwert und Sicherheit sind nicht nur erschüttert, sie fehlen oft vollkommen“. Der nachträgliche Aufbau einer gesunden, emotionalen Belastbarkeit bedeute jahrelange harte Arbeit.“
Hier gefunden:
Ich glaube, dass die Forschung und vor allem die Therapien noch nicht so sehr diesbezüglich ausgereift sind. Meine Therapeutin, die sich auf komplexe PTBS spezialisiert hat und sich ständig weiterbildet, verfällt manchmal in theoretische „Machbarkeit“, da kommt sie mir mit kognitiven, logischen Gründen und...und das ich dies und jenes ja auch schon geschafft hätte.

Ja aber...
und ringe dann die Hände, wie sooft. Wenn mich Hilflosigkeit übermannt, wenn ich mein Leiden und meinen Schrecken nicht begreiflich machen kann, ihn selber kaum in Worte fassen kann, was in mir los ist, warum genau dies und jenes jetzt nicht geht...wie man sich fühlt nach jahrelanger, familiärer, psychischer Gewalt.

Die letzten 4 Jahre ertrug ich fast keine körperliche Nähe. Selbst die eine Minute beim Blut abnehmen war eine Katastrophe und bescherte mir davor eine unruhige Nacht.
Jetzt ging Sex mit einem fremden Mann. Aber eben nur, weil er fremd war.
Emotionale Nähe ist auch schwierig, weil ich auf beiden Ebenen Gewalt erfuhr. Wenn ich mich also mit einem Mann emotional einlasse, mich ein Stück weit innerlich zeige, ist keine Körperlichkeit mehr möglich. Ist ja sozusagen doppelte Nähe, emotional und körperlich. Too much!

Auch dass bei frühen jahrelangen Traumatisierungen das Selbstbild fehlt, las ich in dem Trauma-Report. Das drückt endlich dieses Gefühl aus, das mich immer begleitet, dieses: wer bin ich? Oft habe ich Klassenkameraden bestaunt, weil die so selbstverständlich mit sich umgingen, wußten was sie wollten und eine Integrität ausstrahlten, von der ich nur zu träumen wagte. Vor allem im Landschulheim wurde mir das deutlich, ich fühlte mich immer ein wenig hilflos, was ich tun sollte und tat das was alle machten, ohne aber ein stimmiges Gefühl dazu zu haben. Ich hatte kein Gefühl für mich.

Noch heute sehe ich z.B. Frauen die sich so selbsverständlich die Haare machen (ich kann das anders nicht ausdrücken), ich gehe manchmal mit meinem Haaren um, als wären sie mir über Nacht gewachsen und ich wüßte noch nicht so recht wie ich sie am besten anfasse. Sich selbst fremd sein.

Aber langsam ergibt sich ein Bild von mir selbst. Stück für Stück. Ich finde heraus, was mich ausmacht, was ich brauche und gern mache. Es fühlt sich nach einem ganzen Leben an. Nach meinem ureigenen, selbst gewählten Weg. Und der ist gar nicht so spektakulär, wie ich ihn immer haben wollte :-)
Egal, darum geht es nicht. Sondern darum, dass ich mich mit mir selber wohlfühle!

Als ich heute Nacht so dalag und ein wenig nachdachte, wieder aufstand, was aß, wieder versuchte zu schlafen und das immer wieder, kam so eine Wärme in mir auf...ein Mitgefühl für mich selber (kein Selbstmitleid) ein Verständnis warum ich so bin, warum ich so Probleme habe, warum einiges (noch nicht oder nie) geht.
Von keinem anderen, der meine Geschichte gehabt hätte, hätte ich das verlangt und gefordert, was ich jahrelang von mir knallhart und ohne Rücksicht von mir verlangt und gefordert habe.

Es wird Zeit liebevoller und nachsichtiger mit mir umzugehen :-)

Samstag, 1. Juni 2013

Zugvögel

Ich hab den Vogel abgeschossen.
Also mich von meinem Lover verabschiedet.
Hat sich somit ausgevögelt.
Ist aber auch ok, war ja meine Entscheidung.
Denn ich kann es absolut nicht ausstehen, wenn mich jemand so belagert und erdrückt.

Außerdem hab ich wieder die Winterbettwäsche aufgezogen.
Mehr brauch ich ja wohl nicht zu sagen...

Und da man bei der Kälte, Dauerregen und Sturm sich am besten mit einem Buch verkriecht, hab ich das getan:
Erst den 800-Seiten-Schinken, der mir anfangs auch recht gefiel.
Dann wurde es immer...naja...nervig.
Es geht um Hexen und Vampiren, alles recht menschlich dargestellt also mit einem (fast) normalen Leben.

Natürlich können Sich Hexen und Vampire nicht ausstehen. Bis auf zwei. Daraus ergibt sich nach einem Hin und Her dann doch eine Lovestory.
Soweit, so kitschig.

Was aber wirklich un-er-träg-lich war: Die Hexe, eine "gestandene" Frau die ihr Leben alleine sehr gut meisterte, wird in der Beziehung zum Vampir immer mehr zum hilflosen Geschöpf:
ER sagt ihr wann sie schlafen gehen sollte.
ER setzt ihr das Essen vor.
ER pflegt und umsorgt sie fast jede Minute lang.
ER erklärt IHR was über Hexen.
ER legt ihr die Klamotten raus...usw.
Diese übergriffige Art unter dem Deckmantel der Fürsorge und Liebe...boah, da flipp ich aus.
Bei Seite 600 war das so schlimm, dass ich das Buch zuknallte und es auf den *das-kommt-zurück-zur-Bücherei-Stapel* legte.

Da ich mich aber derzeit für das Thema "Hexen" interessiere, nahm ich noch Die Hexe von Portobello mit.
Lange las ich nix mehr vom Coelho.
Das Geschwafel war mir irgendwann auch zuwider.
Aber das ist eher eine Erzählung. Jeder der mit dieser Hexe mal was zu tun hatte berichtet wie er/sie diese Frau wahrnahm, was sie zusammen erlebten und so. Das ist interessant.

Gestern, als ich so eingemümmelt im Batt saß und las, schweifte ich mal kurz ab zum Thema *Einsamkeit* und das ich es nun gut nachvollziehen kann, dass wenn man so sehr drunter leidet, sich leichter und vielleicht auch recht bewußt, irgendwelchen Sekten (oder anderen dubiosen Gruppen/Leuten) anschließt.
Danach las ich weiter.
3 Seiten später wird geschrieben, wie der eine sagt, dass man die Einsamkeit nicht wegschieben soll, weil sie dann noch stärker wird. Man soll die da-lassen.
Da wurd mir schon komisch.
Kurz darauf konnte ich weiter lesen, dass eine Frau erwähnt wurde, die in einer Sekte gelandet war.
Na danke auch.

Immer öfter werd ich mir selbst unheimlicher...