Mittwoch, 1. Mai 2013

Traumafolgestörungen

Heute nacht musste ich wohl weiter "rumhirnen", denn ich konnte fast nicht schlafen.
Aber es ist ein angenehmes nachdenken, kein grübeln.
Sondern einfach eine immer größer werdene innere Klarheit.
All die leeren Worthülsen über Traumafolgestörungen bekommen nun eine Bedeutung, ein gefühltes Wissen dazu.
Das hilft mir sehr, mich mit allem was ist anzunehmen.

Und irgendwie kam ich drauf, was sich alles verändert hat, seitdem ich absolut keinen Kontakt mehr zur Familie (die mich am meisten traumatisiert hat, ich tu mich schwer mit dem Wort Täter) mehr habe und meine Kontaktdaten geändert habe.


Im Januar 2013 hatte ich das letzte Mal direkten Kontakt zur Familie. Seitdem schwankte ich immer mal wieder Kontakt aufzunehmen. Nochmal versuchen? Mich anders verhalten? Wissen wollen wie es ihnen geht....es gab die unterschiedlichsten Gründe. 
Immer hab ich mich zurück gehalten. 
Zum einen hab ich mir damals aufgeschrieben was ich mir überlege bevor ich Kontakt aufnehme (z.B. ist es nur aus dem Moment heraus?) ,dazu einen Text wie die Familie mit mir umging, um mir klar zu machen, dass ich denen nix wert bin und ob ich mich noch einmal so mies behandeln lassen will. 
Und zu guter letzt: Ich hab doch aus guten Gründen meine Kontaktadressen geändert, diesen Aufwand schmeiß ich doch nicht leichtfertig weg.

Der Wunsch zu meiner Ursprungsfamilie zu gehen wird kleiner und kleiner. Das entspannt ungemein! Die inneren Kämpfe sind manchmal noch heftig und anstrengend. 
Wenn ich mir aber klar mache, was im letzten Jahr so alles passierte: 2 Monate nach Kontaktabbruch habe ich aufgehört zu rauchen, seitdem viel mehr an Selbstwertgefühl gewonnen, an Leichtigkeit und Würde, habe mir Wünsche erfüllt, meine Gefühle kennengelernt, schwierige Situationen (fast) ohne selbstschädigendem Verhalten überstanden, ich wurde ruhiger, entspannter, ich gönne mir Gutes und Schönes...und
Und das obwohl mir doch von früh an das denken und fühlen verboten wurde. 
Der Mensch kann umlernen. Erstaunlich schnell sogar!

Kommentare:

  1. Kannst stolz auf dich sein, diesen Anflügen von Sentimentalität nicht nachzugeben.
    Ich kann es mir lebhaft vorstellen, welche innerlichen Kämpfe das sind.

    Herzliche Grüße
    ganga

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  2. Danke. Ich hab das sehr oft gemacht, immer wieder zu denen hinzugehen und immer gabs eins aufn Deckel. Irgendwann muss man es kapieren, dass es im Eisenwarenladen (Family) keine warmen Semmeln (nahrhafte Kost) gibt. :-)
    LG

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