Dienstag, 23. April 2013

Sterbende Träume

Was macht man mit sterbenden Träumen?
Ihnen die Hand halten?
Oder ein wenig nachhelfen, damit es schneller vorbei ist?
Und dann? Beerdigen? Verbrennen?

Ich fühle mich in der Trotzphase: Ich WILL aber!!!
Und mein Körper, manchmal auch meine Seele und was weiß ich noch wer, schütteln einfach stoisch den Kopf.
Die Buddhisten würden sagen: Suche die Leere. Werde leer. Nur die Leere ist das wahre Sein, dort findest du Erleuchtung.
Oder so in der Art.
Zumindest mein Kopf könnte echt mal die Klappe halten.
Die Christen würden sagen: Werde demütig und richte dich nach dem Herrn. Nicht dein Wille zählt, sondern seiner. Der liebe Gott hat mit dir schon einen Plan, richte dich danach.
Und ich kotze.
(Ich will hier jetzt keine Religionsdiskussion!)

Die Trotzphase paßt auch ganz gut, denn von dort switche ich zur Zeit mehrmals täglich rüber in die Pubertät und weiter in die Wechseljahre und zurück.
Der Stimmungsstabilisierer  darf sich also in seiner Wirkung ein wenig beeilen.
Was er nicht tut, weil man nur sehr sehr seeehhhhr langsam aufdosieren darf (sprich alle 2 Wochen 25mg erhöhen und die Zieldosis liegt bei 100mg morgens und 100mb abends.
Ich bin grad mal bei 25mg abends).

Ja klar, wer hat schon das Leben, das er sich erträumt.
Die Alleinerziehenden die ich jede Woche bei der 'Tafel' treffe, hatten sicher auch mal dem Traum von der glücklichen Ehe, mit Haus im Grünen und zwei wundervollen Kindern, als sie vorm Altar standen.
Nun steht sie etwas unglücklich jede Woche in der Schlange vor der Lebensmittelausgabe, ohne Mann dafür im Sozialbau und mit zwei Kindern, wovon eines hyperaktiv ist und das andere klaut, stiehlt und schlägt.

Also gut. Alle meine Träume gehen Stück für Stück den Bach runter.
Und nu?

Kommt mir noch einer mit dem blöden Spruch, dass man seine Träume leben soll und nicht sein Leben verträumen...
dem polier ich die Fresse.

Schönen Tach auch.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    es tut mir leid, dass ich gerade nichts "Konstruktives" zu Deinem Thema beitragen kann. Doch ich möchte dennoch schreiben, weil ich gerade eine Runde draussen war.... laufen statt anderer Dinge tun, die ich "tun sollte" um meine "Träume" zu erreichen, um den Kopf frei zu bekommen.
    Weil ich auch grad an diesem Thema mit den Träumen dran bin.... irgendwie. Und ich dachte mir grad, als ich Deinen Post las: "Boah, sch***.... das ist es gut auf den Punkt gebracht!". Vor allem der Titel.

    Entschuldige also, dass ich nichts Konstruktives für den Moment habe. Aber ein Bündel Kraft und Sonne (falls Du das gebrauchen kannst) würde ich Dir gerne schicken.

    Herzliche Grüße,
    Grenztänzerin

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  2. Liebe Grenztänzerin,
    vielen Dank für Deinen Kommentar! es muss ja nicht immer was angeblich Konstruktives sein, Deine Gedanken zu dem Thema zu lesen, hat mich gefreut und ich konnte förmlich spüren, wie Du Dich nach dem Laufen fühlst. Gut? Ausgepowert und ein wenig glücklicher?
    Du musst Dich gar nicht entschuldigen!
    Danke für die Kraft, aber brauchst Du die nicht auch selbst für Deine Themen? ;-)
    Gute Zeit!

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  3. Liebe Regenfrau,

    vielleicht sinds ja gar nicht die Träume, die sterben müssen sondern nur die Erwartungen? Die Erwartungen, dass es exakt so sein muss, wie man es selbst im Kopf hat. Ich habe gelernt, dass ich mit weniger Erwartungen im Gepäck viel eher bekomme, was ich mir wünsche. Es ist nur oft schwer zu erkennen, dass man gerade etwas tolles geschenkt bekommen hat, wenn es an den Vorgaben im Kopf vorbei geht.

    Ansonsten kann ich nur wieder Mut machen. Vielleicht sieht es jetzt danach aus, dass die Träume sterben. Aber dafür kommt dann etwas Neues bzw. anderes, das nicht zwangsläufig schlechter sein muss. Nur anders :)

    Auch von mir ein paar dicke Sonnenstrahlen für Dich :)

    Liebe Grüsse
    Maja

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    1. Ja liebe Maja, dieselben Gedanken hatte ich heute nachmittag auch. Die Vorstellung wie etwas (z.B. mein Leben) sein soll.
      Vielleicht hat das Leben/das Universum etwas so tolles mit mir vor, das ich mir noch gar nicht vorstellen kann ?!
      Ich drehe und wende die Gedanken noch ein wenig.
      Bzw. hab sie auch erweitert, wieviel Leid erspart bleiben würde, wenn die Eltern nicht mit übergroßen Erwartungen, wie diese sein sollen, an ihren Kindern (er-)ziehen würden.
      Weniger Erwartungen = weniger Enttäuschungen.
      Schönen Abend!

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