Montag, 22. April 2013

Freiwilliger Abschied der Ehre

Wie hier:
http://regenfrau.blogspot.de/2013/03/damit-das-mal-klar-ist.html
schon mal gezeigt: Mach ich es mir nun selbst recht.
Denn nur ich kann es. Kein anderer. Ein anderer kann mir vielleicht dabei helfen, aber...
Wie las ich letztens in dem alten Kliniktagebuch:
Da gab es einen großen Spiegel im Eingangsbereich und da stand oben drüber:
Hier siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.
Oh, da standen immer viele Menschen, sehr nachdenklich, davor.

Na nu, also gut, ich bin für mein Leben verantwortlich.
Das heißt im Klartext:
Ich habe im Moment, ach schon seit vielen Jahren, unter starker Erschöpfung zu leiden. Ich habe sehr wenig Kraft. Und die wenige Kraft die ich habe, verschleuderte ich an andere Menschen.
Das war nicht ehrenwert oder gnädig oder lobenswert,
das war schlicht: dumm.

Heute war ein weiterer Meilenstein, in der Sache:
Ich gestalte mir mein Leben so, dass es für mich bekömmlich ist.
Ich habe die Seniorenfahrten komplett abgegeben.
Natürlich waren die nicht begeistert. Personal für umsonst (Ehrenamt) noch dazu ein sehr zuverlässiges, freundliches, alles mitmachendes (Coabhängigkeit halt...) gibt man nicht so gern her.
Erstaunlicherweise habe ich kein schlechtes Gewissen.
Das ist neu.
Was mich aber noch kurz grübeln ließ: Sollte ich nicht doch wieder...war ja auch gut...half mir ja auch...usw.
Ja, für letztes Jahr traf das zu. Es half mir wieder ein wenig zurück ins Leben zu kommen. Mir ein wenig Selbstvertrauen zu geben (ich kann noch was!). Meine soziale Phobie zu verjagen und ein paar sehr lustige und nette Begegnungen mit Menschen zu haben.
Aber jetzt kommt was anderes in mein Leben.
Es gibt auch da halt nur begrenzten Platz.

Ich fühle mich leicht...
und gut!

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    das hört sich nach einer guten Entscheidung von Dir an!

    Ja, ist es nicht wahnsinn, dass man selbst kaum Kräfte zur Verfügugn hat, aber die dann noch ehrenamtlich für andere investiert?

    Meine Thera hat immer gesagt - erstmal muss Kraft für Dich und Dein Leben da sein und bevor Du umonst was für andere machst, lernst Du erstmal, Dir Deine Zeit, Energie und Kraft auch ordentlich bezahlen zu lassen...

    Seitdem war mir klar, dass ich ein Ehrenamt erst dann ausüben will/werde, wenn es mir gut genug geht und ich mir nicht mehr jeden Monat neu überlegen muss, wovon ich nun leben soll.

    Wie Du sagst, damals war es für Dich hilfreich und wichtig, aber jetzt kommt was neues...

    Und dabei wüsche ich Dir ganz viel Freude, Spaß und Kraft!

    Liebe Grüsse
    Maja

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  2. Hallo liebe Maja,
    sehr wahre Worte von Deiner Therapeutin.
    Letztens fragte meine, welche Verpflichtungen ich denn hätte. Da waren es noch 3: Hund, Fahrten, Therapie, sonst kann ich schalten und walten wie es mir bekommt. Nun ist nur noch Therapie, für mich fühlt sich das SO GUT an und irgendwie hab ich auch das Gefühl, sie wird mich zu etwas drängen (400,-Job ect.), vielleicht täusche ich mich. Aber die Angst ist da.
    Die Angst ist sowieso immer da, dass ich total versumpfe und nur noch saufend auf der Couch liege.
    Naja und bis zur nächsten Thera is es genau noch 1 Monat. Also 1 Monat komplett frei...kannst Dir ja denken: innerer Antreiber und so.
    Ahje.
    Liebe Grüße ;)

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