Samstag, 13. April 2013

Entscheidung

Gestern...ich lag so im Bett und dachte so vor mich hin,
überkam mich die Trauer und der Schmerz und das Wehklagen mal wieder.
Kein Hund mehr...
Dann kam Akzeptanz: Ja so ist das jetzt.
Und die wollte ich nicht haben, die Akzeptanz.
Ich wollte jammern, heulen, kreischen...mich so richtig hinein steigern.
Doch da wurde ich aufmerksam: Was bringt mir das? Das Drama noch künstlich hoch zu pushen: Noch mehr Schmerz, noch mehr Wehklagen, noch mehr Verzweiflung.
Also ging ich wieder zurück zur Akzeptanz:
Ja, der Hund ist nicht mehr da.
*tief durchschnauf*

Dann kam Dankbarkeit: das ich den Hund fast genau 1 Jahr lang haben durfte, alle 4 Jahreszeiten einmal durch. Ich wurde dankbar, dass ich für etwas, was ich liebe, auch noch Geld bekam.

Dann kam die Freude:
über all den Spaß den ich mit ihr hatte,
über ihre Tollpatschigkeit,
zu sehen wie sie sich jedes mal wieder übers hinausgehen, den Ball, das Wasser, den Schnee freute,
über ihre Sanftmütigkeit (sie wollte anderen Hunden die vor Angst bellten immer helfen, sie ging immer ganz sachte auf sie zu),
über ihre riesigen Schlappohren die im Wind so vor sich hinsegelten, darüber wie sie immer losgaloppierte und mittendrin aber mal schauen wollte, ob ich noch da bin, da kam sie oft ins stolpern :-)
wie ich ihr einmal beim kraulen sagte, dass sie jetzt aber auch genüsslich schnurren müsste, wie eine Katze und aus ihrem Bauch kam ein tiefes grunzen :-)
darüber wie sie immer langsamer wurde und wirklich an jedem Grashalm schnupperte, wenn sie merkte: es geht wieder @home
dass sie an Sylvester bei mir war,
und auch an ihrem letzten Geburtstag,
dass sie mir die Themen loslassen und vertrauen näher brachte
dass sie immer so quietschte, wenn sie sich besonders freute,

und einmal...da hörte ich sie sogar bellen!

Die Dinge mal anders zu betrachten, kann ungemein helfen.
Ganz nach dem Gelassenheitsspruch:
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann!

Kommentare:

  1. Antworten
    1. tja was bleibt mir übrig? ;-)

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    2. Außerdem hab ich im Moment echt keinen Bock auf nen Absturz...

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  2. Hallo Regenfrau,

    zunächst mein Beileid für den Verlust deiner 'Freundin'.

    Ansonsten gratuliere ich dir zu deiner Erkenntnis und Entscheidung!!!
    Ich finde es sehr schön, zu erkennen was authentische, echte Primärgefühle sind,
    und welche Gefühle vielleicht selbst gebastelt sind.... (durch innerliche Bilder, Vorstellungen, und Ansichten..... und durch 'nicht wirklich hinsehen wollen'....)

    Wünsche dir ein schönes Wochenende

    Tao

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    1. Hallo Tao,
      ich glaub von Safi nidiaye hab ich es: dass Gefühle recht schnell wieder vorbei gehen (wenn man sie lässt) ;-)
      und es war spannend, nicht aktiv da noch weiter rumzubohren und *ach wie schlimm* und noch ein Verlust ect.
      Ja ich hab die Entscheidung (und natürlich jeder andere auch).
      Was ja nicht heißt, dass ich nie mehr traurig darüber sein darf. Aber auf das Maß kommt es an.

      Danke, wünsche Dir auch eine gute Zeit!

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    2. Hallo Regenfrau,

      ich finde es ganz natürlich, dass in solchen Situationen Trauer da ist.... und vielleicht auch hin und wieder mal anklopft und gesehen werden will.....

      Etwas anderes ist, wenn man dieses natürliche Gefühl verstärkt, indem man sich hineinsteigert.

      Für mich gibt es einen großen Unterschied zwischen "bewusst-wahrnehmen-und-fühlen" und "hineinsteigern-aber-garnicht-wirklich-wahrnehmen-wollen".

      Für mich ist es die Entscheidung, ob ich in einen "inneren Film" gehe, oder ob ich ganz wach in der Realität bleibe, und einfach nur wahrnehme.....

      L.G. Tao

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