Sonntag, 14. April 2013

Schönen Sonntag

(klick drauf, dann wirds größer)

Den Blog *drüberleben* von Kathrin Weßling habe ich eine zeitlang mitgelesen. Ihr nun erschienenes Buch noch nicht.
Aber ich finde es auch so bemerkenswert, wie man nicht jammerig über Depressionen schreiben kann!
Ich kann das nicht. Ich bin jammerig.
Draußen ein typisch weiß-blauer Himmel, Temperatur über 23 Grad und Sonntag.
Mal wieder mein ganz persönliches Horrorszenario.
Und das i-Tüpfelchen, um mich nun völlig elendig zu fühlen.
Darf ich präsentieren:
Einen wunderbar ausgewachsenen Depri-Schub.
Hurra. Letztens schon wollte ich mal meinen Seelenordner in den Keller verfrachten ala:"brauch i nimma!".
Ja nu, heute wurde er gebraucht: Telefonnummer Krisendienst.

Wenigstens weiß ich den Auslöser (Überforderung plus Streß).
Sprich: schon seit Monaten nicht "nein sagen können" plus plötzlicher Tod des Hundes plus ewiglange Therapiepause istgleich mist!

Es ist eigentlich immer der gleiche Auslöser.
Ich vertrage keinen Streß mehr.
Davon hatte ich echt genug.
Deswegen werd ich mit Sicherheit auch in keine Klinik gehen, weil das nochmal Streß wäre.
Das weiß ich nun alles nach jahrelanger Deprierfahrung. Immerhin. Selbst so ne Scheiße ist noch für was gut.

Ich weiß nun auch was zu tun ist:
- Nicht zu weit voraus denken (jetzt erstmal diese Woche überstehen, mit Sonne pur. Freitag hab ich Termin beim Psychiater und ab Samstag kommt Regen!)
- Auch nicht zu allgemein denken (eh alles kacke und wozu noch leben ect. sondern mir klar machen, dass es die Krankheit ist, im Moment ein Schub da ist, ich im Grunde aber gern lebe und richtig Böcke auf so viele Sachen hätte, wenn ich könnte...)
- Mir kleine Dinge vornehmen (erstmal aufstehen, duschen, viel Zeit nehmen, keine Hektik, auch kl. Aufgaben vornehmen, aber ohne Zwang diese erfüllen zu müssen. Ich möchte also schon gern mit der Kommode fertig werden, aber nicht an einem Tag. Auch wichtiges von unwichtigem trennen: was muss jetzt wirklich? Papiere fürs Sozialamt abgeben. Was kann warten? Vorhang nähen lassen.
- Ganz wichtig: Druck rausnehmen!!! Ich muss jetzt erstmal gar nix. Weder braun werden, noch Eis essen gehen, noch sporteln, noch...
- Hoffnung behalten, dass es bald auch wieder vorbei ist.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    ich war grad schwimmen, das hilft MIR immer, davor wollte ich gar nicht meine Wohnung verlassen....war vor 2 Tagen das erste Mal seit Jahren wieder auf einem TEchno Fest....extreme Überwindung, aber dann wars ganz nett...

    Wir schaffen das!!

    Du schaffst das!! Ich denk an Dich und schick dir positive Energie und Gottes Segen!

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  2. Liebe Regenfrau, ich jedenfalls finde nicht, dass Du "jammerig" schreibst, sondern eine angenehm zu lesende, recht flüssige Schreibe mit immer mal wieder kleinen Humormomenten hast ...
    Grüsse, Jan S. Kern

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  3. Liebe Regenfrau,

    du schreibst in keinster Weise jammerig, dass würde sich anders lesen, sondern ganz klar wie es dir gerade geht.
    Gut, dass du ein Notfallprogramm hast und der Schub auch wieder vorüber ziehen wird.
    Ich wünsche Dir viel Kraft
    ganga

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  4. Jammernd empfinde ich dein geschriebenes auch gar nicht!

    Es wird wieder anders und das zu wissen ist gut!
    War ja auch wirklich viel ..

    Herzliche Grüße senden wir Dir und das es wieder leichter wird!
    anja und die sterne

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  5. An alle:
    Danke für Eure Kommentare und Wünsche.
    Ich wollte eigentlich was ganz anderes schreiben (was wirklich jammeriges *g*) und dann kam aus meinen Fingern was ganz anderes.
    So ist das.

    @ Sinisia: Techno-Fest? Oh wie schön, da beneide ich Dich drum ;) und ja schwimmen hilft mir auch des öfteren, aber nicht im absoluten down-bereich.

    Herzliche Grüße und habt einen guten Wochenstart!

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  6. ich finde auch nicht, dass du jammerst. und super, DASS du angerufen und dir hilfe geholt hast!

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