Montag, 1. April 2013

Am Hauptbahnhof....

gings zu wie...am Hauptbahnhof :-)
Nein, wir Münchner sagen eigentlich:
"Boah da ging's zu, wie am Stachus". Stachus ist eine S-Bahn-Station und geographisch so ziemlich die Mitte von München. Und dementsprechen drängen sich da die Menschenmassen.

Also: am Hauptbahnhof ging's heut zu wie am Stachus :-)
Störte mich aber gar nicht. Im Gegenteil. Ich drehte mal den Spieß um.
In meinen sozialphobischen Phasen hab ich oft das Gefühl, als würde ich unter einem starken Lichtstrahl stehen und jeder erkennt meine Fehler, Unzulänglichkeiten, Peunlichkeiten usw...
Das ist natürlich völlig übertrieben. Weißt du noch, welche Haarfarbe dein Sitznachbar in der Bahn hatte? Eben. Die meisten Menschen sind eh viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Aber so ist das halt mit den Neurosen...völlig übertrieben.

So kam es, dass ich heute noch etwas Zeit bis zur Abfahrt hatte, mir einen Kaffee holte, mich in eine ruhige Ecke stellte und:
Die Leute beobachtete!
Wenn mein Selbstwert bei 0,0 liegt, muss ich natürlich auch alles um mich herum abwerten.
Heute konnte ich einfach nur schauen und wahrnehmen. Schon auch innerlich kommentieren, aber nicht so kritisch.
Das war klasse. Ich ließ den Lichtstrahl mal auf alle anderen scheinen. Wie auf der Bühne. Danke Rampenlicht, jetzt seh auch ich jede Falte, jeden Fleck, jede Gefühlsregung der anderen!

Im Zug saß ich so entspannt wie normalerweise nur in meinem Wohnzimmer.
Der Restaurantbesuch war toll, anregend, sehr angenehm (da lauert ja auch immer noch die alte Angst, obwohl ich seit über 1 Jahr wieder in Gesellschaft essen kann) und dann saß ich nochmal mitten in einem bayrischen Dorf und musste nochmal Leute beobachten und lästern und lachen. Das geht natürlich nur mit bestfriend!

Ein schöner Nachmittag....

Auf der Heimfahrt dachte ich mir so...meine derzeitigen Hürden und Aufgaben sind echt: Das ganz normale Leben.
Wohnung aufgeben und auswandern oder andere Verrücktheiten hab ich durch, das kann ich, das ist für mich einfach...jetzt ist das unspektakuläre, das ganz normale, das was Millionen von Menschen machen, dran:
Die Beständigkeit des Lebens mit Hobby, Freundschaft, Arbeit....
die Balance zwischen An-und Entspannung,
das richtige Maß zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge gegenüber,
anderen und die eigenen Bedürfnisse 
zu finden und zu halten.

Das geht still vonstatten. Kein pompöses Krachen, kein Feuerwerk, kein Wirbelsturm der durch mein Leben fegt...
auch daran muss ich mich erst gewöhnen.



Kommentare:

  1. Ich wünsche dir eine schöne Woche,
    ganga

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  2. Danke! Dir auch :-)
    Deine Post ist unterwegs.
    LG

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  3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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