Dienstag, 30. April 2013

Allerlei

Ach ach ach, ich bin gerade umgefallen.
Vor Freude!
Ich hab tatsächlich was gewonnen :-)
Bei der lieben mojour:
http://mojour.blogspot.de/2013/04/passage-ins-paradies.html
ach jetzt komm ich ins Paradies :-)
Bin schon sehr gespannt...

Außerdem gab es heute mein erstes Eis in diesem Jahr.
Dachte ich so.
Dabei gab es das erste Eis ja mit dem Date.
Aber irgendwie fühlt sich das heutige Eis besser an.
Bewusster gewählt und vor allem: Bewusster genossen!

Letztens las ich die Frage:
Wie redest du mit dir?
Sofort kam innerlich die Frage:
Red ich überhaupt mit mir?
Nö! 
Ich drück immer alles weg, schau über mich drüber und tu so, als ob es mich gar nicht gäbe. Ich ignoriere mich.
Wie meine Eltern. Die konnten super durch mich durchschauen.
Die taten auch immer so, als ob es mich nicht gäbe.
Keine Aufmerksamkeit zu bekommen ist, glaube ich, fast noch schlimmer als negative Aufmerksamkeit (z.B. in Form von Schimpfen, Schlägen).

Und dann bin ich ein wenig sauer auf meine Therapeutin.
Das sie mir so gar nix erklärt hat von Trauma-Streß-Hirn ect.
War auch in der Klinik nicht so. Da heißt es immer groß Psychoeduktion, aber ich hab mir das alles selber angelesen. Von denen erklärte mir keiner was!
Ich hätte mir dadurch viel Geld, Zeit und "rumhirnen" erspart...
Ok, jetzt weiß ich wieder ein Stück mehr und es plumpst nur so an Erkenntnissen daher.
Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen. Ich tippe schon seitenweise mein Notzbuch voll. Ist auch gut so. Sonst hirne ich noch mehr rum. Und das streßt wieder und Streß hab ich schon genug.

Beruflich merke ich, würd ich gern weiter machen bzw. wieder etwas machen. Ich spüre, dass ich weiterkommen möchte. Wieder etwas schaffen will.  Als Erwachsene.
Die Jugendliche zeigt mir nen Vogel und meint, dass ihr das mit der Arbeit zu böd ist und es wär doch saubequem jetzt einfach die Rente weiterlaufen zu lassen.
Ja bequem schon, aber ich wäre höchst unzufrieden!
Und bevor ich der Jugendlichen also nachgebe, habe ich einen Termin beim Rentenberater ausgemacht, der mir mal sagen soll, was ich denn für Möglichkeiten hätte, was es da so gibt.
Fühlt sich gut an :-)

Und irgendwie auch passend...so zum Tag der Arbeit.

Montag, 29. April 2013

Innere Anteile


Wie oft saß ich schon heulend vor meiner Therapeutin und schluchzte: "Vom Kopf her ist mir das schon klar, aber...es geht nicht/ich krieg's nicht hin."
Und sie dann auch nicht mehr groß was sagte.

Gestern las ich einen Austausch in einem Forum über innere Anteile:
vor allem was dieser *noch ein Gast* schreibt, ließ mir gestern die Augen aufgehen! Absolut lesenswert! Er beschreibt sehr verständlich was es mit diesen Zuständen auf sich hat, dass PTBS eigentlich eine neurologische Krankheit ist, weil das traumatisierte Gehirn einem ständig das aufgebaute wieder umschmeißen lässt, er beschreibt warum diese esoterische Innere-Kind-Arbeit für Traumatisierte oft schädlicher ist, als gedacht usw. Es ist sehr lang, aber gerade die ersten beiden Seiten lohnen sich!!!.

Oder meine Thera sprach den Erwachsenenteil an, um diesen zu aktivieren,  der aber gerade weg war und ich somit meine Eltern vor mir hatte, die mal wieder total rational/barsch/ungeduldig auf meine Ängste/Befürchtungen/Schmerzen reagierten. Was mich noch tiefer in den kindlichen Teil brachte und ich noch mehr Panik, Schmerz ect. hatte.
Das muss ich ihr natürlich unbedingt sagen.
Denn mir wurde gestern so klar, dass diese Teile abgespaltener sind, als ich dachte.

Wenn ich vom inneren Kind spreche, meine ich nicht das esoterische Geseier von Bilderbuch gucken und mit dem Teddy im Arm einschlafen. Genau das hat mich erst recht weiter in diese Zustände getrieben!
Ich spreche von den zum Teil abgespaltenen inneren Anteilen, die aber nicht so abgespalten sind, dass ich es nicht mehr mitkriege wie das bei der DIS (Dissoziative Identitätsstörung) der Fall ist, ich kriege das schon noch mit, kann aber noch (!) nicht wirklich was dagegen tun.

Ich hing 2006 komplett über Wochen in einem jugendlichen Teil fest. Der schiß sich nix als er schwarz mit der Bahn fuhr, dabei erwischt wurde, die Polizei gerufen wurde (da ich vorgab keinen Ausweis zu haben, ich dachte wirklich das es funktioniert!), ich die Bahnbeamten und Polizisten (4 Mann) anmotzte, anlog, frech wurde, verstummte... diese mich irgendwann im Streifenwagen heimfuhren und ich eine Anzeige mit Geldstrafe bekam.

Der schiß sich auch nix, sich einen älteren Mann (Vaterersatz!!) zu suchen, der viel Geld hatte und mit dem ins Ausland abzuhauen. Natürlich sagte ich keinem Bescheid, kümmerte  mich auch nicht um die Wohnung usw. Als ich wieder hier landete, war der Schrecken groß: Kein Geld, Zwangsräumung der Wohnung.

Was ich bis jetzt erkennen konnte ist also ein Jugendlicher Teil da, den ich eben an der Vorliebe für Reggaemusik, Batiksachen, Arbeit-ist-scheiße-Parolen, Tatoos, Piercing ect. erkenne und einen sehr sehr kleinen Kindteil der ein ganz bestimmtes weinen hat und keine Sprache findet/hat. Der vor allem bei Ärzten/Streß aktiv ist.

Im Moment merke ich, dass ich wieder vermehrt, aber nur teilweise "woanders" hänge. Also ich rutsche nicht komplett ins Kind (wie beim Date) sondern es ist ein Teil Kind, Jugendliche und sehr wenig Erwachsene da.
Erkenn ich daran, dass ich ewig im Schlafanzug vorm PC hänge, kaum mehr raus gehe, auch die Kaufsucht (haben will!) ist darunter zu verbuchen und mir im Außen wieder irgendwelche Papa's suche (siehe Date).
Jetzt heißt es sanft (damit diese Anteile mitmachen und zumindest ein wenig kooperieren) gegensteuern.
Wir haben noch gute 20 Stunden in der Therapie, da aber die Krankenkasse schon angekündigt hat, es könnte evt. ja nochmal verlängert werden, da ich unter "Härtefall" laufe, wären es wahrscheinlich nochmal 20 Std. Diese Zeit möchte ich intensiv an und mit diesen Anteilen arbeiten. Es geht darum, den erwachsenen-Teil zu stärken, denn meine inneren Kinder/Jugendliche muss ich nicht mehr suchen, die sind schon da. Und wie! Segmente aus der Ego-State-Therapie kenn ich schon und habe da immer extrem gut drauf reagiert.
Denn ich glaube z.B. auch, dass daher die immense Müdigkeit kommt. Dass diese eben nicht erwachsen ist, sondern ein Hilfeschrei (?) oder einfach durch's aktiviert sein, eines kleineren Kindes.
Ich frage mich auch, ob die Hochsensibilität eigentlich nicht genau das ist: Ein innerer, abgespaltener Teil. Denn all das ist die Hochsensibilität eigentlich, wenn man sich mal all die Merkmale genauer anschaut: Der Zustand eines kleinen Kindes.
Ein Lichtblick...

Sonntag, 28. April 2013

Be my lover Teil 2

Wenn Frauen zu sehr lieben...auweia!

Natürlich fand ich den Typ toller als toll.
Und meine Krankheit/Sucht, was auch immer, schlug voll zu:
Ich konnte an nix anderes als an ihn denken.
Meine Befindlichkeit, Termine usw. rückten in weite Ferne, ich verlor mich selbst, war nur auf ihn fixiert.
Das ist wahre Besessenheit.
Zum Glück bin ich nicht so daneben, dass ich ihm auch noch ständig Mails/SMS schicke.

Es ist so sonnenklar: Entweder ich such mir einen kaputten Typen, den ich retten kann, also dass ich meine ich bringe ihn wieder auf einen richtigen Weg (Alki, Arbeitssüchtiger, jemanden der Nähe nicht zulassen kann usw.)
oder aber, ich suche mir einen Retter, der endlich all meine Wunden heilt, mir all meine Einsamkeit und Schmerzen nimmt.
Funktioniert beides nicht.
Weil sich da nicht zwei Erwachsene auf Augenhöhe begegnen sondern die alten Eltern-Kind-Rollen weitergespielt werden.
(Ich möcht nicht wissen in wie vielen Beziehungen genau das geschieht! Hier wird das für die männliche Seite beschrieben, aber natürlich gibt es  genauso den Vaterkomplex)
http://mannwerdung.wordpress.com/2009/12/27/oraler-sex-sucht-mutter-und-innere-kinder/

Und ich spürte noch, wie ich beim Date in die Kindrolle rutschte und ziemlich verwirrt und ängstlich war.
Logisch oder, wenn ein innerlich 8-jähriges vor einem 38-jährigen Mann sitzt, der mit einem flirtet.
Also hab ich natürlich einen Cut hingelegt. Beim Date (zum Glück landeten wir nicht im Bett, das wäre die Katastrophe par excellence geworden, weil 8-jährige...Ihr wisst schon) und auch generell, hab ich mich von ihm komplett verabschiedet. Mit dem Grund, dass ich mich in ihn verguckt habe. Stimmt ja auch zum Teil, es fühlt sich aber eher nach jugendlichem schwärmen an. Aber so genau muss der das ja nicht wissen :-)

Einerseits bin ich froh, meine Muster so schnell durchschaut zu haben und mich nicht noch länger gequält zu haben,
andererseits bin ich natürlich traurig "es hätt so schön werden können" klar geplatzte Illusion,
ein kindlicher Teil in mir ist sauwütend, weil ich ihm den tollen "Vater" weggenommen habe und es jetzt wieder allein ist (ich gebe mir Mühe daran zu arbeiten),
ich wiederum bin ein wenig auf den kindlichen Teil sauer, weil es mir die Tour vermasselt hat und echt im ungünstigsten Zeitpunkt auftauchte. Ne noch ungünstiger wäre es im Bett gewesen. UAH!!!

Ein paar Tage wird er mir noch im Kopf herum kreisen,
die Hoffnung, vielleicht wirds ja doch noch was, wird kleiner,
der Schmerz auch
und ich werd mich erstmal weiter um mich selbst kümmern.
Wie gehabt.
Ein Artikel in dem ich mich wiederfand und der das Ganze noch ein wenig mehr erklärt ist hier:
sorry--we-are-closed



Samstag, 27. April 2013

Angekommen

Die Frage bei so einer Hypomanie ist ja immer:
Wo und wie kommt man wieder runter?
Nicht das man das wollen würde.
Aber man ahnt ja im Hinterstübchen, dass es so nicht ewig weiter geht.
Man will deswegen nicht runter kommen, weil es so gut tut, endlich geht alles leicht, man hat Spaß, tut was, kommt raus, fängt Neues an, man braucht wenig Schlaf...endlich fühlt man mal wieder Leben in sich...nach all der schweren Depression.

Meist holt einen die schnöde Realität in selbige wieder zurück.
Übermut tut halt selten gut. Das gilt immer noch.
Dachte, das wäre nur so ein Kinderspruch.
Das blöde ist, dass man nicht in der goldenen Mitte landet, sondern wieder so schnell in den Stimmungskeller rutscht, wo man nicht mal mehr lachen kann.
Von der rasanten Fahrt ist einem erst mal schlecht.
Hat man sich etwas erholt, steht schon wieder die Depression da und frisst einem den Appetit weg.
Depression ist die beste Diät! Stand das schonmal in so einer dummen Frauenzeitschrift? Ich les sowas ja nicht.

Also wieder im Keller, während draußen der Frühling ausbricht.
Soweit ich das im kurzen Überblick gesehen habe, habe ich kein allzugroßes Chaos veranstaltet.
Das sah ja früher immer ganz anders aus.
Die größten Schaden hab ich, wie sooft, mir selbst zugefügt.

Ich glaube so manische Züge sind Abwehrstrategien.
Bevor ich drauf geh, dreh ich lieber auf.
Nur: Die Wunden und die Schmerzen sind danach noch genauso da.
Blöd, dass die so resistent sind gegen alles:
Mit Alkohol kannste die nicht wegsaufen,
mit Geld nicht wegkaufen,
mit Sex nicht wegficken,
mit Gebeten nicht wegschicken...

Freitag, 26. April 2013

Pimp my Bude Teil 1

Aus einer alten, abgefuckten, mit hässlichen Wasserflecken verunstaltete Kommode:



 Wurde:

 Die Schubladen sind pastell-lila, das sieht man nicht so.

Jetzt schau ich sie wieder gerne an, wenn ich daran vorbei gehe :-)

Donnerstag, 25. April 2013

Verwirklichung

Selbstbewußtsein heißt nicht, 
selbstbewußt auftreten, 
sondern sein Selbst bewußt leben.

Leck mich am Arsch, is das ein toller und wahrer Satz dacht ich so, als ich diesen Spruch in einem tollen Laden las.
Es war der Wink mit dem ganzen Zaun.
Und was mach ich?
Verleugne mein Selbst.
Dementsprechend beschissen gehts mir jetzt auch.
Sehr lehrreich.
Manchmal braucht man einfach solche Klopper.
Ich geh mal heulen...

Davor konnte ich mein Selbst noch gut vertreten:
Ich ging zum Bahnhof, als mich ein Typ ansprach, in der Hand eine Bäckertüte mit Breze, neben ihm ein ganzer Korb noch voll mit diesen Brezentüten.

Er fragte mich: "Gehn Sie am Sonntag zur Wahl?"
(vor kurzem war Landratswahl und hier gibt es nun eine Stichwahl).
Ich musste losprusten, brachte noch ein: "Mit Sicherheit nicht!" heraus und ging weiter.

Was für eine billige Nummer. Wähler mit Frühstücksbrezen ködern.
Ich hätt ja auch sagen können: "Geb'n Se mal die Tüte her, zumindest die eignet sich gut als Kotztüte, wenn ich so Typen wie Sie sehe."

Ich war noch nie wählen.
Werde es vermutlich auch nicht.
Ich hab null Interesse daran.
Man möge mir jetzt vorwerfen: Ahja aber die Annehmlichkeiten des Staates genießt du!
Klar, tue ich das, gebe ich auch zu, aber ansonsten soll man mich mit Politik bitte in Ruhe lassen.
Dafür mecker ich auch nicht groß über die ach so blöden Politiker.
Die machen ihre Sache, ich meine.
Die Schnittmenge sollte nur möglichst gering sein, zwischen uns.
Ich bin mit Stammtischsprüchen aufgewachsen.
Auch das brauche ich nicht mehr.

Leben und leben lassen.
Dazu passende Musik. Chilliger Reggae :-)


Mittwoch, 24. April 2013

Be my lover

Das Tolle an so hypomanischen
(http://de.wikipedia.org/wiki/Hypomanie ) Phasen ist ja,
dass ich dann wieder Sachen tun kann, die sonst eher schwierig bis unmöglich sind.

Zum Beispiel wilden, hemmungslosen Sex.

Das Problem: Der fehlende Mann.
Aber daran soll es ja nicht scheitern, dacht ich mir so, gibt doch genug mit gleichem Interesse.
Naja ein wenig passen sollte es schon.
Also guckte ich mal so und...
fand was: Sexy, ohne eingebildet zu sein, respektvoll, humorvoll und an keiner festen Bindung interessiert.
Voila.

Nur: Jetzt kommt er mir mit Zärtlichkeit und Romantik...

Das kann ja heiter werden.

PS: Ich geh ja seit paar Tagen mit folgender Einstellung durch's Leben: Das was ich brauche, bekomme ich.
So. Nimmt sehr viel Druck, Kampf und Krieg!

Mir letztens gedacht, dass ich zum Tanzen, Turnen und manchmal auch sonst so, gerne eine Bolerojäckchen (http://www.easyyoungfashion.de/Bolero-Jaeckchen-tuerkis) hätte.
Da ich mir aber selbst ein allgemeines Kaufverbot (außer Nahrungsmittel/Hygiene ect.) auferlegt habe, musste ich mit den Schultern zucken. Geht nicht.

Heute bei der Tafel:
Da hing es.
Ein Bolerojäckchen.
In dunkelrotem Samt!
Passend zu meinen neuen Stiefeln.
Absolut geil.

Dienstag, 23. April 2013

Sterbende Träume

Was macht man mit sterbenden Träumen?
Ihnen die Hand halten?
Oder ein wenig nachhelfen, damit es schneller vorbei ist?
Und dann? Beerdigen? Verbrennen?

Ich fühle mich in der Trotzphase: Ich WILL aber!!!
Und mein Körper, manchmal auch meine Seele und was weiß ich noch wer, schütteln einfach stoisch den Kopf.
Die Buddhisten würden sagen: Suche die Leere. Werde leer. Nur die Leere ist das wahre Sein, dort findest du Erleuchtung.
Oder so in der Art.
Zumindest mein Kopf könnte echt mal die Klappe halten.
Die Christen würden sagen: Werde demütig und richte dich nach dem Herrn. Nicht dein Wille zählt, sondern seiner. Der liebe Gott hat mit dir schon einen Plan, richte dich danach.
Und ich kotze.
(Ich will hier jetzt keine Religionsdiskussion!)

Die Trotzphase paßt auch ganz gut, denn von dort switche ich zur Zeit mehrmals täglich rüber in die Pubertät und weiter in die Wechseljahre und zurück.
Der Stimmungsstabilisierer  darf sich also in seiner Wirkung ein wenig beeilen.
Was er nicht tut, weil man nur sehr sehr seeehhhhr langsam aufdosieren darf (sprich alle 2 Wochen 25mg erhöhen und die Zieldosis liegt bei 100mg morgens und 100mb abends.
Ich bin grad mal bei 25mg abends).

Ja klar, wer hat schon das Leben, das er sich erträumt.
Die Alleinerziehenden die ich jede Woche bei der 'Tafel' treffe, hatten sicher auch mal dem Traum von der glücklichen Ehe, mit Haus im Grünen und zwei wundervollen Kindern, als sie vorm Altar standen.
Nun steht sie etwas unglücklich jede Woche in der Schlange vor der Lebensmittelausgabe, ohne Mann dafür im Sozialbau und mit zwei Kindern, wovon eines hyperaktiv ist und das andere klaut, stiehlt und schlägt.

Also gut. Alle meine Träume gehen Stück für Stück den Bach runter.
Und nu?

Kommt mir noch einer mit dem blöden Spruch, dass man seine Träume leben soll und nicht sein Leben verträumen...
dem polier ich die Fresse.

Schönen Tach auch.

Montag, 22. April 2013

Freiwilliger Abschied der Ehre

Wie hier:
http://regenfrau.blogspot.de/2013/03/damit-das-mal-klar-ist.html
schon mal gezeigt: Mach ich es mir nun selbst recht.
Denn nur ich kann es. Kein anderer. Ein anderer kann mir vielleicht dabei helfen, aber...
Wie las ich letztens in dem alten Kliniktagebuch:
Da gab es einen großen Spiegel im Eingangsbereich und da stand oben drüber:
Hier siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.
Oh, da standen immer viele Menschen, sehr nachdenklich, davor.

Na nu, also gut, ich bin für mein Leben verantwortlich.
Das heißt im Klartext:
Ich habe im Moment, ach schon seit vielen Jahren, unter starker Erschöpfung zu leiden. Ich habe sehr wenig Kraft. Und die wenige Kraft die ich habe, verschleuderte ich an andere Menschen.
Das war nicht ehrenwert oder gnädig oder lobenswert,
das war schlicht: dumm.

Heute war ein weiterer Meilenstein, in der Sache:
Ich gestalte mir mein Leben so, dass es für mich bekömmlich ist.
Ich habe die Seniorenfahrten komplett abgegeben.
Natürlich waren die nicht begeistert. Personal für umsonst (Ehrenamt) noch dazu ein sehr zuverlässiges, freundliches, alles mitmachendes (Coabhängigkeit halt...) gibt man nicht so gern her.
Erstaunlicherweise habe ich kein schlechtes Gewissen.
Das ist neu.
Was mich aber noch kurz grübeln ließ: Sollte ich nicht doch wieder...war ja auch gut...half mir ja auch...usw.
Ja, für letztes Jahr traf das zu. Es half mir wieder ein wenig zurück ins Leben zu kommen. Mir ein wenig Selbstvertrauen zu geben (ich kann noch was!). Meine soziale Phobie zu verjagen und ein paar sehr lustige und nette Begegnungen mit Menschen zu haben.
Aber jetzt kommt was anderes in mein Leben.
Es gibt auch da halt nur begrenzten Platz.

Ich fühle mich leicht...
und gut!

Sonntag, 21. April 2013

Sonntagsspruch

All die Jahre hoffen wir, 
jemanden zu finden, der uns versteht,
jemanden, der uns so akzeptiert wie wir sind, 
jemanden, der die Kraft eines Zaubers besitzt, um Steine zu Sonnenlicht zu schmelze,
der uns Glück statt Plagen bringt,
der nachts unseren Drachen die Stirn bieten kann
und in der Lage ist, uns in die Seele zu verwandeln,
die wir gerne sein möchten.

Gestern erst stellten wir fest,
dass dieser magische Jemand das Gesicht ist,
das wir im Spiegel erblicken:
Wir sind es und unsere selbstgefertigten Masken.

All diese Jahre... und endlich sind wir uns begegnet.
Stell Dir das bloß mal vor!

Dieser Spruch begleitet mich schon seit vielen Jahren.
Er ist von Richard Bach aus dem Buch *Heimkehr*.
Er schrieb auch die Geschichte mit der Möwe Jonathan.

Euch allen einen schönen Sonntag
mit Euch selbst :-)

Samstag, 20. April 2013

Der Rest deines Lebens beginnt JETZT

Ich lass mich heut durch diesen Tag treiben.
Diesem naß-kalten Samstag.
Ich mach mal dies und mal das und übe mich in heiterer Gelassenheit.
Dazu hilft mir ein Buch von der sagenhaften Luisa Francia.
Es ist jetzt mein 5. oder 6. Buch das ich von ihr lese und jedes war zauberhaft!

Diese bayrische Frau die selber denkt, ihre eigenen Werte festlegt, sich nix sagen lässt, manchmal frech, manchmal derb, meist aber eben heiter gelassen durchs Leben schreitet.
Die einen goldenen Humor besitzt und seit vielen Jahren in der Frauenbewegung aktiv ist.
Klappentext:
Dieses Buch will Gewohntes auf den Kopf stellen, alle Wahrheiten einmal durchschütteln und auch nicht-spirituellen Menschen Lust auf andere Welten machen.
Und das gelingt!
Locker schwebt sie von einem Thema zum nächsten.
Von Gefühlen über Machtstrukturen, bis hin zu Science-fiction-Filmen.
Von Tanz zu Illusionen über die Natur und Politik.

Natürlich darf, wie immer bei ihr, die Magie nicht fehlen.
Die wird herrlich bodenständig mit hineinverwebt und dazu gibt es nach jedem Kapitel eine Anleitung für ein Ritual.

Ihren trockenen Humor zeigt sie u.a. auf S. 114.
Es ging um den lieben Gott und was wir uns da eigentlich einbilden:

Ich glaube dieses riesige Wesen hat mich angesehen,
sagte die Ameise zu ihrer Freundin, als ein Mensch über den Ameisenhaufen stieg.
Deine esoterischen Anwandlungen nerven mich, sagte die Freundin. 

Danach ging ich gestern abend kichernd ins Bett.

Nachtrag:

Heute Nachmittag kramte ich ein altes Tagebuch hervor.
Eines aus der Zeit, in der ich das erste Mal in einer psychosomatischen Klinik war.

In einer Stunde Gruppentherapie meldete ich mich, weil ich an einem Thema arbeiten wollte.
Und zwar die Beziehung zu meiner Schwester. Wie sie mich immer nieder machte und richtig böse wurde, wenn ich etwas nicht tat, was sie von mir verlangte und das ich das Gefühl hätte, mich immer rechtfertigen zu müssen.
Im Grunde wollte ich, nach alter Coabhängigkeits-Tradition, nur wissen, was ich tun müsse, um meine Schwester zu ändern.
Damit sie lieb zu mir ist und mich mein Leben so leben lässt, wie ich es für richtig halte.

Ich stand also in der Mitte des Stuhlkreises (das war da so üblich) und sah erwartungsvoll den Therapeuten an.
Er: "Ich geb Dir einen Satz. Den sagst du dann laut zu jedem Einzelnen hier im Raum. Er lautet:
Ich nehme mich so an wie ich bin und es ist mir egal, was du dazu meinst!
"Nein!" sagte ich, "Du hast mich falsch verstanden."
Ja es wurde sich geduzt.
(ich muss grad so lachen, natürlich hatte er Recht, aber das verstehe ich auch erst heute. 5 Jahre später!)
Er blieb aber ruhig: "Nene, mach mal!"
Ja pffff was blieb mir übrig, 30 Augen starrten mich erwartungsvoll an und der Therapeut schien innerlich gar nicht mehr anwesend zu sein.
Also sah ich dem Ersten in die Augen, holte tief Luft und fing an: Ich nehme mich so an....
Sehr mühsam brachte ich das hervor. Sehr mühsam. Beim fünften Mal brach ich ab und versuchte es noch einmal: "Das ist der falsche Satz!"
Der Therapeut winkte nur ab.
Als ich die Runde endlich durch hatte, teils mit Tränen, teils stotternd, teils mit erstaunlicher Stärke, war ich so froh.
Der Therapeut ganz gelassen: "Mach nochmal ne Runde!"
Ich hab ihn verflucht und innerlich alle Schimpfnamen an den Kopf geworfen.

Ich war damals noch sehr in der Kindrolle.
Es war für mich gefühlt immer noch existenzbedrohend (obwohl schon 10 Jahre nicht mehr zuhause lebend) mich anzunehmen, meine Gefühle zu fühlen und das zu tun was mir gut tat!
Es war ja strikt verboten. Ich musste ja zur Verfügung stehen. Zur Erfüllung der Bedürfnisse der Anderen.

Wie gesagt, heute (damit meine ich diesen Sonntag) kann ich lachend sagen:
Ja ich nehme mich so an wie ich bin, mit all dem Schmerz, meinen Ängsten, meinen Gaben, meinen Meinungen, meinen Wünschen und Bedürfnissen, meiner Wärme und Liebe, meiner Fülle und Traurigkeit. 
Und wenn dir das nicht paßt, ist das dein Problem.
Es ist unglaublich befreiend!

Ich stehe zu mir. Wer tut es sonst?
Komme was da wolle.

Freitag, 19. April 2013

Sind wir nicht alle ein bisschen Chemie?

Jedes Quartal aufs Neue:
Heute war wieder die Vorsprache beim Psychiater. Wir haben uns ja geeinigt, dass ich mich nun alle 3 Monate blicken lasse und kurz Bericht erstatte.
Ich mag den Typ, der ist nicht viel älter als ich und manches mal bin ich schon ein wenig verliebt in ihn.
Also bot ich ihm ein paar gute Stimmungsschwankungen an.
Da lachte er.
Und dann wurden wir wieder ernst. Das ist nämlich echt anstrengend, wegen nix fühlste dich völlig euphorisch und wenige Stunden heulste rum, wieder wegen nix.

Da kannste ja nix planen, bist völlig unberechenbar und nicht wirklich vertrauenswürdig.
Vor allem verwirrt es mich.
Ich weiß nicht: bin ich das oder die Krankheit? Wirst hin und her geworfen, im Wechselbad der Gefühle.
Inzwischen glaub ich eh immer mehr, dass es nur auf die richtige Zusammensetzung der Botenstoffe, Hormone, Transmitter, Aminosäuren und Mineralien ankommt.
Ja vielleicht kann ein wenig Verhaltensänderung nicht schaden und sicher auch das sich selbst akzeptieren und annehmen.
Aber das ewige Therapeutengeschwafel bringt mir im Endeffekt nicht viel.

Fakt ist aber auch, dass ich jahrelang unter extremen emotionalem Streß litt und der fräst sich kreuz und quer durchs Hirn und hinterlässt eben auch Spuren.
Die kann man nicht wegreden.
Die Hirnforschung bringt da zur Zeit wirklich interessante Fakten heraus.

Also ging ich heute mal wieder (nach Jahren der Psychopharmakaabstinenz) mit einem Rezept hinaus:
Einem Antiepilektikum als Stimmungsstabilisierer.
Und wie ich gerade las:
Wurde mit diesem Medikament auch wieder einige Depressive glücklicher.

Na dann schau ma mal...


PS: Heute morgen hatte ich dicke Möpse :-)
Ich setzte mich in die Bahn und meine Jacke wölbte sich obenrum nach außen. Ich ließ es. Wollt mal sehn, wie das so ist.
Wobei ich keinerlei Probleme mit meiner Oberweite habe.
Kurz drauf saß ein Mann neben mir.
Der schielte immer so komisch rüber.
Dann sah er mir ganz ungeniert immer wieder und doch recht lange auf meine neue Oberweite.
Boah, is das ätzend. Ich kenn das nicht (und brauch es auch nicht).
Ich kenn nur, dass mich Männer sehen und dann wandert der Blick erstmal nach unten. Nach ganz unten.
Die wollen sehn, welche hochhackigen Schuhe ich denn trage, um so groß zu sein. Doch sie sehen nur flache Schuhe und dann wandert der Blick wieder nach oben. Meist ungläubig.
Da grins ich immer :-)
Jedenfalls wurde mir mein glotzender Nachbar langsam zu blöd und so drehte auch ich den Kopf ganz zu ihm und glotzte ihm auf sein Handy, dass er natürlich im Schoß zwischen seinen Beinen hielt
 und verfolgte was er denn da zwischen den Glotzpausen so schrieb, klickte und drückte.
Muss ein nettes Bild abgegeben haben.

PPS:
Gerade gesehen, dass ich gestern Therapie gehabt hätte!
Ich dachte die Frau sei schon längst im Urlaub. Schöne Scheiße.
Ich flipp aus.
Wozu der ganze Technikkram, wenn nix funzt?
Da nutz ich den Dreck und will per SMS informiert werden, wenn mir die Thera ne Mail schickt und was ist?
Schweigen im Handyland.
Ich wollt ihr noch was schreiben. Hätte ich es mal getan. Dann wär klar gwesen, dass wir noch einen Termin haben.
Man ej, da kann mich jetzt nicht mal das naßgraue Wetter erheitern.

Donnerstag, 18. April 2013

Soll nicht sein?

In der Esoterikszene bzw. auch in den 12-Schritte-Gruppen heißt es oft: "Dann soll es nicht so sein" oder: "dann hat die höhere Macht was anderes für dich vor."
Ich muss(te) oft bei diesen Aussagen meine Stirn in Falten werfen.
Das klang nach einer ach so perfekten Ausrede:
Aus dem Job geflogen? "Na, dann war's wohl nicht der richtige."
Ein Typ versetzt dich? Siehe oben.
Prüfung vergeigt? "Na, soll wohl nicht sein."
S-Bahn verpasst: "Na, wer weiß wozu das noch gut ist."
Ich merke, da kommt Wut in mir hoch. So klangen auch all die Vertröstungen von früher "is ja nicht so schlimm, biste Oma bist"...usw

So. Ich gestern: Räume das neue Regal ein. Dazu musste ich kurz mein Telefon umstecken, um dem Kabelsalat in den Griff zu bekommen. Als ich es wieder anschließe zeigt es: Ein neuer Anruf.
Ich klicke auf Datum/Uhrzeit: 7.April 10:30.
An diesem Tag wurde mir dieser Anruf NICHT gezeigt.
Und wer war das?
Das Frauchen vom Hund, sie wollte mir da sagen, dass sie in 2 Stunden zum Tierdoc fahren, um den Hund einschläfern zu lassen.
Ich hätte mich also noch verabschieden können.
Ich glaubte ihr ja nicht, als sie erwähnte, dass sie mich nicht erreicht habe.

Die letzten 10 Tage lamentierte ich innerlich:
Hatt wohl so sein sollen. Wer weiß wozu das gut war. Zum Schluß wär ich noch zum Tierdoc mitgefahren, was mich erst recht verstört hätte, hat schon alles so seine Richtigkeit. Jetzt ist eh vorbei, die Zeit kannste nicht zurück drehen, hast dich ja verabschiedet, wußtest nur nicht, dass es für immer ist, hast ihn so wenigstens gesund und munter in Erinnerung....
Wahnsinn, was sich der Verstand alles zusammenreimt!

Und da merkte ich: Solche Aussagen sind auch super, um die Wut und den Schmerz nicht fühlen zu müssen!
Ich bin, verdammt nochmal saugrantig auf dieses Scheißtelefon, das schon öfters Nachrichten verschluckt hat!!! Himmelarschundzwirn!!!

Ich mag jetzt diese oben genannten Sätze nicht grundsätzlich verteufeln. Es hilft manchmal auch wirklich, um sich wegen unnötigem Blödsinn nicht aufzuregen und seine Nerven zu schonen.
Ich mag nur genauer hinschauen, wann ich meine Gefühle damit unterdrücke und wann es auch mal gut ist, gelassener zu sein.

Und sonst so, zum 1.:
Wer sagt, dass Äußerlichkeiten nicht glücklich machen?
Mich macht mein neues Handy glücklich. Ich bin ja die Fraktion: Egal welches Modell, hauptsache ich kann man telefonieren/simsen.
Jetzt hab auch ich Musik und ne Kamera im Handy :-)
Wenn ich es nun noch öfter mitnehmen würde, hätte ich Euch den heutigen Sonnenaufgang bei der Hochzeit zeigen können.
Der war verschleiert, aber richtig schön.

Und sonst zum 2.:
Gestern mal wieder einen High-Energy-Tag gehabt.
Da geh ich ab wie Lucy: kein Mittagsschlaf, irgendwie gar keine Pause und mal wieder 6 Stunden am werkeln, fast schon zwanghaft.
Inklusive manischem abtanzen zu einem '98er Bailando-Summer-Mix.
Anscheinend kann ich es nicht anders.
Heute bin ich dafür wieder tot.

Wer auch abtanzen mag: war zwar ein anderer, aber hört sich ja eh alles ähnlich an.

http://youtu.be/0oi3BufF_Y4

Mittwoch, 17. April 2013

Tafelgespräche

Die Leitung bei der Tafel hat da ja ein persönliches Ding am laufen.
Es gab schon einige Situationen, in denen man merkte, wie sehr sie (vergeblich) meint, durch ihre (angebliche) selbstlose, ehrenamtliche Arbeit dort, Liebe und Anerkennung zu bekommen. (was ich nicht verurteile, ich habe es teils nicht anders gemacht, es fällt bei dieser Frau nur so extrem auf).

Ein Beispiel:
Vor paar Wochen verkündete sie strahlend mit erwartungsvollem Gesichtsausdruck, dass sie 2 Wochen auf Madeira geurlaubt hätte.
Und dann war es... still.
Keiner sagte irgendwas
es kam auch kein: "oh wie toll!" oder "oh wie schön!" oder so was ähnliches.
Doch, die neben mir murmelte was von: "Haha, hätt ich auch gern mal wieder..." Ich nickte ihr zu.
Urlaub können die meisten noch buchstabieren, aber ihn schon lange nicht mehr haben!
Doch Miss Leitung merkt ihren Fehltritt noch nicht mal.
Ihre Mundwinkel wanderten nach unten, wie bei einem enttäuschten Kind und sie tat  ihre Arbeit weiter, wie bisher.

Auch toll war folgende Begebenheit:
Eine Frau ging zur Leitung ins Büro und ließ die Tür offen, sie unterhalten sich, plaudern, quatschen, lachen. Das Thema, dass nur noch die Ortsansässigen kommen dürfen kommt auf den Tisch. Am Ende sagt die Leitung dazu:" Jetzt sind wir wieder eine kleine Familie!"
Ich hätt kotzen können, aber die Frau meinte das wirklich so!!!
So ganz in der Realität ist die Frau (Leitung) jedenfalls nicht.

Heute war sie sowas von stocksauer, dass sie tatsächlich verkündete: Wir können sie mal alle am Arsch lecken!
Auch das brachte witzigerweise keinerlei Reaktion der ca. 30 Anwesenden hervor.
Wir gehen nicht zur Tafel, um eine wie auch immer geartete Beziehung mit der Leitung zu führen, sondern um günstiger einzukaufen!
Auslöser war die Raffgier weniger Einzelner, die sich nicht an die Vorgaben halten: nicht mehr als 4 Artikel aus der Kleider/Sonstiges-kammer bzw. diese gerne mal auf dem Flohmarkt weiter verkauften.
Tja jeder versucht halt auf seine Art und Weise über die Runden zu kommen.

Ich hab heut auch so paar blöde Sprüche aufs Tapet gebracht:
Die Ausgeberin fragt mich: "Kinder?"
Ich schüttel den Kopf.
"Katze?"
Ich schüttel wieder den Kopf und sage: "Aber Schulden!"
Sie grinst und packt mir 2 Marmeladengläser in die Tüte.

Später beim Gemüse.
Ich verstau Tomaten, Karotten und Gurken, da fragt mich die Ausgeberin:
"Ham se noch ne Tüte? Für'n Salat?"
Ich kram in meinem Rucksack und antworte ihr:
 "Logisch, is ja nich so wie bei armen Leuten!"
Wir haben dann beide sehr gelacht :-)

Dienstag, 16. April 2013

Depressionskost


 Manchmal da liege ich so da und stelle mir vor, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nur etwas wachere, gesündere Eltern gehabt hätte.
Sicher, das mag Selbstzerfleischung sein, diese "was wäre wenn-Frage", aber manchmal beruhigt es mich auch. Wahrscheinlich weil die Phantasiewelt mir Sicherheit bietet und mich oft genug gerettet hat.

Gestern stellte ich mir so vor, wie mein Talent zu Tanz, Bewegung, Sport erkannt und gefördert worden wäre. Da fühlte ich: Das wäre "meins" gewesen.
Ich spürte: ich würde gern mehr in diese Richtung machen, muss ja nicht gleich beruflich sein...
Nunja die Ideen dazu habe ich schon lange. Seit Monaten will ich endlich mal zum Nia-Tanzkurs
( https://www.youtube.com/watch?v=ACQELj8O6s0 )
hab auf die schnelle kein besseres Video gefunden.
Es hapert nur an der Umsetzung.
Wegen extremer Kraftlosigkeit, Ängsten (gut denen könnte ich mich mal stellen) und aber auch: weil das alles abends ist und ich im Moment gegen 20h ins Bett falle.

Das andere was ich auch gern machen würde: turnen. Ja, ich würde freiwillig und gerne wieder in eine Schulturnhalle gehen, um an den Geräten zu turnen! Mir machte fast jeder Schulsport Spaß.
Und auch heute probiere ich in diese Richtung gern Neues aus!
Gestern fand ich einen Kurs in dem man Trampolinspringen kann. Geil! Wär auch relativ nah und sage und schreibe 9,- Mitgliedsbeitrag im Monat!!! Und das in München :-)

Und dann holt mich die Wirklichkeit ein:
Der Gang zum 500m entfernten Paketshop lässt mir die Ohren zufallen, weil zu viel Streß, zu viel Erschöpfung.
Eigentlich wollte ich heute auch in die Bücherei und schwimmen.
Dabei kann ich mich kaum gerade halten.
Akzeptanz...wie soll das gehen? Ich will so viel machen und kann nicht.
Lebendig begraben. Gefesselt. Füße einbetoniert.

In schweren Depriphasen könnte ich mich nur von Fett und Zucker ernähren. Mein derzeitiges Lieblingsfrühstück und Snack zwischendurch: Nusszopf mit viel Butter und einer dünnen Schicht Himbeermarmelade! Zum reinlegen!

Eine Erklärung fand ich natürlich auch:

"Damit das Tryptophan aber überhaupt ins Gehirn gelangen und dort in Serotonin umgewandelt werden kann, ist Insulin nötig. Das wiederum wird am schnellsten und in großen Mengen vor allem dann ausgeschüttet, wenn wir stark zuckerhaltige Produkte essen.

Denn im Gegensatz zu Brot, Pasta oder Gemüse, deren Stärke erst aufwändig in den Kohlenhydratbaustein Glukose aufgespalten werden muss, gelangt Zucker sofort ins Blut.

Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt rasch an, Insulin wird verstärkt zum Transport der Glukose in die Zellen freigesetzt - und das Tryptophan kann ungehindert die Hirnregion erreichen.
In ähnlicher Weise unterstützt übrigens Fett den Weg des Eiweißbausteins - weswegen manche bei Heißhunger auch gern zu Chips oder Ähnlichem greifen.
Doch für viele - vor allem Frauen - ist Schokolade, die ja vorwiegend aus Zucker und Fett besteht, die ideale Kombination, um mit dem Serotoninspiegel die Laune zu heben"

Montag, 15. April 2013

Die Spaß, der Geld und das Familie

Ein bisschen Spaß muss sein...*im tiefsten Brustton sing*
Natürlich fiel mir gestern auch die Liste mit "was mir gut tut" in die Hände.
Und ich merkte: es fällt mir sehr schwer, einfach was zu machen, was mir Spaß macht.
Und mir fiel auf, dass s-o-f-o-r-t der Leistungsgedanke da ist:
Radl fahrn? Klar, aber nicht unter unter 1000km im Jahr und nie unter 18km/h!!!
Schwimmen? Gern doch, aber nicht unter einer Stunde stramm die Bahnen ziehn!!!
Malen? Ui gerne, aber dann doch gleich eine Karte!!!
Ich schiebe schon seit Monaten Veranstaltungen auf, bei denen ich einfach Spaß haben könnte!!!
usw...
Ich dachte, ich hätte das mir dem *sich Gutes tun* schon besser drauf.
Tja, so kann man sich irren.

Da saß ich gestern am Boden und überlegte: Was kann man einfach tun, aus Spaß? Sowas wie ins Konzert gehen, Karneval und...?
Ja dann wurde es schon knapp mit den Ideen.
Von daher: Was macht Ihr einfach so, aus Spaß, bei dem nicht das Ergebnis/Leistung zählt?
Ích könnt ja jetzt einfach den Tacho vom Rad nehmen und mir vornehmen, ab sofort 15 Minuten zu schwimmen und dann 1 Std. im Whirlpool liegen (im Moment ist es andersrum).

So und dann hab ich mal wieder kapituliert:
Meine Kaufsucht wurde ja die letzten Monate wieder ausgeprägter und irgendwie kann ich erst dann stoppen, wenn gar nix mehr geht.
Letzte Woche sah ich es schon: Mist, das gibt ne Mahnung, wenn nicht gar zwei. Und das ist für mich ein Zeichen von Kontrollverlust über meine Finanzen.
Heute morgen kam dann ein Engel, in Form eines Käufers für meine Kamera. Hurra, keine Mahnungen.
Trotzdem bin ich jetzt wieder wach und klar und das große STOP ist wieder aktiv. Jetzt ist Schluß!

Und weil sie Sonne gar so schön *hust* scheint, hab auch ich missmutig meine Sommersachen aus dem Keller geholt.
Und was find ich da? Ein Shirt von meiner Schwester:

Das fand ich damals schon so beknackt, als ich es bekam.
Aber als brave Schwester nimmt man es an und denkt sich: Naja für daheim tut es schon.
Aber der Satz: "Happy when you are happy" ist sowas von coabhängig, dass es ja ganz aus ist.
Versteht mich nicht falsch: Natürlich kann man mit-fühlen, von mir aus auch mit-leiden, wenn der Liebste total geknickt durchs Haus schlurft.
Es geht generell darum, sich nicht zu sehr und immer (!!) von den Gefühlen/Tätigkeiten der anderen durcheinander bringen zu lassen.
Also: bei seinen eigenen Gefühlen bleiben.

Es gibt aber Familien (hier!meine!) die das verbieten (natürlich nonverbal ect.), da kann es dann sein, dass Eltern und Schwester einfach dauernd miese Laune haben, daheim rumhocken und saufen und dann kommt Klein-Regenfrau daher: fröhlich, abenteuerlustig, auch etwas frech und verkündet lachend: "Leute, ich gönn mir Weihnachten/Sylvester/Sonnwend/Geburtstag auf ner Alm!"
Brauchste aber nicht glauben, dass sich auch nur einer mitfreut.
Wär ich eine brave Tochter gewesen, hätt ich mir auch ein Weißbier geschnappt, die Mundwinkel in den Kniekehlen eingehängt und vor mich hingebrummt.

So aber... zog ich blökend, als schwarzes Schaf dafür glücklich, auf die Alm ;-)

Sonntag, 14. April 2013

Schönen Sonntag

(klick drauf, dann wirds größer)

Den Blog *drüberleben* von Kathrin Weßling habe ich eine zeitlang mitgelesen. Ihr nun erschienenes Buch noch nicht.
Aber ich finde es auch so bemerkenswert, wie man nicht jammerig über Depressionen schreiben kann!
Ich kann das nicht. Ich bin jammerig.
Draußen ein typisch weiß-blauer Himmel, Temperatur über 23 Grad und Sonntag.
Mal wieder mein ganz persönliches Horrorszenario.
Und das i-Tüpfelchen, um mich nun völlig elendig zu fühlen.
Darf ich präsentieren:
Einen wunderbar ausgewachsenen Depri-Schub.
Hurra. Letztens schon wollte ich mal meinen Seelenordner in den Keller verfrachten ala:"brauch i nimma!".
Ja nu, heute wurde er gebraucht: Telefonnummer Krisendienst.

Wenigstens weiß ich den Auslöser (Überforderung plus Streß).
Sprich: schon seit Monaten nicht "nein sagen können" plus plötzlicher Tod des Hundes plus ewiglange Therapiepause istgleich mist!

Es ist eigentlich immer der gleiche Auslöser.
Ich vertrage keinen Streß mehr.
Davon hatte ich echt genug.
Deswegen werd ich mit Sicherheit auch in keine Klinik gehen, weil das nochmal Streß wäre.
Das weiß ich nun alles nach jahrelanger Deprierfahrung. Immerhin. Selbst so ne Scheiße ist noch für was gut.

Ich weiß nun auch was zu tun ist:
- Nicht zu weit voraus denken (jetzt erstmal diese Woche überstehen, mit Sonne pur. Freitag hab ich Termin beim Psychiater und ab Samstag kommt Regen!)
- Auch nicht zu allgemein denken (eh alles kacke und wozu noch leben ect. sondern mir klar machen, dass es die Krankheit ist, im Moment ein Schub da ist, ich im Grunde aber gern lebe und richtig Böcke auf so viele Sachen hätte, wenn ich könnte...)
- Mir kleine Dinge vornehmen (erstmal aufstehen, duschen, viel Zeit nehmen, keine Hektik, auch kl. Aufgaben vornehmen, aber ohne Zwang diese erfüllen zu müssen. Ich möchte also schon gern mit der Kommode fertig werden, aber nicht an einem Tag. Auch wichtiges von unwichtigem trennen: was muss jetzt wirklich? Papiere fürs Sozialamt abgeben. Was kann warten? Vorhang nähen lassen.
- Ganz wichtig: Druck rausnehmen!!! Ich muss jetzt erstmal gar nix. Weder braun werden, noch Eis essen gehen, noch sporteln, noch...
- Hoffnung behalten, dass es bald auch wieder vorbei ist.

Samstag, 13. April 2013

Entscheidung

Gestern...ich lag so im Bett und dachte so vor mich hin,
überkam mich die Trauer und der Schmerz und das Wehklagen mal wieder.
Kein Hund mehr...
Dann kam Akzeptanz: Ja so ist das jetzt.
Und die wollte ich nicht haben, die Akzeptanz.
Ich wollte jammern, heulen, kreischen...mich so richtig hinein steigern.
Doch da wurde ich aufmerksam: Was bringt mir das? Das Drama noch künstlich hoch zu pushen: Noch mehr Schmerz, noch mehr Wehklagen, noch mehr Verzweiflung.
Also ging ich wieder zurück zur Akzeptanz:
Ja, der Hund ist nicht mehr da.
*tief durchschnauf*

Dann kam Dankbarkeit: das ich den Hund fast genau 1 Jahr lang haben durfte, alle 4 Jahreszeiten einmal durch. Ich wurde dankbar, dass ich für etwas, was ich liebe, auch noch Geld bekam.

Dann kam die Freude:
über all den Spaß den ich mit ihr hatte,
über ihre Tollpatschigkeit,
zu sehen wie sie sich jedes mal wieder übers hinausgehen, den Ball, das Wasser, den Schnee freute,
über ihre Sanftmütigkeit (sie wollte anderen Hunden die vor Angst bellten immer helfen, sie ging immer ganz sachte auf sie zu),
über ihre riesigen Schlappohren die im Wind so vor sich hinsegelten, darüber wie sie immer losgaloppierte und mittendrin aber mal schauen wollte, ob ich noch da bin, da kam sie oft ins stolpern :-)
wie ich ihr einmal beim kraulen sagte, dass sie jetzt aber auch genüsslich schnurren müsste, wie eine Katze und aus ihrem Bauch kam ein tiefes grunzen :-)
darüber wie sie immer langsamer wurde und wirklich an jedem Grashalm schnupperte, wenn sie merkte: es geht wieder @home
dass sie an Sylvester bei mir war,
und auch an ihrem letzten Geburtstag,
dass sie mir die Themen loslassen und vertrauen näher brachte
dass sie immer so quietschte, wenn sie sich besonders freute,

und einmal...da hörte ich sie sogar bellen!

Die Dinge mal anders zu betrachten, kann ungemein helfen.
Ganz nach dem Gelassenheitsspruch:
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann!

Donnerstag, 11. April 2013

Mehr als überleben

Nix Erkältung.
Mein ganz persönlicher Super-Gau mal wieder.
Wenn Ohrenbrummen und andere Streßreaktionen nicht fruchten, schickt mir mein Körper Fieber mit entsprechender Apathie, Kopfweh und absoluter Schwäche.
Mein Körper hat keine Energie mehr.
Nur noch für die Dinge die zum überleben notwendig sind:
Für Atmung, Kreislauf, Herz und Hirn...wobei ich das mit dem Hirn bezweifle...

Die Rollos bleiben heut unten.
Jeder Schritt, jeder zusätzliche Reiz ein zuviel.
Nur schlafen, essen und atmen.
Ich schaufle Unmengen an Lebensmittel in mich hinein.

Ich hab schon zu viel Energie in meinem Leben verbraucht.
Meine Geschichte würde für 3 Menschen reichen.
Aber ich habe nicht die 3-fache Lebenskraft vom lieben Gott mitbekommen.

Die Therapie fiel da heute natürlich aus.
Was mich immens ärgert, weil ich die gute Frau echt gebraucht hätte und wir uns nun erst nach 5 Wochen wieder sehen.
Schöne Scheiße!

Inzwischen weiß ich, wie ich in solchen Zuständen mit mir umzugehen habe: 3-4 Tage absolute Ruhe.
Blöd nur, dass ich morgen zum Doc muss, wegen dem Attest für die Therapeutin.
Und noch blöder, dass übermorgen Besichtiger in meine Wohnung kommen, weil diese verkauft werden soll.

So und jetzt warte ich noch bis die Geschirrspülmaschine fertig ist.
Was bin ich froh, die nie verkauft zu haben.
Ein Segen!

Mittwoch, 10. April 2013

Auch schön...

Es gibt aber auch liebe Menschen,
die mir erheiternde Post schicken:


Und in der Post lag noch was:
Ich bestellte vor paar Tagen ein 4GB Micro-SD Karte fürs Handy.
Eine 8GB-Karte bekam ich. Zum selben Preis.
Wie schön ;)

Außerdem war die Tafel heute reichlich gedeckt, inkl. leckerem Erdbeerkuchen! Ich zog eine kleine Nummer, musste kaum warten und hatte lachende Begegnungen!
Auch schön!

Ja, es geht mir wieder recht gut. Ich trau der Sache noch nicht, denke dass das *dicke Ende* noch kommt.
Aber warum? Es kann doch auch einfach gut sein.
Körperlich schramme ich an einer Erkältung (hoffentlich vorbei).
Je länger ich was tue desto mehr Kopfweh und schnupfiges Gefühl, außerdem: Eisfüße.
Deswegen gehts wieder ab ins Bett.

Montag, 8. April 2013

Goodbye... weltbester Hund

Immer wieder erstaunlich was ein Mensch so zusammenheulen kann.

Die schreckliche Verzweiflung ist einer stillen Trauer gewichen.
Ich vermute, da platzen immer wieder alte Verlassenheits-Einsamkeitswunden mit auf.

Außerdem sickerte immer mehr ins Bewußtsein, dass ein großer Pfeiler meines derzeitigen Lebens weggebrochen ist. Und das wo ich eh gerade mehr als unstabil bin.
Ich weiß, dass etwas neues kommen wird. Da bin ich mir sehr sicher, aber die Leere erstmal aushalten, birgt auch Unsicherheit.

Nach dem mühsam hinunter gezwängten Frühstück durfte ich feststellen, dass meine Umgebung schlecht mit Tod und meiner Verzweiflung umgehen kann.
Kann ich ja bei anderen auch schlecht. Was sagen? Umarmen? Worte sind so leer...Was tun? Man fühlt sich hilflos.

Also fragte ich das Ex-Frauchen ob sie denn gerade Gesellschaft vertragen könnte? "Klar, komm vorbei!"
Boah wie muss es ihr erst gehen? Kein Hund mehr in der Wohnung, kein Gassigehen, kein füttern, kein schmusen...nach 13 Jahren Hunde-Alltag.
Ihr Freund war auch da. Wir sahen alle aus, wie man eben aussieht, wenn man die ganze Nacht nicht schläft und dafür weint.
Ich muss wohl gestern ziemlich desolat gewirkt haben, denn SIE wollte MICH besuchen und paar Blumen vorbei bringen.
Na gut, dass ich schon heule. Wie schräg ist die Welt?

Wir plaudern locker und zwischendrin (wohldosiert!) erzählen wir uns Geschichten: wie wir den Hund wahrnahmen, was wir mit ihr erlebten, wir lachen sogar.
Es tut gut, gemeinsam zu trauern, ich habe das so noch nie erlebt.

 Morgen werd ich erstmal in den Wald fahren, ihren Ball vergraben und mich von ihr verabschieden.
Ich bin dankbar so ein tolles und schönes Jahr mit ihr erlebt zu haben!
Danke, süße Maus!

Sonntag, 7. April 2013

Ruhe in Frieden

Am Donnerstag haben wir noch mit dem Ball auf der Wiese herum gealbert.
Danach hast du mir 3 Leckerlie abgeluchst.
Ich hab dich noch ganz lange gekrault.
Gab Dir ein Küsschen auf den Kopf (was ich nie machte!!!).
Dir ein *Tschüß* und *bis Montag* zugerufen und bin gegangen.

Heute Mittag bist du in den Hundehimmel hinauf gefahren.
Ich kann es noch gar nicht fassen.
Du wirst mir fehlen.
Sehr.

Deine Gassigeherin


Iiiihhh Gefühle!

Ich könnte Jahre durch schlafen.
Habe ich das Gefühl.
Wäre ich dann mal wieder einigermaßen fit?
Heute wollte ich mal nix machen, obwohl so viel in der Wohnung herum liegt, was getan werden müsste.
Stattdessen wanderte ich von der Couch ins Bett und zurück.
Nein, dazwischen noch in die Küche.
Ich könnte auch Jahre durch essen.
Habe ich das Gefühl.

Aber in mir treibt die Unruhe.
Also male ich zumindest die zwei Dekoblumen fertig.
Das allein erschöpft mich schon wieder so sehr, dass ich weitere 1,5 Std. tief schlafe.

Ich merke, dass all der Aktionismus mit der Wohnung, sie teilweise neu einzurichten und neu zu dekorieren, nur eine Abwehrstrategie ist. Gegen die Depression.
Sie soll mich nicht noch weiter umklammern.
Dann bekomm ich doch keine Luft mehr.
Also tue ich und werkel und kaufe und schicke wieder zurück.
Ich vertraue dem Leben noch nicht, dass es mich auffängt, wenn ich mich auch mal hingebe.
Gestern noch wollte ich das mal versuchen: Mich dem Leben anvertrauen und dem Fluß hingeben und nicht immer nach meinen starren Verhaltensweisen leben.
Aber wie das so ist: Wenn es ernst wird...

Ich meinte ja immer, dass mir all das hilft:
Das mich selbst erkennen.
Wissen wie ich ticke und warum.
Aber selbst das kann man (ich!) als Abwehrstrategie verwenden:


 In den Zeiten des Auf und Ab kamen viele Erkenntnisse, die mich vorübergehend von dem zu fühlenden Schmerz erlösten. Und jedes Mal dachte ich: "So, jetzt bin ich aber durch." Weit gefehlt. Wenn auch diese Erkenntnisse zu dieser Zeit von gefühlter Wichtigkeit waren, ist mir jetzt jedoch klar, dass sie lediglich sehr subtile mentale Strategien waren, um den Schmerz nicht mehr  fühlen zu müssen, um eine kurze Auszeit zu haben. Der Widerstand gegen den Schmerz in mir veranlasste mich, nach Erkenntnissen zu suchen, denn ich dachte, dass diese Erkenntnisse die Erlösung bringen würden. Doch gerade damit verursachte ich das Auf und Ab, denn jede Erkenntnis brachte Licht ins Dunkel und damit weitere Schatten hervor. Natürlich suchte ich mir das nicht aus. Es war einfach der Ablauf. Irgendwann wurde meine Haltung diesen Erkenntnissen gegenüber eher skeptisch, denn jede Hochstimmung, diese Erkenntnisse begleitend, war ein Zeichen für den bald darauf folgenden Abgrund. Der Ausgleich musste zwangsläufig stattfinden. Mir war jetzt klar: Das Suchen nach Erkenntnis verhindert das Fühlen und zeigt uns unsere Widerstände gegen das, was ist, und doch gehören die Erkenntnisse und Einsichten zu dem Weg und haben ihren Platz.

Hier gefunden:

 http://www.sein.de/archiv/2012/oktober-2012/die-dunkle-nacht-der-seele-und-der-weg-in-die-hingabe.html

Wenn ich all die Psychologiebücher, Artikel ect. lese
und mit der Therapeutin rede,
bleibe ich immer im Kopf.
Schön weit weg vom Fühlen!

Und eine Depression ist nix anderes als perfektioniertes nicht-fühlen.
Die Gefühle lassen sich da auch nicht mit leckeren rosa Pillen hinterm Ofen hervor locken.
Aber die Depressio macht mir noch gar nicht so sehr zu schaffen,
sondern die Erschöpfung.

Kann es sein, dass das Gefühle weg drücken mich so sehr erschöpft?
Selbst wenn es so wäre...es ist doch nur wieder eine Kopferkenntnis.

Ich bin dann mal weg....
bin fühlen gehen!

Samstag, 6. April 2013

Die Entdeckung der Langsamkeit

"Früher" (also bis vor wenigen Tagen) hatte ich alles unter Kontrolle. Also meinte ich. Überall war ich viel zu früh da. Die S-Bahn könnte ja Verspätung haben!
Ich checkte alle Bahnverbindungen 5x.
Ich bekam alles um mich herum mit.
Ich dachte an alles was passieren wird und könnte.
Machte nie Fehler.
Hatte immer alles parat.
Es gab kaum Peinlichkeiten. Da paßte ich schon auf!
Ich benahm mich immer korrekt, kannte die gesamte Hausordnung auswendig.
Hatte immer genug Geld dabei.
...
Das
ist
anstrengend!

Also versuche ich seit einigen Tagen "einfach zu leben".
Ich gehe so entspannt und langsam, wie mir gerade danach ist.
Der Hund war anfangs etwas irritiert.
Ich habe ja keine Hetze. Ich muss nirgends hin.
Warum übermäßig anstrengen?

Ich schmeiße meinen MP3-Player in die Handtasche und gehe außer Haus. In der Bahn merke ich, dass der Akku leer ist.
(Wär mir früher NIE passiert.
Heute: Zucke ich die Schultern. Blöd gelaufen. Davon geht die Welt nicht unter..)

Ich fahre mit der U-Bahn, steige um in die S-Bahn und später wieder in die U-Bahn. In der ich schnalle, dass es dieselbe Linie wie vorher ist. Ich hätte also einfach 3 Stationen weiter fahren müssen.
(Wär mir früher NIE passiert.
Heute: Zucke ich die Schultern. Blöd gelaufen. Davon geht die Welt nicht unter... )

Ich gehe einkaufen. Da es ja keine langen Waren-nach-dem-scannen- Auffangraum mehr gibt, stapel ich mein Zeug auf dem Arm und lege es hinter mir auf einem Tisch wieder ab. Ich bezahle und packe mein Zeug in einen Beutel. Ich gehe heim. Daheim fällt mir auf, dass ich den gekauften Mais nicht mehr habe. Der liegt wahrscheinlich immer noch auf dem *Hier-dürfen-sie-zusammenpacken-Tisch*.
 (Wär mir früher NIE passiert.
Heute: Zucke ich die Schultern. Blöd gelaufen. Davon geht die Welt nicht unter...) zum Glück kostete er nur paar Cents.

Und so wandle ich durchs Leben.
Ich nehme mir Zeit.
Ich schlender.
Ich kann wieder tief durchatmen, weil mein Bauch kein einzigster verkrampfter Knoten mehr ist.

Und in mir schreit es:
Das geht doch nicht! Du musst schneller, effizienter, aufmerksamer sein! Du musst noch x und y machen!
Du vertrödelst dein Leben!
Mach!
Tu!

Und ich denk mir nur so: HAU AB! Schleich di!
Macht sich irgendein Tier eigentlich so einen Streß???
(außer der Ameise)

Von daher:
Zu verkaufen:
Schon etwas abgenützter, aber noch gut erhaltener Streß. Hausgemacht! Nach traditioneller Art. :-)

Freitag, 5. April 2013

Bildersprache

Ich mag es, mich bildhaft auszudrücken.
Als ich mich heute Mittag hinlegte, fiel mir ein:
Ich bin wie ein alter Akku: brauch immer länger um mich aufzuladen und halte auch nicht lange.

Und mein Augenakku ist auch total leer, kann mich kaum mehr auf was geschriebenes konzentrieren und habe mir daher mal wieder Hörspiele mitgenommen.

Davor dacht ich noch so: Hm das Wochenende soll weiter grau und kalt bleiben, backste noch paar Kekse.
Die kann ich jetzt wegschmeißen. Die schmecken furchtbar. Keine Ahnung warum.

Zusammenfassung: Alles super :-)

Donnerstag, 4. April 2013

Wenn du...

Wenn du in dir zu Hause bist,

- wirst du innerlich (und natürlich äußerlich) ganz ruhig.
- hast du keine krankhaften Ängste mehr.
- spürst du was du brauchst und gibst es dir.
- spürst du was du willst und holst es dir.
- hörst du auf deine Gefühle.
- kannst du dich ganz klar und bestimmt abgrenzen, ohne Schuldgefühle.
- bleibst du vollkommen bei dir.
- brauchst du keine Stilberatung, weil du selber spürst, was dir steht und was nicht.
- nimmst du das Leben locker und leicht.
- kannst du dich überall total entspannen.
- bist du heiter und gelassen.

Ich bin bei mir angekommen.
Ich bin in mir zu Hause.
In diesem Sinne: buddha-ähnliche Grüße :-)

Soweit so gut.
Aber es tobt weiterhin in mir.
Denn ich widersetze mich all den Verboten meiner Familie:
ich lasse es mir gut gehen, ich will Dinge und ich will manches nicht und äußere das auch, ich bin entspannt und locker...usw.

Wenn ein Mensch innerlich so leer gemacht wurde, kann man ihn wunderbar "besetzen", sich in ihm heimisch machen, ihn hervorragend für seine eigenen Zwecke missbrauchen.
Denn er spürt ja eh nix mehr.
Schon gar nicht welch Übel ihm angetan wird.

Ich schmeiße also jetzt all die Repräsentanten meiner Familie aus mir heraus und das lassen die sich nicht so ohne weiteres gefallen.
In echt nicht und auch nicht innerhalb.
Es tobt, es gibt Kämpfe, es herrscht Krieg.
Die Alpträume sprechen eine klare Sprache.

Aber so schnell lass ich mich nicht mehr vertreiben.
Ich bleibe stehen.
Ich stehe zu mir.
Voller Kraft strotze ich da den Stürmen.
Ich verlasse mich nicht mehr selbst.
Denn das würde nur wieder Angst und Depression heißen.

Nein, ich spüre jetzt wie toll das Leben sein kann, welch ein Geschenk, welch eine Freude es ist, wenn ich ICH selbst bin...das lasse ich mir so schnell nicht mehr wegnehmen!

Mittwoch, 3. April 2013

Achte auf deine Gedanken

Ich liebe diese Beispiele, wenn ich merke, dass es stimmt:
Gedanken werden zur Realität bzw. das was du aussendest (auch an Gefühlen natürlich) kommt zu dir zurück.

Letztens:
Ich denke an Johanna, eine Frau die ich über einen Freund kennenlernen durfte und die mir sehr sympathisch war/ist. Im Moment studiert sie überall auf der Welt, wo sie eben einen Platz bekommt. Klasse!
Kurz darauf steh ich am Bahnhof und sehe einen Zug nach Ulm abfahren. Mir fällt der Zungenbrecher
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum  ein.
Später denk ich mir so: Also wir dürfen uns echt nicht über den langen Winter mokieren. Was sollen denn da die Obdachlosen sagen???
Heute morgen höre ich im Radio (und das läuft echt selten und meist auch recht kurz bei mir) folgendes:

Johanna
aus Ulm
die in einem Obdachlosenheim arbeitet, darf sich ein Lied wünschen.
Herrlich oder?

Und sonst so?
Ich bin grantig. Unter anderem wegen meines nicht ankommen wollendem (oder so) Regal.
Seit 20.3. ist es mit dem Götterboten unterwegs und gestern war es schon in München-Nord, also zum Greifen nah.
Heute morgen wurde es (angeblich) um 0:34 in BIELEFELD wieder um/ein/aussortiert. ARGGHHH!!!

Man ej....ich geh aufräumen....

Dienstag, 2. April 2013

Ruhige Klarheit

Letztens sah ich auf einer Kunstaustellung eine Videoanimation:
Die Künstlerin hatte ein Video aufgenommen, in dem sie mit immer wieder verändertem Hintergrund über ihre Familie erzählte.
(Die anscheinend ganz wunderbar war, denn sie wurde in höchsten Tönen gelobt).


Jetzt ließ sie dieses Video auf 4 Fernseher gleichzeitig laufen, aber zeitversetzt.
Man konnte sich also in die Mitte des  kleinen Raumes stellen und sich von allen Seiten mit Wortfetzen wie „Vater, Mutter, 8 Geschwister, Garten, Fest, Familie“ beschallen lassen.
Völlig verwirrend, noch dazu extrem triggernd für mich.
Ich sah mir das eine Minute von der Tür aus an und flüchtete.


Genauso fühlte ich mich oft im Kontakt mit der Familie: Verwirrt, überall Meinungen, Stimmen, Vorschriften wie ich zu sein hätte und wie nicht, was ich zu fühlen, denken, tun habe...
wie kann man in so einem Chaos seine eigenen Gefühle spüren? Genau: Gar nicht.


Und vielleicht ist es in der Familie der Künstlerin ähnlich.
Und vielleicht kann/darf sie es aber noch nicht spüren.
Und macht es über einen Umweg, nämlich über die Kunst.
(vielleicht hat ihr Unterbewußtsein ihr diese Idee der Installation geschickt. Ist auch egal.)

Denn nichts anderes haben Kafka, Nietzsche, Tschechow, Virginia Woolf und viele andere Künstler getan.

Montag, 1. April 2013

Am Hauptbahnhof....

gings zu wie...am Hauptbahnhof :-)
Nein, wir Münchner sagen eigentlich:
"Boah da ging's zu, wie am Stachus". Stachus ist eine S-Bahn-Station und geographisch so ziemlich die Mitte von München. Und dementsprechen drängen sich da die Menschenmassen.

Also: am Hauptbahnhof ging's heut zu wie am Stachus :-)
Störte mich aber gar nicht. Im Gegenteil. Ich drehte mal den Spieß um.
In meinen sozialphobischen Phasen hab ich oft das Gefühl, als würde ich unter einem starken Lichtstrahl stehen und jeder erkennt meine Fehler, Unzulänglichkeiten, Peunlichkeiten usw...
Das ist natürlich völlig übertrieben. Weißt du noch, welche Haarfarbe dein Sitznachbar in der Bahn hatte? Eben. Die meisten Menschen sind eh viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Aber so ist das halt mit den Neurosen...völlig übertrieben.

So kam es, dass ich heute noch etwas Zeit bis zur Abfahrt hatte, mir einen Kaffee holte, mich in eine ruhige Ecke stellte und:
Die Leute beobachtete!
Wenn mein Selbstwert bei 0,0 liegt, muss ich natürlich auch alles um mich herum abwerten.
Heute konnte ich einfach nur schauen und wahrnehmen. Schon auch innerlich kommentieren, aber nicht so kritisch.
Das war klasse. Ich ließ den Lichtstrahl mal auf alle anderen scheinen. Wie auf der Bühne. Danke Rampenlicht, jetzt seh auch ich jede Falte, jeden Fleck, jede Gefühlsregung der anderen!

Im Zug saß ich so entspannt wie normalerweise nur in meinem Wohnzimmer.
Der Restaurantbesuch war toll, anregend, sehr angenehm (da lauert ja auch immer noch die alte Angst, obwohl ich seit über 1 Jahr wieder in Gesellschaft essen kann) und dann saß ich nochmal mitten in einem bayrischen Dorf und musste nochmal Leute beobachten und lästern und lachen. Das geht natürlich nur mit bestfriend!

Ein schöner Nachmittag....

Auf der Heimfahrt dachte ich mir so...meine derzeitigen Hürden und Aufgaben sind echt: Das ganz normale Leben.
Wohnung aufgeben und auswandern oder andere Verrücktheiten hab ich durch, das kann ich, das ist für mich einfach...jetzt ist das unspektakuläre, das ganz normale, das was Millionen von Menschen machen, dran:
Die Beständigkeit des Lebens mit Hobby, Freundschaft, Arbeit....
die Balance zwischen An-und Entspannung,
das richtige Maß zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge gegenüber,
anderen und die eigenen Bedürfnisse 
zu finden und zu halten.

Das geht still vonstatten. Kein pompöses Krachen, kein Feuerwerk, kein Wirbelsturm der durch mein Leben fegt...
auch daran muss ich mich erst gewöhnen.