Samstag, 16. März 2013

Heute vor 365 Tagen

habe ich meine letzte Zigarette geraucht.
Es war so gegen 6:18h. Ich habe bewusst mit einer Morgenzigarette (der angeblich besten, weil endlich Nikotinnachschub) aufgehört und es hat gut funktioniert.

Schon seit Monaten habe ich kein starkes Verlangen mehr und das ist einfach wunderschön.
Nach dem Essen entspann sitzen bleiben, morgens gemütlich frühstücken, unterwegs nicht schauen müssen, wo ich mir noch schnell eine reinziehen kann usw.
Der Körper und das Hirn vergessen schneller als man denkt!

Die Alkoholiker feiern zwei Geburtstage, einmal ihren biologischen und dann den "trockenen".
Ich werd das auch so machen, in Zukunft ist der 16.März mein Tag, an dem ich keine ängstlichen, sorgenvollen, deprimierten Gedanken zulasse, sondern einfach die Unabhängigkeit genieße.
Dazu wird es heute ein indisches Essen geben *njam* :-)

Warum hat es dieses Mal geklappt und die Trillionen Male davor nicht?
Das ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Bei mir war ein großer Faktor der Kontaktabbruch zur Familie. Sowie ich nochmal Kontakt hatte, kam sofort der Suchtdruck (wahrscheinlich um deren emotionales Chaos nicht spüren zu müssen).

Dann habe ich einen anderen Umgang mit Gefühlen gelernt (nicht damit identifizieren, nach der körperorientierten Herzensarbeit von Safi Nidiaye) außerdem half auch die Traumatherapie.
Dann hab ich meine Gedanken umgestellt:
Ich sagte mir, dass ich anfange. Und zwar ein freies Leben!
Nicht aufhören. Aufhören klingt nach Trauer, nach Abschied, nach Schmerz...
Wenn ich etwas anfange ist da Freude, Euphorie, Neugier...
 Die Angst vor den Entzugserscheinungen ließ ich da, schaute sie an und sagte mir: dass auch diese vergeht. Es ist noch kein Mensch an Nikotinmangel gestorben!
Immer wenn mich der Nikotinteufel packte, atmete ich tief ein und sagte: geht vorbei...

Ich setzte mir keinen bestimmten Zeitpunkt, ich wollte alles wegrauchen was ich noch zuhause hatte. Als ich nämlich mal allen Tabak ect. wegwarf, fand ich mich des nachts an den Mülltonnen wieder. Aye, was Sucht mit einem macht...

Als es dem Ende (der Kippen) zuging sagte ich mir: Auch wenn es mich total nervt, ich muss das jetzt noch weiter rauchen. Ich habe zum Schluß immer geraucht, wenn mir NICHT danach war, so dass mir die Dinger richtig zuwider wurden.
Bewußt rauchen..wie das stinkt und kratzt...
Immer wieder habe ich mich richtig auf die Freiheit gefreut, mir es ausgemalt wie toll es sein wird! Auch hier: keine Befürchtung, Angst, zaudern oder der wahnwitzige Gedanke: es wird mir was fehlen..ich hab doch sonst nix..ect.
Es ist KEIN Genuß zu rauchen. Es ist reine Suchtbefriedigung.

Auf geht's ins zweite Nichtraucherjahr! Hurraaaa!!

Kommentare:

  1. Ich gratuliere dir ganz herzlich :)

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  2. herzlichen glückwunsch!
    das ist ein starkes stück.
    weiterhin alles gute
    :-)

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  3. Auch von mir herzlichen Glückwunsch! Tolle Leistung!

    Lg
    Maja

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  4. Auch ich Gratuliere dir ganz Herzlich ;O)
    Ich Rauche gerne und denke nicht das ich das so schnell sein lasse,
    aber ich freue mich wenn jemand erfolgreich Aufgehört hat.
    Lieben Gruß
    Ramona

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  5. Gratuliere zu deinem Geburtstag.

    Und danke für deinen Post. Du hast mich daran erinnert wie das mit den Gefühlen und so ist. Und mit den Geschichten etc.
    Für mich war es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens, dass ich mich von meiner Familie getrennt habe. Gut mein Vater ist jetzt eine andere Geschichte.

    Ganz liebe Grüße
    ganga

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  6. Wir gratulieren auch herzlich!
    Toll!!

    Wir arbeiten noch dran frei zu werden von der Sucht...

    Liebe Grüße senden wir
    anja und die sterne

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  7. Vielen Dank Euch allen :-)
    Gibt auch noch Apfelkuchen!! ;)

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  8. Daumen hoch für das eine Jahr!

    Mögen die Stängel nie wieder glimmen.

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