Sonntag, 31. März 2013

Wie eine Zwiebel...

Wie eine Zwiebel schäle ich mich.
Und heute weine ich viel, wie man das halt so macht beim Zwiebel schneiden (was mir real komischerweise gar nicht so passiert).

Ich häute mich. Und ich glaube, dass ich sehr große Angst habe was dann kommt. Ich könnte etwas schreckliches entdecken. Oder gar nix, was wenn ich im innersten Kern leer bin?

Die erste große Haut legte ich ab, als ich auch den letzten Kontakt zur Familie abbrach.
Die zweite Haut, war die Sucht nach Nikotin.
Jetzt ein Jahr später, nachdem ich diese Häute weggelegt habe, kam eine weitere Schutz/Vermeidungsstrategie weg:
Mich ständig um alle anderen zu kümmern.

Es wird schon brenzlig, all die vielen Ablenkungsmanöver sind weg, ich komme mit mir in Kontakt. Einerseits ist das ja schön und tut gut (siehe gestern) andererseits ruft das die innere Familie auf den Plan. Denn es war ja immer streng verboten seine Bedürfnisse zu fühlen oder überhaupt Gefühle zu haben!

Es kämpft in mir. Ein Hin und Her.
Ich merke das an den Alpträumen
und dass ich wieder vermehrt das tiefe Brummen im Ohr habe.

Und was passiert, wenn ich mich diesem Verbot widersetze?
Nackte Panik überrollt mich. Die pure Existenzangst. Der Kopf weiß schon, dass ich es HEUTE ja DARF.

Auch zeigt sich die nächste Strategie um Gefühle zu vermeiden:
Kauf - bzw. Aktivitätssucht.
Klar macht es Spaß mir neue Dinge auszusuchen, diese aufzubauen, meine Wohnung neu einzurichten, auszumisten und zu putzen,
aber ich spüre, dass ich flüchte.
Und Sucht erkennt man immer daran, wenn etwas zwanghaft wird.
Ich muss mich total zusammenreißen, heute mal nix zu kaufen.
Ich versuche also nicht meinen Warenkorb zu füllen.

Und ich spüre sie schon wieder nahmen,
diese kalte innere Leere...

Samstag, 30. März 2013

Will ich!

Heute ist alles super!
Heute geht es mir gut!
Ich bin und bleibe bei mir.

Eigentlich ist es so, dass ich oft etwas sehe, was mir gefällt und sofort ist das innere Verbot da: Darfste nicht haben/sein/machen.
So kam es, dass ich lange die falsche Frisur hatte, dabei wußte ich was mir steht, aber hej wer wäre ich denn, wenn ich mir erlauben würde gut auszusehen!
Und so ist es mit vielem: Ich seh ein Buch im Tauschladen: Nein darf ich nicht haben.
Tolle Schuhe? Die sind für die anderen, aber nicht für mich.
Eine geniale Idee? Ach Blödsinn, sooo toll ist das auch wieder nicht.
Abwertungen, Verbote, harsche Kritik an allen Ecken und Enden.
Macht so Leben Spaß? Nein.

Nunja, im Moment ist es ja anders.
Ich gönne mir die schönen Schuhe, ich setze die geniale Idee um, ich verbanne Hobbys aus meinem Leben, die ich nur tat, weil Papa sie auch tat oder mich nett und freundlich dazu zwang (und stelle mit Freude fest, dass die Utensilien noch richtig Kohle bringen!),
da wieder Geld reinkommt tausche ich mein Handy von Samsung in eines von Nokia (ich war schon immer ein Fan der Marke, hab mir nur damals mal wieder reinreden lassen: nimm das Handy-egal ob du es willst oder nicht-ich bezahle es).
Auch nervt es mich schon lange, dass meine Wimpern immer farbloser werden und jeden Tag schminken mag ich mich nicht. Aber hej, ich hab es doch gelernt: Wimpern färben. Also gehe ich los, hol mir Farbe und mache es einfach!

Es fühlt sich so leicht und toll an. Das darf so bleiben :-)

So und hier noch ein paar Vorschläge (und Frühlingsblumen) was man so an Ostern machen könnte:

Singen und/oder musizieren:


Mit riesiger Kaffeetasse dumm rumstehen und lächeln:

Sich hübsch machen und mit dem Nachbarn flirten:


Oder natürlich ganz gemütlich lesen:

Ich mach von jedem etwas (oder habe es schon gemacht...der Nachbar!!!*schmacht*) und mache mir einen schönen Tag in der Nachbarstadt mit bestfriend.

In diesem Sinne: Frostige Ostern!

Donnerstag, 28. März 2013

Auf der Suche

Jetzt nachdem ich mich mehr auf mich konzentriere und ich gerade mal kein Drama inszeniere, wird es sichtbar:
Das große Loch mit einem Fragezeichen:

Was will ich im Leben?

(ich bin immer noch erschüttert, wie sehr ich in Gedanken und mit meinen Gefühlen ständig bei den Anderen war/teils natürlich noch bin. Ein kleines Beispiel dazu erzählte ich heute in der Therapie:
Ich gehe mit dem Hund in einem Park spazieren.
Ich mache mir Gedanken, was die Menschen denken, wenn ich jetzt den Hund frei laufen lasse. Das absurde: Es sind gar keine Menschen da!!! JA, ich mache mir um ungelegte Eier Sorgen. Und das zu Ostern. Haha.)

Also, da ist das Loch und ich sehe es. Das große, schwarze, leere Loch. Das will ich nicht haben und stopf es wieder zu: Ich lese, ich surfe im Netz, ich kaufe Dinge ein, die ich nicht brauche oder mir gar nicht leisten kann, früher ging ich erstmal eine rauchen usw...
Ich weiche mir, den Fragen und dem Leben aus.
So kann das aber nicht weiter gehen und ich bleibe immer öfter einfach bei diesem Loch und lerne es auszuhalten, dass es da und leer ist. Ich atme einfach weiter.

Jetzt ein kleiner Abstecher.
Ich habe ja einen neuen Tisch.
Ihr glaubt gar nicht was das ausmacht.
Ich fühle mich freier, übersichtlicher, ich bin strukturierter am PC, klarer...
Und irgendwie auch kein Wunder: Den alten Tisch hatte ich 14 Jahre lang. Meine turbulentesten Zeiten!
Was hab ich an dem Tisch geheult, geschrieben, geraucht, diskutiert, gegessen, getrunken, gebastelt, telefoniert...
Wie viele Menschen an dem Tisch saßen!
Wie viele Orte der Tisch schon gesehen hat!
Es war ein schwarzer runder Tisch,
jetzt habe ich einen weißen, rechteckigen.
Erstaunlich was das ausmacht.

Gestern abend hatte ich eine "magische Zeit". Ich wollte nicht sinnlos im Netz rumsurfen, sondern ein Video anschauen. Dazu besuchte ich 2 Seiten und fand folgendes:
Eine sehr sympathische Moderatorin, auf der Suche...

http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/tag7/auf-der-suche-sabine-heinrich?documentId=13765980

Weil ich die Sendung so berührend fand, ich mich dort wieder erkannte, und auch staunte und lachte, sah ich heute nachmittag mal nach, ob es von der Sendung noch mehr Folgen gibt.
Und die gibt es.
Was ich da sah und hörte, ließ mich wieder weinen, weil es so sehr paßt und es genau das Thema hatte was es auch heute in der Therapie war:
- nicht mit Gefühlen, Anteilen, Stimmungen, Gedanken identifizieren sondern nur: wahrnehmen!
- mehr im Jetzt bleiben und nicht ständig meiner Zeit voraus sein
- und sich weniger davon beeinflussen lassen, was die Menschen um einen herum, von einem denken könnten.
Und auch diese Moderatorin fragt sich: Wo will ich noch hin in meinem Leben?

Wer es auch sehen mag:
http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/tag7/-wo-will-ich-noch-hin-mit-meinem-leben-christine?documentId=13588628

Badgirl

Heute nach 4 Wochen endlich mal wieder Therapie gehabt.
Wurd aber auch Zeit.
Sie hat mich wieder auf eine (die richtige gibts ja nicht, aber ich hatte ja gar keine mehr) Spur gebracht.
Und wir haben auch viel gelacht.

Danach fuhr ich in mein Lieblingsviertel in München erst zum Friseur (hurra, ich schau wieder nach was aus!!!) dann fand ich einen schnuckeligen Second-hand-Laden in den ich mal schauen werde. Habe gefragt, ob sie noch Hosen/Jeans ankauft. Vielleicht werde ich die mal los. Da pass ich eh nicht mehr rein und da will ich auch nie mehr reinpassen. So dürr wie ich da war...

Ein Häusle weiter fand ich ein ebenso schnuckeliges Mode-Atelier und dort fragte ich auch nach, was sie für mein Kommodenprojekt denn so verlangen würde. Ist mir zwar ein wenig zu teuer, auf der anderen Seite sollte man doch die heimatliche Wirtschaft unterstützen :-)
Aber die Frau ist goldig und sie bot mir gleich an, zu warten, wenn sie mein Zeug näht. Natürlich mit Kaffee und allem drum und dran. Und weil ich mich dort SO wohl fühle, werde ich das auch machen.

Weiter gings nach Hause und da standen sie:
Meine neuen Stiefel. Die kamen gestern schon an, wurden beim Nachbarn abgegeben und der war dann den ganzen Tag nicht zu erreichen. Super! Ich habe GELITTEN!!! ;-)

Ja das ist Samt und ja die Schnürsenkel sind so breit wie Geschenkbänder.
Und da ich mich ja nie entscheiden kann, ob ich jetzt das Unschuldsmädl vom Lande oder das Badgirl, das mit Männern ein Wettsaufen veranstaltet, sein will....
mit den Stiefel kann ich alles sein, die passen zur Fetzenjeans oder zur edlen Stoffhose.

Hab ich schon mal gesagt, dass ich solche Widersprüche mag?

Ich glaub ich geh Ostern doch aus.
So mit frischer Frisur und neuen Stiefeln....
Eine Einladung hab ich ja bekommen.
Mal sehen ;-)

Mittwoch, 27. März 2013

Dramaqueen

Gestern las ich weiter in dem Buch:
Wenn Frauen zu sehr lieben, die heimliche Sucht, gebraucht zu werden von Robin Norwood.
(ich finde es ja eine sehr unheimliche Sucht).
Es wurde die Geschichte einer Frau erzählt, die sich in Therapie begab.
Mir stockte der Atem.
Ich las meine Geschichte.

Das ganze Leben schon verlief hochdramatisch, chaotisch, aufregend.

Egal ob in der Kindheit in der alles unsicher war und man die Spannung fühlte, aber man nicht darüber reden durfte.
All die Unzuverlässigkeiten, die Demütigungen, die Double-bind-Botschaften, die Umkehrung der Eltern-Kind-Rolle.

Eine Kindheit ohne Zuneigung und Geborgenheit überfordert diese Kinder und lässt Depressionen wachsen.
Um diese nicht spüren zu müssen, sucht man den nächsten Kick, die nächste Aufregung, denn jeder Erregungszustand  führt zu einer Freisetzung von Adrenalin und verhindert somit zuverlässig das Hochkommen von Depressionen.
Das erklärt u.a. auch, warum trockene Alkoholiker gerne literweise Kaffee saufen. Kaffee pusht genauso.

Weiter ging's: Umzug, Scheidung der Eltern, neue Schule dort Mobbing, alle alten Freunde/Umfeld weg,  Alkoholismus der Mutter ist nun offen sichtbar, dem Stiefvater braucht man nach 15 Jahren Bundeswehr auch nix von Gefühlen sagen, er trinkt Unmengen an Alkoholika, beide arbeiten extrem viel, bin jahrelang völlig auf mich allein gestellt, deswegen  mein Auszug mit 16 Jahren zu einem 8 Jahre älteren Mann, wir spielen uraltes Ehepaar das sich nix mehr zu sagen hat, ich schmeiße allein den Haushalt und bin eine nette und liebe Bettgefährtin.
Immer wieder Jobs die mich entweder total unter- oder überfordern, oder die schlicht total unpassend für mich waren.
Ich hatte entweder 2-3 Arbeitsstellen oder gar keine.
Lebe in katastrophalen Wohnungen teils ohne richtige Heizungen oder in WG's die eigentlich eine Putzfrau suchten.
Suche mir süchtige (egal ob nach Arbeit, Alkohol, Sex...), verantwortungslose, lieblose, unnahbare, unehrliche Männer.
Besuchte diese mal im Knast, dann in der Psychiatrie.
Traf mich mit ihren Anwälten, Exfrauen und Arbeitgebern, um noch irgendwas zu retten.
Verbiege mich bis zur völligen Selbstaufgabe.
Dazwischen verschuldete ich mich selbst sehr hoch.
Versagten mir Autos wahlweise auf der Autobahn oder um Mitternacht am Hauptbahnhof.
Kümmerte ich mich so schlecht um meinen Körper, dass ich mehrmals im Krankenhaus landete (so schlecht spürte ich mich, dass ich erst den Notfall sah).
Wenn es zu langweilig wurde, wechselte ich einfach die Arbeitsstelle, den Wohnort oder fuhr mich 80 Sachen durch's Dorf, betrank mich, färbte mir die Haare rot, schwarz oder blau oder rasierte sie mir gleich auf 8mm ab, ließ mich tätowieren und piercen.
Prostituierte mich, spielte in einer Stuntshow mit, fuhr mit fremden Männern ins Ausland und haute regelmäßig ab.
Wurde von der Polizei gesucht und verurteilt.
Hatte Unfälle noch und nöcher.
Half allem und jedem der es brauchte oder auch nicht.
Das alles, um Gefühle zu vermeiden (was mir natürlich nicht bewußt war).
Ein Leben in Extremen. Immer Stress. Immer Action. Nie Beständigkeit. Nur ja keine Ruhe (da könnte ja was hochkommen). Immer und alles in wilder Aufruhr.
Bei mir war immer was los.

So viel in so kurzer Zeit, das hätte auch für ein ganzes oder gar zwei Leben gereicht.

Was passiert mit einem Gummiband, dass man ständig überdehnt?
Genau, es leiert irgendwann aus.
Und genauso fühle ich mich: Schlapp, ausgezehrt, fertig, müde und erschöpft.
Irgendwie auch kein Wunder.
Wie lange hält es ein Motor durch, auf der kleinsten Stufe aber mit Vollgas zu laufen?

Jetzt verläuft mein Leben ( wahrscheinlich das erste Mal überhaupt) in ruhigen Bahnen.
Keine kaputte Beziehung, der Schuldenberg ist fast geschmolzen, ich habe eine ordentliche, schöne, warme Wohnung in der alles funktioniert, ich lasse ärztliche Vorsorgeuntersuchungen machen, ich habe eine normale Frisur und nur noch ein Piercing.
Ich rauche nicht mehr. Ich fahre auch nicht mehr besoffen Auto.
Tanze keine Nächte mehr durch, um am nächsten Tag 500km am eigenen Steuer in den Urlaub zu fahren. Die Katastrophe, namens Familie, habe ich auch hinter mir gelassen.
Seit einiger Zeit gibt es einen stabilen Freundes-und Bekanntenkreis um mich. Seit über zwei Jahren gehe ich regelmäßig in Therapie....

Ich hab jetzt fast 3 Jahre nach der Ursache meines Zusammenbruches am 18.Juni 1012 und der ständigen Erschöpfung danach, gesucht.

Ich glaub, ich weiß es jetzt.

Dienstag, 26. März 2013

Sog

Ich spüre gerade den alten Sog: *man sollte/müsste*
Dieser Sog ist  beliebig einsetzbar. In jedem Bereich gibt es etwas was *man sollte/müsste*.

Mein heutiger Sog heißt:
Ostern musst du etwas besonderes machen/unternehmen/essen.
Ich will aber nicht.
Ich will ein ganz normales Wochenende, zumindest bis Sonntagabend.
Am Ostermontag mag ich endlich im Frühjahrsputz weiter machen und noch (!) mehr Sachen in den Keller tragen.
(Hier schert sich eh keiner um Feiertagsruhe oder so.)

Aber in mir tobt ein Zwerg, der das gar nicht machen will, sondern meint, dass doch Ostern ist und man ...

Himmelarschundzwirn.

Das ist derselbe Zwerg der mich an Sonnentagen piesackt:
ALLE sind draußen und machen tolle Sachen, nur DU bist wieder allein und hockst drinnen rum (was ja nicht stimmt, aber ich bin halt keine 12 Std. am Tag draußen).
Bei Sonne muss man sich freuen und ganz gut gelaunt sein (was für ein Druck!).

Wie gesagt...beliebig erweiterbar.
Und sagt mir jetzt bloß nicht, was Ihr an Ostern macht ;-)

Montag, 25. März 2013

Voll verkabelt

Scheint heute nicht so mein Tag zu sein:

Ich gehe ins Badezimmer, entkleide mich meines Schlafanzuges, kämme mir die Haare und während ich dies tue, setzt sich in mir der Gedanke *scheiße ich MUSS zum Friseur* so fest, dass ich erst in der Dusche mehr oder weniger wieder zu mir komme, weil ich feststelle, dass ich mir die Haare wasche und ich das, scheiße nochmal, gar nicht wollte.
Nun, mag der ein oder andere Leser denken:
Was ist so schlimm daran sich die Haare zu waschen?
Ich wasche mir diese nur alle 2-3 Tage (im übrigen erst gestern!) weil ich recht lange und noch dazu ziemlich viele UND ordentlich dicke Haare habe.
Haare waschen mutiert da zur Vormittagsbeschäftigung.
Vor allem das Trocknen.
Vor allem da es minus 2 Grad draußen hat!
Nunja. Es gibt schlimmeres.
Und es wurde schlimmer:

Ich sitze am Pc und schreibe und lese und schreibe weiter.
Die wichtigsten Punkte für mich einer Diplomarbeit.
Mittendrin fällt mir ein:
Jetzt mach doch endlich den Scheißtermin für den fucking Friseur.
(man liest, dass meine Laune nicht mehr die Beste ist?)
Ich wähle die Nummer und während es piept, will ich alle offenen Windows am Monitor schließen. Eines fragt ständig:
Speichern? Verwerfen? Abbrechen? 
Nachdem ich es 5x gespeichert habe, klicke ich irgendwann genervt auf Verwerfen, just in dem Moment als am anderen Ende der Hörer abgenommen wird.

Ich mache den Termin aus. Hurra!
Ich will nachschauen, wo ich jetzt eigentlich das Dokument abgespeichert habe.
Und finde es nicht mehr.
Logisch, ich hab ja auch auf Verwerfen geklickt.
Und warum zum Teufel wurde es vorher nicht 5x gespeichert?

Es ist natürlich das Dokument, an dem ich 2 Std. geschrieben habe.
Toll!
Merke: Ich bin NICHT multitaskingfähig.
Ich mache den PC ganz aus und gehe zum Arzt.
Da wurde ich dann verkabelt.
Für's 24-Std.-EKG.
Aber ich seh es schon kommen:
Es wird, wie immer, heißen:
"Alles in Ordnung, Ihnen fehlt nix, das ist alles nur psychisch!!!"

Daher nun meinen derzeitigen Lieblingscomic:

Sonntag, 24. März 2013

Traumwelten

Ich tauche gern in andere Welten ab.
Meine ausgeprägte Phantasie ist mir da eine gute Hilfe.
Andere Welten kommen zu mir in Form von Büchern, einfachen Tagträumen oder Filmen
.
Heute tauchte ich in die Welt des Zirkus ab.
In den Cirque du Soleil. Als Film. Im Kino. In 3D.
Diese Bildgewalt! Diese mitreißende Musik! Diese Magie! Diese Akrobatik! Diese Figuren, die Kostüme und Kulissen!
Ein Traum.
Ich hatte Gänsehäute.
Eine nach der anderen.
Und große Augen. Ganz große Augen!
Ich liebe solch mythische Zeiten!



Die Welt des Zirkus ist mir nicht fremd.
Als Jugendliche war ich kurz in einem und hatte eine Hundenummer :-)
Auch später spürte ich es: Wie aus dem Nichts "konnte" ich Dinge aus der Akrobatik oder Artistik oder ich lernte sie sehr schnell.
Ein ausgeprägtes Körper- und Rhythmusgefühl wurde mir ebenso schon in die Wiege gelegt.
Schon in der Grundschule überlegte ich mir Tänze und führte diese auch auf.
Als 20-jährige durfte ich noch einmal Bühnenluft schnuppern, was für ein Kick! In eine fremde Rolle schlüpfen, DAS kann ich gut.

Ich rieche auch jetzt Theaterschminke...von irgendwoher...

Samstag, 23. März 2013

Es ostert schon sehr!

Na? Auch schon in Osterstimmung?
Nein?
Gut, ich auch nicht.

Trotzdem habe ich mir gerade noch eine klitzekleine Osterüberraschung, die ja keine mehr ist, gegönnt:
Stiefel! Hrrrrrr....
Die waren letztens in meiner Größe ausverkauft und jetzt gab es sie wieder...
Fotos kommen nach.

So und damit Ihr auch was davon habt,
gibts eine kleine Verlosung:
Ich verschenke das Buch:
Brief an mein Leben von Miriam Meckel.
Wer es gerne hätte, einfach einen Kommentar bis
Dienstag den 26.03 - 12 Uhr hinterlassen.

Eigentlich hab ich es ja mit den Pflanzen aufgegeben.
Aber die hier hat mich heut so angelacht.
Und der Übertopf hat es in sich. Ich finde den SO schön und er begleitet mich auch schon seit 14 Jahren...
Damals war da noch eine Sonnenblume drin und wurde mir von einem Verehrer überreicht.
Beides hielt nicht lange...
Aber der Topf, der hat überlebt.
Ist doch auch was, oder? :-)

Freitag, 22. März 2013

So kann es auch gehen

Wer Stimmungsschwankungen hat, braucht nicht um Langeweile fürchten!
Mittwoch noch in Weltuntergansstimmung und Dauerschlaf und
Donnerstag schon am gutgelaunten werkeln.
Neuen Tisch mit über 70 Schrauben aufgebaut,
dazwischen Bohrmaschine abgeholt und Hund rausgelassen,
alten Tisch abgebaut und in den Keller gehievt,
Bürostuhl auch in den Keller,
Computer umstöpseln und auf neuem Tisch einrichten,
Schreibtisch auch in den Keller schleppen.
Alles paletti!
Bis auf das, dass ich nicht schlafen konnte und ich über 20 Stunden wach war.
Geht es vielleicht auch mal weniger extrem?

Freitag:
Heute noch besser gelaunter aufgewacht,
aus den Federn gesprungen,
neuen Tisch immer noch für toll befunden erstmal mit leckerem Frühstück eingeweiht,
die Sonne strahlt und ich gleich mit,
dann:
meine neuen Balkonstühle abgeholt (es gibt noch nette Leute die was verschenken hurra!)

alten Esstisch verkauft,
noch mehr Zeug in den Keller gehievt,
mit bestfriend telefoniert und gemerkt: ich muss am Wochenende hinaus! Also mit ihm verabredet *freu*
dazwischen klingelt der Hermesbote und bringt den neuen Teppich.
Leider ist es der falsche *soifz*.
Kurz geguckt und: einen viiiel schöneren gefunden.
Danach meine Hängematte verkauft.

Ich fühle mich wie ein Umschlagplatz: ich kaufe und verkaufe, es klingelt abwechselnd das Handy oder die Tür.
Es rührt sich was und ich genieße es!
Wer weiß, wann es wieder umschlägt.
Also meine Seelenlage.
So lernt man im Hier und Jetzt zu leben und wenn es etwas zu genießen gibt, es dann auch zu tun!

In diesem Sinne:
Kommt gut ins Wochenende! ;-)

Für Anne


Für Anne: http://planet112.blogspot.de/
Hatte mir davon 2 Karten mitgenommen. :-)

Donnerstag, 21. März 2013

Ich glaub ich hock im Turm Teil 2


Heute früh so im Halbschlaf gedacht oder geträumt, wie ich zu einem Kiosk geh und: "Einmal Kopfschuß bitte!"  verlange und der/die Verkäuferin antwortet: "Tut mir leid, ist leider ausverkauft, wir hätten noch eine Beinamputation und ein schweres Gewaltverbrechen mit ungewissem Ausgang!"
Ich glaub ich ging dann ohne Irgendwas :-)

Es ist ein Betrug die Fähigkeiten, die wir aus der Not heraus entwickelten, heute umzudeuten in Ressourcen und Begabungen.
Volltreffer! Find ich.
Ich empfinde eine meiner Begabungen sogar als Behinderung (gut dass ich schon nen Schwerbehindertenausweis habe haha). 
Meine „Begabung“ den anderen sofort zu erfühlen und zu spüren was er braucht, will oder gerne hätte. Und dann dem Drang zu widerstehen, das was er bräuchte, will oder gerne hätte ihm zu geben, zu bringen, zu tun...

Ich spürte ja daheim, dass irgendwas schief ist, dass wir haarscharf immer wieder an der Katastrophe vorbei schlittern und ich gab mein Bestes: Wurde absolut pflegeleicht! Machte nie nen Mucks. Verlangte nie etwas und tat alles um es allen anderen zu erleichtern.
Kleines Beispiel: Meine Schwester war ziemlich mäkelig beim Essen. Das mochte sie nicht und jenes auch nicht. Ergo: Ich aß alles. Ich wußte ja eh nicht was ich mochte, durfte gar nicht hinfühlen und musste ja auf die anderen schauen.
Wenn heute jemand sagt: " beim Bäcker Semmelrogge kauf ich nicht, da schmecken die Brezen nicht" guck ich immer ganz groß. Wie? Was? Sind doch Brezen. Solang es nicht vergammelt ist, ess ich alles.
Also ich tat alles um quasi unsichtbar zu werden (und all diese Bemühungen wurde noch nicht mal kommentiert, geschweige denn gelobt, da es gar nicht wahrgenommen wurde, logisch kann ja keiner in mein Hirn gucken) und jetzt kommt der Witz an der Sache:

Ich wurde Mamas Sorgenkind. 

So nannte sie mich oft. Weil ich ihr Sorgen machte. Weil ich oft krank war oder Unfälle baute, die einen Krankenhausaufenthalt erforderten oder einfach stumm vor mich hin litt.

Ich hab es verbockt. Ich machte Mama noch mehr Sorgen als sie eh schon hatte. Ich war schlecht. Und nicht mal DAS konnte ich.
Auch so können Versagergefühle entstehen.   

Mittwoch, 20. März 2013

Ich glaub ich hock im Turm

Depressionen bekommen die aus den kaputten Familien.
Burn-out bekommen die Superhelden, die Manager und die Workaholics.
Depressionen sind scheiße.
Burn-out ist in.

Mir war mal wieder nach einer ähnlichen Leidensgeschichte. Aber ich hab die Schnauze voll von kranken Familien. Also schnappte ich mir das Buch einer Burn-out-Erkrankten. Einer die 15 Jahre um die Welt flog, arbeitete, schrieb, tat und werkelte. Bis die Luft draußen war.
Aber selbst das ließ sich noch verarbeiten und heraus kam ein Buch:
Brief an mein Leben:

Es ist egal, wo ich bin, wer bei mir ist, was um mich herum geschieht. Es hat alles keine Bedeutung für mich. Ich bin alleine mit mir, in mir und in der Welt. Manchmal habe ich mir gewünscht, das wäre anders, aber das war irgendwann auch vorbei. Ich nutze meine Augen nur, um die Welt im Blick zu behalten, damit sie mich nicht stört, nicht in mich eindringt. Ich will sie dort halten, wo sie ist. Draußen.
Es liest sich gut und sehr ruhig, was mir im Moment unendlich gut tut. Ich bin mit Fr. Meckel in ihrer Klinik und erlebe ihre Gedanken und Gefühle, die mir nicht fremd sind.
Zwischendurch kommen mir meine Klinikzeiten in Erinnerung und oft muss ich schmunzeln und lachen, wenn ich ähnliche Situationen im Buch lese.
Solche Klinikzeiten sind immer besondere Zeiten.

Die Zeiten des Fremdschämens und Fremdkümmerns sind dafür derzeit definitiv vorbei. Ich laufe auf dem letzten Zylinder und habe gerade noch etwas Energie übrig um mich am Leben zu erhalten.

Das geile daran ist: Ich bin sowas von bei mir, dass es schon fast unheimlich ist:
Wenn ich kein Bock auf Plauderei habe (unglaublich wie viele Hundebesitzer sowas von gesprächig sind!!) nicke ich, murmle was in meinen Bart und gehe weiter (selbstverständlich wäre ich früher dem Wunsch meines Gegenübers nachgekommen, und hätte mitgeplaudert, obwohl mir überhaupt nicht danach ist!! Aber ich bin ja höflich bis zum Sankt Nimmerleinstag).
Die immer gleichen, flachen Witze bei der Tafel kotzen mich heute dermassen an, dass ich nur noch grimmig drein schaue und NICHT mitlache. Die besonders ekligen Männer grüße ich auch nicht (rot  im Kalender anstreichen!!!)
Ob meine Hose voller Hundehaare ist, ist mir wurscht, wem es nicht paßt, muss ja nicht hinschauen.
Meine Frisur sitzt auch nicht mehr perfekt. Ist halt irgendwie hochgebunden, dass sie nicht nerven.
All diese erahnten Erwartungen und vermutete Unterstellungen meiner Umwelt prallen an mir eiskalt ab.
Wie befreiend!

Ich habe absolut keinen Appetit und esse daher das was halt da ist.
Weil man eben essen muss.
Ich falle um 20:15h tot ins Bett und wache um 6:20h noch genauso fertig wieder auf.
Ich dusche, esse, mache ein wenig im Haushalt und kann mich schon kaum mehr auf den Beinen halten. Aber ich muss zur Tafel. Meine Kaufsucht hat definitiv wieder zugeschlagen. Somit ist das Geld knapp und ich kann nicht einfach einkaufen wann und wo es mir beliebt.
Nach der Tafel ruft der Hund.
Ich kann meine Augen schon kaum mehr aufhalten, deswegen fahr ich langsam mit dem Rad neben dem Hund her. Das spart Kraft und er freut sich, dass er mal wieder richtig rennen darf.

Zuhause fall ich wiederum nur ins Bett. Die Uhr zeigt 12:30h.
Ich war seit 3 Wochen weder bei der Family arbeiten (was die Geldknappheit verstärkt) noch in der Therapie (war teils ungünstig geplant, bzw. die Thera mal auf Fortbildung und morgen kann ich wieder nicht).

Die Müdigkeit der Rastlosen
 http://www.sueddeutsche.de/karriere/burn-out-syndrom-die-muedigkeit-der-rastlosen-1.409132

Mir ist alles wurscht und
irgendwie macht mir das auch Angst.

Dienstag, 19. März 2013

Achtung hochexplosiv!

Es geht mir nicht gut. Gar nicht.
Angefangen hat es vorletzte Woche mit dem extremen Rückzug.
Nachdem mir alles zu viel war und mir bewußt war, wie (!) coabhängig ich reagiere.

Es tat auch erst mal gut, mich nur auf mich zu besinnen, ich kam wunderbar bei mir selber wieder an, spürte mich, fühlte mich, konnte ganz und gar bei mir bleiben, selbst im quirligen Hallenbad.
Als ob mich eine Mauer umgäbe.

Nur...ist das mit der selbst auferlegten Isolation ja so ne Sache.
Jetzt wieder nach draußen zu gehen, kostet mich unvorstellbare Kraft.
Und irgendwie fühle ich mich dabei auch nicht wohl.
Es ist wie das erste Mal im Jahr in den See zu hüpfen, der ist noch kalt, aber wenn man mal drin ist...ist es toll.
Also sage ich Verabredungen ab. Vor allem weil die meisten entweder abends oder in einer anderen Stadt sind. Was mich im Moment noch mehr schlaucht.
Gleichzeitig habe ich ein sehr schlechtes Gewissen deswegen, selbst meiner Therapeutin gegenüber.
Die Reaktionen der Freunde sind immer noch ungewohnt: Kein Problem! Sie akzeptieren meinen Rückzug und wir schreiben uns stattdessen Mails, weil ich das in solch Zuständen immer noch am ehesten ertrage.

Aber in mir kommt meine Mutter herein spaziert und sagt das, was sie seit 32 Jahren (in solchen Situationen) zu mir sagt:
Ein schnaubendes leicht genervtes:
"Was haste denn (jetzt schon wieder)?"
Da ja fühlen und hinspüren verboten war, konnte ich ihr das nie sagen, weil ich es selbst nie wußte.
Oft erfand ich dann irgendwas, wie: "Hab Angst dass die Oma bald stirbt."
Das nicht wissen, was da eigentlich grad in mir rumort, und das  nicht fühlen dürfen, verstärkten den inneren Druck.
Dann kam immer von meiner Mutter ein schneller Vorschlag, der mir (eher ihr, weil sie solch "schlechten" Gefühle gar nicht ertragen konnte) evtl. helfen könnte:
Ein hart gesprochenes:
"Magst mit in die Stadt zum einkaufen?"
Der Druck lässt schon Tränen in die Augen steigen und ich schüttel nur den Kopf.
Das war das Ende der Geduld meiner Mutter, es gab ein extrem genervtes:
"Ja dann kann ich dir auch nicht weiter helfen!" und peng wurde die Tür zugeknallt.
Super, jetzt hatte ich neben all dem eigenen Druck auch noch das schlechte Gewissen, weil ich meine Mutter nicht zufrieden gestellt habe und die Unsicherheit, ob ihr Vorschlag mir vielleicht doch ganz gut täte (ich habe ja gelernt: höre auf andere, die wissen schon was gut für dich ist!!).
Völlig verwirrt saß ich da also nun und wusste weder ein noch aus.
Ein schrecklicher Zustand.

Das i-Tüpfelchen war dann meist, wenn mir jemand anderes (Nachbarskind, Schwester, Vater ect.) helfen wollte, ging meine Mutter sofort barsch dazwischen mit den Worten:
"Laß sie, die beruhigt sich schon wieder...die kommt schon wieder, wenn sie was braucht."
Mitgefühl war bei ihr wohl schon ausverkauft.

Was hätte ich gebraucht?
Ein ruhiges zu mir setzen. Mit mir Löcher in die Wand gucken. Kein drängen. Einfach sein dürfen. Ein reichen von Taschentüchern. Vielleicht ein: Ja manchmal weiß man gar nicht so genau, was auf der Seele drückt, hast du vielleicht eine klitzekleine Ahnung?
Dann vielleicht ein Vorschlag zum gemeinsamen spazieren gehen/auf den Spielplatz gehen/einen Tee bringen.
Egal was ich tue, bräuchte, nicht bräuchte: volle Akzeptanz dessen.
(DAS habe ich das erste Mal vor 2 Jahren in der Tagesklinik erlebt und war mehr als baff!!!!!)

Eigene Bedürfnisse/Gefühle hinten an stellen, sollten Mütter eigentlich können (nicht immer klar, aber doch besonders in solchen Situationen)...ect.
Ich bin mir sicher, da wäre eher raus gekommen, was mich denn bedrückt und wir hätten eine gute Lösung gefunden.
Vom Kopf her ist mir schon klar, dass meine Mutter als Alkoholikerin alles tat um eigene fremde Gefühle nicht sehen/spüren zu müssen.

Heute werde ich behutsam mit mir umgehen und nicht aggressiv gegen mich handeln.

Montag, 18. März 2013

Was hätte ich werden können?


Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit als Mensch geboren zu werden?

Ich hätte ja auch ein Sandkorn in der Wüste, ein Baum der abgeholzt wird, ein Berg auf dem ständig Menschenmassen Erholung suchen, , ein Regentropfen der in ein weinendes Menschengesicht fällt, ein Stein den ein Kind mitnimmt und bemalt, eine Wolke...werden können.


Oder ich wär ein Tier geworden: ein Vogel ein Reh, eine Fliege, ein Elefant, ein Hund, entweder wild lebend oder in einem Zirkus, Zoo, bei lieben Menschen, bei bösen Menschen, in Italien oder China.


Und selbst wenn man als Mensch auf die Welt kommt: Als gesunder oder kranker? Welche Krankheit? Seelisch, körperlich, geistig? Als schwarzer oder weißer? Groß oder klein, dick oder dünn, arm oder reich, Mann oder Frau? Und in welcher Zeit? Im Mittelalter, in der Steinzeit, im Jahre 2030?


Wenn ich mir all das überlege, werde ich dankbar und ruhig.
Ich bin froh, dass ich in der jetzigen Zeit leben darf, als Frau nicht politisch verfolgt werde, nicht bei einem gewaltätigen Mann wohne, Auto fahren und Hosen anziehen darf, zur Schule und in die Uni gehen dürfte, relativ gesund, in einem (auch noch relativ) wohlhabenden Land.

Samstag, 16. März 2013

Heute vor 365 Tagen

habe ich meine letzte Zigarette geraucht.
Es war so gegen 6:18h. Ich habe bewusst mit einer Morgenzigarette (der angeblich besten, weil endlich Nikotinnachschub) aufgehört und es hat gut funktioniert.

Schon seit Monaten habe ich kein starkes Verlangen mehr und das ist einfach wunderschön.
Nach dem Essen entspann sitzen bleiben, morgens gemütlich frühstücken, unterwegs nicht schauen müssen, wo ich mir noch schnell eine reinziehen kann usw.
Der Körper und das Hirn vergessen schneller als man denkt!

Die Alkoholiker feiern zwei Geburtstage, einmal ihren biologischen und dann den "trockenen".
Ich werd das auch so machen, in Zukunft ist der 16.März mein Tag, an dem ich keine ängstlichen, sorgenvollen, deprimierten Gedanken zulasse, sondern einfach die Unabhängigkeit genieße.
Dazu wird es heute ein indisches Essen geben *njam* :-)

Warum hat es dieses Mal geklappt und die Trillionen Male davor nicht?
Das ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Bei mir war ein großer Faktor der Kontaktabbruch zur Familie. Sowie ich nochmal Kontakt hatte, kam sofort der Suchtdruck (wahrscheinlich um deren emotionales Chaos nicht spüren zu müssen).

Dann habe ich einen anderen Umgang mit Gefühlen gelernt (nicht damit identifizieren, nach der körperorientierten Herzensarbeit von Safi Nidiaye) außerdem half auch die Traumatherapie.
Dann hab ich meine Gedanken umgestellt:
Ich sagte mir, dass ich anfange. Und zwar ein freies Leben!
Nicht aufhören. Aufhören klingt nach Trauer, nach Abschied, nach Schmerz...
Wenn ich etwas anfange ist da Freude, Euphorie, Neugier...
 Die Angst vor den Entzugserscheinungen ließ ich da, schaute sie an und sagte mir: dass auch diese vergeht. Es ist noch kein Mensch an Nikotinmangel gestorben!
Immer wenn mich der Nikotinteufel packte, atmete ich tief ein und sagte: geht vorbei...

Ich setzte mir keinen bestimmten Zeitpunkt, ich wollte alles wegrauchen was ich noch zuhause hatte. Als ich nämlich mal allen Tabak ect. wegwarf, fand ich mich des nachts an den Mülltonnen wieder. Aye, was Sucht mit einem macht...

Als es dem Ende (der Kippen) zuging sagte ich mir: Auch wenn es mich total nervt, ich muss das jetzt noch weiter rauchen. Ich habe zum Schluß immer geraucht, wenn mir NICHT danach war, so dass mir die Dinger richtig zuwider wurden.
Bewußt rauchen..wie das stinkt und kratzt...
Immer wieder habe ich mich richtig auf die Freiheit gefreut, mir es ausgemalt wie toll es sein wird! Auch hier: keine Befürchtung, Angst, zaudern oder der wahnwitzige Gedanke: es wird mir was fehlen..ich hab doch sonst nix..ect.
Es ist KEIN Genuß zu rauchen. Es ist reine Suchtbefriedigung.

Auf geht's ins zweite Nichtraucherjahr! Hurraaaa!!

Freitag, 15. März 2013

Ooohhh Ostern?


Ich bin kein Jahreszeiten-Dekorierer.
Das habe ich 5 Jahre lang als Kinderpflegerin bis zum Erbrechen gemacht.
Es reicht.
Heute aber, juckte es mich doch ein wenig und erst fand ich das süße Schaf (Namensvorschläge werden gern entgegen genommen):

 
Und später noch den Rest.
Vor allem den Korb kann man unterm Jahr ja gut anderweitig verwenden.

Donnerstag, 14. März 2013

Im Süden nix neues


Gut, dürfte sich herum gesprochen haben, dass ich jetzt nicht ständig in Menschenmassen baden muss.
Aber heute habe ich das getan. Also so ähnlich.
Geplant war nämlich: Vor dem Doc ins neu entdeckte Schwimmbad zu gehen.
Heute morgen maulte aber Miss Depri: Ach komm, lass mal, du hast nicht mal 4 Std. geschlafen, außerdem warste diese Woche doch schon schwimmen...usw..ect..pp.
Ich dachte mir: Joa stimmt, schwimmen war ich schon, aber ich will in den warmen Whirlpool!
Den gab' s dann auch: Leer, also ganz für mich allein und die Sonne schien auch noch direkt auf mich drauf. Das nenn ich Luxus für 2,80€!
Gut bissl schwimmen war davor schon auch noch angesagt. Dies bei volle Dröhnung *Gute-Laune-Musik* weil die Wassergymnastik-Front auch anwesend war.
War klasse, so mitsummend seine Bahnen ziehn :-)

Die Depri hab ich beleidigt in der Umkleidekabine sitzen lassen.
Jo, so ist das...

Mittwoch, 13. März 2013

Damit das mal klar ist:





Heute mal wieder Großkampftag bei der Tafel. Wobei es heute echt ruhig war, fast still. Welch Segen!
Das blöde: Es sind immer mehr recht dubiose Männer da. Und die versuchen auch hin und wieder mich blöd von der Seite anzumachen.
Mal wieder eine Übung in Sachen:
I'm not everybodys darling!!! *böseschau*

Ach und Brunhilde (die Spinne) hat sich nicht an unsere Abmachung gehalten.
Heute morgen saß sie nicht in ihrer zugesprochenen Ecke (hinterm CD-Regal) sondern in meiner Duschwanne.
Gut, dacht ich mir...willste wohl auch duschen...
doch eines hab ich nicht bedenkt...
schwuppdiwupp war sie im Abfluss versenkt...
so ein Pech aber auch *räusper*
Aber mal ehrlich, was ist schöner:
In den unendlichen Weiten der Kläranlage schwimmen
oder sich draußen den Arsch abfrieren?

Richtig, keines von beiden und deswegen geh ich jetzt Himbeerkuchen futtern.
;-)

Dienstag, 12. März 2013

Probier's mal mit Gemütlichkeit

Eigentlich sollte ich dieses Lied aus dem Dschungelbuch jeden Morgen hören.
Ich hab es ja schon öfter geschrieben: ich habe einen sehr starken inneren Antreiber und Kritiker.
Ich weiß immer was man soll, aber selten was ich möchte und will.
Schon oft, wurde mir der Zaunpfahl um die Ohren gewunken, mit der Aufschrift: Sei mal nicht päpstlicher als der Papst.
Oh das kann ich gut. Vielleicht sollte ich mich zur Wahl aufstellen lassen? :-)

Naja heute jedenfalls, war mir nicht nach meinem üblichen "so hat man seinen Morgen zu verbringen": Nämlich nach dem aufwachen gleich aufstehen, duschen, frühstücken, sich seinem Tagwerk widmen.
Alter, ich bin seit 3 Jahren zu Hause und bin immer noch in diesem Drill.
Ich glaube ich werde erst im nächsten Leben ein Schlendrian.
(kennt noch jemand das Spiel:
 http://www.spiel-des-jahres.com/cms/front_content.php?idcatart=474&id=330 )
ABER: Heute klappte es: Ich frühstückte im Schlafanzug und ging danach mit der 2. Tasse Kaffee und einem Buch wieder ins Bett.
(ich bitte hiermit um Applaus!)
War das schööööööööööön!
Klar am Sonntag schaff ich das schon manchmal. Aber sonntags ist das ja einfach. Schwieriger ist das unter der Woche, wo doch noch die Wäsche wartet und die Post weggebracht werden will und das Geschirr nicht gespült wurde...

Gut, ich saß also im Bett und das tolle ist: Gleich daneben ist ein kleines Fenster. Wenn ich da raussehe, sehe ich zu 90% Himmel und nur links unten ein wenig vom Dach des Nachbarhauses.
Und obwohl ich da heute nur graue Masse sah, war es unbeschreiblich beruhigend!

Warum ist das so entspannend, wenn man aufs Meer, vom Berg oder eben in den Himmel schauen kann?
Vielleicht weil einem klar wird, wie winzig man selbst ist?
Wie schnell das Leben vorbei sein kann?
Wie unbedeutend all der Ärger und die meisten Probleme sind?

Heute bin ich dankbar, dass ich so einen tollen Ausblick von meinem Bett aus habe!

Wie cool, ich habe einen Schlaganfall:



Worte und ihre Wirkung:

Montag, 11. März 2013

Machen Sie doch Sport!

Yes Sir! Wird gemacht.

Es ist März und somit eröffnet sich mir die Radlsaison!
Mein Körper schreit die ganze Nacht (!) nach Bewegung. Mein Puls rast, ich schwitze und komm mit dem essen gar nicht mehr nach, so schnell verbrennt er wieder alles.
Aber sobald ich einigermaßen wach bin, schmeiß ich mich in die Klamotten und radel hinaus in die Welt.
Mir doch egal, wenn es naß, windig und noch dunkel ist.
Genau das braucht mein aufgeputschtes Nervensystem.

Vielleicht sollte ich die ersten Tage lieber 2x am Tag radeln,
um all das Adrenalin loszuwerden.
Blöd, dass man es nicht verkaufen kann :-)
Dann wär ich schon reich...

Sonntag, 10. März 2013

Ich, Alkoholikerkind Teil2


Ich beschäftige mich derzeit intensiv mit meiner Coabhängigkeit, der Sucht gebraucht zu werden. Dazulese ich das Buch: Wenn Frauen zu sehr lieben.
Bei uns zuhause gab es nicht einfach so Liebe.

Liebe gab es eigentlich gar nicht, sondern nur Pseudozuwendung, nämlich dann, wenn ich meinen Eltern was geben konnte. 
Wie: ein offenes Ohr für ihre Probleme, den Rücken kraulen wenn dieser weh tat, einkaufen, Geschenke machen.
Meine Mutter war das Kind, eigentlich noch ein Baby denn sie hing auch an der Flasche.

Das Leben in so einer kranken Familie ist eine Achterbahnfahrt. Immer aufregend, man weiß nie: geht es hoch oder runter, häng ich gleich kopfüber oder in der Kurve? Immer gab es die kleinen Kicks: wenn man doch einmal gesehen, wahrgenommen wurde, wenn man selbst im Mittelpunkt stand.

Wenn man schreckliches erlebt, gibt es oft danach auch so eine Art Hochgefühl. Das Adrenalin durchflutet den ganzen Körper und man fühlt sich wichtig, alles kreist nur ums überleben, das ganze Leben wird komprimiert, man ist euphorisch, braucht nix zu essen und wenig Schlaf...alles ist in Hochspannung.
Nach diesem Kick kann man süchtig werden.

Nun ist es so: wenn man in einer alkoholkranken Familie aufwächst, steht an erster Stelle der Alkohol. Ganz klar. Dann kommen noch andere Sachen wie der Partner, Tiere, vielleicht noch der Job,  schwerkranke Verwandte und irgendwann die Kinder. 
Diese Kinder hungern emotional immer. Und nun stellen Sie sich vor, gibt es einmal alle paar Monate eine richtig große Torte (bedingungslose Liebe) was das für ein Rauschgefühl auslöst!
Man will natürlich mehr. Denn hart erkäpfte, verdiente Liebe macht umso mehr Spaß, ist gefühlt so viel mehr wert wie „einfach so geliebt“ zu werden. 

Und man kämpft hart. Unerbittlich um diese Liebe. Irgendwann muss er/sie (Mama/Papa) mich doch lieb haben! Ich will auch nur ein kleines Fitzelchen! Das kann soweit gehen, dass 60-jährige gestandene, selbstständige, verheiratete Frauen ihrer 85-jährigen Mutter immer noch in den Arsch kriechen. Für ein Krümel Liebe. Irgendwann begnügt man sich mit dem kleinsten, trockensten Stück, da redet schon gar keiner mehr von Torte!

Die meinen und hoffen und bitten und betteln wirklich, dass vielleicht JETZT endlich einmal die Mutter zeigt, wie sehr sie ihr Kind lieb hat. Aber das tut sie nicht. Das tat sie 60 Jahre nicht. Aber die Hoffnung aufzugeben, wäre wie der Tod. Und so hofft man weiter und tut alles, bis zur Selbstaufgabe um einmal noch der Mutter zu gefallen, damit diese...Sie wissen schon.


Jetzt stellen Sie sich weiter vor, wie dieser Mensch immer um Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit kämpfen muss. Alles erfüllt was der andere will. Sich selbst total vergisst, nur damit es dem anderen gut geht, immer wieder um Liebe zu betteln...
Und dann kommt eines Tages ein netter, anständiger Mann daher und gibt seine Liebe, einfach so, weil er sie mag, auch einfach so. DAS finden sie dann völlig abartig. Und zum sterben langweilig. Gott, einfach so Liebe zu bekommen, wie fad ist das denn? Das Leben bietet soviel mehr!

Und weil diese erwachsenen Kinder aus suchtkranken Familien nur Action und Adrenalin in Beziehungen kennen, suchen sie sich Knastis, wieder Süchtige (nach Sex, Arbeit, Geldspiele, Alkohol..) oder ganz einfach emotional unzulängliche Partner, an denen sie sich wieder bis zur gnadenlosen Erschöpfung abarbeiten können.
Für ein Quentchen Liebe. (Die Liebe kriegen sie dann meist in Form eines Veilchens).
Die eigenen Gefühle kennen sie nicht, sie sind innerlich leer. Wissen aber ganz genau was der andere braucht und wie man ihm helfen kann.
Deswegen sind so viele Frauen mit einem Arschloch zusammen. 
Sie kennen es nicht anders.
Oder sie leben alleine und fröhnen ihrer Sucht gebraucht zu werden (um endlich etwas wert zu sein) in ihrem Beruf als Krankenschwester, Kinderpflegerin, Therapeutin...bis zur völligen Erschöpfung.
Oder sie holen sich immer wieder die selbstgebaute Action ins Leben, wie Schulden, ständige Umzüge, Jobwechsel...

Samstag, 9. März 2013

Hausaufgabe

50x mal schreiben:

Ich kann noch so sehr hoffen, dass ich auch irgendwann nur 7-8 Std. Schlaf brauche und dann erholt aufwache.
Fakt ist aber, dass ich seit gut 32 Jahren mindestens 9 Std. Schlaf brauche.

Ich kann noch so sehr an mir arbeiten, irgendwann werden mich immer wieder Zitteranfälle heimsuchen. Nämlich dann, wenn es mir zu viel wird. Sei es der Geräuschpegel oder stickige Luft oder dass die Menschen mit denen ich unterwegs bin aufgedreht und nicht integer sind.

Weil mein Körper mehr an Energie verbraucht, muss ich ihm öfter welche zuführen. Das heißt: Eher 5x am Tag essen und nie ohne Müsliriegel/Breze ect. aus dem Haus gehen, wenn ich länger unterwegs bin.

Wenn ich müde bin, kann ich mich nicht mehr zusammenreißen, da kann ich schon mal pampig werden.

Ich kann auch aufhören gegen mich zu kämpfen und so tun, als hätte ich ein dickes Fell. Fakt ist auch, dass ich mehr spüre von dem Menschen der gerade in meiner Nähe ist und mich das angespannt sein lässt.

Fakt ist auch, dass ich sehr viel Langsamkeit bräuchte, damit es mir gut geht. Vor allem im handeln. Mich da zu bremsen fällt mir sehr schwer.

Es wird auch keinen normalen Kaffee mehr geben, sondern nur noch entkoffeinierten.

In Zukunft werde ich mehr Geld für Fahrten in die Natur ausgeben. Weil ich das dringend bräuchte. Das ist z.B. so eine Pille, die ich mir immer von den Ärzten gewünscht habe, dass es mir gut geht.

Außerdem werde ich mir noch eine schicke Sonnenbrille zulegen, denn auch das grelle Sonnenlicht stresst mich.

Es wird mir schwer fallen, aber ich werde sooft es geht nicht versuchen eine andere zu sein.

Ich kann aufhören gegen mich zu kämpfen...

Oder kürzer:
Ich akzeptiere mich so, wie ich bin.

Etwas runterscrollen, da ist ein guter Text, wie es hochsensiblen Personen auf einer Feier ergehen kann:
http://www.das-wasser-des-lebens.eu/3.html

Freitag, 8. März 2013

I'm nervenschwach Teil 2

Bei Maja hieß es letztens:
Geld statt Liebe
http://ein-tropfen-im-ozean.blogspot.de/2013/03/geld-statt-liebe.html
Und ich dacht mir heut morgen noch so im Halbschlaf:
Geld oder Leben
Es ist der Wahnsinn und es ist krank:
Ich bin völlig ko, mache aber immer noch etwas für jemand anderen!
Aber Therapie und schwimmen sag ich ab, weil zu erschöpft.
Ich hänge in dem Muster: Erst alle anderen, dann vielleicht mal ich, aber nur wenn was übrig bleibt, wenn nicht, machts auch nix.
Doch, verdammte Axt, es macht was!
Es ist Coabhängigkeit in Reinform!
Gut, ich habs erkannt, jetzt kann ich es auch ändern...
Den Fahrdienst hab ich erstmal auf unbestimmte Zeit abgesagt.
Den Hund erst mal nur nächste Woche.
Und ich werde mir all die aufkommenden Schuldgefühle anschauen.

An Weihnachten habe ich mir selber gesagt, dass 2013 das Jahr der Akzeptanz wird.
Das ich mich so akzeptiere, wie ich bin: Hochsensibel, oft müde usw.
Das ich in meinem Tempo gehe...
Hab ich die letzten Wochen wohl vergessen.
Also schalte ich mal wieder in den Müßiggang runter.
Das braucht ne Menge Selbstdisziplin, aber ich weiß, dass es mir ja auch gut tut.

Früher nannte man die Traumatisierten Kriegszitterer.
Es waren die Leute, die ihre Nerven im Krieg verballert hatten und jetzt völlig fertig mit der Welt nicht mehr klar kamen.
Einen guten Artikel fand ich hier:
http://autismuskritik.twoday.net/stories/3159709/
Auch hier fand ich mich wieder.
Bei uns war der Krieg nicht ganz so offensichtlich, aber dafür nicht minder schädlicher.

Nun, dann begebe ich mich mal in mein Nervenschonprogramm.

Euch ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 7. März 2013

I'm nervenschwach

„Raste nie, sonst haste sie / die Neurasthenie“
wußte schon Wilhelm der 2.

Und William E.Dogde ein Geschäftsmann aus New York beklagte sich  1868 öffentlich:
Wie aufreibend die Telegrafie in seinem Alltag sei. Marktberichte würden inzwischen weltweit täglich veröffentlicht, die Kunden müssten ständig per Telegramm informiert werden. Früher habe es wenige große Warenlieferungen im Jahr gegeben, nun müsse man ständig aktiv sein und mit Geschäftspartnern korrespondieren. Früher habe der Kaufmann monatelang seine Ruhe gehabt, heute müsse er schon nach wenigen Wochen über die Liefervorgänge Bescheid wissen: "So wird er in ständiger Aufregung gehalten, ohne Zeit für Ruhe und Erholung."
1887 wurde diese Schrift über die Neurasthenie veröffentlicht:
 http://de.wikisource.org/wiki/Die_Nervenschw%C3%A4che_%28Neurasthenie%29

Ich erkenn mich da absolut wieder.
Ich bin sozusagen die Feder in dieser Welt:
Beim leisesten Lufthauch wirbelt es mich arg umher.
Lärmempfindlich, lichtscheu, schnell gereizt (meine verf*piiiep* Nachbarn!!!), sehr schnell reizüberflutet ect.pp. alles was man auch unter der Hochsensibilität versteht.

Früher verfrachtete man diese Menschen ins Sanatorium in die Berge oder an die See. Ließ sie stundenweise gut eingepackt an der frischen Luft liegen, gab ihnen gutes Essen und noch mehr Ruhe.
Geh heute mal zur Kur:
Da musste von der Gruppentherapie, zum schwimmen, weiter zum QuiGong, dann zum Blutdruck/Gewicht/Urin/Haare wasweißich messen und abends zum bowlen, singen und Karten spielen.
Immer nur machen. Hauptsache was machen.

Ins Sanatorium würd ich sofort gehen.
In die heutige Kur kriegt mich so schnell keiner.
Sagte ich auch meiner Ärztin.
Die hat mir das so vorgeschlagen heut.

Vielleicht sollte ich endlich mal mein ganz persönliches Nervenschonprogramm aufstellen.
Genau aus dem Grund hatte ich ja eigentlich vor x Jahren meinen Fernseher hinausgeschmissen und aus genau diesem Grund wollte ich nie den Führerschein machen...vielzuviele Reize auf einmal.
Jetzt hock ich ewig vorm PC.

Aber wenn es immer so viele interessante Dinge gibt...und Auto fahren macht ja auch Spaß...und überhaupt....

Mittwoch, 6. März 2013

Voll verstrahlt

Es war mal wieder einer dieser Tage.
Vollgestopft mit Hoffnung: Die können mir jetzt helfen. Die geben mir ein Medikament in die Hand, das all meine Beschwerden vernichtet. Am besten über Nacht. Das ich dann wieder schlafen kann und nur beim Sport erhöhten Puls habe, aber nicht in der Nacht von 23-4h! Das ich nicht dauernd so schwitze, obwohl es 5 Grad minus draußen hat. Das ich nicht dauernd so angespannt bin. Das ich keine Depressionen mehr habe. Das ich fit durch die Welt hüpfe.

Ich kam schon etwas zerfleddert in der Arztpraxis an.
Und notierte auf dem Fragebogenblatt den Wohnort samt Postleitzahl meiner Kindheit. Von dem ich vor 16 Jahren weggezogen bin!
Na gut, mir war ja eh schon schlecht.

Dann wurde mir ein leicht radioaktives Mittel gespritzt. Selber höchste Sicherheitsvorschriften einhalten, aber zu mir sagen: Verlässt den Körper bald wieder. Wer es glaubt...
Na gut, dann strahle ich wenigstens so. Wenn schon nicht mit meiner Aura. Haha.
Jetzt weiß ich auch, warum mich all diese Untersuchungen so stressen: In diesen 3 Sekunden während mir was gespritzt wird, kann ich nicht weg. Ich bin vollkommen ausgeliefert. Bei der Blutabnahme dauerts vielleicht 10 sec. aber gefühlt sind es 10 Minuten, in denen ich nicht weg kann und das ist das widerliche dran.
Keine Kontrolle zu haben. ARGH.

Es kam aber noch besser.
Ich durfte mich dann unter eine Kamera legen die bis auf 3 Zentimeter vor meinem Gesicht klebte. Gut das ich dran erinnert wurde, was Platzangst heißt.
Und jetzt bitte 5 Minuten ganz still so liegen bleiben.
Herrlich!
Meine Füße bogen sich zu einem S.
Meine Hände krampften sich in die Oberschenkel.
Meine Augen schielten.
Mein Atem ging...ähja sehr komisch.
Der Schweiß floss.
5 verdammte Minuten.
Das einzige was mich gerettet hat war: Hund.
Mein Pflegehund. Ich dachte an sie. Wie sie sprang, hüpfte, Leckerlie erbettelte, beleidigt guckte, lief, Stöckchen zerkaute...

Irgendwann war ich wieder erlöst.
Und der Doktor meinte:
Alles in Ordnung.

Päng!
Bumm!
Patsch!

Die Hoffnungsblasen zerplatzten mal wieder.

Montag, 4. März 2013

Ich, Alkoholikerkind


Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit – wie erwachsene Kinder von Suchtkranken Nähe zulassen können.
Um diese Buch schlich ich mich Jahre! 
Viel zu heißes Thema. Jetzt aber wurde es Zeit. Ich kaufte, las und...heulte.
Der Untertitel ist sehr schlecht gewählt. Es ist nämlich kein Ratgeber.
Es geht rein um das Erkennen, wie die Alkoholikerkinder in Sachen Nähe/Beziehung so drauf sind und reagieren.
Es geht um die Wunde freilegen, unter all den Schichten der Abspaltung, nicht wahr haben wollen und selber süchtig agieren.
Es lässt mich verstehen, warum ich solche Beziehungsschwierigkeiten habe.

S. 10: Intim und verletzlich zu sein und Nähe zuzulassen widerspricht all den Überlebenstechniken, die Kinder von Alkoholikern sich angeeignet haben, als sie noch ganz klein waren.

Da mich schon die ersten paar Seiten heftig nach Luft schnappen ließen, musste ich erstmal das Buch und die Autorin abwerten:
„Pfff was von komplexen Thema schwafeln und dann selbst nur 120 Seiten dazu schreiben.“
Totaler Hohn: „Denken Sie beim Lesen an Ihre eigene Kindheit und ihre eigene Familie!“ Brüller oder?
Das Bild der Autorin ist auch so zum fürchten:
als ich dann las, dass sie schon tot ist, beruhigte ich mich wieder und konnte weiter lesen.

Die Macht emotionaler Verwicklungen ist größer als die Macht der Vernunft!

Ohja, könnte das mal bitte jemand dem Teil in mir klar machen, der ständig seinen Vater anrufen will?
Mir wurde nochmal klar, warum ich mich so schnell für alles und jeden verantwortlich fühle.
Wenn beide Eltern ausfallen, übernehmen die Kinder automatisch diese Verantwortung: Ich muss alles wieder in Ordnung bringen! Und wenn ich es nicht in Ordnung bringen kann, bin ich schlecht, tauge zu nix, geht alles den Bach runter, werde ich sterben...

Obwohl ich mich schon Jahre mit diesem Thema beschäftigt habe, hat es diese Auffrischung nochmal gebraucht. Zu erkennen, was in Alkoholikerfamilien abgeht. 

Das Buch half mir nochmal Klarheit zu gewinnen, über mich und meinen Umgang mit Beziehungen. 
Es werden alle Beziehungsthemen beschrieben. Von: Angst vor Selbstverlust über Grenzen bis hin zu Kontrolle.
Und ich fand mich immer wieder darin beschrieben. Was da abgeht in mir bei Nähe, bei sozialen Veranstaltungen, bei Unzuverlässigkeit, warum ich oft überreagiere...

Auch wird die Fragen aller Fragen unter die Lupe genommen:
Was ist denn überhaupt eine gesunde Beziehung? 
Ich kenne das nicht. 
Ich weiß nicht wie so etwas aussieht. 
Ich hatte keine Vorbilder dazu. 
Dieses Buch ist jetzt eine kleine  Anleitung.
Eine Gebrauchsanweisung sozusagen.
Ein Leitfaden.
Es ist auch ein Kapitel für den Partner dabei: wie sie erwachsenen Kindern von Alkoholikern ihre Liebe zeigen können.
Nunja, das war mir teils zu übertrieben. Demnach könnte ich mich wie ne Sau benehmen und dann groß gucken, mit den Schultern zucken und: "Mei, ich bin halt das Kind von Alkoholikern."

Das Thema wird mich noch lange begleiten und es kommt auch verstärkt in der Therapie zum Vorschein.
Da finde ich das Buch gut, als Hilfestellung zum durcharbeiten...

Wer noch ein wenig zu diesem Thema lesen will:
http://suite101.de/article/alkoholikerkinder---kleine-und-grosse-a132248#axzz2MUi9IuT5

http://www.beratung-caritas-ac.de/index.php?id=suchbelastung

Sonntag, 3. März 2013

AHA! Und: OH!



Wunder gibt es immer wieder:
Letztens an meinen Geburtstag gedacht und was ich da tun werde.
Auch daran gedacht, mal wieder zum Tanzen zu gehen
und dann noch der Wunsch mal einen sympathischen Mann kennenzulernen, mit dem ich dann einen Tangotanzkurs besuchen möchte.
Kurz darauf dies Video gefunden:


Da ist alles drin.

Dann in einem Buch gelesen. 
Da ging es u.a. vor der komischen Angst vor Insekten (sind Insekten eigentlich auch in Sekten?) und wie man damit umgehen kann (ich umgehe lieber das Krabbelzeug). Prompt kam abends eine Spinne hinter meinem CD-Regal hervor. Ich blieb ruhig. Erschlug sie nicht. Soll sich Brunhilde doch da hinten wohl fühlen.  
Aber: Der Rest der Wohnung gehört MIR! 
Hörste? (können Spinnen hören?)

Du erschaffst dir selbst deine Realität.
Vergiss das nie!

Dann die Erkenntnis gewonnen, dass ich sofort und immer vom schlimmsten ausgehe.
Als Beispiel: Ich tue etwas für jemanden, während dieser jemand nicht dabei ist. z.B. in dessen Wohnung.
Am nächsten Tag ruft dieser Jemand an.
Ich gehe nicht ans Telefon, weil ich annehme, dass ich einen sehr großen Fehler gemacht habe und der mich jetzt total zusammen scheißt. Bekomme auch ziemliche Panik.
Dabei: Ist das noch NIE vorgekommen. Meistens ging es um ganz was anderes. z.B. wurde sich freudig bedankt (unglaublich oder? :-)
jaaaa, braucht mir jetzt keiner mit Selbstwertgefühl undsoweiter kommen. Weiß ich ja.

Zweite Erkenntnis heute:
Ich mache es mir immer schwerer als nötig.
Und zwar so richtig.
Ich tue kaum Dinge die mir leicht fallen oder die ich gerne mache,
sondern probiere und versuche immer Dinge, die ich nicht kann!!!
Es ist ja in Ordnung das mal zu probieren, den Horizont erweitern oder um sich Neues anzueignen, aber es geht darum:
ich liebe bei Bastelsachen einen bestimmten Stil. Und den kann ich auch gut. Und ich mach den fast nie. Sondern immer das, was dann aussieht wie aus dem Kindergarten.

Ach Regenfrau, du machst dir das Leben so schwer.
Mooooment...jetzt weiß ich es ja,
dann kann ich es doch auch ändern...
 

Samstag, 2. März 2013

Hinaus! Hinaus!

 
Das geile an Stimmungsschwankungen/Impulsivität ist:
Du kannst dich am Abend noch umbringen wollen und am nächsten Tag die Welt verändern wollen.
Nunja, ich wollte mich nicht umbringen, aber ich war doch sehr down.
Manchmal geht es mir dann recht schnell ohne großen Auslöser wieder ganz wunderbar.
Und als es mir dann so wunderbar ging,  meldete ich mich für ein Abenteuerprojekt an:
Freiwillig eine Woche im Bergwald schuften. Mit fremden Menschen arbeiten und in einer kleinen Almhütte (mit nur 1 Dusche!)zusammen wohnen und essen (argh!).

Aber ich hab richtig Böcke auf Natur, körperlich arbeiten, neuen Herausforderungen stellen und das alles in einer Zeit die für mich (alleine zuhause) eh immer schwierig ist:
Mitte Juni, also wenn die Tage so richtig schön lang sind.

Und man glaub es kaum, wer alles für nix Geld sich da abrackern will: Alle Plätze weg! Ich kam auf die Warteliste.
Nach 1 Woche wurde dieser Platz frei und nun: Darf ich mit!
Sofern es mein Körper mitmacht. Ich werde Ende Mai nochmal tief in mich gehen und schauen, ob das wirklich so gut ist. Bis dahin kann ich problemlos absagen, ansonsten wird eine kleine Ausfallsumme fällig.