Freitag, 8. Februar 2013

Wie ein Kind

Als ich ( wie immer) sehr knatschig wurde, weil ich langsam aber sicher Hunger bekam kurz vorm Verhungerungstod stand, meinte mein damaliger Begleiter:
"Wie ein Kleinkind!"

Als ich letztens einer Bekannten erzählte, wie müde ich sei und dass ich sofort einschlafen würde, wenn ich mich hier auf die Bank läge und das ich ohne 2-std. Mittagsruhe gar nicht mehr den Tag überstehe, meinte sie:
"Wie ein Kleinkind!"

Als eine Freundin höhnisch auflachte und meinte: Ich muss mein inneres Kind nicht befreien, das hat schon längst die Führung übernommen,
musste ich schwer schlucken.
Genauso erging es mir doch auch.

Wenn sich mein nicht beachteter innerer Kind-Teil meldet. sieht das so aus:
- will sofort und gleich Papa anrufen und erfindet dafür allerlei Gründe, Wege usw.
- wird höchst unfreundlich wenn jemand was gegen ihn hat
- kann das gar nicht glauben, wie die Eltern mit mir umgingen
- spürt aber gleichzeitig die heftigen Scherzen dazu
- will Bedürfnisse sofort und gleich befriedigt haben (nachts zur Tanke und so)
- zieht sich zurück, will gar nicht mehr reden

Ich befinde mich mal wieder im emotionalen Schleuderwaschgang und versuche irgendwie durch den Tag zu kommen.
Und sei es nur für die nächsten 5 Minuten...

Kommentare:

  1. liebe regenfrau

    gerne würde ich dir DEN absolut sicheren tipp geben, wie du aus dem schleuderwaschgang wieder rauskommst, doch den habe ich leider nicht.

    lass dich auf jeden fall nicht von anderen auf dieses kleinkinderding reduzieren. sie verstehen es nicht und sie werden es auch niemals verstehen. weil sie es selber nicht kennen. du weisst ja, warum es dir wie geht. das (den meisten) anderen erklären zu wollen/oder auf verständnis zu hoffen, hat sich, für mich, als sinnlos herausgestellt. der körper reagiert wie er eben reagiert. und er weiss es besser als die besserwisser.
    denn er WEISS was WAR. aber es IST nicht mehr. und das zu begreifen, fällt dem körper schwer; er kann sich nicht verstellen und reagiert auf stress und gewisse auslöser immer 1:1, wie es ein tier tut: nach seiner natur.

    ich möchte dir einfach mut zusprechen. halt durch! und probier alles aus, was dir hilfreich und sinnvoll erscheint auf diesem weg … manchmal habe ich auch den eindruck, dass psychotherapie mehr aufwühlt, als sie anschliessend mit ihren methoden heilen kann (auch was den vorherigen post wegen deiner thera anbelangt. ich glaube nicht daran, dass man um heil zu werden nochmal in alles hinein muss. deshalb ist das eigene gefühl so entscheidend; und da tut sich bei dir ja was!

    lieber gruss
    und eine umarmung / nur wenn du magst

    anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Anne,
      danke für Deinen lieben Kommentar!
      Das Kleinkindding meinten die nicht abwertend, eher teils verwundert feststellend und im *zart besaitet-Buch* steht auch, dass der Körper von hochsensiblen Menschen wie ein Kleinkind reagiert. Wenn ich das ein wenig im Blick halte, geht es mir besser, ohne mich zu verhätscheln.


      Ja mit der Thera muss ich schauen, wobei sie weniger in alte Geschichten eintauchen will, als zu schauen was da ist. Sie rennt mir da zu schnell los und ich bin heilfroh, dass ich merke: nö SO nicht und dass ich ihr das auch sagen/schreiben werde.

      Heute gehts auch schon wieder besser, nach einer (nö es waren mindstens 5 *g*) Schlafrunden.
      Jetzt schau ich mal zu Dir rüber, hab gesehn, dass Du auch einiges geschrieben hast.
      Ich wink mal rüber und grüß Dich ganz herzlich ;)

      Löschen
  2. Liebe Regenfrau,

    nun sitz ich hier und überlege schon länger was ich dir schreiben möchte. Habe auch noch mal den vorherigen Eintrag von dir gelesen... und denke das beides zusammen passt. Aber was nützt es das zu sehen? Weiß nicht.

    Nur wenn etwas "dran" ist, dann lässt es sich schlecht wegpacken. Klar es geht irgendwie auf einer ebene, aber es findet doch Wege. Dennoch ist es etwas was man nur selber wissen kann, ob es "dran" ist.

    Denke das es nicht verwundert das dein "nicht beachteter innerer Kind-Teil" aktiv ist.

    Ich Eier hier rum. Glaub Dir, dass es grad einfach schwierig ist und möchte Mut machen! Das was an Stabilität und Sicherheit erarbeitet ist muss nicht verschwinden wenn man in der nächsten Suppe zu rühren beginnt. Auch wenn man es zwischendurch nicht so fühlen kann, so ist es da und wächst weiter mit den nächsten Schritten.

    Wir senden Dir viele liebe Grüße
    anja und sterne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Anja und Sterne,
      danke für Deine Mühe! Auch Dein Kommentar tut gerade gut :-)
      Doch mir hilft es schon zu sehen, warum es mir gerade bescheiden geht, bin ja eh viel zu oft im Kopf und muss analytisch durchkauen.

      Ich werde auch dran bleiben und hinschauen, aber sehr sehr langsam und erstmal für mich, nach meiner Methode. Und die Thera etwas im Hintergrund lassen.
      Zum Glück habe ich schon etwas Übung mit Krisenzeiten und habe die nächsten 3 Tage auch frei, so dass ich mich gut um mich und die Kids kümmern kann.

      Dass nicht alles an Stabilität weg sein muss, weil es gerade nochmal heftiger wird, hörte ich gestern auch, schön, dass Du das auch geschrieben hast!
      Ja einen Schritt nach dem anderen.

      Euch auch eine gute Zeit
      und ganz liebe Grüße!

      Löschen
  3. Hallo Regenfrau,

    ich glaube, mit dem Spüren von "kindlichen Gefühlen" bist du nicht alleine. So ein "kindliches Bewusstsein" ist in jedem Menschen vorhanden, der in seiner Kindheit aufgrund heftiger Erlebnisse einen Teil von sich abspalten musste....

    Ich hatte vor längerer Zeit in meiner Therapie immer wieder mit dem Kind in mir zu tun. Seither ist es schon lange nicht mehr so deutlich zu spüren gewesen. Und nun tritt es wieder deutlich hervor, jetzt wo (über kurz oder lang) die Trennung von meiner Lebensgefährtin droht.

    Fühlt sich teilweise heftig.... und teilweise auch destabilisierend an.
    Aber irgendwann ( - jetzt! - ) ist für mich auch der Zeitpunkt, durch meine Themen durchzugehen... (denn zu groß sind die Einschränkungen in meinem Leben, müsste ich allen möglicherweise triggernden Situationen mein Leben lang aus dem Weg gehen).

    Aber alles ist nur möglich, wenn die Zeit hierfür reif ist!

    Einen lieben Gruß

    Tao

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Tao,

    ja ich war früher mit dem kindlichen Teil identifiziert, DAS gab so richtig Probleme.
    Seit ich da aussteigen kann, ist es besser. Viel hilft mir auch die visualisierung von geschützten Orten, fiktiven Pflegepersonen, das bringt Erleichterung.
    Oft habe ich auch, ganz behutsam Kind/Jugendliche wohin gegeben für eine kurze Zeit, z.B. schwieriges Gespräch mit der Chefin und dann wieder bewußt abgeholt. Half auch super.

    Ich les bei Dir mit und wünsche Dir ein gutes durchkommen, durch diese Zeit!
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Regenfrau,

      das mit den 'fiktiven Pflegepersonen' oder 'ganz behutsam Kind/Jugendliche wohin gegeben für eine kurze Zeit' kannte ich noch garnicht.
      Eine interessante Idee!

      Bei mir geht es im Augenblick nicht um aktuelle Begegnungen, in welchen das Kind Schutz bräuchte,
      sondern eher um die Gesamtsituation und die Angst, dass die Trennung nun vielleicht doch zu schnell passieren könnte.... (naja, nun gibt es ja schon wieder Entwarnung).
      Deshalb versuche ich mir jetzt einen Weg zu ertasten, der mir Heilung und Integration bringt.

      Liebe Grüße

      Tao

      Löschen
  5. Ich kam dadrauf, als wir in der Klinik *Imaginationen nach Reddemann* kennen lernten und habe die für mich je nach Situation abgeändert/erweitert.
    Das kann man auch mit so einer Gesamtsituation. Dem inneren kind den Druck rauszunehmen, dass es verlassen wird, oder es sich darum kümmern muss.
    Wenn ich überfordert bin und nicht allein für das Kind sorgen kann, hole ich mir jemanden dazu, damit es weniger Verlassenheitsängste haben muss. *wir sind für dich da*. ach was für eine Entspannung :-)

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen