Donnerstag, 14. Februar 2013

Silke Blomeyer

Frau Blomeyer lernte ich am Tag der offenen Tür im Atelierprojekt in München kennen (http://www.atelierprojekt.de/)
Sie stand in eben jener offenen Tür und begrüßte die Gäste. Strahlend und euphorisch tat sie dies, man sah ihr sichtlich an welch Freude sie daran hatte und ich fühlte mich sogleich ebenfalls gut aufgehoben, denn sie erklärte mir nun, dass es gleich an's malen ging. Im Dunkeln! (natürlich nur wer wollte und ich wollte).
Eine wirklich schöne und gelungene Aktion.

Später unterhielten wir uns noch ein wenig  und ich spürte, dass ich gerne mehr über diese Frau erfahren möchte.
Dem ging ich nach und erfuhr unter anderem, dass sich unsere früheren Verwandten schon kannten. Wirklich erstaunlich!

Was es sonst noch über sie zu sagen gibt, erfahrt Ihr nun, wie immer, in einem kleinen Portrait:


Auf den Bildern ist mein Atelier zu sehen. Das ist  meine Produktionsstätte, " a room of my own" wie Virginia Woolf sagen würde, der für schöpferische Arbeit unerlässlich ist. 
Es ist, gerade in München, schwierig einen geeigneten und bezahlbaren Raum zu finden. 
Ich hatte Glück und genieße die Ruhe und die Möglichkeit ungestört zu arbeiten.  Am Anfang ist es komisch, den ganzen Tag alleine in einem Raum zu verbringen. Mit der Zeit wird es aber dann zum Bedürfnis und das Atelier zum Ort der inneren Sammlung.

Der Gegenpol zu diesem Maler-Eremitentum ist die Unterrichtstätigkeit am Atelierprojekt. Da muss ich nämlich aus mir herausgehen. Mir fällt das manchmal schwer, nicht umsonst sind "Lehre und Forschung" oft getrennt. 

Andererseits habe ich mit  Leuten zu tun, die sich für Kunst interessieren, das ist nicht selbstverständlich.Es macht mir Spaß, dazu beizutragen, dass Menschen einen Zugang zu Malerei bekommen und zu sehen, wie sie sich entwickeln und wie wichtig diese Tätigkeit in ihrem Leben wird. Das ist allerdings nicht  immer der Fall.
Oft bin ich auch mit vollkommen falschen Vorstellungen über Kunst konfrontiert: beispielsweise, dass ein Bild idealerweise wie ein Photo aussieht oder dass man mal  so eben ein gutes Bild malen kann, auf Anhieb und mit den richtigen Rezepten.
Ganz krasse Fehleinschätzungen sind bei unseren Teilnehmern Gottseidank selten.


Das Malerinnen-Dasein ist nicht immer einfach: Nicht umsonst hören 75% aller Kunstakademieabsolventen innerhalb der ersten 10 Jahre auf. Man muss sich immer selbst motivieren und parallel das Geld heranschaffen, denn die allermeisten Künstler können nicht von Ihrer Arbeit leben.
Trotzdem ist es eine so schöne, erfüllende Tätigkeit, die ich nicht tauschen möchte. 



 Wären Sie lieber attraktiver oder intelligenter?

Das ist die Gretchenfrage. Eindeutig wäre es ,wenn  man mir weniger Intelligenz und dafür mehr Attraktivität anbieten würde.Erstere würde ich nicht eintauschen wollen. Aber so?
Ich bin, leider oder Gottseidank, je nach dem,  mit einem ziemlich hohen IQ ausgestattet. Mehr Attraktivität würde mich aber auch meinen Zielen vermutlich nicht näher bringen.


Für wie viel Geld würden Sie eine Bank ausrauben?

Ist gemeint, was man mir geben müsste, damit ich es tue,oder wie viel ich dabei ergattern müsste? Eigentlich egal. Ich würde es nämlich gar nicht machen.( Aber nicht, weil ich nicht gerne einer Bank schaden würde...)

Was wollten Sie werden, als Sie klein waren?

Ich kann mich nicht erinnern, mir je darüber Gedanken gemacht zu haben.

Haben Sie Angst, wenn Sie in ein Flugzeug steigen?

Das Einsteigen ist noch ganz stressfrei. Beim Abheben jedoch ist mir schon immer etwas mulmig. Da ich in letzter Zeit öfter geflogen bin, ist  es  weniger geworden. Völlig entspannt bin ich da oben aber nie mit all der Luft unter mir, z.B. denke ich immer, dass das Flugzeug wackelt, wenn ich zu fest auftrete....

Müssen Gäste ihre Schuhe ausziehen, bevor sie Ihre Wohnung betreten?

Ganz klar: Nein. Mich stört es, dass es inzwischen fast üblich ist, dass man nur in Socken hereinkommen darf und meistens nicht-passende Hausschuhe erst auf Nachfrage bekommt, während die Schuhe draußen auskühlen .In der Stadt kommt man ja sowieso meisten nicht mit lehmverkrusteten oder matschigen Schuhen an.

* * *
Ein großes Dankeschön an Frau Blomeyer für Ihre Offenheit.
Der Austausch war mir eine große Freude!

Wer mehr von Frau Blomeyer sehen oder erfahren möchte,
hier geht es zu Ihrer Webseite:
http://www.blomeyer-bilder.de/
dort gibt es auch ein Kontaktformular

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