Montag, 11. Februar 2013

Freie Woche

Diese Woche gehört mir.
Ich hab nur an 2 Tagen kurz den Hund, ansonsten habe ich jetzt alles abgesagt.
Mir fiel gestern der Spruch ein: Ich bin nicht in Rente, um anderen zu helfen, sondern um gesund zu werden!
Frei nach dem Spruch: Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Jawoll.
Das durch den Tag treiben lassen, mal wieder hinlegen, langsam gehen, achtsam abspülen und nicht immer schnellschnell, huschhusch, alles mit angehaltenem Atem und ganz nervös.
Eigentlich klar, dass so ein verhalten ermüdet.
Diese Woche geht alles nach meiner Zeit, nach meinem Tempo.
Und wie das so ist: Verhaltensweisen zu ändern fällt schwer: Ach noch schnell die Waschmaschine anschalten und während der Tee zieht noch das Handy einschalten.
Die Angst und Anspannung nicht genug zu schaffen und Zeit zu vergeuden sitzt tief.
Wann war ich das letzte Mal vormittags einfach so, für mich spazieren?
Wann einfach lesend und schlafend den Nachmittag verbracht?

Als Kind war mein Zuhause brüchig und unsicher. Wann ist Mama da und wie ist sie dann drauf (Schichtdienst und steigender Alkoholkonsum). Holt mich Papa wirklich ab (oft genug: nein, oder sehr spät, also pure Verlassenheitsangst), wie ist er drauf, wenn es ihm gut ging spielte er tolle Sachen mit uns, bastelte Hütten und baute die Eisenbahn auf, an anderen Tagen wurden wir geschlagen, weil wir genau das spielten, nur für ihn zu laut...
Alles unberechenbar.
Ich weiß noch, als mein Vater mich mal wieder nicht vom Kindergarten abholen kam, wurde nach Absprache mit der Erzieherin ein Taxi geordert, das mich heimfahren sollte.
Ich erklärte dem Fahrer (als 5-jährige) den ca. 6 km langen Heimweg.
Er drehte sich um, lächelte, ließ den Motor an und meinte ganz cool: "Ich weiß, wo du wohnst." Und ich entspannte mich in das schwarze Leder.
Endlich mal jemand der wirklich Erwachsen war. Der die Verantwortung übernahm!

Die letzten Tage stellte ich mir genau das vor: Ich habe Eltern die Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen, die wissen was sie tun, die verlässlich sind.
Das ist einfach nur AAAHHH. Pures Loslassen, Entspannung, Kind-sein dürfen!
Eigentlich kein Wunder, dass ich heute so müde bin, nach all den Jahren der übermäßigen Aufmerksamkeit, des mitdenkens, und aufpassens.

Und das ist genau das Muster das ich heute noch praktiziere: Für alle mitdenken und Dinge abnehmen, die diese nicht tun wollen oder können.
Ich darf mich, heute hier und jetzt, aussschließlich um mich kümmern.
Zeit wird es!
Nach 32 Jahren.

Was macht eigentlich die Diät so?
Läuft. 2 Wochen zuckerfrei. Wobei ich am Donnerstag und gestern etwas "gesündigt" habe. Is ja nicht schlimm, mag der ein oder andere denken. Doch ist es, weil das alles zunichte machen kann, der Pilz kann sich innerhalb von 20 Minuten verdoppeln.
Aber die Darmsanierung und das weglassen von Milchprodukten hat mir eine reine Haut beschert! Das freut mich und zeigt, wie voll mein Körper mit Dreck und Gift ist, dass er mit dieser Menge  nur schwer fertig wird.
Ich mach einfach weiter :-)

Kommentare:

  1. Gute Idee!!! Könnte glatt von mir sein ;o). Ich habe auch heute früh beschlossen, mir eine Woche Urlaub vom Alltag zu nehmen. Deine Worte sind noch das bestätigende i-Tüpfelchen.

    Hey, ziehs durch! Eine Woche FÜR DICH.

    Ich machs auch so. Pasta!!!! :o)

    Lieb

    Ina

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  2. Ej super *give me 5* :-)
    Dann machen wir uns ein paar tolle Tage! HURRA!

    ciao

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  3. Liebe Regenfrau

    Zu diesem und dem nächsten Post: Das Leben in ständiger Anspannung, die anhaltende nagende Unsicherheit kenne ich so gut. Wobei es bei mir eher ein inneres Gefühl von Verlassensein war. Ich war äusserlich gut versorgt, innerlich darbte ich oft, war emotional unterversorgt. Ich hatte immer den Eindruck "die Welt zusammenhalten" zu müssen. Alles schien ständig auf der Kippe zu stehen. Die Stimmungen und die Gesundheit der Erwachsenen um mich herum namens "Eltern". Ich kenne das ständige Ausgleichenwollen der Instabilität anderer, immerwährendes "auf-der-Hut-Sein". Mir wird das jetzt noch einmal richtig bewusst, wo ich deinen Text lese. Das ausschliessliche Kümmern um mich selbst, ist bei mir bis heute mit einem schlechten Gewissen verbunden. Ich hoffe das lässt noch nach.

    Wünsche dir weiterhin ein gutes Auseinanderdröseln und Engiften von allerlei Sondermüll …

    Lieber, verbundener Gruss

    Anne

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  4. JA ich war äußerlich auch bestens versorgt, das wiederholt meine Mutter ständig (also früher), sie hat alles dafür getan, dass wir es immer hübsch und sauber hatten, alles nach außen paletti, aber Gefühle? Zuneigung? mal mit uns am Boden spielen? trösten? Fehlanzeige.

    Wenn Du das so gut kennst, empfehle ich Dir wärmstens das Buch von Giger-Bütler entweder *sie haben es doch gut gemeint* in dem es hauptsächlich um diese Unsicherheit/Brüchigkeit geht, oder in "Endlich frei" in der es eher um das: um sich selbst kümmern, Ausstieg aus der Depression/Überforderung geht. Ich würd sagen auch aus dem Helfersyndrom.
    Wenn ich darin lese (auch mal kreuz und quer) hol ich mir daraus die Erlaubnis gut für mich zu sorgen und endlich nicht mehr *zu müssen*. Ich entspanne da sehr gut und schnell.

    Beste Grüße ;-)

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    1. Liebe Regenfrau

      Positive Gefühle waren durchaus da, bei uns. Das wurde jedoch stark vom Stress überlagert, den ich so oft empfand. Ich kann nicht sagen, dass es bei uns so schlimm war wie du es von dir daheim schilderst. Trotzdem habe ich mich jahrelang wie gehetzt gefühlt. Auf der Flucht!

      Ich glaube wenn man hochsensibel ist (vielleicht zusätzlich nervlich schnell erregbar, weil man eben den Stress schon im Mutterleib spürte/abbekam) wirkt sich das seelisch fragile/verwirrende Elternhaus dann natürlich noch stärker aus.

      Danke für die Buchempfehlung. Ich möchte aber gerade nichts lesen, die Ratgeberliteratur wühlt mich manchmal einfach zu sehr auf. Gerade bin ich im Frieden mit dem was war. Ich lasse gerade vieles einfach sacken oder an mir abperlen …

      Lieber Gruss

      Anne

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  5. Hallo ;)

    Wobei das Buch nicht der klassische Ratgeber ist und auch nicht zu sehr in die Vergangenheit geht. Sondern eher hilft ruhiger zu werden, das emotionale verstehen wird auch gefördert, also ich bleibe da nicht nur im Kopf.
    Aber Du machst das schon!

    Herzliche Grüße

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