Mittwoch, 2. Januar 2013

Uuuunnnd wie war's mit Hund?

So 2 Nächte und 3 Tage mit Hund liegen hinter mir.
Er war wirklich sehr pflegeleicht und ultrabrav, da war ich sehr froh drum. Wahrscheinlich hätt ich eine ganze Stunde das Futter in seiner Schüssel rühren können, ohne das er einen Mucks gemacht hätte.

Aber es war auch viel. Zum Schluß hatte ich das alarmierende tiefe Brummen im Ohr,das mir immer signalisiert, dass der rote Streßbereich erreicht ist!
Zum einen liegt es in meiner Natur, dass ich mir einfach zu viele Gedanken und Sorgen mache. Das sah dann so aus, dass der Hund in der ersten Nacht selig über 8 Std. pennte, während ich immer halb wach war, damit ich auch ja mitbekam wenn was sein sollte.
Als ich dann völlig fertig morgens mit dem Kaffee im Wohnzimmer erschien, begrüßte mich ein freudig wedelnder Hund mit Decke übern Kopf, wie so ein Kopftuch. Zum schießen komisch!
Zum anderen merkte ich, wie wenig ich mich nach äußeren Umständen richten mag. Das habe ich als Kind und Jugendliche und sogar als junge Frau NUR gemacht. Alle Antennen waren immer nach außen gerichtet, immer getan was verlangt und erwartet wurde. Immer gleich gesprungen. Nie mein eigenes Leben leben dürfen.

Ich hab die Schnauze voll davon. Ich mag das nicht mehr. Ich brauch immens viel Freiheit, viel Zeit und Raum für mich und erst recht ganz viel Selbstbestimmung. Da habe ich einen riesigen Nachholbedarf!
Genau aus diesem Grund wollte und will ich nie Kinder und zum Glück weiß ich das schon, seit ich im gebärfähigen Alter bin.
Das Gefühl "ich bin nicht allein". Ich kann nicht so agieren wie mir gerade ist, bringt mich in arge Bedrängnis.
Wahrscheinlich triggert es auch alte Erlebnisse, in denen mir  vorgeschrieben wurde, was ich zu tun, zu mögen, zu denken und zu fühlen hätte. Und wo es gefährlich war eigene Bedürfnisse, Wünsche oder einfach Gedanken laut auszusprechen!
Nein, ich mag mich (erstmal) nach keinem anderen Wesen richten, sondern einzig und allein nach mir. Weil das nie sein durfte und ich das gerade ganz langsam lerne: zu spüren was ich mag und will.

Noch nirgends sonst, als in diesem Buch (Möchtegern von Milena Moser) las ich die genaue Beschreibung dieses Gefühls:
Ich war einfach glücklich, wenn ich ganz allein war.
Es genügte jemanden im Haus zu wissen, es genügte, dass Simone auf der Chaiselongue lag, dass Frau C. Hinter geschlossenen Türen fuhrwerkte, es genügte, dass Nico hinter dem Herd stand. Um unweigerlich unter Druck zu geraten. Den Druck zu fühlen, oder ihn mir einzubilden: ich müsse mich jetzt zusammenreißen, ich müsse mich anstrengen, ich müsse mindestens so tun, als sei ich jemand anderes.

Das wurde mir in diesen Tagen so sonnenklar:
Ich liebe Hunde, auch im Sinne eines Rudelführers nach C.Milan, aber ein eigener Hund paßt nicht in mein Leben.
So wie es derzeit ist, nämlich dass ich andere Hunde hin und wieder  bzw. regelmäßig betreue, ist es perfekt.
Das schöne: es fühlt sich absolut richtig so an, ohne schlechtem Gewissen oder kritischen Gedanken ala: Nicht mal das schaffste:ein eigenes Haustier. Oder, dass ich ja so egoistisch sei usw.blaaaa.

Diese Klarheit bringt Frieden und Erleichterung. Denn lange habe ich mit mir gerungen: Hund ja nein. Mir sogar schon welche angesehn usw. Die Energie die ich dafür verwendete kann ich nun für was anderes einsetzen.

Kommentare:

  1. Genauso gings es mir neulich mit der Frage, ob ich mir eine Katze anschaffe. Aber dann wurde mir klar, dass ich einfach noch soviel Nachholbedarf an "Leben und Freiheit" habe, dass ich soweit noch nicht gebunden sein möchte. Was Kinder anbelangt, so lasse ich es für mich einfach mal offen - vielleicht sehe ich es in 2 oder 3 oder 4 Jahren ganz anders als jetzt, wenn sich alles mehr beruhigt hat.

    Mit Egoismus hat das nichts zu tun, finde ich. Eher mit einem gesunden Gefühl von Eigenverantwortung.

    Viel Spaß beim "Energie für anderes einsetzen" :)

    Lg
    Maja

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  2. Ja sag das mal dem inneren Vernichtungschor, die haben doch immer was zu kritisieren ;-/ ...kennst das ja.
    Aber die können schwafeln bis ihnen die Mundwinkel sonstwo hängen ^^.
    Klar ich schließe nicht aus, dass ich ich nie einen hund haben werde, aber das mit den Kids ist beschlossene Sache.
    Liebe Grüße!

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  3. liebe regenfrau

    ich glaube das wird ein längerer kommentar ;)

    du sprichst mir aus dem herzen, ähnliche gedanken gehen mir beim thema hund durch den kopf. wobei ich momentan nicht einmal einen "leihund" habe. angeregt von dir und susi p. habe ich mir mehrere folgen "hundeflüsterer" mit cesar millan angeschaut! und dieser mann begeistert mich. durch seine präsenz und klarheit. weil das, was er sagt, so klar ist wie klossbrühe. einfachheit, klare regeln, klare ansagen … und mir wird immer mehr klar, warum unser hund oft sein eigenes ding (mit uns) gedreht hat (anspringen, distanzlosigkeit, uns massregeln etc.) >_<

    ich habe die erfahrung gemacht, dass die krummen und negativen gedanken erst recht auf touren kommen, wenn ich die verantwortung für einen hund habe. unterwegs gehts, da ist dynamik drin. vorallem wenn ich daheim war, sind dann die gedanken gekommen. weil die schuldgefühle und minderwertigkeitsgefühle sich in den eignenen vier wänden dann so richtig austoben können. sobald der hund mich anschaute, fühlte ich mich genötigt, irgendwas zu tun.

    die gradlinige energie, die klarheit und die energievolle körpersprache aufzubringen – das fordert einen. bei mir bleiben, das fällt schwer.

    ich finde millan geht noch einen schritt weiter als martin rütter. vieles von dem was millan zeigt, kann ich auch gleich auf mein eigenes leben anwenden. weil es direkt aus der natur abgeleitet ist.

    dieser satz ist mir besonders eingefahren:

    -

    Der Hund lebt im Hier und Jetzt.
    Der Mensch lebt manchmal in der Vergangenheit und macht sich Sorgen um die Zukunft.

    Cesar Millan

    -

    Und noch ein Satz: Zuwenig Bewegung kann Angstzustände auslösen, weil der Hund nicht weiss, wohin mit seiner Energie.

    -

    da musste ich leer schlucken; denn das gilt ja auch für mich und meine ängste!!

    nun weiss ich, was ich will:
    ich will kopf, seele, körper und mein ganzes leben wieder für mich, die kruden gedanken verbannen. weg mit dem alten scheiss!

    -

    meinst du mit "aber das mit den Kids ist beschlossene Sache" – dass du keine kinder möchtest?

    lg anne

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    1. Hallo liebe anne ;)
      Ich liebe lange Kommentare ;) Nur her damit!

      Genau: ich will keine eigenen Kinder, aus verschiedenen Gründen.
      Genau dieses sich genötigt fühlen, war es. Ein hund ist einfach ein Rudeltier und der braucht auch die Gemeinschaft, die mich aber schnell erdrückt. Anders eben bei Katzen, aber mit denen kann ich erst recht nicht.
      Die klaren Ansagen wirken auch wunderbar bei Menschen! Und die wiederum kommen damit auch sehr gut klar :-)
      Der andere weiß gleich woran er ist.
      Die Arbeitsweise kann ich auch grad ein wenig an den Nachbarshunden testen. Erstaunlich, dem Hund merkt man richtig an, wie froh er ist, dass er "arbeiten" muss, dass er gefordert wird und nicht mehr tun und lassen kann (und damit überfordert ist und Blödsinn macht) was er will. Es macht richtig Spaß!
      Schön, dass Du auch für Dich wieder mehr Klarheit gewonnen hast!

      Ganz liebe Grüße

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  4. liebe regenfrau

    mit den kindern gehts mir gleich. mir ist das auch schon länger klar. ich habe mich entschieden. sollte es nicht doch überraschen noch ganz anders kommen ;) verzichte ich auf eine eigene familie. ich möchte erst mit dieser freiheit leben lernen, die mir eigentlich gegeben ist, bevor ich meinen raum wieder zu teilen beginne. erstmal reicht mir die verantwortung, die ich bereits habe!

    die klaren ansagen ... die machen mir noch angst! doch beim klarwerden über mich selbst, da wirds besser.

    - - -

    übrigens: es ist seltsam; ich sehe nicht immer die volle länge deiner postings, manchmal ist nur ein teil zu sehen. so habe ich den ersten teil gar nicht gesehen, in dem du schriebst, dass du keine kinder möchtest – sondern nur denjenigen mit dem zitat und den nachfolgenden text. irgendwie scheint das template nicht ganz zu funktionieren. manchmal sehe ich keinen hellgelben hintergrund, sondern nur das dunkelgelbe hintergrundbild und über diesem dann den text, kaum lesbar.

    lg anne

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  5. *Meinen raum wieder zu teilen beginne* das klingt schön!

    Das mit dem Hintergrund ect. ist komisch. Das hatte ich im 2.Blog auch mal kurz. Hier bei diesem merkte ich noch nie.
    Kann ich da was tun?
    Verändert sich das auch nicht, wenn du die Seite neu lädst/nochmal besuchst...?

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  6. Mit dem "Raum teilen" sind wir ja an den ähnlichen Themen dran >_<

    - - -

    Template: Hm, da bin ich überfragt wie man das lösen kann! Vielleicht liegt es nur an meinem Browser? Jedenfalls hilft neu laden nicht.

    Lg Anne

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    1. Jepp sind wir. Sind wir überhaupt recht oft, find ich ;) Also was ich so les bei Dir.
      Gib mir doch bitte bescheid wenn das länger/öfter auftaucht mit dem Hintergrund...oder auch wenn es wieder weg ist.
      Danke

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    2. ähnliche themen: oh ja, das stimmt! manchmal bin ich nur verblüfft …
      - -

      jetzt ist das problem mit dem template zB gerade weg! nur die postinges "alte geschichten" (problem bei hintergrund/ansicht) und dieser post hier (text ist nur ab dem zitat sichtbar), scheinen irgendwie zu "hängen".

      lg anne

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  7. Wenn alle so vernünftig und klar denken würden. Bei Kind und Hund.

    Cesar öffnet einem die Augen in vielen Dingen, finde ich. Seine ganze Lebenseinstellung, der Umgang mit Hund und Mensch gefällt mir sehr.

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    1. Ich bin oft übervernünftig, steh mir dadurch auch gern selbst im Weg, aber bei anderen Lebewesen ist mir das doch wichtig. Und ich würd mich sowas von schämen, wenn ich den Hund (Kind geht ja schlecht) wieder weggeben müsst.

      Das ich mal bestimmter auftrete, hab ich definitiv Cesar und den Hunden zu verdanken. Ging ganz flott vor allem wenn man die Erfolge sieht und auch merkt, wieviel Kraft man sich spart.
      LG

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  8. ich kenne dieses gefühl des "ich muss mich verstellen, wenn wer anderer da ist" nur zu gut, dennoch, es gab immer wieder leute, wenn auch viel zu wenige, bei denen ich das gefühl hatte, "ich darf sein" momentan gibt es da leider niemand und das stresst mich sehr, bzw. tut weh.

    wie ist das bei dir so? gab oder gibt es da auch Ausnahmen?

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  9. Ja zum Glück gibt es die.
    Im Moment mein bestfriend. Ach ist der super :)
    Und davor gab es die auch, meist Männer, aber oft konnte ich dann nicht loslassen weil ich ja gelernt habe anders sein zu müssen. Die hätten aber nix dagegen gehabt bzw. wären gut damit klar gekommen.
    Aber das ich mir selbst des öftern im Weg stehe...nunja auch nix neues :-)
    Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder so jemanden findest!!!!

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