Freitag, 4. Januar 2013

Mich annehmen Teil 756


Mich annehmen üben.
Zu beachten, dass ich immer wieder leicht in Depressionen falle und das wohl so bleiben wird.
Ich habe eine gewisse Veranlagung dazu, zum Teil vererbt und zum Teil erworben durch katastrophale Familienverhältnisse mit Gewalt und Vernachlässigung.

Ich mache mir das klar, ohne mich hinter der Depression zu verstecken. 
Ohne in Resignation und Bequemlichkeit zu versinken. Aber auch ohne mich ständig zu überfordern.
Ich werde weiter den Mittelweg suchen und finden, auf dem ich gut gehen kann. Mit Depression. Mit Trauma. Mit Erschöpfung.
Mich selbst fordern, aber nicht überfordern. 
Mit mir arbeiten. Nicht gegen mich.
Mir ein gutes Leben zu gestatten und es zu leben.


Es geht weniger darum einen großen Lebensplan zu entwerfen und mich damit zu überfordern, sondern darum gut zu leben: ohne Verzweiflung, ohne Panik, ohne Verdrängung (ich meine hier all diese Dinge im gesundem und nicht in lebensbehindernden Maße).

Es geht darum, weiter ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen, weiter eine gewisse Struktur im Leben zu halten, weiter aus den finanziellen Schulden herauszukommen und keine neuen zu machen.
 Es geht um: gut schlafen zu können, darum nicht wieder in eine Sucht abzurutschen, es geht darum wieder/weiter mit Menschen in Kontakt zu kommen und Nähe auszuhalten, es geht um Bedürfnisse und Gefühle spüren, es geht darum mich und meinen Körper gut zu behandeln mit genügend Bewegung, gesunder Ernährung und ärztlicher Vorsorge, es geht darum einen Teil meiner finanziellen Mittel wieder selbst zu erwirtschaften.

Es geht darum, meine Wohnung pfleglich zu behandeln, es geht um all meine inneren Seiten die so unterschiedlich sind und die beachtet werden wollen, es geht darum mir ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Es geht darum, den extremen Ehrgeiz „möglichst gut im Getriebe zu funktionieren“ mehr fallen zu lassen.
Es geht darum, das verkrampfte kämpfen aufzuhören, so sein zu wollen, wie ich nun einmal nicht bin.
Es geht darum mich heiter und liebevoll sanft an meine Grenzen zu lehnen, um diese immer ein Stück mehr zu erweitern.

Diese kleinen Schritte sieht man nicht auf den ersten Blick. Man sieht eine scheinbar, gesunde attraktive, junge Frau. Die auch mal für Blödeleien zu haben ist, mit ins Kino geht, nicht allzu dumm ist und sich relativ normal in Gesellschaft verhält. Oder wie es letztens hieß: Du hast doch ein schönes Leben!

Das was für andere selbstverständlich ist, ist es für mich nicht. Ich balanciere immer auf einem Seil, während andere schon mal den ausgetretenen, bekannten Pfad des Lebens entlang stürmen und somit mehr Kraft und Konzentration für einen anspruchsvollen Beruf, einen Ehepartner oder für die Erfüllung seines Traumes zur Verfügung haben.

Ich könnte ja mal ein paar Eintrittskarten verteilen für: Den Blick hinter die Kulissen. Depression de luxe.
Ich hatte mir für mein Leben gern was größeres vorgestellt. Und es tut sehr weh, unter seinen Möglichkeiten zu bleiben. Es heißt jetzt einfach, mein kleines Licht das ich bin, zu akzeptieren.
Denn ich glaube, erst wenn diese Akzeptanz da ist, kann mehr entstehen.
Den Dis-Tanz vollführe ich ja schon perfekt. 
Jetzt lerne ich den Akzep-Tanz!

Man kann nicht anfangen das Unmögliche zu tun. 
Erst muss das Mögliche getan werden.

Kommentare:

  1. Du hast ja noch Jahrzehnte Zeit, mehr als "ich bin" zu sein. Gib den Mut nicht auf.
    Schön, wieder bei Dir zu sein :o)

    LG GsamK ;o)

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  2. Tja das weiß ja keiner wie lang man lebt.
    Und manchmal ist es schwer, den Mut nicht aufzugeben und sich weiter nur mit den Bröseln abzugeben. Ich will auch mal den fetten Kuchen!!!!!!!!!!
    GsamK liest sich wie das Sams :-)
    Liebe Grüße!

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  3. Liebe Regenfrau,

    spontan als ich gerade Deinen Blogeintrag und Deinen Kommentar las, fragte ich mich "was ist der fette Kuchen" für Dich?
    Für mich gibt's auch so etwas wie "den fetten Kuchen".... wobei ich mittlerweile bei mir weiss, dass DER "fette Kuchen", den ich vor Jahren mal wollte (Karriere machen und das ganze Tamtam) nicht mehr der gleiche "fette Kuchen" ist, den ich mir jetzt vorstelle.
    Hmm, bisschen kompliziert stelle ich gerade fest. Vielleicht kannst Du trotzdem etwas damit anfangen.
    Ich schicke Dir auf jeden Fall ganz viele liebe Grüße, viel Kraft und Herzensfreude für dieses neue Jahr!

    Grenztänzerin

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  4. Hallo liebe Grenztänzerin ,war das Absicht, dass Du aus zwei Namen, einen gemacht hast? Könnt ja auch Traumwächterin sein?
    Danke für Deinen Kommentar, den ich überhaupt nicht kompliziert finde.
    Also zum einen hätt ich gern manchmal den fetten Kuchen in der von Dir beschriebenen Form, vor allem weniger Geldsorgen oder mir öfter das leisten zu können was ich gerne mag. Das sind aber nur kurze Momente, in denen mir mein Leben einfach zum Hals raushängt.
    Ich weiß aber inzwischen auch, dass Karriere nicht gleich heißt, dass man überhaupt keine Probleme mehr hat (das spielen einem die Medien ect. nur vor) ich sehe oft genug das Gegenteil.
    Was ist mein fetter Kuchen...gute Frage, werd ich mal ein wenig nachdenken, aber spontan würd ich sagen: Zumindest eben wieder einen Teil des Geldes selber erwirtschaften, mehr Leichtigkeit, weniger Psychoprobleme und einen humorvollen Partner an meiner Seite.

    Beste Grüße!

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  5. Ich übe auch grad das Tanzen :) ... den selben wie DU! Ich will dran glauben das das geht .... Du schreibst so beeindruckend und es tut mir weh welch Potential da so unglücklich ist .... Mir hat es geholfen in einer Klinik gewesen zu sein, zumindest für den Moment und ich hoffe es bleibt so. ich wünsche dir ganz viel helles Licht im Herzen ♥

    LG Yafe

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    1. Danke! Dran glauben ist ja schon mal ganz wichtig!
      Ja Klinik half mir auch 2x, wär derzeit aber gar nicht das richtige.
      Beste Grüße und immer gute Tanzschuhe :-)

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  6. wie wäre es mit dem subs-tanz?
    und einem freudentanz darüber, dass du davon schon ganz viel hast?!
    :-)

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    1. Ja den gibt es auch noch stimmt ;)
      Hab ich das?
      Kommt wohl drauf an, wie man das definiert.
      Schönen Sonntag!

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