Donnerstag, 24. Januar 2013

Bitte einmal Watte!

Wie geht man denn mit einer noch recht jungen, aber schwer krebskranken Frau um?
In Watte packen?
Heiße Themen meiden?
Nein, bitte nicht.
Diese Frau durfte ich gestern fahren und begleiten.

Wir machten Witze.
Ich lobte ihr "schickes Auto" (ein recht robuster Rollator, dieses Modell sah ich noch nie). Ich erlaubte mir den Witz, weil ich schon fühlte, dass sie das richtig versteht und nicht beleidigt ist.
Plauderten über Chemotherapie, Hörgeräte und Harnleiterverstärkung.
Wir lachten und plauderten.
Wir haben uns abgesprochen wie wir was machen und dass ich mich mit meiner Hilfestellung zurück halten werde.
Sie will möglichst viel selbst machen.
Logisch.
Irgendwann tappte ich auch mal gehörig ins Fettnäpchen.
Auch das gehört dazu.
Sie nahm es mit Humor. Ich mit einem roten Kopf.

Ich hatte gar keinen Impuls ihr mein Mitleid überzustülpen.
Sie weiß schon selbst, dass sie "ganz arm" dran ist.
So normal wie möglich verhalten.

Es hieß vom Seniorenbüro, dass wenn wir beide gut klar kämen und wir das wollen, kann ich sie regelmäßig fahren und begleiten.
Heute gaben wir also unser Feedback:
Beide fanden wir es sehr angenehm und toll und ja wir würden gerne weiter zusammen arbeiten.
Hurra!

Wie war das: Die größte Schwäche, kann auch die größte Stärke werden?
Ich sach nur: Menschen...
Ich kann immer besser mit ihnen :-)
und... es macht Spaß!

Kommentare:

  1. "Die größte Schwäche kann auch die größte Stärke werden" - Jaaaa! Genau diese Erkenntnis hatte ich vor einiger Zeit auch und gehe seitdem aufrechter durchs Leben - gefühlt und auch körperlich :)

    Und zu der jungen Frau - hast Du wirklich gut hinbekommen! Kannst ehrlich stolz auf Dich sein :)

    Lg
    Maja

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    1. Dank auch Dir ;-) Ja ich kann immer öfter sehen, dass ich auch was kann!
      Liebe Grüße

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    2. Oh das klingt wundervoll . Ich beneide dich fast darum. Nee beneiden ist bloed! Ich freu mich fuer dich! LG yafe

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