Donnerstag, 31. Januar 2013

So dies und das und ein scheußlicher Tee

Morgen ist meine 1. Woche zuckerfrei vorbei.
Es ist hart. Ich könnte derzeit morden für ein klitzekleines Stück Kuchen oder eine winzige Praline!
Der Ersatzzucker Xylith befriedigt mein Suchthirn 0,0. Schade.
Gestern habe ich wohl zu viel Vollkornreis erwischt. Zu viele leicht zugängliche Kohlenhydrate für den Pilz.
Das Ergebnis seh ich heute: Unterzuckerungssymptome und dicker Blähbauch. Super.
Am schlimmsten ist es morgens: Mir fehlt ein ordentlich, frisches Brot (ist zwar erlaubt), mit viel Butter (auch erlaubt) und einen Klecks leckerer Marmelade (absolut verboten!).

Tja und wenn man so auf dem Gesundheitstrip ist, kommt man auf ganz urige Sachen. Zum Beispiel den Lapachotee. Aus der Rinde des südamerikanischen Lapachobaumes.
Boah jetzt trink ich schon Baumrinde! Leider schmeckt er auch genauso.
Deswegen werde ich in Zukunft meine Füße drin baden. Soll auch eine Wirkung haben. Und irgendwie schmeckt er auch wie eingeschlafene Füße...

So und dann Tafel.
Das war gestern gruselig!
Erst höre ich aus dem Büro heraus den Satz:" Jetzt sind wir wieder eine Familie!" Nachdem nun klar ist, wer nicht mehr kommen darf (die ohne Bescheid und nicht im Dorf lebenden Leute).
FAMILIE? Die gute Leitung der Tafel bringt aber auch wirklich alles durcheinander. Ich hab schon gemerkt, dass sie da ein Ding mit dem "helfen" und ihrem Selbstwert am laufen hat. Das es aber so krass ist...
Spielen wir halt alle heile Familie. Nur wie immer: Ohne mich!

Desweiteren kamen 4 neue Leute. Ganz, ganz, GANZ düstere Gestalten. So aus dem Mileu "ups ich hab mich im Bahnhofsviertel verlaufen".
Will man nicht haben.
Schon gar nicht auf engstem Raum.
Schon ganz und gar nicht, wenn solche Typen extrem triggern.

Dafür hat meine Therapeutin einen Aufmerksamkeitsorden verdient.
Jawoll. Ich eierte ja schon wieder so rum, kam eher ins palavern und erzählen und sie? Sie legt ganz cool ihren Finger in meine Wunde.
Tat weh, aber jetzt sind wir auch wieder auf Kurs.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Und die Ärztin so...

Letztens ging ich zu meiner Hausärztin, um meine niedrigen Eisenwerte zu besprechen und dass diese, doch bitte, dementsprechend behandelt werden.
Ich mein, es köööönte ja sein, dass meine massive Erschöpfung daher kommt ?!?!
Ihre Antwort: "Haben Sie es schon mal mit Wechselduschen versucht?"
Ich: "Bitte? Was haben Wechselduschen mit Eisenwerte zu tun?"
Sie: "Nein, wegen Ihrer Erschöpfung!!!"

Moment mal.
Ich fasse zusammen:
Ich bin (u.a.) wegen dieser Erschöpfung seit fast einem Jahr er-werbs-un-fähig in Rente. Ende nicht absehbar.
Und die Frau schickt mich unter die Wechseldusche.

Ich hab sie nur sehr still, dafür mit sehr großen Augen angesehen.

Also, wenn Sie wieder mal was zum Lachen brauchen:
Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Die alten Leute

Gestern wieder:

Die 3 Herrschaften tun so, als wären sie schon gar nicht mehr von dieser Welt: Hören schlecht, sehen schlecht, gehen krumm und buckelig in Minischritten und brummeln so vor sich hin.

Während ich die 2 Damen ins Auto verlade, kommt klar und deutlich der trockene Kommentar: "Ich nehm dann das andere Auto da!"
Ich dacht ja erst, es wäre ein Nachbar oder einer vom Pflegedienst.
Als ich aber realisierte, dass es mein 3.Fahrgast (mit Rollator!) ist und ich mir das so bildlich vorstellte, konnte ich mich vor lachen kaum halten.
Die anderen zwei Damen kicherten einfach mal mit, obwohl sie das unmöglich gehört haben können. Aber wer weiß...
Sich dümmer stellen ist ja einfach.

Als endlich alle gut sitzen und angeschnallt sind, will ich starten und mich auch anschnallen. Doch da war nix. Ich drehe mich um. Der Herr der so gern selber gefahren wäre, hat sich meinen Gut geklaut!
Ja, man kann sich mit dem vorderen Gurt, hinten anschnallen!
Der hats aber echt faustdick hinter den Ohren und genauso schelmisch grinst er mich auch an!
Irgendwie ja süß. Der war bestimmt mal ein Herzensbrecher...

Kaum bieg ich auf die Straße ein, kommen äußerst wichtige sachdienstliche Hinweise meiner uralten, ach so gebrechlichen Mitfahrer:
"Die Ampel ist rot! Vorsicht da kommt ein Auto! Ach diese Kreuzung ist furchtbar, da steh ich auch jeden Tag!" (Klar, die Frau ist seit 10 Jahren im Heim ;-))
Aber wehe man will ihnen begreiflich machen, dass sie jetzt die Jacke anziehen müssen, den Tee austrinken sollen oder sonstiges,
da hören und sehen sie wieder gaaaaaaaaaaaanz schlecht. ;)

Ich mag meine "Alten"!

Dienstag, 29. Januar 2013

Eigene Regeln

Heute morgen erhielt ich den neuesten Beitrag per Mail  von Zen monkey, in dem es um Lebensregeln geht:
http://zenmonkey.de/12-lebensregeln/
Ja, seine eigenen Regeln finden, für ein gutes Leben!

Später las ich in dem Buch: "Die Stimme des Zwielichts" von Ulli Olvedi ebenfalls von Regeln und zwar für die Yoginis und Yogis:

Stets die Achtung und Wertschätzung für den anderen aufrecht erhalten. Die heilige Sicht der Dinge: Im anderen die wertvolle Frau, der wertvolle Mann sehen. 

Man tritt einander immer in würdevoller Weise gegenüber, so, wie man einer Person von hohem Rang gegenübertritt.

Man schläft nicht in einem gemeinsamen Bett. Es soll keine Gewohnheit werden. Man soll das Bett nur zum Fest der Vereinigung teilen.

Die Aufforderung zum Fest geht von der Frau aus. Der Mann muss warten, bis er eingeladen wird. Es ist ein Zeichen von Mangel an Respekt, wenn er sie auffordert.

Diese Regeln sind eine wichtige Unterstützung, ein Schutz der Beziehung. Natürlich ist es ganz besonders wichtig, dass das Fest der Vereinigung nur um seiner selbst willen gefeiert wird, niemals aus einem anderen Grund. 
"Sarah sagt, hier streiten die Paare oft und versöhnen sich dann im Bett. Und dass Frauen häufig mitmachen, obwohl sie es gar nicht wollen, nur damit es keinen Ärger gibt. Das ist nicht gut. Damit wird die Magie der Vereinigung zerstört.“

Als ich das las, schnappte ich nach Luft, legte das Buch weg und ließ meine Tränen laufen. Das ist es,  was ich mir immer vorstelle! Genau das wollte ich immer, so stelle ich mir ein Zusammensein vor. Nur so, kann ich mit jemanden zusammensein! Ich brauchte schon immer ein Bett für mich alleine. Und so wie in dem Buch: auch einen ganzen Raum für mich alleine. Der andere kommt immer zu Besuch. Keine Gewöhnung.
Auch die Wortwahl …. sagenhaft. Nicht so plump wie Sex. Nein, ein Fest der Vereinigung. Ja, das soll es sein. Es ist so rührend, wie dieses Paar mtiteinander umgeht. So achtsam! So würdevoll!
Das sollte man in den Schulen lehren.
Ach was, schon zuhause sollte dieser Umgang miteinander selbstverständlich sein. Egal ob alt oder jung, männlich, weiblich, Hund, Katze, homosexuell, religiös...was auch immer.

Wir sind alle liebenswert!


Montag, 28. Januar 2013

Ich mach jetzt Diät Teil 3


Die Anti-Pilzdiät
Das allerwichtigste: Absolut keinen Zucker! Nein, auch keinen Honig und erstmal auch kein Obst (wobei ich mir nach 2 Wochen so paar saure Äpfel schon gönnen werde). Auch keinen versteckten Zucker, genau der, in den Fertignahrungsmitteln. Kein Eis, keine Limo, keine Schoki, kein Kuchen.


Das war beim letzten Versuch (ich beschäftige mich damit schon eine Zeit) der Grund warum ich einknickte. Nach 1,5 Tagen! Irgendwas Süßes braucht der Mensch! 
Da schreit der Pilz. Gut ich hab eine Lösung gefunden: Xylith. Das kann der Pilz nicht verstoffwechseln, hat kaum Kalorien und ist auch noch gut für die Zähne! Da gibt es sogar Schokolade (naja die schmeckt allerdings etwas gewöhnungsbedürftig) und Schokocreme! Jaaa, hat natürlich seinen Preis (das Glas Creme gut 8,-) aber was tut man nicht alles für die Gesundheit.
Auch wichtig: Kein weißes Mehl. Jooaaaah keine Nudeln.Höchstens die aus Dinkelvollkornmehl. Kein Weizengrieß!

Um das ganze abzukürzen: total gesund mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Eier, Kalb/Rind-und Geflügelfleisch, Nüsse, Kräuter, Milchprodukte. Selbst Brot muss aus Natursauer sein und keine Hefe enthalten. Wenig Kaffee, kein Alk, kein Schweinefleisch..ect. Zum Glück bin ich in der Küche kreativ, da wird mir schon was einfallen.

Desweiteren allerlei qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel wie Mariendistel (für die Leber), Basentabletten um der Übersäuerung Herr zu werden, Anti-Pilz-Mittel (meistens Nystin), Chlorella um Schwermetalle auszuleiten, Spirulina und Vitamib-B-Komplex für weitere Mineralien und Nährstoffe, Präparat zur Darmfloraaufbau. Ich hab ja das Geld ;) Aber: was tut man nicht alles für sein Wohlbefinden.
 ***
Inzwischen bin ich beim 3.Tag.
Und wie geht es mir? GUT! Mein exorbianter Blähbauch ist schon mal verschwunden. Hunger hab ich wenig. Und die wenigen Gelüste nach Zucker steh ich durch, wie vor fast einem Jahr die Schmacht nach Nikotin. Bin ja sozusagen kampferprobt!

Es gibt neue Geschmackserlebnisse die lecker sind z.B. ChicoreeSalat mit Buttermilch angemacht und es gibt neues Essen das weniger lecker ist: Flohsamenschalen im Müsli.
Was auch weg ist: Das ständige Unterzuckerungsgefühl und der nagende Hunger, obwohl man doch erst vor einer Stunde gut gefrühstückt hat.
Jetzt wird das ganze nochmal spannend, denn nun geht er ja wieder los: Der ganz normale Alltag. Mal sehen, wie es da wird.

Samstag, 26. Januar 2013

Ich mach jetzt Diät Teil 2

 
Candida (der Pilz) kann sich am besten in einer gestörten Darmflora ausbreiten. Und über 90% in der westlichen Welt haben keinen gesunden Darm. Dank Antibiotika, Antibabypille, anderen Medikamenten, Alkohol, Weißmehl und Zucker.

Wie stellt man aber fest, dass man diesen Pilz in sich trägt? Viele medizinische Verfahren wie Blut-oder Stuhltest sind angeblich nicht sehr sicher. Etwas sicherer ist ein einfacher Spucktest:

Der Pilz liebt Zucker und leere Kohlenhydrate. Isst man diese, vermehren sich die Pilze schlagartig. Isst man diese nicht, schickt er Botenstoffe los, die sich dann durch Heißhunger, Unterzuckerungsgefühle (obwohl man keinen Unterzucker hat!) und extremes Verlangen nach Süßem bemerkbar machen.

Der Pilz greift sich nicht nur diese Leckerei ab, sondern auch alle Nährstoffe und Mineralien. Ein Mangel entsteht, den man aber nicht durch Bluttests nachweisen kann.

Der Pilz scheidet natürlich auch Abfallstoffe aus, die dann z.B. die Leber stark belasten, so dass man eine Alkoholikerleber bekommen kann, ohne einen Tropfen zu trinken!

Der Körper kämpft ständig mit diesem Eindringling und das schwächt. Das macht müde und schlapp.

Kurz: Der Pilz ist ein Parasit und der Mensch sein Wirt. Der Pilz will natürlich, dass sein Wirt überlebt. Ohne Wirt auch kein Pilz.
Ich könnt jetzt weiter ein Buch darüber schreiben, aber ich wollte nur mal das wichtigste dazu vorneweg schicken. Der Körper und seine Vogänge sind eh zu komplex.

Der Pilz hat aber (angeblich) auch seinen Sinn. Er nimmt nämlich Schwerbetalle wie Amalgam und Blei auf.

Gut, ich will diesen Pilz nicht. Ich will den loswerden. Also wird ihm seine Nahrungsgrundlage (Zucker und Kohlehydrate) entzogen und gleichzeitig ein Antipilzmittel genommen. Tut man letzteres nicht, macht sich der Pilz auf die Suche nach neuer Nahrung, irgendwo im Körper. Hat der Pilz erstmal andere innere Organe befallen, dann: Gute Nacht.
Gleichzeitig werden die Schwermetalle wieder frei. Diese muss man binden und ausleiten.
Desweiteren sollte man gleichzeitig die leeren Nähr-und Mineraldepots wieder auffüllen (wenn erstmal der erste Schwung Pilze tot ist, sonst futtern die das ja wieder weg).
Außerdem eine Darmsanierung vornehmen (jahrelange Verpilzung und schlechte Essgewohnheiten lassen den Darm verschlacken, die Pilzleichen sollten auch schnell hinaus befördert werden) und dann natürlich die Darmflora mit „guten Bakterien“ wieder aufbauen, damit sich so schnell nix parasitäres mehr ansiedeln kann.

Und nicht zu vergessen (aber das geht mit der Anti-Pilzdiät sowieso wie von allein): Den Körper entsäuern. Denn auch das ist er meist, durch all oben genannte „Sünden“. Haarausfall bei Männern und Cellulite bei Frauen sind nichts anderes als Anzeichen einer massiven Übersäuerung. Da kannste noch soviel cremen und sporteln.

Gut, wie sieht jetzt also die Anti-Pilzdiät aus? Das im 3.Teil.

Freitag, 25. Januar 2013

Ich mach jetzt Diät! Teil 1


Und zwar nicht weil ich übergewichtig bin (aber auf dem besten Weg dahin) sondern weil Diät einfach besondere Ernährungsweise lautet und es geht nicht immer nur ums abnehmen. Das vorweg, weil es mich tierisch nervt, dass es immer heißt: "Ach du, du kannst das doch essen!" Nur weil ich schlank bin. Aber so wie es aussieht, hat mich der Zucker krank gemacht. 

Ich beschäftige mich gern mit gesunder Lebensweise. Einfach weil ich mich damit wohler fühle. Schon als Kind mochte ich keine Fertiggläschen. So gab es schon früh selbst püriertes Gemüse, Kartoffeln und Fleisch für mich. Doch das änderte sich bald, denn dann gab es viel Süßes und viel Weißmehl. Alles was billig war und trotzdem satt macht.

Richtig schlimm wurde es ab meinem 12. Lebensjahr nach einem Umzug und somit in eine „besser gestellte Welt“. Sprich: wir hatten dank Scheidung und neuen Mann an Mutters Seite, mehr Geld. Also gab es auch viel mehr Süßigkeiten, Semmeln, Fertiggerichte, Limo. Vollkorn und Salat wurden fast nie mehr gesehen.

Ich lebte dann so weiter, schon mit viel Gemüse und Obst, aber auch mit sehr viel Zucker und anderen leeren Kohlenhydraten z.B. Nudeln, ich könnt mich jeden Tag nudelig ernähren!

Ich dachte, dass ich mich recht gesund ernähren würde. Bis ich dann 2007 in eine psychosomatische Klinik kam, in der es hieß: Kein Zucker, viel Rohkost und Getreide, alles bio. Nicht mal im Ketchup (das ich so sehr liebe) war was süßes (genau deswegen liebe ich es wohl), natürlich auch nicht im Nachtisch (undefinierbare Cremes). Nur Honig war erlaubt und den rührte ich mir löffelweise in den Kaffee. Trotzdem: Ich litt. Sehr. Und ich hatte ständig Hunger. Teilweise wachte ich nachts davon auf. Aber das kannte ich auch schon. Selbst wenn ich tags und abends gut aß, kam es vor, dass ich nachts an den Kühlschrank ging und das nicht wegen Heißhunger, sondern echtem Hunger!

4 Wochen quälte ich mich da durch, um dann eines tages wie ein Süchtiger die 5km ins Dorf zu latschen um mir Schokokekse und Gummibärchen einzuverleiben. Davon durfte natürlich nix aufs Zimmer (diese wurden kontrolliert). Man war ich dann glücklich!

In den letzten Jahren habe ich mich mal genauer beobachtet. Und ich bin wirklich süchtig, ich bin ein Spiegelesser. So wie es der Alkoholiker ist: Manche (es gibt noch andere Typen von Alkoholismus) brauchen immer einen bestimmten Spiegel/Pegel, um sich gut zu fühlen und konsumieren stetig kleine Mengen des Suchtstoffes. 

Morgens geht es schon los mit einem Marmeladenbrot und Zucker im Kaffee. Von einem Müsli (natürlich selbst gemischt, weil Fertigprodukte immer Zucker enthalten) und Früchte/Kräutertee ohne süßem Zusatz werd ich unleidlich. Über den Tag geht’s immer zur Süßigkeitenschublade. Oder mal ein Fruchtjoghurt (Fertiggericht = Zucker).

Besonders schlimm wurde es, seit ich zur Tafel gehe: Unmengen an süßen Teilchen gibt es da. Und Süßigkeiten und Fertigjoghurtdrinks und Dosen (selbst in Gemüsedosen ist Zucker!).

Stück für Stück reduizierte ich nun das Süße: Keine Brausetabletten, weniger Saft, Limo gabs eh nur selten, weniger Backwaren von der Tafel mitnehmen usw.

Klar jeder weiß, dass Zucker nicht gesund ist. Macht Karies, Diabetes und Übergewicht. Aber dass er noch viel mehr „kann“ war mir auch nicht klar und ich fand etwas, was mir die Augen öffnete. Mit Zucker füttert man sich auch wunderbar einen Darmpilz heran. Den Candida albicans. Ich las die Symptome (u.a. schwere Erschöpfung!), ich las Berichte in Foren, ich las das Buch „Neue Energie ohne Candida“ und ich sah mich! Ich erkannte mich! Wird das die Lösung sein? Mehr im Teil 2

Donnerstag, 24. Januar 2013

Bitte einmal Watte!

Wie geht man denn mit einer noch recht jungen, aber schwer krebskranken Frau um?
In Watte packen?
Heiße Themen meiden?
Nein, bitte nicht.
Diese Frau durfte ich gestern fahren und begleiten.

Wir machten Witze.
Ich lobte ihr "schickes Auto" (ein recht robuster Rollator, dieses Modell sah ich noch nie). Ich erlaubte mir den Witz, weil ich schon fühlte, dass sie das richtig versteht und nicht beleidigt ist.
Plauderten über Chemotherapie, Hörgeräte und Harnleiterverstärkung.
Wir lachten und plauderten.
Wir haben uns abgesprochen wie wir was machen und dass ich mich mit meiner Hilfestellung zurück halten werde.
Sie will möglichst viel selbst machen.
Logisch.
Irgendwann tappte ich auch mal gehörig ins Fettnäpchen.
Auch das gehört dazu.
Sie nahm es mit Humor. Ich mit einem roten Kopf.

Ich hatte gar keinen Impuls ihr mein Mitleid überzustülpen.
Sie weiß schon selbst, dass sie "ganz arm" dran ist.
So normal wie möglich verhalten.

Es hieß vom Seniorenbüro, dass wenn wir beide gut klar kämen und wir das wollen, kann ich sie regelmäßig fahren und begleiten.
Heute gaben wir also unser Feedback:
Beide fanden wir es sehr angenehm und toll und ja wir würden gerne weiter zusammen arbeiten.
Hurra!

Wie war das: Die größte Schwäche, kann auch die größte Stärke werden?
Ich sach nur: Menschen...
Ich kann immer besser mit ihnen :-)
und... es macht Spaß!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Ein Leben mit Lampenfieber

Ja, so könnte der Titel meiner Biographie lauten.
Dabei war ich nur ein paar mal auf einer Bühne.
Aber ich brauch keine Bühne.
Die Straßen, das Wartezimmer, ein vollbesetzter Esstisch...
Das sind meine Bühnen.
Und davor hab ich manchmal Bammel.

So wie heute.
Meiner Nerven sind diese Woche eh etwas dünn, da kam mir das volle Wartezimmer "gerade recht". Lange nicht mehr solch eine Anspannung gehabt. Schrecklich. Flüchten ging nicht und wollte ich auch nicht.
Ich habe eher geübt mich zu entspannen, bzw. weiter zu atmen. Und zwar tief und nicht nur das allernotwendigste.

Ansonsten... *umschau* ...gefällt mir mein Leben gerade super.
Darf so bleiben.
Nein nicht ganz.
Ich wäre echt gerne fitter, aber das wisst Ihr ja schon.
Denn seelisch ist alles bestens. Ich habe Freude an meinen Aufgaben, ich liebe meinen derzeitigen vollen Terminkalender, ich "ratsche" leidenschaftlich mit sämtlichen Leuten (ha!) und habe heute mit der Sonne um die Wette gestrahlt.
Aber spätestens um 20:30 bin ich im Bett.
Mein Körper zwingt mich regelrecht dazu,
er schickt mir sämtliche Schmerzen.

Woher meine gute Laune?
Ich werde es weiter beobachten, aber die Vermutung liegt sehr nahe, dass es am hochdosierten Vitamin D liegt.
So einfach kann die Lösung sein.
Eine Lösung für 23,-€ im Jahr.
Was wohl all die Klinikaufenthalte, Therapien, Psychiaterbesuche, Krankentage, Tabletten gekostet haben?

Dienstag, 22. Januar 2013

Mitten am Tag

Der Morgen startet mit Urlaubslaune.
Ich suche nämlich im Radio einen neuen Sender (manchmal muss Abwechslung her) und ich erwische: Radio Salzburg! Nachrichten und Staumeldungen aus einem fernen, fremden und völlig unbekanntem anderen Land, sind was schönes :-)

Der Mittag geht weiter mit: ??? in den Augen eines hübschen Zivis (ne die heißen ja nu anders, vielleicht wars ein BUFDI
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesfreiwilligendienst )
auf meine Ansage: "Ich bin Frau Regen vom Fahrdienst und soll heute Frau X und Y und Herrn Z abholen!", die ich nicht kenne und mir -wie immer bei fremden Leuten etwas die Knie schlottern-.

Keiner wußte von irgendwas, die Leute saßen bei Kaffe und Kuchen und kamen mir dann in Hausschlappen (liegt ja nur Eis und Schnee!) entgegen. Völlig verwirrt: Wo fahren wir hin? Die armen.

3 fremde Leute, körperlich etwas eingeschränkt und schwer dement allein in ein Auto zu buchsieren (das ich vorher -danke Pflegedienst-  auch noch ausräumen durfte) ist lustig. Der BUFDI verschwand mit den Worten: "Eigentlich hab ich schon keinen Dienst mehr!" Danke.
Junge, Junge, in einem Pflegeheim gehören die Überstunden, wie die Windeln, schon zum Inventar!
Also die drei abgeliefert (im übrigen ganz goldige Leut) und weiter zur nächsten, die ja auch noch mit soll.

Und jetzt kommt's: Diese Frau ist schwer depressiv (ha! Depressive hilft Depressiven) und muss man immer ein wenig "locken". Nicht zwanghaft überreden, aber sich auch nicht zu sehr von ihren Aussagen vereinnahmen lassen. Denn sie geht gerne in die Bespaßungsgruppe. Das Ding ist immer: BIS sie dort ist. Aber mit vielen Pausen und nochmal hinsetzen und noch ein Glas Wasser usw. schaffte sie es dann und strahlte mich diesmal schon auf der Hinfahrt ganz dankbar an.
Normalerweise tut sie das erst auf dem Heimweg.

Oh, der Heimweg. Ja, der steht mir auch noch bevor.
Ich vermute mal, dass der BUFDI nicht extra nochmal vorbei schaut, um mir zu helfen :)
Datt werd ich schon hinkriegen!


Sonntag, 20. Januar 2013

Sunday, Sunday

Samstagabend:

Ich beschließe, kurz vorm Zubettgehen, mir das Probepackerl *heiße Schokolade* zu gönnen, dass ich letztens bei der Apotheke abstaubte.
Während die Milch sich wärmt, also warm werden soll (isch abe gar keine Migrowälle) studiere ich den Text auf eben dieser Probepackung. Es ist nicht nur Kakao drin, sondern auch Hopfen, Lavendel und allerlei anderes Gewürz. Denn, so laut Werbung, ist das eine Chocolate nuit. Also: Schnarchen garantiert.

Da mir aber die ganze Packung zu viel erscheint für eine Tasse Milch, nehme ich nur die Hälfte und freue mich, dass ich das Zeug dann zweimal genießen darf.
Es schmeckt lecker und vertreibt ein wenig die Gedanken, dass ich eigentlich auch gern mal wieder  Samstagabends was anderes machen würde, als meine Couch platt zu sitzen. Nunja.

Ich gehe ins Bett. Schlafe 3 Stunden und wache von dem übelsten Folter-Horror-Alptraum, seit langer Zeit, schweißnass auf.

Das war meine ganze Nacht.

Nix mit selig schlafen oder schnarchen und erholt Sonntagsfrüh wieder aufwachen. Davon kann ich tagsüber träumen.
Vielleicht hat die hohe Dosierung ja doch ihren Sinn ?!?!
Oder es waren andere Drogen drin.
Egal, ich trinke die zweite Portion gleich mal zum "Frühstück" um kurz nach halb 2. Denn erstaunlicherweise bin ich recht fit.

Später verfalle ich in einen Aktionismus der unangenehm ist. Ich fange 100 Dinge an und lasse es dann wieder. Bin unruhig und gehe 2x spazieren. Will meine Küche aufräumen und tue es doch nicht.
Dann fällt mir ein, dass ja Sonntag ist und ich rumschlunzen darf!
Ab da bin ich die Ruhe in Person (oder das Schokozeug wirkt nun leicht zeitverzögert).

Der Sonntag hört genauso scheiße auf, wie er anfing.
Langsam aber sicher, so mit jeder Gabel voll Abendessen kommt eine alte Bekannte vorbei.
Die kommt gern Sonntagabend vorbei:
Die Einsamkeit.
Boah.

Ich schau mir, (danke Videokanäle!) meine Augen viereckig und schau lieber in das Leben der anderen, als in mein eigenes.
So entgeht man dem Abgrund.
Zumindest ein wenig.

Zum Glück ist morgen wieder Montag.
Und heut abend gibt es wieder den allüblichen Guten-Abend-Tee.

Prost!

Samstag, 19. Januar 2013

Was ich brauche

" Selbst wenn Sie jeden Tag für 2 Stunden Psychotherapie machen, können Sie damit ihr Wesen nicht ändern!"
sprach letztens meine Therapeutin.
Ich lachte sarkastisch auf, während mir gleichzeitig Tränen in die Augen schossen.
Genau das hatte ich nämlich seit meinem 20. Lebensjahr, also über 10 Jahre, versucht.
Anders zu werden.
Damit man mich akzeptiert.
Damit man mich liebt.
Damit man mich toll findet.

Ich habe jahrelang versucht, mich in eine Schublade zu pressen, in die ich absolut nicht reinpasste.
Und mich dann auch noch beschimpft, dass ich nicht hinein passte.
In erster Linie sollte ich mir diese Selbstverstümmelung selbst verzeihen.

Genau darum geht es auch hier:
 http://aspergerfrauen.wordpress.com/2013/01/21/autismus-und-das-pinguin-prinzip/
am besten gefiel mir das:
"Heute versuche ich nicht mehr, mich der Umgebung anzupassen, sondern mir die Umgebung so zu gestalten, dass ich darin gut zurechtkomme und nicht ständig in einem Zustand der Überforderung lebe."

Jetzt hab ich eine Therapeutin, die mich so akzeptiert wie ich bin. Und das tut sie sehr authentisch. Sonst wär ich auch schon längst weg.
Wahrscheinlich weil sie selbst ein wenig "anders" ist und aus der Masse fällt. Aber eigentlich ist ja jeder "anders".

Jedenfalls erzählte ich ihr ganz zaghaft (es könnte ja wieder die Keule *du darfst nicht so sein!* kommen), wie gut es mir derzeit tut, verschiedene Projekte/Ultraminijobs zu haben.
Und wie gerne ich draußen unterwegs bin.
Das ich das wie die Luft zum atmen brauch!
"Ja," sagt sie "Sie dürfen sich Ihr Leben so gestalten, wie es Ihnen gut tut. Sie dürfen sich das Beste für sich heraus suchen!"
Ich lachte und weinte wieder gleichzeitig.
Ich kann das nicht glauben.

Zu tief sitzt die Vorstellung, dass Arbeit bedeutet, das man
- sich quält und abschuftet (bloß kein Spaß haben!)
- 8 Std. dasselbe machen muss
- sich völlig unterordnen muss
-  immer Montag-Freitag jeweils von 8-17h ackert
- mindestens 1 Std. mit all den anderen "Beruflern" in vollen Zügen pendelt
...

Derzeit ist das wild durcheinander gewürfelt:
- als Hundebetreuung, als Fahrerin und als Haushaltshilfe, habe ich alles abgedeckt was mir Spaß macht:
Hunde (unterwegs sein!), Auto fahren (unterwegs sein und alten Menschen helfen, dabei meinen Perfektionsanspruch senken, sowie meine soziale Phobie etwas mehr in den Griff bekommen), praktische, handwerkliche Arbeit (bei der ich meine Leistung, also das Ergebnis sehe).

Was ich noch brauche ist ein hohes Maß an Idealismus:
das kann der schlecht bezahlteste Job sein,
mich körperlich fast ruinieren,
aber wenn ich den Sinn erkenne und  Freude daran habe, hält mich nix auf,
selbst wenn es wie immer Leute gibt, die sagen:
Das geht doch nicht! Das kann man doch nicht machen!
Da habe ich dann komischerweise das Selbstwertgefühl, um zu sagen:
Laßt mich! Ihr müsst es ja nicht machen.
Aber ich will das jetzt so machen!

Denn: Der Mensch lebt nicht nur von Logik!

Freitag, 18. Januar 2013

Helden des Alltags

Immer Donnerstag morgens, wenn ich zur Therapie fahre, begegnen mir am Bahnhof drei Jungs so um die 18 Jahre jung.
Normalerweise mache ich bei dieser Altersgruppe einen sehr großen Bogen.
Nicht so bei diesen Jungs.
Die sind Comedians erster Klasse!
Sie erzählen, triefend vor Selbstironie und in deftigstem bayrisch, dass man so kaum mehr hört, von ihrem ach so schwierigen spätpupertären Alltag:
Wie das halt so ist, mit der ersten Wohnung, dem weiblichen Geschlecht, zu viel Party, dem blöden Chef und all den Pleiten und Pannen. Derer reichlich!

Am Bahnsteig kann ich, noch gut gedeckt von der Dunkelheit, in meinen Schal kichern.
Spätestens aber in der Bahn, gut beleuchtet, muss ich die Jungs verlassen. Eigentlich ja schade, weil wir lachen eh viel zu wenig.
Das letzte Mal, versuchte ich mich auf ein Buch zu konzentrieren.
Spätestens aber, als der 4. Junge zustieg und der völlig ernst erzählte, wie er heute aufstand, sein Brot schmierte zufällig auf die Uhr sah und bemerkte, dass es erst 3 Uhr war, war es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei.
Ich gluckste und kicherte los. Die anderen auch :-)
Ach, das kann man nicht beschreiben, das ist feinste Situationskomik wie ich sie liebe...

Der andere Held war ein Nachbar.
Welcher, wollte mir der Hausmeister nicht verraten, er wolle keine brennenden Briefkästen oder aufgeschlitzte Reifen.
Äh, seh ich so radikal/brutal aus?
Jedenfalls präsentierte dieser (also der unbekannte Nachbar) ganz stolz dem Hausmeister 3 Liter Wasser, die er eben aus seiner Heizung ließ.
Kommentar dazu: "Das is doch ned normal, oder?"
Dies wiederum hatte zur Folge, dass meine Heizung kalt blieb. Logisch, zuwenig Wasser im Kreislauf, kein Druck drauf=tote Heizung.
MANN! Es heißt ent-LÜFTEN! Und nicht entwässern!
Himmelarschundzwirn.

Nunja.
Die Heizung heizt, der Schnee fällt und das Wochenende steht vor der Tür.

Bleibt senkrecht!

Mittwoch, 16. Januar 2013

Was du rufst, kommt!

Ich hatte mir ja gewünscht, dass sich *mal wieder was rührt*.
Also natürlich nur  im positiven Sinne.
Über diese Woche kann ich mich echt nicht beschweren.
Bin den halben Tag draußen.
Und den anderen auf der Couch.
Aber das alte Leid/Lied mit der Erschöpfung laß ich jetzt mal.

Dafür...*taataaaa* starte ich in den zweistelligen rauchfreien Monatsbereich. 10 Monate!

Na warte, die 10 Jahre schaff ich auch noch :-)

Dienstag, 15. Januar 2013

Highlight's

- im Moment habe ich 3 Haus- und 1 Autoschlüssel von anderen Leuten.
(ich scheine also vertrauenswürdig zu sein - bin ich natürlich auch)

- ich besuche ein Ehepaar. Die Katze kommt maunzend auf mich zu, ich streichel sie und nach wenigen Sekunden schnurrt sie genüsslich vor sich hin. Reaktion der Ehefrau: "Die schnurrt! Die schnurrt! Das tut die nicht mal bei uns!"
Kurz darauf kommt ein Hase um die Ecke gehoppelt, er stutzt kurz, schaut mich an, kommt näher und schnüffelt an meiner Hand.
Reaktion vom Ehemann:" Der schnuppert! Der schnuppert! Normalerweise sieht man den 3 Trage lang nicht, wenn Fremde im Haus waren!"
(ich scheine gut mit Tieren umgehen zu können)

- letztens mit dem Hausmeister unterhalten. er berichtet mir sein Leid: Er rege sich sooooooooo sehr über A und B und C auf und abends bekommt das seine arme Freundin ab. Irgendwem muss er es ja erzählen.
Ich erzähle ihm von einem kleinen Trick: Nämlich, dass er nach der Arbeit alles nervige oder ungelöste in Päckchen packen und aus dem Fenster werfen soll. Also so imaginär. Der 2-Meter-Hüne meint todernst: "Probier ich mal aus!"
Heute einen strahlenden Hausmeister angetroffen: "Es funktioniert! Es funktioniert! Toll war das!"
Ich freue mich mit. Ehrlich.
(ich bin also nicht völlig doof, sondern kann auch anderen Menschen helfen)

- mich nicht zum Vollhonk gemacht, sondern relativ entspannt eine Fahrt (ich am Steuer) und einen Besuch mit der *Oberchefin* gemeistert.
(ich kann mir und meinen Manieren vertrauen

- dazwischen mal wieder ein paar äußerst erstaunliche *Gedanken-werden-zur-Realität*-Vorfälle gehabt. Nunja.

- Mit dieser Frau  http://regenfrau.blogspot.de/2013/01/is-ja-klar.html
endlich die gefühlte Unstimmigkeit geklärt. Alles wieder super!

Und jetzt noch was zum abschalten:
http://www.youtube.com/watch?v=2Heg9OOcJqk
ich liebe den Hoecker
und herrlich wie sie lachen und blödeln, wie zwei Lausbuben!
Dazu Pommes und Hähnchenschnitzel.
Ein ganz normaler Feierabend.
So fühlt sich das für mich heute an.

Schön, ist das!

Nur gucken

Ich hatte ja lange keinen blassen Schimmer von mir.

Was ich mag, was nicht.
Was ich will, was nicht.
Was ich brauche, was nicht.
Und so landete ich in Jobs/Beziehungen/Wohnsituationen  ect.
die mir nicht gut taten,
die mir nicht gefielen,
die mich überforderten.

Lngsam aber stetig lerne ich mich immer besser kennen,
höre auf meine innere Stimme
und folge ihr soweit das eben geht.

In meinem Ehrenamt (Seniorenfahrten) kann ich nun das eine oder andere über mich lernen.
Zum Beispiel, dass ich bei neuen Situationen gerne erstmal nur beobachte (für mich analysiere, das Klima kennenlerne, schaue, aufnehme, wahrnehme) und mich dann in meinem Tempo einbringe.
Wenn ich das auch meinem Gegenüber/Chef so erkläre, muss der mich nicht anschnauzen, dass ich "schon was tun müsse-mich da mehr einbringen müsse-aktiv werden müsse".
Oder mir die berühmte Frage stellt: "warum biste denn so still?"
Oder: "Für's zuschauen wirste nicht bezahlt!"
Und ich brauche nicht mehr das Gefühl zu haben, dass ich ja "völlig daneben bin-nie was schaffe-immer alles verkehrt mache!"

Reden hilft und Klarheit ist wunderschön :-)

Sonntag, 13. Januar 2013

AUS-Schalter

Freitagabend war es soweit:
 Wieder wachte ich alle 1,5 - 2 Std. auf.
Völlig genervt und völlig erschöpft.
Kann es sein, dass man vor lauter Müdigkeit gar nicht mehr schlafen kann?
Zum Glück ist mir mein altes Schlafmittel eingefallen und
zum Glück hab ich noch kurz vor Jahreswechsel mir eine neue Packung besorgt.
Seitdem schlafe ich.
Fast durchgehend.
Ich glaube, ich habe seit Weihnachten einiges an Schlaf nachzuholen.
Jetzt weiß ich, warum ich nach dem Mittagsschlaf so ko war:
Mein Körper wollte mehr. Das kriegt er jetzt.
Dazwischen war mal was mit der Heizung und der Hausmeister war da.
Und dazwischen las ich wenige Seiten von Sergio Bambaren aus seinem neuesten Werk: Die beste Zeit ist jetzt.
Ein Zitat:
Manche Menschen sind so arm,
dass sie nichts anderes besitzen
als Geld.
In diesem Sinne: Gehabt Euch wohl.

Samstag, 12. Januar 2013

Blitzlicht

Ich schwärme für meinen Psychiater. Jawoll.
Und ich steh dazu.
Ich fühl mich da wie eine 14-jährige die einen unerreichbaren Sänger anhimmelt.
Und es ist schön.
Erst recht wenn er einen mit den Worten: "Ah ich hab letztens erst an Sie gedacht!" begrüßt.
Da werd ich dann auch noch rot wie eine 14-jährige.

Ich brauche von meinem Psychiater nix mehr.
Außer eben hin und wieder ein Schreiben über meinen derzeitigen Zustand. Also lasse ich mich 1x im Quartal bei ihm blicken.
So ist es abgemacht.

Er fragt was beim Versorgungsamt heraus kam.
Es kam ein Schwerbehindertenausweis heraus, sage ich. 50% sofort. Ohne persönliche Vorsprache/Untersuchung.
Sauber, sagt er. Das ist selten.
Ich zucke mit den Schultern.
Was soll man da noch groß sagen.
So, sagt er, und was machen Sie so?
Er meint "den ganzen Tag". Das hat er hinten runter fallen lassen.
Ich zähle meine kleinen Projekte auf. Mein Leben.
Und ihm gegenüber klingt das so lächerlich. So wertlos.
Diesmal nickt er wortlos und starrt in seinen PC.
Und die Rente? fragt er.
Ja was soll mit der sein, denke ich.
Wir schweigen.
Ja, sag ich, geht noch bis September diesen Jahres.
Und dann? will er wissen und schaut mich mit seinen großen Augen, hinter denen der Schalk lauert, an.
Ja und dann, murmel ich in meinen Lieblingsschal.
Er drängt weiter: Irgendeine Perspektive?
Oh, sag ich weiter, Perspektiven, Träume, Ideen, Pläne habe ich viele, merke aber immer wieder, dass so vieles nicht mehr geht.
Und meine Stimme bricht schon leicht weg. Nicht heulen!
Tja, meint er, da müssen wir dem Ganzen noch Zeit lassen, die braucht es wohl.
Boah super Idee, ist ja mal was ganz was neues, denke ich sarkastisch.

Zeit... wie viel denn noch?
Perspektive...nach 3 Jahren Krankschreibung und daheim sitzen. PFFF!!!

Manchmal kann der Schwarm auch zum Arsch mutieren.
(ja ich weiß, er ist auch kein Zauberer und im Grunde ist er schon korrekt, sonst würd ich nicht seit 12 Jahren zu ihm gehen!)

Donnerstag, 10. Januar 2013

Eigentlich...

wollt ich mich... heute und hier... über meinen Körper erdreisten, dem zur Zeit folgendes Spiel gefällt:

Nachmittags ab 13h ist er völlig ko.
Ok, ich gebe ihm Schlaf.
Danach tut er so, als wäre er immer noch steinmüde.
Jetzt gibts aber keinen Schlaf mehr. Wo käme ich da denn hin.
Die Zeit bis 20h ist grauenhaft, ich kann eigentlich nur mit geschlossenen Augen auf der Couch liegen. Weder telefonieren noch länger lesen, geschweige denn SPORT ist möglich.

Gegen 20:30h geht es also wieder ins Bett, wegen Schlaf und so.
Jetzt kommen die tollen, neuen Spielmöglichkeiten:
Entweder ich bin, kaum dass ich im Bett liege, wieder hellwach
oder ich schlafe 3 Stunden und bin dann hellwach.
Beides ist völlig beschissen...weil....*cchhhrrccchhhrrr*
HEJ es ist erst 11 Uhr!

Jetzt war aber heute Therapie und siehe da: Mir wurde mal wieder klar, warum das mit dem Schlaf derzeit nicht so hinhaut.
Volle Kanne ganz üble Themen, sind da grad am laufen.
Hab isch mal wieder ignoriert.
Gut, dass ich eine Therapeutin habe!

Deswegen jetzt: Pizza, dann mit Hund raus und dann: Siehe oben.
Gut Nacht!
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Nachtrag:
Der Befund vom Hormondoctore kam heute!
1. Teil siehe hier:
 http://regenfrau.blogspot.de/2012/12/hormondoctore.html

Tja es gibt gute und weniger gute Nachrichten.
Das 1.Labor, bei dem ich meine Streßhormone testen ließ und dass mir eine Nebennierenschwäche anhänge wollte, wollte wohl auch an mir Geld verdienen. Denn da ist fast alles in Ordnung.

Nicht ganz so in Ordnung sind einige Neurotransmitter. Eindeutig zuwenig. Dem kann man abhelfen, mit einem nicht ganz billigen Nahrungsergänzungsmittel (also nicht das wertlose Zeug aus dem Supermarkt).
Sehr gut fand ich eine äußerst detaillierte Beschreibung wofür Neurotransmitter denn so gut sind. Und natürlich fallen da Wörter wie: Motivation, Antrieb, Depression, extreme Erschöpfung, entspannend, Koordination der Motorik, Konzentration usw.

Was auch etwas zu wenig ist: Vitamin D. Hat auch was mit Müdigkeit und Konzentration zu tun!
Dazu das hier gefunden:
 Allgemeine Empfehlung: Öfter Fischprodukte essen bzw. andere Vitamin D-haltige Nahrungsmittel. Erwachsene täglich 3 Stunden, Kinder 20 Minuten in Badekleidung in die Sonne gehen, was aber nur von April bis Oktober effektiv ist.
von hier:
 http://www.gaertner-servatius.de/spektrum/vitamin-d-mangel.php
Ich esse NULL Fischprodukte! Dafür werd ich ab April nur noch im knappen Bikini den Hund ausführen! Ick froi mir :-)

Also ich finde, da ist einiges an Potenzial, damit es mir eventuell bald besser gehen könnte.
Den üblichen Schlag in die Magengrube gab es natürlich auch ala: "Mädl, mit deiner Geschichte und extrem anstrengenden Jobs (ect.) brauchste dich aber echt nicht wundern, wenn es dir so mies geht, mach ma fleißig Psychotherapie weiter!"
Das hab ich jetzt schon fast 10 mal schriftlich.

Ich weiß, ich weiß...Annahme und so.
ABER ich spüre, dass diese extreme Mattigkeit, Müdigkeit, Muskelschwäche eben NICHT psychisch ist.

Und das, ihr lieben Ärzte, werde ich euch noch beweisen!
Aber erst...erst muss ich nochmal ne Runde schlafen...

Mittwoch, 9. Januar 2013

Is ja klar!

Klarheit ist seit ...hm..sagen wir mal 2 Jahren, immer wieder Thema bei mir.
Ich brauche Klarheit wie die Luft zum Atmen.
Bei wischi-waschi-Aussagen werde ich wahnsinnig.

Ich hatte selbst lange Angst vor den klaren Aussagen der anderen. Weil sie oft weh tun: mag dich nicht mehr, Sie sind gekündigt, das find ich doof von dir...usw.
Sie tun weh, aber nur im ersten Moment. Dann folgt dem Schmerz ein Wohlgefühl: Ich weiß jetzt woran ich bin.

Das ist wie mit dem Sprung in den See (sofern es nicht schon seit Wochen 30 Grad hat): Erst saukalt, man meint das Herz bleibt einem stehen und dann: Ohhh und ahhhh wie erfrischend!

Selber klare Ansagen zu geben war noch viel schlimmer (früher). Es gibt massenweise Füllwörter: eigentlich, hm, äh, insofern, demnach
Man kann sich verbiegen und hoffen, dass der andere errät was man will oder braucht.
In den seltensten Fällen wird einem dieser Gefallen getan.
Man muss dann doch zähneknirschend oder zähneklappernd, mit kindlicher-süßlicher Stimme, Arme/Beinen verknotend und Augen niederschlagend hervor tragen, was einem auf der Seele liegt.
Oder man fügte sich und passte sich bis zur Selbstaufgabe an.

Heute suche ich fast die Konfrontation.
Ich muss sagen, was mir nicht paßt oder was ich will. 
Ich gehe sachlicher heran.
Ich rede in der Erwachsenen. Ich BIN im Erwachsenenteil.
Ich ziehe Grenzen.
Ich rede bestimmter, mit normaler Stimmlage!
Ich sage nein ohne schlechtem Gewissen.
Ja nicht immer, aber immer öfter. Und: es-tut-SO-gut, vor allem weil man von seiner Umwelt ernster genommen wird.

Zackdiebumms, ist die Sache nämlich erledigt und man grübelt und zweifelt nicht tagelang, in denen man besseres tun könnte.

Jetzt gibt es da eine Frau, die ihren Wunsch bzw. neuen Vorstellungen nicht klar äußern kann (ich ahne sie nur).
Und ich? Ich kann das nicht verstehen, wie man stattdessen seine Energie in Vergesslichkeiten, Verweigerung, Lügen und diverse andere  Spielchen stecken kann.
Dieser Aufwand! Könnte sie alles einfacher haben.
Ich  jedenfalls hab keinen Bock das länger mitzuspielen.
Ich spreche sie drauf an. Bald! (Heute ist sie nämlich komischerweise mal wieder nicht zu erreichen).

Tja so schnell kann man die Seiten wechseln.

Dienstag, 8. Januar 2013

Es gibt diese Tage...

...die fast perfekt sind.

Ich fühle mich wohl bei und mit mir (was für mich gar nicht selbstverständlich und noch dazu eh viel zu selten ist!).

Ich bin erstaunlicherweise doch froh, dass mir die 2 Termine abgesagt wurden.

Ich schlunze mich durch den Tag.
Tue etwas oder nicht.
Alles nicht so wichtig.
Was ist überhaupt wichtig?
Ich habe Lust meine Abflüsse mal zu reinigen (komische Lust oder?).
Im Bad kommt mir der halbe Syphon in Einzelteilen entgegen. Wunderbar.
Nach 2 Stunden und einem Besuch im Baumarkt ist auch das wieder in Ordnung.

Ich lausche andächtig dem Hang drum. Mein neuestes Lieblingsinstrument:
http://www.youtube.com/watch?v=xk3BvNLeNgw&list=PLC1A2D7833259C567

Ich habe Lust auf ein richtig gutes Buch mit Tiefgang, stöbere durch die Bücherei und gehe mit 8 Büchern wieder heraus. Irgendwas gutes wird schon dabei sein.
Ich verliere mich positiv im ersten Buch. Volltreffer!

Ich koche mir ein Gericht, das ich noch nie kochte. Und es schmeckt.

Ich sehe nach Tagen mal wieder hellblauen und sogar leicht rosanen Himmel! Wunderbar.


Montag, 7. Januar 2013

Alte Geschichten

 
"Du hast gar keine Lust auf irgendwas mit sex? Das ist ja übel."
SMS eines Exfreundes der sich immer mal wieder meldet, wenn in seinem Bett Flaute herrscht.
Ich würd mal sagen: Sexuelle Unlust ist derzeit mein kleinstes Problem.
(Nach wievielen Jahren sexueller Abstinenz ist man eigentlich wieder Jungfrau? )

Ich muss schon wieder zum Zahnarzt. War doch erst Anfang Dezember, als mir der halbe Zahn beim Frühstück entgegen kam. Dieses mal tut mir die linke Seite weh, oben und unten. Oben ist es auch schon richtig dick und rot, was unten ist, habe ich keinen blassen Schimmer, aber es drückt ganz ordentlich.

Es ist weniger die Angst vor dem Zahnarzt oder dass ich wieder zittern könnte, sondern ein Strom an ganz fiesen Stimmen in mir: Boah jetzt biste schon wieder da, da ist doch nix, mach dich nicht so wichtig, was du immer alles hast...es sind alte Stimmen. Und sie können extrem nerven und zermürben!
Was die alten Stimmen sein können, erklärte ganz super Ilana hier:
Vor allem von Michaela Huber widmet sich diesem Thema in guter, verständlicher Weise immer wieder.
Es ist aber immer öfter so, dass ich diese Stimmen als nicht mir zugehörig empfinde. Nicht ich denke so, sondern ES. Ich identifiziere mich nicht mehr mit diesen Sätzen. Was heute schwierig ist, angesichts dieses elendigen dauergrauen Wetters und dass mir schon wieder 2 Termine abgesagt wurden (schon wieder Leerlauf) und ich heute generell verdammt nah am Wasser gebaut bin.

Wie immer stürmt der Zahnarzt fröhlich munter ins Behandlungszimmer, schwingt sich auf seinen Stuhl und fragt, was denn sei. „ich habs gesehn, sein Blick der sagte eindeutig: DIE schon wieder!“ flüstern mir die widerlichen Stimmen ins Hirn.
Mir ist schlecht, aus Angst, dass da nix ist und ich mal wieder völlig umsonst einen Zenova veranstaltet habe und somit die alten Stimmen vermehrt Kraft und Bestätigung erhalten ala: "siehste hab ich doch gesagt!". 
Es wurde kein unnötiger Zenova, da ist wirklich was und er spritzt mir ein wenig Betäubungsmittel ins Zahnfleisch, weil da muss er gleich ein wenig was wegmachen. Genauere Details erspar ich euch, nur soviel: verbranntes Fleisch stinkt! Vor allem wenn es das eigene ist.
Die abwertenden Stimmen halten endlich ihr Maul während ich zittrig, blass und ziemlich erschöpft nach hause wanke.

Der Hund muss heut an der Leine bleiben, mit dicker Backe pfeift es sich so schlecht.

Dafür noch was schönes:
 Wer Lust auf eine sehr ruhige, aber wunderschöne Dokumentation (über einen Versuch im Wald zu leben), mit hervorragenden Bild/Filmaufnahmen hat, guckt mal hier:

Sonntag, 6. Januar 2013

Körperkunde

Lange war mir mein Körper weder Freund noch Feind.
Es war halt ein Ding, das reibungslos zu funktionieren hatte. Natürlich mit möglichst wenig Zeit- und Pflegeaufwand.

Langsam, Stück für Stück, wende ich mich liebevoll meinem Körper, der ja mein zuhause ist, zu.
Das rauchen zu lassen, war sicherlich das größte Stück bisher.
Ein weiters, dass ich bei der Körperpflege weitestgehend auf Chemie verzichte. Siehe auch hier:
 http://regenfrau.blogspot.de/2012/12/beautyjunkie.html
Ich fühle mich weiter damit sehr wohl. Ich lerne dadurch meinen Körper viel besser kennen. Zum Beispiel, dass ich nach zu viel rumsitzen, Fleisch, Weißmehl, Zucker und Kaffee einen nunja *intensiveren* Körpergeruch habe, als sonst.
Ich habe gelernt, dass der Körper die überschüssigen Säuren loswerden will und all das geht unter anderem über die Haut und das riecht man.
Gut, dass ich schon lange nicht mehr meine Haut mit den üblichen Bodylotions zukleistere (googelt mal Erdöl und Kosmetik), denn damit würde ich meinem Körper ein wichtiges Ausscheidungsorgan nehmen.
Also gab es nun 3 Tage Basenfasten: Kräutertee, Gemüsesuppen, Kartoffel, Salate, Leberwickel (nein, die sind nicht zum essen! :-)), basische Fußbäder, leichten Sport, tiefe Atmung.
Auf den Kaffee und das kleine Stück Kuchen heute Nachmittag freue ich mich jetzt schon. Denn das gab es natürlich auch nicht.

Und es soll ja Spaß machen.

Körperlichkeiten mit anderen Menschen war ja schon immer ein Problem. Ich bereue es überhaupt nicht, dass ich nicht zum Rehasport gehe und stattdessen meinen Gymnastikball eifrig nutze und liebe :-)
dadurch dass ich selber Verantwortung für meinen Körper übernahm, hab ich auch meine extremen Verspannungen im Nacken/Schulterbereich auflösen können.

Letztens gab es eine größere ärztliche Untersuchung und die war nicht ohne: Herzcheck. Also der Doc sieht quasi auch noch, wenn ich aufgeregt bin!
Erst gabs eine Ultraschalluntersuchung. Logisch am freien Oberkörper, auf der Seite liegend, Doc saß neben mir (mit Berühung an Oberschenkel, Po und Rücken!) auf der Liege. War schon Konzentration hoch drei. Er stellte weitere Fragen. Ich blieb stumm. Ich kann mich nur auf eines konzentrieren.

Dann gings weiter zum EKG, erst das normale, dann das Belastungs-EKG. Noch nie gemacht!
Auch war zum einen die Körpernähe der Arzthelferin ein Problem, obwohl die wirklich sehr goldig, bemüht und sehr einfühlsam war und dann, dass sie ja Blutdruck, Puls usw. mitbekommt.
Auf dem Rad machte ich bei 150 Watt schlapp, was im guten Durchschnitt liegt, ab 150 fangen die richtig Durchtrainierten an.
Allerdings hätt ich schon noch weiter gekonnt, wenn ich richtig geatmet hätte. Hab ich aber nicht, weil: mir das schnaufen, heftigere atmen sehr unangenehm war.
(Zwischendurch fragte sie immer wieder, wie es mir denn gehe.
Wie gesagt, ich kann mich nur auf eines konzentrieren und überhaupt: ich mag die Frage nicht so sehr.)
Genau aus dem selben Grund gehe ich oft nicht auf  Toiletten, wenn das andere mitbekommen.

Ich weiß, ist ja alles menschlich, aber mein Garten besteht nunmal aus allerhand Neurosen :-)

OFF TOPPIC:
Passend zum gestrigen Post noch das hier gefunden:
http://danielaklampfer.blogspot.de/2012/12/leben_28.html

Achso und Miss Pflegehund wurde 13 Jahre alt!

Ist aber weiterhin jedes mal schwer begeistert über: Wasser, Ball, Stock, andere Menschen und natürlich Streicheleinheiten und Leckerli!
Prost Madame, mögest du noch weiterhin lange schmerzfrei leben und deinen Clown im Kopf behalten!

Freitag, 4. Januar 2013

Mich annehmen Teil 756


Mich annehmen üben.
Zu beachten, dass ich immer wieder leicht in Depressionen falle und das wohl so bleiben wird.
Ich habe eine gewisse Veranlagung dazu, zum Teil vererbt und zum Teil erworben durch katastrophale Familienverhältnisse mit Gewalt und Vernachlässigung.

Ich mache mir das klar, ohne mich hinter der Depression zu verstecken. 
Ohne in Resignation und Bequemlichkeit zu versinken. Aber auch ohne mich ständig zu überfordern.
Ich werde weiter den Mittelweg suchen und finden, auf dem ich gut gehen kann. Mit Depression. Mit Trauma. Mit Erschöpfung.
Mich selbst fordern, aber nicht überfordern. 
Mit mir arbeiten. Nicht gegen mich.
Mir ein gutes Leben zu gestatten und es zu leben.


Es geht weniger darum einen großen Lebensplan zu entwerfen und mich damit zu überfordern, sondern darum gut zu leben: ohne Verzweiflung, ohne Panik, ohne Verdrängung (ich meine hier all diese Dinge im gesundem und nicht in lebensbehindernden Maße).

Es geht darum, weiter ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen, weiter eine gewisse Struktur im Leben zu halten, weiter aus den finanziellen Schulden herauszukommen und keine neuen zu machen.
 Es geht um: gut schlafen zu können, darum nicht wieder in eine Sucht abzurutschen, es geht darum wieder/weiter mit Menschen in Kontakt zu kommen und Nähe auszuhalten, es geht um Bedürfnisse und Gefühle spüren, es geht darum mich und meinen Körper gut zu behandeln mit genügend Bewegung, gesunder Ernährung und ärztlicher Vorsorge, es geht darum einen Teil meiner finanziellen Mittel wieder selbst zu erwirtschaften.

Es geht darum, meine Wohnung pfleglich zu behandeln, es geht um all meine inneren Seiten die so unterschiedlich sind und die beachtet werden wollen, es geht darum mir ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Es geht darum, den extremen Ehrgeiz „möglichst gut im Getriebe zu funktionieren“ mehr fallen zu lassen.
Es geht darum, das verkrampfte kämpfen aufzuhören, so sein zu wollen, wie ich nun einmal nicht bin.
Es geht darum mich heiter und liebevoll sanft an meine Grenzen zu lehnen, um diese immer ein Stück mehr zu erweitern.

Diese kleinen Schritte sieht man nicht auf den ersten Blick. Man sieht eine scheinbar, gesunde attraktive, junge Frau. Die auch mal für Blödeleien zu haben ist, mit ins Kino geht, nicht allzu dumm ist und sich relativ normal in Gesellschaft verhält. Oder wie es letztens hieß: Du hast doch ein schönes Leben!

Das was für andere selbstverständlich ist, ist es für mich nicht. Ich balanciere immer auf einem Seil, während andere schon mal den ausgetretenen, bekannten Pfad des Lebens entlang stürmen und somit mehr Kraft und Konzentration für einen anspruchsvollen Beruf, einen Ehepartner oder für die Erfüllung seines Traumes zur Verfügung haben.

Ich könnte ja mal ein paar Eintrittskarten verteilen für: Den Blick hinter die Kulissen. Depression de luxe.
Ich hatte mir für mein Leben gern was größeres vorgestellt. Und es tut sehr weh, unter seinen Möglichkeiten zu bleiben. Es heißt jetzt einfach, mein kleines Licht das ich bin, zu akzeptieren.
Denn ich glaube, erst wenn diese Akzeptanz da ist, kann mehr entstehen.
Den Dis-Tanz vollführe ich ja schon perfekt. 
Jetzt lerne ich den Akzep-Tanz!

Man kann nicht anfangen das Unmögliche zu tun. 
Erst muss das Mögliche getan werden.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Freude

Ich freu mich sehr, dass der Januar endlich da ist.
Der Dezember war doch ein wenig schwierig, aber ich hab die depressiven Löcher ganz gut umschifft.
Ich bin schon wieder mitten drin in meinem normalen Alltag und was soll ich sagen: Es fühlt sich gut an!
Hätt mir mal einer vor einem jahr gesagt, dass ich um Auswärtstermine froh bin, dem hätt ich einen Vogel gezeigt.

Also gestern zur Tafel. Wir waren sage und schreibe 10 Leute! Die lagen wohl noch alle im Sylvesterkoma. Ist mir nur recht.
Trotz chronischem Geldmagel gibt es bei mir eines nie:
Gebrauchte Schuhe nehmen.
Gestern standen da aber in der Kleiderkammer welche. Sahen super aus. Sehr wenig getragen. Größe würd passen. Ach nimmste mal mit.
Zuhause genauer angesehen: Wurden höchstens 2-3x getragen. Eine Mischung aus Turnschuhen und Wanderstiefel, aber eben nicht so klobig, dafür mit ordentlicher Sohle und knöchelhoch. Genau richtig für längeres zu-fuß-unterwegs-sein (was bei mir ja öfter vor kommt) oder mit Hund durch matschiges Gelände (kommt ja auch hin und wieder vor!).
Sehr schön, an denen hab ich meine echte Freude!

Nächste Freude kam gleich in der Therapie: Wir sind nun in der Verlängerung, also nach den ersten 50 Stunden wurden nochmal 30 bewilligt. Jetzt ließ heute meine Thera eine Überraschung heraus: Weil "Härtefall" ist eine nochmalige Verlängerung möglich!
Ich dachte immer nach 80 Stunden ist Schluß, komme was da wolle!
Boah! Ich hab geheult. Vor Freude!

Tja und dann fand ich endlich eine Möglichkeit die jährlichen 70 Euronen an Bankgebühren zu sparen, ohne dass ich die Bank wechseln muss! Freudiges Hurra!

Und gerade gekauft: Gymnastikball. Muss jetzt nur noch aufgepumpt werden :-) Dann ist freudiges rumrollern und hüpfen angesagt!
Ich freu mich!


Mittwoch, 2. Januar 2013

Uuuunnnd wie war's mit Hund?

So 2 Nächte und 3 Tage mit Hund liegen hinter mir.
Er war wirklich sehr pflegeleicht und ultrabrav, da war ich sehr froh drum. Wahrscheinlich hätt ich eine ganze Stunde das Futter in seiner Schüssel rühren können, ohne das er einen Mucks gemacht hätte.

Aber es war auch viel. Zum Schluß hatte ich das alarmierende tiefe Brummen im Ohr,das mir immer signalisiert, dass der rote Streßbereich erreicht ist!
Zum einen liegt es in meiner Natur, dass ich mir einfach zu viele Gedanken und Sorgen mache. Das sah dann so aus, dass der Hund in der ersten Nacht selig über 8 Std. pennte, während ich immer halb wach war, damit ich auch ja mitbekam wenn was sein sollte.
Als ich dann völlig fertig morgens mit dem Kaffee im Wohnzimmer erschien, begrüßte mich ein freudig wedelnder Hund mit Decke übern Kopf, wie so ein Kopftuch. Zum schießen komisch!
Zum anderen merkte ich, wie wenig ich mich nach äußeren Umständen richten mag. Das habe ich als Kind und Jugendliche und sogar als junge Frau NUR gemacht. Alle Antennen waren immer nach außen gerichtet, immer getan was verlangt und erwartet wurde. Immer gleich gesprungen. Nie mein eigenes Leben leben dürfen.

Ich hab die Schnauze voll davon. Ich mag das nicht mehr. Ich brauch immens viel Freiheit, viel Zeit und Raum für mich und erst recht ganz viel Selbstbestimmung. Da habe ich einen riesigen Nachholbedarf!
Genau aus diesem Grund wollte und will ich nie Kinder und zum Glück weiß ich das schon, seit ich im gebärfähigen Alter bin.
Das Gefühl "ich bin nicht allein". Ich kann nicht so agieren wie mir gerade ist, bringt mich in arge Bedrängnis.
Wahrscheinlich triggert es auch alte Erlebnisse, in denen mir  vorgeschrieben wurde, was ich zu tun, zu mögen, zu denken und zu fühlen hätte. Und wo es gefährlich war eigene Bedürfnisse, Wünsche oder einfach Gedanken laut auszusprechen!
Nein, ich mag mich (erstmal) nach keinem anderen Wesen richten, sondern einzig und allein nach mir. Weil das nie sein durfte und ich das gerade ganz langsam lerne: zu spüren was ich mag und will.

Noch nirgends sonst, als in diesem Buch (Möchtegern von Milena Moser) las ich die genaue Beschreibung dieses Gefühls:
Ich war einfach glücklich, wenn ich ganz allein war.
Es genügte jemanden im Haus zu wissen, es genügte, dass Simone auf der Chaiselongue lag, dass Frau C. Hinter geschlossenen Türen fuhrwerkte, es genügte, dass Nico hinter dem Herd stand. Um unweigerlich unter Druck zu geraten. Den Druck zu fühlen, oder ihn mir einzubilden: ich müsse mich jetzt zusammenreißen, ich müsse mich anstrengen, ich müsse mindestens so tun, als sei ich jemand anderes.

Das wurde mir in diesen Tagen so sonnenklar:
Ich liebe Hunde, auch im Sinne eines Rudelführers nach C.Milan, aber ein eigener Hund paßt nicht in mein Leben.
So wie es derzeit ist, nämlich dass ich andere Hunde hin und wieder  bzw. regelmäßig betreue, ist es perfekt.
Das schöne: es fühlt sich absolut richtig so an, ohne schlechtem Gewissen oder kritischen Gedanken ala: Nicht mal das schaffste:ein eigenes Haustier. Oder, dass ich ja so egoistisch sei usw.blaaaa.

Diese Klarheit bringt Frieden und Erleichterung. Denn lange habe ich mit mir gerungen: Hund ja nein. Mir sogar schon welche angesehn usw. Die Energie die ich dafür verwendete kann ich nun für was anderes einsetzen.

Dienstag, 1. Januar 2013

Uuuuuunnnd, wie wars?

Komisch ist mir zumute. Sehr komisch.
Kurz bevor gestern Gast No.2 kam, wurde ich tieftraurig.
Keine Ahnung warum.
Stumm mit leerem Blick saß ich da.
Nicht der lustigste Sylvestergastgeber, aber: that's life.
Es wären ja keine Freunde, wenn man solche düsteren Momente nicht auch mal haben darf.
Gefühle nehmen auf Feierlichkeiten nun mal keine Rücksicht.
Ich nehme dafür immer mehr auf meine Gefühle Rücksicht.

Ich hätte die Nacht sehr gut alleine verbringen können.
Was früher die pure Horrorvorstellung war, wäre nun möglich gewesen: Sylvester allein, schlafend, mal aus dem Fenster schauen und gut ist. Also die Verdeutlichung der Einsamkeit.
Den *magischen Moment* durfte ich früher auf gar keinen Fall verpassen und war dann immer juchzend außer mir.

Gestern sah ich um Mitternacht zum Himmel und zuckte mit den Schultern.
Ja, ganz nett. War's das jetzt endlich mit dem ganzen Feiertagsrummel?
Ja war es. Gut.

Tja und hätte ich Oma's Rat *Sekt auf Wein, das laß sein!* befolgt, hätt ich heut morgen nicht eiskalte Cola mit Pizza von gestern frühstücken müssen, sondern wie immer: Warmen Milchkaffe mit Marmeladenvollkornbrot.

Gott, hab ich miese Laune.
Und ihr so?