Donnerstag, 27. Dezember 2012

Mit allem was ist


Jetzt kann ich es ja sagen:

Als ich die Ferienwohnung buchte, hatte ich keinen blassen Schimmer wie diese aussah! Die Fotos kamen erst später und die Beschreibung war mehr als knapp. Aber ich hatte sofort ein gutes Gefühl dabei und es stimmte!

Es war ja keine reine Ferienwohnung, sondern eine privat genutzte, die als Zweitwohnsitz herhalten muss und die viel zu oft leer steht. Also dachte man sich: "kann ich auch tageweise vermieten".

Und ich fühlte mich sofort dort wohl, man sah, dass diese Person leicht alternativ/esoterisch angehaucht war, das gab eine gemütliche Atmosphäre, aber auch energetisch war dort reine Luft. Entweder man fühlt sich in einer Wohnung wohl oder nicht und manchmal kann man gar nicht genau sagen, woran das nun liegt.

Als ich mich mit den Räumlichkeiten vertraut machte und mich ein wenig einrichtete, sah ich eine Wand mit Fotos und Karten und auf einer stand folgendes:

Minutengebet:
„Mein Leben ist nicht heil und ganz.
Die Brüche und Trennungen verfolgen mich.
Allzuoft fühle ich mich gezwungen, stark zu tun, 
unberührt von Schmerzen und Stimmungen.
Die verspielten Möglichkeiten
und die vertane Zeit zerren an mir.
Um mich herum liegen so viele gescheiterte Versuche,
mich zu finden und ganz zu werden.
Ich will mir die Sehnsucht nach Ganzheit und nach einem heilen Leben nicht austreiben lassen.
Aber ich will nicht dem Ganzheitswahn verfallen und nicht mehr glauben, dass meine Kräfte ausreichen, mich selbst stark und ganz zu machen.
Ich will nicht mehr gebannt zurück schauen auf Misslungenes und auf mein Versagen.
Ich will nach vorne sehen und darauf bauen, dass du aus den Bruchstücken meinem Lebens ein ganzes machen kannst.
Denn du bist die Zukunft meiner Vergangenheit, 
das Ganze und das Heile, 
die Vollkommenheit meines Lebens.“

Ich habs jetzt mit Gott nicht so und die letzten Zeilen klingen so nach Verantwortung abgeben: mach du mal! Das paßt für mich nicht zusammen. Aber der Inhalt an und für sich gefällt mir: Mich mit Brüchen und meiner Unvollkommenheit mehr annehmen, nach vorne schauen und TROTZ ALLEM leben.
Jetzt wußte ich, warum ich hier wohnen sollte. Das erstaunliche, ich schrieb vor wenigen Tagen so etwas ähnliches: mich mit meinen Begrenzungen, Behinderungen annehmen lernen. Diese Zeilen gibt es morgen zu lesen.

Kommentare:

  1. Klingt gut :)

    Ziehe Deine eigenen Grenzen und achte sie! -> Las ich letztens in den Lebenskarten und mir hilft es!

    LG Yafe

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  2. Hallo Yafe,
    war grad auf Deinem Blog und danke für die Erinnerung an die Lebenskarten! Die mag ich ja so und hab mir damals nach der Klinik so ein Set gegönnt.
    LG

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