Dienstag, 13. November 2012

Nur einen Tag mal

ein Mann sein. Das wär's doch...

Rätsel: Wo war ich gestern:
Frauen mit Kurzhaarfrisuren knutschen Frauen mit Kurzhaarfrisuren (nicht das mir das unangenehm wäre, immerhin war über 1 Jahr lang ein Homoclub meine Stammdisco, aber es irritiert immer wieder auf den ersten Blick und auf den zweiten Blick muss frau sich zusammenreißen nicht ständig hinzustarren, weil man es so selten sieht <--- bin="bin" br="br" der="der" einzige="einzige" grund="grund" hetero...naja="hetero...naja" ja="ja" meistens.="meistens."> Genau, ich war gestern auf dem Frauenfilmfest in München http://www.bimovie.de/
In einem sehr drolligen, uralten Kino mit Bretterboden und nur notdürftig gepolsterten Sitzen und in dem man nach dem kurzen Werbespot persönlich von den Kinoinhabern mit der Frage "Ist Euch auch warm genug?" begrüßt wird.
Es lief der Film Man for a day.

Ein Dokumentarfilm über einen Workshop für Frauen, in denen diese mit männlicher Identität experimentieren können.

Welcher Mann will ich sein? Welche Geschichte hat er? Welches Leben? Wie groß soll der Penis sein? Welche Bartform? Und das spannendste: Welche Verhaltensweisen lege ich mir zu? Mich auch mal breit in der Bahn hinfläzen? Geräuschvoll die Nase hochziehen? Und wie fühlt es sich an, wenn frau als Mann verkleidet sich von einer halbnackten Tänzerin anflirten lässt?

Welche Seiten meines Frau-Seins muss ich ablegen, um als Mann ernst genommen zu werden? Bei den Themen: Nicht ständig lächeln und mit dem Kopf nicken, am Ende des Satzes mit der Stimme runter und nicht nach oben gehen, nicht dauern entschuldigen, fester Handschlag...gab es in den Sitzreihen vom verhaltenen kichern bis zum lauten losprusten,  alles.

 Großer Seufzer durch alle Reihen bei:


 "Als Mann musst du nicht ständig drauf achten, ob der Rock und das Make-up richtig sitz, ob ich mich jetzt damenlike benommen habe oder ob der Nachbarin meine neue Deko gefällt, kein Wunder wenn Männer erfolgreicher sind, die haben ja auch mehr Energie dafür übrig!" 

 Der Wiedererkennungswert war auf alle Fälle sehr hoch.
Ich finde das Thema sehr spannend. Immer wieder stelle ich mich dem Thema: Was heißt Frau-sein für mich? Folge ich den Konditionierungen blind? Entscheide ich bewußt? Tue ich es um meinetwillen oder was will ich damit erreichen?

Lange konnte ich mit Frauen nix anfangen (hat sich inzwischen etwas geändert).
Das Getue und Gepiepse wenn ein Fingernagel abgebrochen ist (warum klebt ihr Euch dann so einen teuren Scheiß drauf?), das leidenschaftlichen shoppen (mehr Leiden als sonstwas), ich hab nicht mal bei Titanic geweint. Mein Geldbeutel war immer in der rechten Hosentasche und rückwärts einparken ist für mich ein Kinderspiel (ja gut...rückwärts wieder ausparken weniger, das durfte das Auto meiner Chefin-währen diese persönlich daneben stand-schon erfahren).
In all dieser Abneigung gegen das menstruierende Volk, kam ich auf eine Schule mit 400 Weibern und 2 Männern. Und die waren schwul.
Tja hätt ich eben Automechanikerin und nicht Kindergärtnerin gelernt.

Gestern fühlte ich mich auf diesem etwas anderen Mädlsabend super wohl. Wie es wohl dem einzigen Mann in der 3.Reihe erging?

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