Samstag, 3. November 2012

Entspannt und gestreßt


Wenn das so weitergeht, kann ich die Beschreibung in meinem Profil bald ändern in: Im eigenen Leben angekommen!

Über 30 Stunden wach, 2 Std. nervöser Schlaf und rein gehts in den nächsten Tag: Wecker, Minifrühstück (sollte ja eigentlich nüchtern bleiben), 1 Std. Bahnfahrt, Blutabnahme beim Doc. Mit der Arzthelferin herrlich rumgeblödelt. 

Wieder draußen, steh ich um 9h morgens in einem menschenleeren München. Alle in den Herbstferien oder im langen Wochenende. Sehr schön.

Nach Jahren gönn ich mir einen Coffe to go und schlender quer durch die Innenstadt zum Friseur. Ich bin entspannt und glücklich und fühle mich einfach nur als normale Frau, die ihren Terminen nachgeht und nicht wie ein zerbröseltes, depressives Nervenwrack. (Und das obwohl ich völlig übermüdet bin!) 

Ich bin viel zu früh dran, aber die Friseuse nimmt mich herzlich in Empfang. Die ersten 10 Minuten ist es eine gefühlte Katastrophe, dann wird es besser. Ich bitte sie sogar nochmal nach zuschneiden, denn die Haare sind immer noch zu lang! Der Laden ist herrlich unperfekt, man sieht, dass selber und ungenau gemalert wurde, eine Dame ist sichtlich magersüchtig und uralt, die andere ziemlich laut und schwäbelt munter drauf los, meine Friseuse kann gerade so das nötigste an Deutsch. Gut, dass ich nur ein einfaches Haarprogramm brauche. Die Männer stehn machohaft an der Kasse und kassieren. 30,-€ waschen, schneiden, föhnen. Ja, deren Stundenlohn kann man sich ausrechnen. Würd ja auch nicht hingehen, wenn ich selbst mehr verdienen würd.

Eine Stunde später steh ich wieder draußen. Immer noch im Morgenlicht, ich fühle mich super, stark und munter, vertrete mir die Füße und gehe ins große Kulturzentrum in dem gerade eine Bilderausstellung steht: Die Fotos sind hinter alten Fenstern und auf alten Türen befestigt. Super Idee!

Ich streife hindurch, setze mich auf eine Bank in der Sonne, atme tief durch, erfreue mich an den neu gepflegten Haaren und mache mich auf dem Heimweg. Dabei rufe ich eine Bekannte an, ob sie morgen zu Kaffe und Kuchen vorbei kommen will. Sie will.

Alles ganz normale, alltägliche Dinge, Und doch für mich erst seit wenigen Wochen wieder machbar, ohne dass ich vorher, währenddessen oder danach in Panik und extremen Streß verfalle. 
4 Jahre war ich von diesem Fluß des Lebens abgeschnitten.
Es geht weiter!

Doch da war noch was: In den letzten Tagen hab ich es nun tatsächlich getan: Meine Telefonnummern geändert und den auserwählten Personen mitgeteilt. Gab lange Gespräche und auch viel zu lachen, aber in mir ist es weiterhin aufgewühlt. Ich träumte, dass jemand wahllos in meinem Garten die Bäume und Palmen abgeschnitten hat. Abgeschnitten von der Herkunftsfamilie. Ein Teil in mir schiebt die totale Panik. 80% des Tages lauf ich mit hohem Puls durch die Gegend.
Und in all dem Tumult (auch des positiven) der letzten Tage,
hab ich doch glatt den Geburtstag eines sehr guten Freundes vergessen!!!
Ich geh mal Kuchen backen...

Kommentare:

  1. Diese Worte zu lesen liebe Regenfrau erfreuen mein Herz bis in den letzten Winkel... Angekommen... Leben mit allen Fascetten, auch mal gestresst sein, aber sich dessen bewusst sein, es hinnehmen, die kleinen Augenblicke geniessen...

    Ich gönne es Dir von Herzen und freue mich so sehr über diese Zeilen!

    Allerliebste Grüsse

    Missy

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  2. Danke für Deinen Kommentar! :-) Und fürs mitfreuen :-)
    Ich werfe noch mit ein wenig Hoffnung um mich, dass es anders werden kann, es gibt ein Leben nach Depri, Trauma und all dem Mist!
    Hurra!! ^^

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  3. liebe regenfrau

    auch ich freue mich mit dir! es ist schön, soviel positives zu lesen. frühling im november! lustigerweise gehts mir gerade ähnlich …

    liebe grüsse
    anne

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    1. Genau! Frühling im November ;-)
      Das ist ja super, wenn es Dir ähnlich geht! Dann machen wir doch einfach so weiter...
      LG

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  4. Die Sache mit der Mailbenachrichtigung hat bisher nicht geklappt. Bei Dir scheint dafür umso mehr zu klappen. Ich freue mich so sehr mit Dir!!!

    Es geht voran. Überall! :-)

    Und ich mache einen neuen Versuch, die Technik zu bewzingen...

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    1. Hmm seltsam, dass das nicht klappt.
      Auch Dir danke fürs mitfreuen!
      Bis bald und liebe Grüße

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