Sonntag, 25. November 2012

Besondere Zeit

Besondere Zeit: Morgenspaziergang

Manchmal ist man einfach am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
So heute morgen. Die absolute Sonntagsstille liegt über dem Land. Links von mir ein zauberhafter Sonnenaufgang, vor mir eine taunasse Wiese und rechts die Alpenkette vor der gerade auf einer kleinen Anhöhe drei Rehe entlang springen!
Wie aus dem Bilderbuch!
Ich gehe langsam zu einem sehr alten und somit sehr großen und dicken Baum, begrüße ihn und lasse ihn wissen, dass ich weiß, dass er Winterruhe hält. Ich werde ihn auch nicht stören, ich möchte mich nur kurz anlehnen. Was ich auch tue, um nach wenigen Minuten gestärkter weiter zu gehen. Mir ist, als ob der Baum meine Achtsamkeit geschätzt und mir gerne was mitgegeben hat.


Besondere Zeit: Weihnachten
Hab ich schon gesagt, dass ich mich auf die Feiertage freue? :-)
Auf dem Spaziergang fiel mir ein, dass ich am 21.Juni zur Sommersonnwende in derselben Gegend war, wie ich es zur Wintersonnwende nun auch sein werde! Ein Zeichen?
Auf alle Fälle find ich das toll!
Außerdem hab ich herausgefunden, dass es auf diesem See einen Winterfahrplan für die Schifffahrt gibt! Ich dachte diese würde eingestellt werden. Somit werde ich das erste Mal in meinem Leben im Winter mit dem Schiff fahren. Juhuuuuu!!!

Besondere Zeit: Bei mir sein.
Es gab in letzter Zeit einige ungeklärte und problematische Dinge mit unterschiedlichen Menschen. Das zermürbt unterschwellig. Ich merke das nicht, weil ich es nicht wahrhaben will, weil ich mich nicht drum kümmern will.
Aus Angst.
Ich konnte früher nur mit der totalen Angst vor Vernichtung Dinge ansprechen, die mich störten oder die ich nicht machen wollte, von etwas-für-mich-einfordern will ich gar nicht reden!
Ich weiß aber inzwischen auch, dass es mir nach der Klärung einfach besser geht.
Gestern packte ich es also an:
Hier sagte ich "NEIN", da sagte ich "Ich kann dir helfen, aber nicht soviel wie du forderst" und dort ein "du wie siehts aus, da ist noch was ungeklärt..."
Ein wenig aufgeregt war ich schon, aber lange nicht so, wie früher.
Ich blieb sachlich!
Ich konnte die Person von der Sache trennen.
Wenn ich nicht Friede-Freude-Eierkuchen mitspiele, heißt das noch lange nicht, dass unsere Beziehung gefährdet ist und es heißt auch nicht, dass ich daran sterben werde.

Dinge klären macht Spaß!

Kommentare:

  1. liebe regenfrau

    das ist schön, dass du diese besonderen zeiten erleben kannst und auch in vollen zügen geniessen kannst! solche momente machen aller leichter und heiterer!

    zu der angst vor der vernichtung: ich musste leer schlucken, denn du beschreibst eine angst, die ich so gut kenne. ich habe auch angst, daran zu sterben. wenn ich etwas anspreche. zb etwas, das mich an einem anderen menschen stört oder irritiert. wenn ich vesuche, ein missverständnis anzusprechen. oder wenn ich eine verfahrene emotionale situation zu klären versuche. ich bin jedesmal erstaunt, dass ich nach der klärung noch lebe und ich mich soviel leichter fühle …

    (ich wiederhole mich.. doch vieles erlebe ich so oder ähnlich wie du es beschreibst, ich möchte dein erleben dadurch nicht herunterspielen oder überlagern. für mich ist es wertvoll, nicht die einzige mit diesen urängsten zu sein…zu sehen, wie jemand anderes es ebenfalls erlebt. durchlebt. überlebt. damit lebt...)

    ganz liebe grüsse
    anne

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  2. Liebe anne,
    ich hab früher so heftig reagiert (ich konnte z.B. nur unter heftigem zittern und noch mehr weinen, also in der totalen Panik, meiner Chefin mitteilen, dass ich weniger arbeiten kann...schrecklich!) weil ich da in der kindlichen Angst hing! Im kindlichen Teil.

    Ich danke Dir für Deine Rückmeldung und ich empfinde es gar nicht als herunter spielen oder überlagern meines erleben! Im Gegenteil, mir geht es da ähnlich: eine Art Erleichterung wenn jemand sagt: jo kenn ich auch!
    Und: Mut ist nicht Angsfreiheit, sondern etwas trotz Angst zu machen! :-)
    Schönen Sonntag

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  3. Hallo ihr Beiden, das was ihr da beschreibt kenne ich auch zu Genüge. Ich brachte teilweise kein Wort heraus, mir versagte die Stimme vor Panik. Mein Freund hat mir letzendlich beigebracht, dass ich ein Recht darauf habe Dinge anzusprechen, die mir missfallen. Und er hat mir auch immer gesagt, wenn Dich jemand wirklich gerne hat bzw. liebt, dann wird er Deine Kritik ernst nehmen und mit Dir darüber reden - aber er wird Dich nicht bestrafen, wie es früher der Fall war.

    Nun ja, es geht heute schon viel besser als früher, aber ich weiss, welche Überwindung einen das kostet. Aber man kann das schaffen, ich merks gerade an mir selber. Also habt nur Mut :)

    Lieben Gruss
    Maja

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  4. JA das denke ich mir auch immer wieder: wenn demjenigen was an mir liegt werden wir gemeinsam nach einer guten Lösung schauen bzw. sich ernst nehmen. Ich glaub das kann man auch am ehesten mit einem Gegenüber einfach üben, bei Dir wars der Freund bei mir einige Leute aus der Klinik (Personal und Mitpatienten).
    Ohja man kann es wahrlich schaffen. Heute z.B. klar meine Vorstellung vertreten und ich war nur ein klitzekleines bisschen aufgeregt, also nix zu dem Drama von früher.

    Weiter so! Alle! :-)

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