Mittwoch, 14. November 2012

Aufreger

Is ja schon lang nicht mehr vorgekommen...
ich bin getriggert...ziemlich. Weiß auch den Auslöser und neben Wut ist auch wieder die altbekannte Schwester: Hilflosigkeit. Und natürlich deren Bruder: Angst.
Hohe schäumende, rauschende Wellen in mir. Aufruhr. 1000 Gedanken. Fluchtimpulse.

Aber auch Klarheit, weil ich weiß was zu tun ist: Abstand zum Auslöser (einer Person) und Rückzug. Alleine sein, auf ein Buch konzentrieren, mich um mich kümmern, bei mir bleiben, schlafen, auf der Couch einigeln und genüßlich dem wabernden Nebel vor dem Fenster zuschauen, Kakao trinken, Krapfen essen.
Einzig um den Hund werd ich mich kümmern. Is klar.
Später großes Abendessen. Spätzle, Fleischbällchen und selbst gemachtes Rotkraut (in Bayern heißt das ja Blaukraut).
Gut zu mir sein. Mir all das erlauben. Sicherheit herstellen. Therapie für morgen abgesagt, auch dort fühle ich mich derzeit wenig wohl und angenommen. Dafür werd ich eine große Radlrunde drehn.
All das hilft mir den Streßpegel wieder zu senken.

Vor 3 Jahren stand ich diesem inneren Tumult völlig hilflos entgegen.
Zum Glück hat sich das geändert.
Fühlt sich, trotz allem, gut an!

Friedhof der Kuscheltiere...manche werden den Film kenne. Aber mir geht es um den Titel: Schluß mit dem Kuschelkurs, nur um es allen anderen Recht zu machen.

Außerdem:

Ich kann bei der Tafel immer öfter einfach nur den Kopf schütteln. Mitbekommen, wie einer Ausländerin sichtlich ein Deutschkurs aufgezwängt wurde. Die wollte gar nicht. Die Leiterin forderte und drängte, bis diese halbherzig nickte (wahrscheinlich um endlich in Ruhe gelassen zu werden). Selbstverständlich werden die Kosten von der Tafel übernommen. Diese Kasse dient eigentlich dazu, um in wirklichen Notlagen helfen zu können z.B. bei einer alleinerziehenden Mutter, die Winterstiefel für ihre Kids braucht. Oder jemanden der von sich aus (!) fragt, ob mal die eine Fahrkarte zum Arzt bezahlt wird, weil es diesen Monat gar so eng ist.

Nicht reinsteigern...meinen Teil holen, durchatmen und ab nach Hause. Ich will da gar nicht mitkämpfen, sicherlich würde ich auch mehr bekommen an Möbel, Kleidung, finanziellen Mitteln...aber ich bin nicht für solche Kämpfe geschaffen, solange es noch irgendwie anders geht.
Und ich möchte da auch so unabhängig wie möglich bleiben, um auch schneller wieder auf eigenen Füßen stehen zu können.

Kommentare:

  1. liebe regenfrau

    das mit dem trigger kenne ich. da hängt man dann ne weile in einer gefühlten endlosschlaufe, bis die erarbeiteten strategien dann doch noch wirken...

    die abneigung gegenüber hilfe, solange man sich selberg helfen kann, verstehe ich gut. ich hätte dieses jahr auch während einiger monate anspruch auf sozialhilfe gehabt, wollte aber nicht erneut diese lawine von erklärungen und offenbarungen lostreten. dieses "bitten müssen" ... – solange es anders geht, mag ich das nicht (mehr). manchmal kostet sich helfen lassen mehr energie als sie einbringt..

    lg anne

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  2. HAllo anne,
    sich helfen lassen kostet manchmal mehr Kraft als sie einbringt.
    GENAU! Danke für diese Erkenntnis :-)
    Und: ich merke, dass es oft falsche Bedürfnisse weckt, wie in der Werbung. Ich brauche es eigentlich gar nicht, aber ich könnte es bekommen.
    Spannend, wie man echt überall was lernen kann.
    Gute Zeit Dir! NAtürlich ohne Trigger!

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