Freitag, 30. November 2012

2013, ein Hund und Deko

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2013:Dieses Jahr stand unter dem Motto: Stimmigkeit. Ich wollte mehr dem folgen, was sich für mich stimmig anfühlte. Es war wunderbar. Ist es immer noch! Was für eine Kraft, was für eine Freude, wenn ich dem folge, was sich für mich richtig anfühlt. Passend dazu kam ja auch wieder meine Gitarre in mein Leben.
Es war das reinste Abenteuer mich endlich auf den Weg zu mir selbst machen zu können und zu dürfen!
Natürlich wird mich das auch weiterhin begleiten, denn zu oft verliere ich mich noch aus den Augen übergehe meine zaghafte innere Stimme, tue und reagiere wie ich denke, dass ich es sollte, aber nicht wie ich wirklich will!
Aber so ab Herbst kristallisierte sich heraus, was nun ansteht: Klar Position beziehen und diese nach außen vertreten! Daher wird es 2013 heißen: 
Gute Mädchen kommen in dem Himmel, böse überallhin.
 Ich will jetzt keine mordende Furie werden, aber auch nicht immer in die Nettigkeits-, Verständnis- und sonstigen Fallen tappen, in die  Frauen zu gern latschen.
Es sind Kleinigkeiten: lächeln, Kopf schief legen, nicken, zu oft JA sagen, zu lieb sein, anderen zu oft aus dem Weg gehen, mit zu dünner und leiser Stimme sprechen...es allen recht machen wollen!
Ich beobachte derzeit meine Umgebung viel genauer: Wie betreten Männer ein Wartezimmer und wie Frauen? Wer macht auf dem Gehweg Platz? Wer hat eine Micky-Mouse-Stimme um den anderen zu beschwichtigen? Usw. Sehr interessant und sehr spannend! Ich möchte damit experimentieren und weiter beobachten. 

Hund: Sooft heißt es, wenn man sich einen Hund anschaffen möchte: "Aber bedenke, mit dem musst du jeden Tag raus! Egal bei welchem Wetter!" 
Kann das bitte auch mal jemand dem Hund sagen? Der beschloss gestern nach sagenhaften 1,5 Minuten, dass es doch zu nass, zu windig und zu kalt sei, um auch nur eine Sekunde länger draußen zu bleiben. Während ich mich schon (natürlich dick eingemummelt) auf das mörderische Sauwetter freute! 
Klar, mein Name ist ja immerhin Programm!

Weihnachten:
Ich hab überhaupt kein Bock zu dekorieren. Die einzigste Deko ist das hier:
Mein Lieblingsglitzermond, meinen mir selbst gegönnten Adventskalender (weil ich mich ja SOOO auf meinen Mini-Weihnachtsurlaub freue!) einen kleinen spirituellen Kalender und na gut die Blümchen halten wohl nicht mehr lang. Die gabs letztens geschenkt. Von der Tafel.
 Und den Engel der Geige spielt in der Kugel. Gabs letztens bei A*ldi. Wechselt ins 7 Leuchtfarben. So was mag ich. Kann ich stundenlang zuschauen...

Noch was: Ob heuer der Nikolaus kommt ist fraglich. Der krachte nämlich grad vom Balkon als ich mit dem Hund vorbei ging. Man sollte halt nicht fensterln!

Donnerstag, 29. November 2012

Aktueller Stand

Meine Therapeutin hat einen Röntgenblick.
Wir klärten ab, dass ich derzeit nur noch alle 2 Wochen kommen mag. Soweit so gut. Doch dann: "Aber es geht Ihnen jetzt nicht sehr schlecht ?!" Es war eine lauernde Frage, als ob sie etwas ahnen und es nur aus mir rauskitzeln wollte.
Und die Tränen kullerte.
Doch auf irgendeiner scheiß Ebene geht es mir total beschissen.
Ich weiß aber nicht warum.
Ich sehe das Loch vor mir, aber auch viel Nebel drumherum. Deswegen bleib ich stehen und weiß nicht recht was ich tun soll. In das Loch will ich nicht blicken. Ich hab gerade nicht genug Vertrauen zu Personen Dir mir da sonst helfen und alleine habe ich Angst davor, was sich mir zeigen könnte.
Es fühlt sich wie eine Tretmine an: Ich weiß nicht wo sie liegt, bei welchem Tritt, bei welchem Thema sie explodiert. Deswegen schleiche ich gerade wie auf Eiern durch mein Leben.

Doch gestern lichtete sich der Nebel etwas. Grund war ein Buch: Geständnis einer Unschuldigen. In der es um eine Geiselnahme geht, in der auch ein 9-jähriges Mädchen mit involviert war und nun wird diese Geschichte nach 10 Jahren wieder hervorgeholt und dieses Mädchen, inzwischen ja eine junge Frau ist die Hauptprotagonistin.
Mir wurde nochmal klar, dass es egal ist, welches Trauma du erlebt hast. In ihren Auswirkungen sind sie alle gleich.
Bei dem Mädchen war es: einmalig und außerfamiliär
bei mir: innerhalb der Familie und über Jahre und doch konnte ich all die Verhaltensweisen, die Gedanken, die Gefühle und sogar den Wechsl vom opfer zum Täter nachvollziehen.
Was mir aber die Schuhe auszog: Ihre Mutter versuchte daraus Profit zu erzielen. Sie wollte mit dieser Sache Gewinn erzielen, wenn auch nicht unbedingt finanziellen, sondern einfach dass ihr Name bekannter wurde, eine gute Publicity für sie als Anwältin, sie wollte als gute Samariterin da stehen für andere Gewaltopfer. Für andere war sie da. Für ihre Tochter nicht.
Zum kotzen.

Und da kam was in mir ins rollen.
Ich hatte ja Mitte September eine erneute massive Verletzung durch meine Mutter erlebt. Daraufhin wurde mir klar, dass ich nun den letzten Schritt gehen muss und zwar: Alle Kontaktdaten zu ändern. Was ich auch tat. Das allein wirbelt schon einiges in mir durcheinander. Weil es nochmal eine Stufe härter ist.
Ich habe immer angekündigt oder kurz erklärt, warum ich den Kontakt abbreche.
So auch dieses Mal. Ich schrieb einen Brief. Ich hab nie geschrieben: Wage es ja nicht dich zu melden ...oder so. Diese Tür ließ ich immer offen.
Doch sie schweigt. Es kam kein: oh das war ein Mißverständnis, das ist wirklich blöd gelaufen, laß uns reden, ich will das wieder gut machen, es tut mir leid....
Das ist es, was so an mir nagt. Mal wieder die zerbröselte Hoffnung.
Mit ihrem schweigen bestätigt sie ihr mieses Verhalten. Dass es wahrscheinlich kein Versehen, sondern mit Absicht passierte. Wäre ich wirklich ihre Lieblingstochter, wie sie es sooft behauptet hat, würde sie sich ins Zeug legen, um eine gute Beziehung herzustellen.

Natürlich verkündet sie nach außen: Meine Tochter will nix mehr mit mir zu tun haben, ich weiß nicht warum, sie ging einfach so ohne was zu sagen...*großes Geheule*  (was man im übrigen von vielen "verlassenen Eltern" hört!).
Natürlich, weil sie ja schlecht sagen können:

"Wissen Sie, ich hab meine Tochter immer für meine Bedürfnisse benutzt, sie mies behandelt, sie gedemütigt, bei mir steht Alkohol an erster Stelle und nicht meine Kinder, ich hab sie nicht geliebt, ich hab sie nur so weit versorgt, dass die Vernachlässigung nicht auffällig wurde, ich habe nie ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst genommen, ich hab sie immer weiter getrieben: sie solle sich nicht so anstellen und dass da ja nix dabei sei, ich hab ihr schon mit jungen Jahren saufen und rauchen und Schule schwänzen erlaubt...was kümmerte mich das, ich hab in ihren Sachen geschnüffelt, um sie besser unter Kontrolle zu halten und noch so einiges mehr und deswegen will meine Tochter keinen Kontakt mehr!!!

Auch wenn es weh tut. Mir ist die Klarheit lieber, als das diffuse nicht-wissen was los ist.
Draußen schneit es und ich werde mir einen schönen Tag machen!

Mittwoch, 28. November 2012

Küssen verboten


Mein erstes Bussi auf die Wange vom anderen Geschlecht, gab es mit 9 Jahren in einem Zirkus. 
Es waren Ferien und wir durften 1 Woche unsere Kunststücke einstudieren, um diese am Wochenende vorzuführen.
Ich war schon immer ein Hundenarr, also entschied ich mich für die dressierten Pudel. Wenn man aber nicht gerade übte oder sich um die Tiere kümmerte, saß man dumm herum. Und der Junge saß auch dumm herum. In meiner Nähe. Und er rückte immer näher und näher, drückte mir dann ein Bussi drauf, ich schubste ihn weg (in dem Alter findet man Jungs scheiße..) er schaute verwirrt, ich floh aus dem Zelt zu den Ponys. Natürlich war ich auch verwirrt. Ich kann mich noch gut an sein Gesicht erinnern und er trug immer schwarze Klamotten. Seltsam. Mitten im August. Was er vorführte weiß ich nicht mehr.

Den ersten Zungenkuss gab es im Lift des Altenheimes. Und auch hier war ich so verdattert, dass ich danach gar nicht merkte, wie die Tür aufging, mein Kußpartner den Lift verließ und sich fast schon wieder die Tür schloß. Erst da wachte ich wieder auf. Es war kein Traum. Auch kein Albtraum. Es war mit meinem ersten richtigen Freund. Kennengelernt im Urlaub. Ich hatte es eigentlich auf seinen Kumpel abgesehen, aber der war schon vergeben. Tja. Im nachhinein, also mit mehr Erfahrung kann ich sagen: Küssen konnte er, sonst war er langweilig und das bekam er auch zu hören, als ich Schluß machte. Nicht sehr feinfühlig. Nunja.

Auch ein erwähnenswerter, weil unvergesslicher Kuß war mit einem Typ aus meiner Abschlußklasse. Sehr groß, sehr hübsch und Halbjaimakaner mit diesen riesigen, vollen Lippen! Wahnsinn. Da versinkt man wirklich drin. Leider war sein Manöver nur dazu gedacht, seine Ex eifersüchtig zu machen. War mir aber wurscht, weil die halbe Schule uns zusah, wie ich mickriges Mauerblümchen mit dem geilsten Typ forever rummachte!
Danach wurde ich erst Klassen- dann Schulsprecherin. Ob das was damit zu tun hatte, weiß ich nicht :-)

Überhaupt: ein Mann kann noch so toll, aufmerksam, witzig, hübsch, sexy sein, wenn er zu naß, zu trocken, zu schnell, zu langsam, zu lasch (…) küsst, wird das nix.

Montag, 26. November 2012

Es sich selbst wert sein.

Es ist soweit.
Ich habe gerade bei einer sehr bekannten Münchner Privatpraxis angerufen, die sich mit Nebennierenschwäche bzw. Nitrostreß auskennt, und einen Termin vereinbart.

Nun hoffe ich, dass ab 10. Dezember meine extrem hohe Streßanfälligkeit, meine sehr starke Erschöpfung, meine dauernde Anspannung und mein allgemeines Unwohlsein endlich ein Ende finden.

Ich bin es mir wert, dass ich für einen Termin 120,-€ zahle.
Ich weiß, dass echte Hilfe viel mehr wert ist.
Meine erste Traumatherapeutin habe ich auch selbst bezahlt.
Und wie viel Geld hab ich früher für Mist ausgegeben? Da tat es mir ja auch nicht leid.
Ich hab tausende von Euros verraucht!

Es ist nicht alles psychisch. Es ist so, dass der Körper durch den jahrelangen Streß einfach ausgelaugt ist. Wie lange hält das Material unter extremsten Bedingungen?
Von wegen: die Angst kann dir nix. Die Angst fegt wie ein Wirbelsturm durch deinen Körper und hinterlässt Verwüstungen.
Aber nicht nur die: All die Bedrohung, die Hilflosigkeit, due Ausweglosigkeit, die Retraumatisierungen, die Einsamkeit...

Jedenfalls hab ich seit gut 2 Jahren diese Münchner Adresse.
Aber heute ist mal wieder so ein Tiefpunkt...so ein schlechter Tag:
Extrem müde, nach jeder Tätigkeit braucht es erst wieder 20 Minuten Erholung auf der Couch, ich schwitze, fühle mich fiebrig, das Thermometer sagt: Alles okay. Ich habe null Appetit, ich fühle mich so schwach, jeder kleinste Schmerz oder Lärm (draußen lud vorhin ein LKW ewig lang riesen Teile ab, natürlich bei laufendem Motor) lässt mein Herz rasen und ganz stark klopfen, ich weine viel.
Jede Kraftanstrengung will wohl überlegt sein: jetzt duschen oder später? Heute abwaschen oder morgen? Wäsche waschen? Überall nur das allernotwendigste machen.

Und trotzdem werde ich heute abend ins Kino gehen.
Weil ich mehr vom Leben haben will, als dieses dahin vegetieren.
Ich bin so jung und in Erwerbsunfähigkeitsrente.
Ich will nicht mehr.
Rettung naht.

Sonntag, 25. November 2012

Besondere Zeit

Besondere Zeit: Morgenspaziergang

Manchmal ist man einfach am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
So heute morgen. Die absolute Sonntagsstille liegt über dem Land. Links von mir ein zauberhafter Sonnenaufgang, vor mir eine taunasse Wiese und rechts die Alpenkette vor der gerade auf einer kleinen Anhöhe drei Rehe entlang springen!
Wie aus dem Bilderbuch!
Ich gehe langsam zu einem sehr alten und somit sehr großen und dicken Baum, begrüße ihn und lasse ihn wissen, dass ich weiß, dass er Winterruhe hält. Ich werde ihn auch nicht stören, ich möchte mich nur kurz anlehnen. Was ich auch tue, um nach wenigen Minuten gestärkter weiter zu gehen. Mir ist, als ob der Baum meine Achtsamkeit geschätzt und mir gerne was mitgegeben hat.


Besondere Zeit: Weihnachten
Hab ich schon gesagt, dass ich mich auf die Feiertage freue? :-)
Auf dem Spaziergang fiel mir ein, dass ich am 21.Juni zur Sommersonnwende in derselben Gegend war, wie ich es zur Wintersonnwende nun auch sein werde! Ein Zeichen?
Auf alle Fälle find ich das toll!
Außerdem hab ich herausgefunden, dass es auf diesem See einen Winterfahrplan für die Schifffahrt gibt! Ich dachte diese würde eingestellt werden. Somit werde ich das erste Mal in meinem Leben im Winter mit dem Schiff fahren. Juhuuuuu!!!

Besondere Zeit: Bei mir sein.
Es gab in letzter Zeit einige ungeklärte und problematische Dinge mit unterschiedlichen Menschen. Das zermürbt unterschwellig. Ich merke das nicht, weil ich es nicht wahrhaben will, weil ich mich nicht drum kümmern will.
Aus Angst.
Ich konnte früher nur mit der totalen Angst vor Vernichtung Dinge ansprechen, die mich störten oder die ich nicht machen wollte, von etwas-für-mich-einfordern will ich gar nicht reden!
Ich weiß aber inzwischen auch, dass es mir nach der Klärung einfach besser geht.
Gestern packte ich es also an:
Hier sagte ich "NEIN", da sagte ich "Ich kann dir helfen, aber nicht soviel wie du forderst" und dort ein "du wie siehts aus, da ist noch was ungeklärt..."
Ein wenig aufgeregt war ich schon, aber lange nicht so, wie früher.
Ich blieb sachlich!
Ich konnte die Person von der Sache trennen.
Wenn ich nicht Friede-Freude-Eierkuchen mitspiele, heißt das noch lange nicht, dass unsere Beziehung gefährdet ist und es heißt auch nicht, dass ich daran sterben werde.

Dinge klären macht Spaß!

Freitag, 23. November 2012

Abend der Erkenntnis

Frage: Wie schminkt man sich asiatisch anmutende Augen?
Antwort: Gar nicht. Man lege sich abends heulend ins Bett, wälze sich stundenlang hin und her, schlafe nur 3,5 Std. aber natürlich nicht am Stück, dafür angereichert mit vielen Albträumen.
Voila! Fertig ist der neue Look.

Eigentlich sollte es gestern ein schöner Abend werden. Ich hatte 2 Plätze gewonnen (ja da hab ich grad Glück!) für einen Vortrag inkl. kulinarischer Verköstigung. Den best friend wollte ich mitnehmen.
Doch körperliche uns seelische Schmerzen hoch drei zwangen mich zu oben beschriebenen Szenario.
Das gute an Freunden ist ja: Sie kennen dich gut genug. In meinem Fall hieß das: ich bin extrem zuverlässig und pünktlich. Wenn ich also realtiv kurzfristig ein Date absage, dann brennt es wirklich.
Deswegen konnte ich das mit weniger, viel weniger schlechtem Gewissen als sonst, absagen.
Außerdem ist mir inzwischen meine Gesundheit (oder das was davon gerade übrig ist) wichtiger, als bloß nicht andere zu enttäuschen.

Also ab in ins Bett. Mit Wärmeflasche und meiner Lieblingsradiosendung um 19h im Radio Bayern 3. Persönliche Geschichten von besonderen Menschen. Ich wußte nicht, wer interviewt werden sollte. Ich ließ mich überraschen. Und wurde dies positiv:
Tessa Korber - Mutter eines autistischen Kindes.
Wer es auch hören möchte:
http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern3/mp3-download-podcast-mensch-otto.shtml#
vom 22.11.2012

Seit Tagen dröhnt mein Ohr. Das ist nicht der helle Ton vom Tinitus, sondern eher das tiefe Brummen. Streßpegel im roten Bereich heißt das!
Aber ich wußte ja  gar nicht, WAS mich derzeit so aufgewühlt sein ließ. Ja hier und da mal ne Vermutung. Dann ist es teilweise wieder besser, dann wird's wieder schlimmer. ich tappte im Dunkeln.
Bis heute nacht.

Da wurde mir klar, dass ich derzeit von zwei "Vampiren", also wie es Frau Hirigoyen in ihrem Buch Masken der Niedertracht nennt: Von zwei narzisstisch Perversen umgeben bin.
Und das triggert natürlich enorm!
Ich hatte bei Kontakten schon immer wieder meine inneren Alarmleuchten gesehen, aber das wie sooft weg geschoben. Oder nach Tagen nicht mehr ernst genommen und bin wieder in die Falle getappt.

Also hab ich gegen 2:15h das Buch heraus gekramt und nochmal den Abschnitt der narzisstisch Perversen gelesen. Und genickt und genickt und all das wieder gefunden (von mir kurz zusammengefasst):

Vom Spiel der Verführung mit Komplimenten und einer zuckersüßen Freundlichkeit, die so schnell, wenn man das was der andere haben möchte (meist Zuwendung) nicht mehr gibt, in blankem Hass und purer Bosheit umschlagen kann.
In all dem ständigen kritisieren und immer sind die anderen schuld.
Mit absolut keiner Achtung vor dem Anderen und null Einfühlungsvermögen (die Gefühle die man sieht, sind alle nur gespielt, ein Narzißt empfindet die nicht, da ist nur Leere).
Dieses nicht allein sein können.
Der langsame Test: wie weit kann ich gehen, was lässt die alles mit sich machen, bis sie sich wehrt?
Das soziale Schlachtfeld um sich (die meisten Mitmenschen flüchten schnell, überall gibt es nur lästern und schimpfen...wer ist schon gern bei solch einem Mensch?)
Und bei den Opfern: das sich ausgelaugt fühlen, die Verwirrung nach einem Treffen. Und sei es nur ein Telefonat.

Jetzt bin ich mir sicher, was ich vorher immer wieder über Bord warf:
Abstand, ganz großen Abstand zu diesen beiden Personen!
Es fühlt sich richtig und stimmig in mir an, wo vorher immer Zweifel waren: Vielleicht seh ich das ja falsche, die meinte das nicht so, die ist halt so, jetzt biste aber schon paranoid...usw.
Nein, ich traue meiner Wahrnehmung!
Auch mein derzeitiger Rückzug macht nun mit dieser neuen Sicht wieder absolut Sinn.
Das ist ein großer Trigger, wenn man dasselbe krankhafte manipulative Spiel, ja diese seelische Gewalt erneut erlebt, mit der man aufgewachsen ist.

Was posstraumatische Belastungsstörung noch ist:
Wenn das Leben dir eine Kiste vor die Nase hält und du sie nicht sehen willst, du verrenkst dir dermaßen den Kopf, um bloß nicht diese Kiste wahrnehmen zu müssen, du tust alles dafür.
Doch das Leben hält dir stur und ausdauernd die Kiste hin.
Bis es sich denkt: "Ok, wer nicht sehen will, muss fühlen" und lässt die große, schwere Kiste direkt auf deine Füße fallen!
Du schreist AU! und im selben Moment weißt du: Die Zehen sind jetzt so blau und dick und schmerzhaft, dass an gehen gar nicht zu denken ist und setzt dich vor die Kiste.
Öffnest den Deckel und kramst all die alten Geschichten die sich darin befinden heraus. Sie wollen angesehen und beachtet werden.

Schon wieder.
Zum wievielten Male?



Donnerstag, 22. November 2012

Telefonate

Statt am Pc hing ich gestern dafür mal wieder ein wenig am Telefon.
Ich hab da oft so eine Hemmschwelle jemanden anzurufen. Gestern nicht. Und es war, wie sooft, wenn man sich mal überwunden hat, sehr schön :-)

Just im Gespräch mit einer Hanseatin fiel mir das urbayrische Wort *daloabed* ein.
Wie es mir denn ginge, wollte die gute Frau wissen.
"Ach du...mich hat's mal wieder total daloabed."
Ich hörte regelrecht die Fragezeichen aus dem Hörer purzeln.
Gemeint ist: Mich hat's mal wieder total zerbröselt.

Im nächsten Telefonat konnte ich meinem bayrischen Slang fröhlich frönen. Diese gute Frau wohnt seit über 50 Jahren in ein und demselben kleinen Dorf. Und das hört man.
Ich mag das ja, weil ich fast nur bayrisch rede, wenn mein Gegenüber das auch tut.
(Liebe Sachsen, wie wärs wenn ihr das auch mal tut...also nur sächseln, wenn Euer Gegenüber das auch tut ?!?!)
Jedenfalls meinte sie: "Und im Dezember werd ich Oma!"
Ich herrlich unüberlegt: "DIESEN Dezember?"

Nunja, man möge es mir nachsehen, immerhin bin ich noch teilweise daloabed...

PS: Ich hab die unselige Kontrollwörtereingabe bei den Kommentaren abgeschaltet. Ich glaub, so wirklich sinnvoll ist die eh nicht.

Dienstag, 20. November 2012

Gewinnauszahlung

Einmal im Jahr spiel ich Lotto.
Sonst war's immer das alte 6 aus 49.
Fand ich schon immer unsympathisch.
Nun ein anderes Glücksspiel ausprobiert, das mir schon mehr zusagte.
Und prompt gewonnen.
10 €uro sind 10 €uro!

Nach der Vorfreude ist vor dem Ehrenamt. 
Da waberte folgender Satz in mein Ohr:
"Ich hab zu meinem Mann schon gesagt: heut kommt wieder das Mädchen!"
Gemeint war ich.
Muss ich mir das echt noch anhören?
Mit 32 uralten Jahren?
Andererseits, hab ich mich eben gut gehalten :-)

So und morgen bleib ich im Bett.
Abgrundtief erschöpft.
Und so müde.
Und die Welt kommt bestimmt bestens ohne mich klar.

*schnarch*

Montag, 19. November 2012

So still und leise

ist es draußen und in mir.
Ich schweige und genieße.
Introvertiert und glücklich und dazu stehend!
Diese Woche einige Termine ausgemistet.
Brauche weiter das Alleinsein, die Stille und die Langsamkeit.

Dafür kann hier gelesen werden:

http://kolumnen.de/kolumnen/dietrich/dietrich-091110.html

Samstag, 17. November 2012

Hab Sonne im Herzen...

ob's stürmt oder schneit.
Ein alter Poesiespruch...fiel mir gerade so ein, weil mir die Sonne aus dem HERZEN (natürlich!) scheint und draußen die dicke Nebelsuppe ihr Dasein fristet.

Es gibt Zeiten, da kann ich wegen jedem Windhauch weinen. Eine traurige Nachricht im Radio, eine beklemmende Situation und schon kullerts.
Jetzt hab ich das wieder. Nur das ich nicht weinen sondern lachen muss! Ich grinse was das Zeug hält!
Letztens erst in der S-Bahn. Ich lese ein Buch. Allein dass da steht, das einer lacht, lässt meine Mundwinkel schon nach oben wandern. Als dann da aber  auch noch ein Witz stand, war es vorbei. Ich gluckste und kicherte und hatte über 4 S-Bahnstationen ein fettes U im Gesicht.
Herrlich fand ich das! Ganz wunderbar! Ich inmitten von Menschen, eingeschlossen in der Bahn find alles mögliche zum schreien komisch!
Was für ein Fortschritt!

Liegt vielleicht auch daran, dass ich jetzt Drogen nehme.
Achja, muss ja auch mal sein...oder?
Ne Schmarrn.
Ich hab wegen meiner Cortisolproblematik ja viel im Netz recherchiert und kam da auf ein pflanzliches Stärkungsmittel das in Indien schon lange bekannt ist.
Gut, hab ich bestellt. Und schlucke jetzt brav Pillen.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich die letzten 2 Wochen so miserabel wenig geschlafen habe und trotzdem den ganzen Tag hellwach und aktiv war. Jaaaaaa, das hatte ich mir ja gewünscht, nachdem ich seit Jahren nach 500m Fußmarsch schon wieder flach liege. Aber das andere Extrem ist ja auch nicht das Wahre.
Also werd ich das Wunderzeug nicht mehr jeden Tag nehmen, sondern nur noch alle 2 Tage. Ist ja dann auch günstiger vom Preis.
Wenn sich das einpendelt und so bleibt: Freß ich nen Besen! aus Marzipan

Überlegnung des Tages: Streich ich die Wohnung oder such ich mir ne neue?
(klingt jetzt nach: Der Aschenbecher im Auto ist voll, ich kauf mir gleich ein neues.)
Denn ich weiß nicht, ob das bei dieser verwinkelten Bude und einer teilweise bis zu 4m hohen Decke Spaß macht. Beim Auszug muss ich nix renovieren, ist so abgemacht.

Freitag, 16. November 2012

Gut!

- Das hab ich ja mal wieder richtig gespürt, dass Therapie derzeit nix ist: Gestern wär ich da eh nicht gelandet. München war dunkel. Stromausfall. Da fährt auch keine Bahn mehr.

- Planungen für 2013 laufen auf Hochtouren. So schön dieses Jahr war, es ist jetzt auch irgendwie ausgelutscht...alt...fad...außerdem freu ich mich doch so auf Weihnachten und Sylvester (das werdet Ihr noch mindestens 10x lesen!!)

- ich bin weiter fit und aktiv und gut gelaunt. Solange ich alleine bin.
Ich genieße meine Freiheit so sehr. Die Freiheit mich nicht um andere kümmern zu müssen! 
Vor allem emotional. Und da ich das sehr schnell aus dem Reflex tue, halte ich derzeit mal wieder mehr Abstand zu den Mitmensch. Hiermit meine ich die sichtbaren Menschen vor Ort. Bei den virtuellen Kontakten ist das eh was anderes.
Es ist aber auch eine leichte innere Unruhe die mich stresst, von der ich auch schwer runter komme. Weil 1000 Gedanken, Ideen, Aufgaben, Projekte an mir ziehen und schreien: Hier, hier, Du musst mich auch noch erledigen.
Es macht schon Spaß, aber mehr Ruhe wär auch gut.
Deswegen gab es wieder Wolle: Beim einfachen stricken werd ich meist ruhiger.
Aber lieber all das, als depressives vor sich hinsumpfen!
Beruhigen kann ich mich zur Not medikamentös, aber aus der Depri raus, das schaffte noch keine Tablette.

- ich merke auch, dass sich meine Hängematte ausgehängt hat. Also für mich. Ich mag sie nicht mehr. So toll wie ich dachte finde ich das gar nicht. Und 5 Jahre im Sommer rumhängen reicht ja auch. Ich werde nächstes Jahr meinen Balkon umgestalten, mit einer schönen, normalen, spießigen Liege :-)

Kommt gut ins Wochenende!!!!!

Donnerstag, 15. November 2012

Tierische Mitmenschen


Tier No.1: Letztens eine e-mail von einem Ex-freund erhalten:
"Hi, na wie geht’s? Hab heute nacht von dir geträumt..wie ich dich im Doggy-Style nehme und zum krönenden Abschluss in dein Gesicht abspri...!!!"
Meine Antwort:
 "Lass mich raten: ich hab gebellt?"
Daraufhin schwieg er erst mal 3 Tage. Er hatte sich wohl eher so eine Antwort gewünscht: 
"Ui super, laß uns das live nachmachen!"
Tja, Pech gehabt.

Tier No.2:
Dann fiel mir noch ein Vergleich ein: Meine Familie und ich. Ich bin ein zartes Blümchen und meine Ursprungsfamilie rankt sich als Dornenhecke um mich, nimmt mir Platz und Licht um zu wachsen, und wenn ich doch mal ausbüchse gibt’s was mit den Dornen. 
Dann fiel mir aber ein noch passender Vergleich ein:
Ich bin der Grasstängel und meine Familienmitglieder Schafe. Und immer wenn ich ein wenig gewachsen bin und saftig und kräftig in meiner Blüte stehe, kommt so ein doofes Schaf und knabbert mich wieder ab. Dann dreht es sich um und scheißt auf mich. 
Wäre es nicht die Wahrheit, könnte ich glatt drüber lachen...

Mittwoch, 14. November 2012

Aufreger

Is ja schon lang nicht mehr vorgekommen...
ich bin getriggert...ziemlich. Weiß auch den Auslöser und neben Wut ist auch wieder die altbekannte Schwester: Hilflosigkeit. Und natürlich deren Bruder: Angst.
Hohe schäumende, rauschende Wellen in mir. Aufruhr. 1000 Gedanken. Fluchtimpulse.

Aber auch Klarheit, weil ich weiß was zu tun ist: Abstand zum Auslöser (einer Person) und Rückzug. Alleine sein, auf ein Buch konzentrieren, mich um mich kümmern, bei mir bleiben, schlafen, auf der Couch einigeln und genüßlich dem wabernden Nebel vor dem Fenster zuschauen, Kakao trinken, Krapfen essen.
Einzig um den Hund werd ich mich kümmern. Is klar.
Später großes Abendessen. Spätzle, Fleischbällchen und selbst gemachtes Rotkraut (in Bayern heißt das ja Blaukraut).
Gut zu mir sein. Mir all das erlauben. Sicherheit herstellen. Therapie für morgen abgesagt, auch dort fühle ich mich derzeit wenig wohl und angenommen. Dafür werd ich eine große Radlrunde drehn.
All das hilft mir den Streßpegel wieder zu senken.

Vor 3 Jahren stand ich diesem inneren Tumult völlig hilflos entgegen.
Zum Glück hat sich das geändert.
Fühlt sich, trotz allem, gut an!

Friedhof der Kuscheltiere...manche werden den Film kenne. Aber mir geht es um den Titel: Schluß mit dem Kuschelkurs, nur um es allen anderen Recht zu machen.

Außerdem:

Ich kann bei der Tafel immer öfter einfach nur den Kopf schütteln. Mitbekommen, wie einer Ausländerin sichtlich ein Deutschkurs aufgezwängt wurde. Die wollte gar nicht. Die Leiterin forderte und drängte, bis diese halbherzig nickte (wahrscheinlich um endlich in Ruhe gelassen zu werden). Selbstverständlich werden die Kosten von der Tafel übernommen. Diese Kasse dient eigentlich dazu, um in wirklichen Notlagen helfen zu können z.B. bei einer alleinerziehenden Mutter, die Winterstiefel für ihre Kids braucht. Oder jemanden der von sich aus (!) fragt, ob mal die eine Fahrkarte zum Arzt bezahlt wird, weil es diesen Monat gar so eng ist.

Nicht reinsteigern...meinen Teil holen, durchatmen und ab nach Hause. Ich will da gar nicht mitkämpfen, sicherlich würde ich auch mehr bekommen an Möbel, Kleidung, finanziellen Mitteln...aber ich bin nicht für solche Kämpfe geschaffen, solange es noch irgendwie anders geht.
Und ich möchte da auch so unabhängig wie möglich bleiben, um auch schneller wieder auf eigenen Füßen stehen zu können.

Dienstag, 13. November 2012

Nur einen Tag mal

ein Mann sein. Das wär's doch...

Rätsel: Wo war ich gestern:
Frauen mit Kurzhaarfrisuren knutschen Frauen mit Kurzhaarfrisuren (nicht das mir das unangenehm wäre, immerhin war über 1 Jahr lang ein Homoclub meine Stammdisco, aber es irritiert immer wieder auf den ersten Blick und auf den zweiten Blick muss frau sich zusammenreißen nicht ständig hinzustarren, weil man es so selten sieht <--- bin="bin" br="br" der="der" einzige="einzige" grund="grund" hetero...naja="hetero...naja" ja="ja" meistens.="meistens."> Genau, ich war gestern auf dem Frauenfilmfest in München http://www.bimovie.de/
In einem sehr drolligen, uralten Kino mit Bretterboden und nur notdürftig gepolsterten Sitzen und in dem man nach dem kurzen Werbespot persönlich von den Kinoinhabern mit der Frage "Ist Euch auch warm genug?" begrüßt wird.
Es lief der Film Man for a day.

Ein Dokumentarfilm über einen Workshop für Frauen, in denen diese mit männlicher Identität experimentieren können.

Welcher Mann will ich sein? Welche Geschichte hat er? Welches Leben? Wie groß soll der Penis sein? Welche Bartform? Und das spannendste: Welche Verhaltensweisen lege ich mir zu? Mich auch mal breit in der Bahn hinfläzen? Geräuschvoll die Nase hochziehen? Und wie fühlt es sich an, wenn frau als Mann verkleidet sich von einer halbnackten Tänzerin anflirten lässt?

Welche Seiten meines Frau-Seins muss ich ablegen, um als Mann ernst genommen zu werden? Bei den Themen: Nicht ständig lächeln und mit dem Kopf nicken, am Ende des Satzes mit der Stimme runter und nicht nach oben gehen, nicht dauern entschuldigen, fester Handschlag...gab es in den Sitzreihen vom verhaltenen kichern bis zum lauten losprusten,  alles.

 Großer Seufzer durch alle Reihen bei:


 "Als Mann musst du nicht ständig drauf achten, ob der Rock und das Make-up richtig sitz, ob ich mich jetzt damenlike benommen habe oder ob der Nachbarin meine neue Deko gefällt, kein Wunder wenn Männer erfolgreicher sind, die haben ja auch mehr Energie dafür übrig!" 

 Der Wiedererkennungswert war auf alle Fälle sehr hoch.
Ich finde das Thema sehr spannend. Immer wieder stelle ich mich dem Thema: Was heißt Frau-sein für mich? Folge ich den Konditionierungen blind? Entscheide ich bewußt? Tue ich es um meinetwillen oder was will ich damit erreichen?

Lange konnte ich mit Frauen nix anfangen (hat sich inzwischen etwas geändert).
Das Getue und Gepiepse wenn ein Fingernagel abgebrochen ist (warum klebt ihr Euch dann so einen teuren Scheiß drauf?), das leidenschaftlichen shoppen (mehr Leiden als sonstwas), ich hab nicht mal bei Titanic geweint. Mein Geldbeutel war immer in der rechten Hosentasche und rückwärts einparken ist für mich ein Kinderspiel (ja gut...rückwärts wieder ausparken weniger, das durfte das Auto meiner Chefin-währen diese persönlich daneben stand-schon erfahren).
In all dieser Abneigung gegen das menstruierende Volk, kam ich auf eine Schule mit 400 Weibern und 2 Männern. Und die waren schwul.
Tja hätt ich eben Automechanikerin und nicht Kindergärtnerin gelernt.

Gestern fühlte ich mich auf diesem etwas anderen Mädlsabend super wohl. Wie es wohl dem einzigen Mann in der 3.Reihe erging?

Sonntag, 11. November 2012

Und...

Ich stolperte letztens bei Ilana http://alles-nur-psychisch.com/2012/11/08/verschobene-welten/ über Ihren Beitrag zum Thema körperliche Krankheiten und wie darüber manche endlos jammern und klagen.
Ich hab's schon ein paar mal erwähnt: In Sachen körperlicher Krankheit bin ich auch eine Jammertante. Ich leide da. Sehr. Und ja, jeder der mir gestern übern Weg lief, musste sich das hören, wie bescheiden es mir derzeit körperlich geht.
Schon als Kind lief ich stundenlang mit erhobenen Finger herum, nachdem mich ein Arzt dort gepiekst hatte. Ich seh das zum Teil inzwischen auch mit viel mehr Humor.
Und ich bewundere Menschen mit chronischen Schmerzen! Lieber Dauerdepressionen, als das. Ne ist eigentlich beides scheiße.
Und dann seh ich diesen tanzenden Mann:

 http://youtu.be/_Yk5YPBOTYE

und bin wieder ein wenig stiller.

Und warum bitteschön, schafft es, ein doch recht armes, Indien in einer einzigen (!) Schulküche 180.000 kostenlose Mittagessen an Schüler zu verteilen und Deutschland nicht? Leider gibt es das Video von ARTE dazu nicht mehr.

Und warum regen sich so viele über das Betreuungsgeld auf ? Erst wurde gemeckert, weil die Frau keine Entlohnung für Küche und Kinder bekam und jetzt ist es auch nicht recht. Gut, die 100€ erinnern eher an ein dahingerotztes Taschengeld, aber besser wie nix.
Ich finde Kinderkrippen, also Einrichtungen für die ganz Kleinen bis 3 Jahre, eh ein Desaster für das seelische Heil der Winzlinge. Klar weiß ich auch, dass es meistens nicht anders geht, weil eben Oma, Opa, Tanten nicht mehr nebenan wohnen.

Und noch was zu schauen. Erinnert mich an meine kläglich gescheiterten Rauchstopps der letzten Jahre:


Samstag, 10. November 2012

STOP!

Selbstbehauptung ist ein Muskel, der ständig trainiert werden muss.
Meine (nicht ganz so neue) Erkenntnis des Tages.
Da muss ich mich mal wieder ordentlich dahinter klemmen bezüglich Abgrenzung.

In der Tagesklinik gab es die Stunde *soziale Kompetenz*, in der man solche Dinge spielerisch ausprobieren konnte. Ich flüchtete aus dem Raum. Jedesmal.
Pure Panik wenn ich nur Grenzüberschreitungen bei anderen beobachtete. Völlige Erstarrung, innerlich und äußerlich.
Sich wehren? Widerworte geben? Einen schärferen Ton zulegen? Absolut verboten!

Langsam könnte ich mir das vorstellen. In einer Gruppe Selbstbehauptung/Selbstverteidigung üben und ausprobieren. Doch die Angst ist noch zu groß. Zu schnell hänge ich noch in der Erstarrung fest und würde auch alte Situationen aufwühlen.

Was mir hilft: Alte Grenzverletzungen (eher die kleineren) mir nochmal kurz vorstellen und dann ganz plastisch ausmalen, wie ich mich hätte wehren können, was ich sage, wie meine Körperhaltung ist, welch Power und Ernst ich dabei spüre ! Noch besser ist es, mir das aufzuschreiben.
Zum einen fallen mir so beim nächsten Mal schnellere Worte, Möglichkeiten ein UND die alten Verletzungen fühlen sich geheilter an, wenn ich nochmal dran denke.
Vorstellungskraft ist eben auch Zauberkraft (Zitat L. Reddemann)

Donnerstag, 8. November 2012

Innere Sicherheit

Es ist mal wieder soweit: Heller Aufruhr in mir, Schmerzen, Fieber, Übelkeit. Das komplette Programm.
Auch wenn es letzte Woche schöne Dinge gab, es war Aufregung die mein Körper einfach nicht verkraftet. Also wurscht, ob positive oder negative Aufregung.

Therapie tat gut. Ich kann mit der so gut alles sortieren und irgendwie doch wieder zusammen fügen. Sie wirft andere Blicke auf Situationen. Sie stellt sich damit nicht auf die Seite der Gegner, sondern will mir vermitteln, dass es auch anders ist.
Sprich: Wenn Menschen sich in meiner Nähe sehr wohl fühlen und das auch zeigen, ist das per se nicht bedrohlich. Die Grenzüberschreitung ist für die kindliche Seite bedrohlich.
Ist ja auch toll, wenn sich Menschen in meiner Nähe wohl fühlen (ist mir zwar ein Rätsel, weil es umgekehrt bei den wenigsten Erdbewohnern so ist...),
wer will schon einen Gast der nur mit einer halben Arschbacke aufm Stuhl sitzt, den Kaffe hinunterstürzt und noch mit dem letzten Kuchenbrocken in der Backe wieder zur Wohnungstür stürzt?!?!
ICH!!!!!

Also gut. Helle Aufruhr in mir, Panik, Unsicherheit, ständig unter Adrenalin, der Puls rast, alles tut weh, Appetit? Keiner! extrem müde, Schmerzen...ausgelöst durch Bedrohungen  allerlei Art in den letzten 2 Wochen. (die ich teilweise mal wieder nicht sehen wollte).

Da muss wieder Ruhe her. Ich weiß nicht die wievielte Nacht es ist, in der ich erst gegen halb 4h morgens leicht einnicke, wild träume und völlig ko um 5 Uhr aufstehe.
Die erwachsene Seite in mir ist gefragt. Eigentlich hab ich da schon Übung drin, mich an solchen Tagen gut zu be-eltern. Nicht so heute.
Da muss schon die Innenministerin her, um wieder für (gefühlte) Sicherheit zu sorgen.

http://traumareport.wordpress.com/2011/12/12/ein-leben-fur-ein-wahres-lachen/#more-78

Dienstag, 6. November 2012

Stimmung


Im Atelierprojekt war Tag der offenen Tür. Inklusive blind malen. Mussten wir natürlich mitmachen. Spannend, lustig, toll. Zumal nebenbei Gedichte und Gedanken vorgelesen wurden. Und wieder stolperte mir das Buch der Unruhe über den Weg. Wird Zeit, dass ich es mal lese.
Danach spazieren. Und in der riesigen Münchner Frauenkirche gelandet. Im Abendgottesdienst. Mit Kirchenchor. Gänsehaut pur!
Weiter in den Park. 18 Uhr. Stockdunkel. Wie die Penner sitzen wir auf der Parkbank und gönnen uns ein Schnäpschen. Beziehungsweise zaubert den best friend aus den Tiefen seiner Tasche hervor, inkl. Schnapsgläser. Gelungene Überraschung. Auch wenn das mit meinen neu erwachten Geschmacksnerven fast nicht zu er-trinken war.
Mittendrin kleiner Geschenketausch.
Weiter spazieren und erzählen und lachen und foppen.
Ein kleines Lied, ein kleiner Tanz und ein leckeres gemeinsames Abendessen. Was will man mehr...

Und sonst so?
 Das Amitriptylin abzusetzen ist ziemlich anstrengend. Ich merkte zwar die letzten Monate, dass es nicht einfach ist, es wegzulassen (extreme Unruhe ließ mich nicht einschlafen und genau deswegen nahm ich es: damit ich schlafen kann! Weil dieses Antidepressiva in kleiner Dosierung ca. 25mg leicht sedierend wirkt und in größerer Dosierung 75mg antidepressiv).
Die letzten Wochen nahm ich eh schon die Hälfte, also ca. krümelige 12 mg. Das verschwindet doch im kleinen Zeh. Denkt man. Ist aber nicht so. Herzrasen, schwitzen, innere Unruhe und das allerblödeste: die heftigen Alpträume. So typische Katastrophenfilme laufen jede Nacht 3-4x vor meinem inneren Auge ab. Wahnsinn.
Was meine Abneigung gegen Antidepressiva verstärkt. Von wegen machen nicht süchtig und Absetzsymptome sind kein Zeichen von Süchtigkeit. Alles Volksverdummung
Ich kann mich leider noch zu gut an die ersten Erfahrungen damit erinnern. Und die gingen über 3 Jahre mit den verschiedensten Psychopharmaka.

Wer heute also auch etwas müde ist, für den hab ich was:
Diese Damen steht mit ihren 82 Jahren immer noch auf der Bühne. Diese Kraft und den Elan wünsch ich mir auch :-)

Sonntag, 4. November 2012

Nicht herzlich willkommen


Ich hab wirklich Probleme, Menschen in meine Wohnung zu lassen. Das ist mein absoluter Schutzraum. Ich kannte bis vor wenigen Jahren das Wort Privatsphäre nur aus dem Wörterbuch. Nach belieben wurde über mich und meine Sachen verfügt. Wie es der andere halt brauchte. Zeigte ich meine Grenzen, wurde ärgerlich oder erstaunt hieß es nur: is was? Hab dich nich so, is ja nix dabei.

Noch mehr hasse ich es, wenn der Besucher den Satz „fühl dich wie zu hause“ zu wörtlich nimmt. Wobei ich das natürlich nie sage, weil mein Besucher hat am Tisch zu sitzen und sich so wenig wie möglich umzusehen oder sich gar zu bewegen! Ja! Is so.

Ich bekam wirklich sehr große Augen, als sich mein Gast vom Tisch erhob, auf die Couch zusteuerte (die so klein ist, dass nur eine Person drauf Platz hat, außer man spielt engumschlungenes Liebespaar, was ich jetzt mit dem Gast nicht vorhatte), sich drauf niederließ und sich gemütlich in meine Decke einkuschelte!

Während ich degradiert und innerlich aus meiner Wohnung geworfen, am Tisch saß und rüber glotzte. Fragt sich echt, wer hier einen an der Waffel hat. ODER? Ich hasse grenzenlose Menschen!

Dieser Gast lief unter "Bekannte". Man hatte sich 4 oder 5 mal gesehen und sich 1 oder 2 mal näher und auch persönlicher unterhalten. Also nix mit inniger Freundschaft oder so....
Und genau wegen solchen Grenzüberschreitungen, gegen die ich mich nicht wehren kann (weil nicht darf, wegen innerem Verbot/Blockade), mag ich die wenigsten Menschen in meiner Privatzone! Eindeutig zu viele Grenzüberschreitungen erlebt.
Selbstverständlich flogen später alle Decken und Kissen in die Waschmaschine, damit der gemütlichste Teil des Wohnzimmers wieder MEINER wird!


Dann noch ein Hinweis:
Ein Leben mit Autismus – Die etwas andere Anthologie“ (ISBN 978-3-941139-47-3) zum Preis von 17,00 € beim Telescope-Verlag.

Die Buchpremiere und Lesung mit Emma Wolff wird am 17.11.2012 um 18Uhr, im Cafe Buch Oase, Germaniastraße 14 in Kassel stattfinden. Der Eintritt ist frei, jedoch Spenden sind erwünscht. 

Und noch was zu gucken (gibt eh zu wenige Bilder hier):
Das kommt dabei raus, wenn man die Kamera auf das Gucklock eines Kaleidoskops hält:


 Das kommt dabei raus, wenn man...ach seht selbst:



 


Samstag, 3. November 2012

Entspannt und gestreßt


Wenn das so weitergeht, kann ich die Beschreibung in meinem Profil bald ändern in: Im eigenen Leben angekommen!

Über 30 Stunden wach, 2 Std. nervöser Schlaf und rein gehts in den nächsten Tag: Wecker, Minifrühstück (sollte ja eigentlich nüchtern bleiben), 1 Std. Bahnfahrt, Blutabnahme beim Doc. Mit der Arzthelferin herrlich rumgeblödelt. 

Wieder draußen, steh ich um 9h morgens in einem menschenleeren München. Alle in den Herbstferien oder im langen Wochenende. Sehr schön.

Nach Jahren gönn ich mir einen Coffe to go und schlender quer durch die Innenstadt zum Friseur. Ich bin entspannt und glücklich und fühle mich einfach nur als normale Frau, die ihren Terminen nachgeht und nicht wie ein zerbröseltes, depressives Nervenwrack. (Und das obwohl ich völlig übermüdet bin!) 

Ich bin viel zu früh dran, aber die Friseuse nimmt mich herzlich in Empfang. Die ersten 10 Minuten ist es eine gefühlte Katastrophe, dann wird es besser. Ich bitte sie sogar nochmal nach zuschneiden, denn die Haare sind immer noch zu lang! Der Laden ist herrlich unperfekt, man sieht, dass selber und ungenau gemalert wurde, eine Dame ist sichtlich magersüchtig und uralt, die andere ziemlich laut und schwäbelt munter drauf los, meine Friseuse kann gerade so das nötigste an Deutsch. Gut, dass ich nur ein einfaches Haarprogramm brauche. Die Männer stehn machohaft an der Kasse und kassieren. 30,-€ waschen, schneiden, föhnen. Ja, deren Stundenlohn kann man sich ausrechnen. Würd ja auch nicht hingehen, wenn ich selbst mehr verdienen würd.

Eine Stunde später steh ich wieder draußen. Immer noch im Morgenlicht, ich fühle mich super, stark und munter, vertrete mir die Füße und gehe ins große Kulturzentrum in dem gerade eine Bilderausstellung steht: Die Fotos sind hinter alten Fenstern und auf alten Türen befestigt. Super Idee!

Ich streife hindurch, setze mich auf eine Bank in der Sonne, atme tief durch, erfreue mich an den neu gepflegten Haaren und mache mich auf dem Heimweg. Dabei rufe ich eine Bekannte an, ob sie morgen zu Kaffe und Kuchen vorbei kommen will. Sie will.

Alles ganz normale, alltägliche Dinge, Und doch für mich erst seit wenigen Wochen wieder machbar, ohne dass ich vorher, währenddessen oder danach in Panik und extremen Streß verfalle. 
4 Jahre war ich von diesem Fluß des Lebens abgeschnitten.
Es geht weiter!

Doch da war noch was: In den letzten Tagen hab ich es nun tatsächlich getan: Meine Telefonnummern geändert und den auserwählten Personen mitgeteilt. Gab lange Gespräche und auch viel zu lachen, aber in mir ist es weiterhin aufgewühlt. Ich träumte, dass jemand wahllos in meinem Garten die Bäume und Palmen abgeschnitten hat. Abgeschnitten von der Herkunftsfamilie. Ein Teil in mir schiebt die totale Panik. 80% des Tages lauf ich mit hohem Puls durch die Gegend.
Und in all dem Tumult (auch des positiven) der letzten Tage,
hab ich doch glatt den Geburtstag eines sehr guten Freundes vergessen!!!
Ich geh mal Kuchen backen...

Freitag, 2. November 2012

Und Weihnachten?

 
Tja was ich Sylvester mach, weiß ich ja nun.
Und Weihnachten?
Also auf das traditionelle Feiern hab ich keinen Bock. Weder auf backen, noch auf dekorieren (zumal der Hund ja öfter da und in dieser Hinsicht recht unsensibel ist, kann ich ja gleich den Hund schmücken).
Gar nix machen, daheim sitzen, Augen zu und durch? Hmmm auch das ist mir zu langweilig. Das war nach meinem Zusammenbruch passend, als ich nur meine Ruhe und nix als meine Ruhe wollte.
Aber jetzt bin ich seit 3,5 Jahren daheim. Ich hatte genug Ruhe. Ich will (und tue es ja auch) wieder mehr ins Leben hinaus.
Jetzt schon wegfahren? Nur 2 Nächte. Ich hätt soooo Lust. Ich kann nicht mehr bis April warten. Endlich mal wieder raus. 
Ohne Angst. 
Ohne zögern. 
Ohne ständige Befürchtungen. Ich könnt ja mal gucken...
Boah Leute...der 3.Treffer wars! Total billig! Eine ganze Wohnung für mich! In der Nähe ein ganz großer See und noch mehr Wald! Mit der Vermieterin telefoniert. Alles abgemacht. Perfekt!
3 Tage Tapetenwechsel! Ich bin glücklich! Weihnachten und Sylvester unter einem Hut! Ich freu mich drauf! Ich gestalte mir mein Leben! Es ist herrlich! Es ist toll! *Konfetti schmeiß*
Ich bin mir sicher: das was kommen soll, kommt auch (hab ja schon öfter mal nur aus Spaß nach Unterkünften/Urlaubsangeboten geguckt, aber da war noch zu viel Angst da).
Wenn man sich selbst auf den Weg macht, spielt das Leben/das Universum mit.
So und ich glaub, nu kauf ich mir auch noch einen Adventskalender, weil ich mich seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, mal wieder so richtig auf Weihnachten freue!
*purzelbaummach*
Ich packe meinen Koffer und nehme  ganz viele Kerzen mit!

Donnerstag, 1. November 2012

Durcheinandergedanken

Fiel gestern der Satz:
"Oder du kommst schon Sylvester her!"
Also, dass ich an Sylvester die Auswahl habe, was ich machen kann, ist mir auch noch nie passiert (dafür paßt es zu diesem Jahr, in dem eh soviel anders als sonst ist).
Aber schön fühlt sich das an :-)
Doch der Hund hat als erster gefragt war schneller.
Die Nachbarin mit ihren 2 Hunden kommt auf ein Stündchen vorbei. Ihre Fellnasen finden die Knallerei toll.
Und ich finds toll, dass ich dann gleich mit einem Hunderudel ins neue Jahr starten darf.
Was für ein Geschenk!

Tja und damit 2013 genauso gut läuft, wie 2012, hab ich nun auch einen neuen Terminkalender. Ich weiß nicht warum, aber dieses kleine Teil  freut mich total. Manchmal bin ich echt schräg...

Meine sehr langen Haare nerven mich inzwischen so sehr (nix hält, überall sind nur noch Haare...)dass ich mich fast schon auf den Friseur morgen freue!!!! Tztztztz....

Und dann bin ich in einem Alter angekommen, in dem man morgens sieht, dass ich abends geheult hab. Supääär!

Auch wenn mich die Tafel oft nervt und stresst. Besonders derzeit, da echt üble Stimmung herrscht, bin ich auch froh drum und kann auch immer wieder das Gute sehen. Gestern z.B. hab ich mich mit einem Mann köstlich amüsiert! Dann gabs sogar rote Rosen (nee nich von ihm) und bei den Dosen stand eine ohne Etikett rum. Keiner wußte was drin war und keiner traute sich die mitzunehmen. Ich nahm sie. Ist doch kein Risiko, wenn es nix is, is es halt nix.
ABER, es waren Ananas :-)
Erfreulich war, dass mich das Getrasche vom letzten Mal gar nicht groß juckte. Es gab keine zwanghaften Gedanken oder Befürchtungen oder gar Ängste die wieder in Richtung Soziale Phobie gehen.
Ein echter Fortschritt, weil genau solche Vorfälle (es wird über mich schlecht geredet, dann auch noch ungerecht, es werden Urteile über mich gefällt, fühle mich ohnmächtig, weil ich nicht weiß wer da rumtratscht)  einen erneuten extremen Rückzug auslösen können.

Wie gesagt, so schnell laß ich mich von meinem Platz nicht mehr vertreiben, dafür steh ich jetzt viel zu sicher auf beiden Beinen
(fast) mitten im Leben ;-)