Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ich& ich

Seit gestern hab ich "Heimaturlaub". 
Keine Termine, keine Therapie, keinen Hund. Bis Montag.
Das tut mir gerade sehr gut. Ich mache das was ich will.
Ein ruhiges aufstehen mit leichter Gymnastik, in Stille einen Tee trinken, in den Tierpark gehen, leckeres Essen kochen, etwas aufräumen, malen, und noch mehr schreiben, mich sortieren, tief atmen, entspannen.

Gestern habe ich die Mailadresse "für Familie" gelöscht. Die hatte ich schon vor 2 Jahren eingerichtet, damit ich nur wenn ich stabil genug bin, da reinschauen kann. Normaler Mailverkehr lief über eine andere Adresse.
Gut jetzt ist diese ganz weg. Ganz nach Plan.

Heute habe ich eine neue Mobilfunknummer beantragt. Dauert ca 5 Tage. 
Wenn ich diese habe, kann ich diese mit der neuen Festnetznr. (die hab ich schon, muss nur einen Stecker umstöpseln) bekannt geben.
Natürlich nicht meiner Familie. Deswegen mach ich ja den ganzen Aufwand.

Die letzten Tage und die kommenden ist wieder große Menschenscheu angesagt. Ich will allein sein, fühlen, was gefühlt werden will. 
Trotz der Ruhe ist auch immer wieder Aufruhr in mir. Kein Wunder bei diesem Schritt. Ich fühle bewußt, die Angst, die Unsicherheit, aber auch die Befreiung!

Es ist auch kein Wunder. Wie soll ich Menschen in meiner Nähe haben mögen, wenn eben diese mir so sehr geschadet haben und dann noch von denen, die einem am nächsten stehen sollten, die eigene Familie.

Das rüttelt gehörig am Weltbild.
Ich kümmer mich um mich. Das gelingt mir gut und es tut gut.
Am liebsten würde ich auch umziehen, sozusagen komplett untertauchen, damit man mich nicht mehr findet. Aber dazu fehlt mir gerade die Kraft.

All das ist leider nicht neu für mich. Mich verfolgte vor Jahren ein Ex. Noch heute bin ich in keinem Telefonbuch zu finden und bei jedem Umzug lass ich den Vermerk in der Gemeinde anbringen, dass meine Adresse nicht bekannt gegeben werden darf.

Nur mit einer Bekannten war ich heute kurz spazieren. Zum Schluß drückte sie mir ein Buch in die Hand:
Alice Miller Dein gerettetes Leben

Wow. Ja so fühlt es sich an.
Ich geh mal lesen...

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