Montag, 22. Oktober 2012

Der Herbst, die Haare und so

Alles hat seine Zeit. 
Wurde mir heute nochmal so bewußt. 
Ich war lange draußen. Erst mit dem Hund, dann alleine mit dem Rad. 
Viele herbstliche Düfte umwehten mich. Vor 1 Jahr hätte ich das nicht ausgehalten. Letzten Herbst war ich noch Raucher und roch fast nix mehr.
Diese Herbstdüfte hätten mich sehr getriggert. Ich hätte nicht gewußt wohin, vor lauter Sehnsicht. Ja Sehnsucht lösen diese Düfte aus. Nach einem ganz besonderen Teil der Kindheit. Den ich so gern wieder hätte.
Heute kann ich damit besser umgehen. Weil ich nicht mehr mit dem kindlichen Teil identifiziert bin. Ich spüre schon auch noch die Sehnsucht, aber sie packt mich nicht mehr so sehr, dass ich handlungsunfähig bin.
Ich lebe mehr im Heute.

Schwimmen war ich heute auch. Weil mir einfiel, dass der Montag dafür immer ideal war. Außer in der Zeit als ich noch in die Gruppe ging. Denn das ging nicht: Mittags schwimmen und abends Gruppe. Selbst mit einem Schlaf dazwischen hätte ich das nervlich, körperlich undwasweißich nicht geschafft. Zu ko. Zu erschöpft.
Jetzt gehe ich in keine Montagsgruppe mehr. Also hab ich wieder einen festen Schwimmtermin. Leider ist es da sehr voll und auch das gönne ich mir wieder mehr: Dem zu folgen, was ich will. Also hab ich eher Schluß gemacht, weil es nicht mehr schön war.

Überhaupt ist mir auch klar geworden, dass ich in der Therapie nur noch Dinge bearbeiten möchte, die MICH stören. Und nicht die Dinge, die ich nicht kann/will/möchte, die aber die anderen erwarten und ich meine, das nun machen zu müssen, mich verändern zu müssen...damit ich funktioniere, den Forderungen der anderen entspreche.
No! Nein! Nada! Niente!

Der Schwimmtermin...ich werde nächsten Montag gegen 14h gehen, in der Hoffnung, dass der erste Schwung schon wieder weg ist. Aber noch etwas anderes wäre dann dran: Der Friseur.
Die Haare sind definitiv zu lang, es dauert ewig bis die trocken sind, das im Herbst/Winter...ungünstig.
Die Spitzen kann ich mir selbst schneiden, das tu ich seit 3 Jahren. Erfolgreich :-)
Aber es müßte ein ordentliches Stück ab und das traue ich mich nicht.
Friseur ist aber anstrengend: Jemand fremdes so nah bei mir, mit scharfem/spitzen Gegenstand, dem ich ausgeliefert bin.
Ich kann nicht einfach mittendrin gehen. Das ist das schlimmste. 
Der andere werkelt an mir rum, was ich nicht genau kontrollieren kann. Ich darf nicht zucken. Ich darf nicht wackeln.
Alles anstrengend. Alles scheiße.
Ne Tavor beim Zahnarzt ist ja noch verständlich...aber beim Friseur?!?!?!

Kommentare:

  1. ^^ Genau mit dem Problem kam einer in unsere Gruppe. Tavor beim Friseur. Fand er so schlimm, dass er schließlich zwei Dinge gemacht hat; also, noch was zum Friseur dazu, was ihm auch unangenehm war. Und dafür fand er dann "eine Tavor" ok. Ich selber denke, wenn man nur ganz, ganz selten Tavor braucht, kann man das machen. Bloß... aufpassen, dass es nicht häufiger Gründe gibt.

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    1. Jepp ich paß da höllisch auf. Ich mach es mir ja grundsätzlich eher schwerer, als leichter.
      Noch was dazu? Ne das ist zuviel...definitiv. Aber jedem seinen Weg ;-)

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  2. Ooooch.... Ich habe mal einen Lachanfall bei meinem Thera und seinem Urlaubsersatz - Thera 2 ausgelöst, als ich von einer Panikattacke beim Friseur erzählte... ;)
    Sie beide hatten sofort das Bild vor Augen, Riesenumhang, Lockenwickler drin, schreiend rausrennen...
    Ein Bild für die Götter... allerdings habe ich es damals geschafft nicht rauszurennen...
    Aber man weiss ja wie es mit dem Kopfkino ist....

    Ich fände eine Tavor auch ok, wie Callisto schon sagt, nur nicht anfangen "oft" Gründe zu finden...

    Wat mut dat mut....

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  3. Ehrlich gesagt, war die Überlegung nicht sooo ganz ernst ;-) Aber als ich Eure Kommentare las, überleg ich schon sehr :)
    Achja das liebe Kopfkino und die Theras brauchen ja auch mal was zu lachen.
    Ich hab vor 9 Jahren bei L'oreal gemodelt und saß vor 200 Zuschauern, während mir live der neuste Schnitt verpaßt wurde. Heute unvorstellbar. So kann sich das ändern...Früher genoß ich diese Pflege und alles darum auch sehr.
    Thats life..oder so.
    Liebe Grüße

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