Samstag, 29. September 2012

Selbstrespekt

Das ist doch ein schönes Wort oder?
Nicht so ausgelutscht, wie Selbstwert und Selbstliebe und Selbstbewußtsein, ach da wäre noch Selbstvertrauen.

Selbstrespekt. Ich respektiere mich selbst. Mit allem was dazu gehört: Gefühle, Fehlern, Gedanken, Einstellungen, Wünschen.
Herrlich! Aufatmen. Entspannen.

Gegenüber meiner Familie hab ich den allerletzten Schritt immer vermieden: Die Änderung meiner Kontaktdaten. Die Hoffnung war zu groß: Was, wenn sie sich doch um mich bemühen wollen? Sich entschuldigen? Mit mir Zeit verbringen wollen? Dann können sie mich nicht erreichen! Dann hab ich mir den Weg selbst verbaut!

Es hat wirklich lange gebraucht, viele Watschn, viele Zurückweisungen, viel Ignoranz, viele scheiß Behandlungen bis auch ich (jetzt!) endlich einsehe und erfühle:
Vergiß es. Das wird nix. Die haben sich nie um dich gekümmert, das werden sie auch in Zukunft nicht. Und selbst wenn, werden sollten sie keine Kosten und Mühen scheuen, um dir das zu zeigen!

Außerdem hatte ich deren Kontaktdaten immer gespeichert, gerade auch im Telefon, um zu sehen, wenn sie anriefen.
Wenn ich neue Telefonnummern habe, kann ich auch diese endlich löschen!
Endlich auch diese Energien loslassen. Endlich sehe ich sie dann nicht mehr.
Andere Daten wie Adresse ect. habe ich auf ein Blatt Papier geschrieben, in ein Briefkuvert gesteckt und fest zugeklebt. Das kommt dann in den Keller.
Da ist die kindliche Angst noch zu groß. Eine kleine Absicherung braucht es da noch und das nehme ich ernst. Stück für Stück. So wie es geht und noch gut tut. Zu nix zwingen! Das habe ich jahrelang getan und nie meine Bedürfnisse und Gefühle geachtet.

Außerdem werde ich mein Adressbuch gründlich ausmisten, da gibt es viele Leute die mir mehrmals zeigten, dass sie an keinem Kontakt interessiert sind und ich ihnen trotzdem weiter hinterher lief. Und ich Naivling dachte, dass derjenige halt grad im Streß ist, die Nummer verloren hatte oder sonstige Ausreden.
Die Wahrheit zu erkennen tat früher zu sehr weh.
Wenn man im kindlichen Anteil hängt, fühlt sich das lebensbedrohlich an, verlassen zu werden.
Heute kann ich das fühlen, klar tut es weh, es ist schade, aber auch befreiend. 

Nein, ich lasse es nicht mehr zu, dass mir so wehgetan wird, dass man mich dauernd wie Scheiße behandelt und völlig übergeht.
Ich habe mir das nun wirklich sehr lange angesehen. Es reicht.

Die Leere die sich nun in meinen Adreßbüchern zeigt, war früher in mir.
Jetzt ist die Leere in mir gefüllt. Unter anderem mit Selbstrespekt.
Ich habe mir heute morgen schon gutes getan. War sehr früh im Wald und ging ganz flott spazieren, später lehnte ich mich an einen Baum und sah in die Weite, bestaunte einen Regenbogen und einen rot-orange-pinken Sonnenaufgang, roch würzige Luft, beobachtete Rehe und war ganz bei mir.
Es war wunderschön!

Jetzt erklingt im Hintergrund Klaviermusik. Endlich. Danach habe ich mich schon so lange gesehnt, aber nie was passendes gefunden.

Ich werde mich heute und in Zukunft gut behandeln. Das bin ich mir wert!

Kommentare:

  1. "Selbstrespekt" - das hast Du wirklich schön geschrieben! Ich kann nur mit dem Kopfnicken und "ja" dabei denken. Gut gemacht :)

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    1. Danke!
      Ich finde, dafür wird es endlich Zeit: Respekt in unser Leben holen ;)
      Liebe Grüße

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  2. Hallo Regenfrau!

    Dieser Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, daß zum Selbstrespekt auch Loslassen/Loslösen gehört!

    Viele Grüße!
    Dagmar Hampel

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  3. Hallo Dagmar,
    ja ,manchmal muss man zu anderen NEIN sagen, um zu sich selbst JA sagen zu könnnen :)
    LG

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