Freitag, 14. September 2012

Irgendwann fing es an,

dass ich mir über jeden *piiiiieep* Gedanken machte.
Also so richtig viele Gedanken.
Ich sage ungern das Wort grübeln, weil es so nach Sorgenfalten klingt, aber eigentlich ist es das richtige Wort.

Ich weiß noch, als ich in G. wohnte lebte ich ein relativ normales Leben, gut der Job war scheiße und pleite war ich auch dauernd, aber ich kannte wenig Sorgen, wenig Ängste.
Ich tat was ich tun wollte. Traf Männer, hatte Beziehungen, bekam Besuch in einer normal unaufgeräumten Wohnung, besuchte andere, lästerte, unternahm viel, schlief auch viel, aß, lachte, lebte.
Gut, ein wenig mehr Gedanken hätte ich mir vielleicht machen können, dann wär mir vielleicht das Auto nicht um Mitternacht am Münchner Hauptbahnhof wegen fehlender Kühlflüssigkeit verreckt (im übrigen keine allzu nette Erfahrung).
Oder ich hätte ein wenig mehr auf mein Geld geachtet..usw.

Und dann fing es an, mit der Depression. Mit dem ständigen Nachdenken über mich, über andere, über das Leben. Es ging stetig bergab.
Die Leichtigkeit war futsch, die Lebenslust, die Unternehmungslust, die Esslust, der Antrieb auch...
Dann kamen die ganzen Selbsthilfebücher und die Flatrate fürs Netz.
Und das Unheil nahm seinen Lauf.

In der Tagesklinik machte ich diesbezüglich eine erhellende Erfahrung:
Wir sollten im Park spazieren und unsere Umgebung beobachten, was wir hörten, sahen, spürten...
DA merkte ich, dass ich eigentlich immer in meinem Gedankengebäude gefangen bin und wie gut es tat mich diesbezüglich abzulenken.
Leider funktioniert das im Moment nicht mehr so richtig.

Aber dafür hab ich ja auch Kopfweh. Vom zuvielen nachdenken.

Vielleicht sollte ich den Blognamen ändern in:
Die Taten einer Müßiggängerin?
Ohje, ich glaub das wird nix.....

Da paßt es ganz gut, dass ich derzeit eh einen Therapiekoller hab.
Die Woche war ich eh zu ko. Nächste Woche hätten wir noch, dann geht die Thera für 2 Wochen in Urlaub.
Ich nehm mir auch nächste Woche frei. I mog ned. So schaut's aus.

Und: Taraataraaaa: Ich bin ein halbes Jahr rauchfrei!
Wie geil ist das denn! Ich freu mich wie Bolle :-)

Kommentare:

  1. Hey Bolle, ich grtuliere, somit ist der schwerste Teil längst hinter Dir:-)
    Aber ich denke Du musst mal weg von Dir , denn zu viel nachdenken(ohne Falten) gibt aber irgendwann Falten, man ist erschöpft und entdeckt immer wieder was neues was man ändern will, woran was liegt ....
    Setz Dir kleine Ziele die Sonne in Dein Herzchen lassen. Freu Dich an Kleinigkeiten und schon wird das Leben schöner.
    Umso mehr negative Gedanken man hat, desto mehr kommen hinzu.
    Sei Dankbar für das was Du erreicht hast , ich finde Du hast ne Menge erreicht, aber gebe dem Negativen nicht zu viel Raum, denn sonst nimmt das Negative den ganzen Raum ein und schwupps gibts fast nix Gutes mehr für Dich.
    Ich hoffe ich habe nicht zu wirr geredet, aber irgendwann kommt man aus dem ganzen Schlamassel nicht mehr raus.
    Glaub mir ich hätte ne Menge auf zu arbeiten.Von Missbräuchen bis dämliche Kindheit...aber was soll ich arbeiten an der Vergangenheit, klar sie holt mich immerwieder ein und ich bleibe auch oft hängen, aber ich versuche Ihr keine Chance zu geben mein Leben zu beeinflussen das ich daran kaum Freude habe.
    Meine Vergangenheit hat mich gemacht wie ich bin und glaub mir es gibt Macken die ich Hasse und wahrscheinlich nur mit einer Therapie weg bekomme, aber es geht dennoch, ich mach das Beste draus ....
    Ich wünsche Dir das Du es schaffst einen lieben Mann kennen zu lernen und auch das er Dir Nähe geben darf, das er da sein darf wenns Dir schlecht geht und Dich aufmuntern darf und Dir das Leben Neu zeigen darf. Ich denke dann wirst Du ganz neu beginnen....ganz neu :-)
    Ich wünsche Dir alles Gute und erstmal nen schönes Wochenende..schau raus, schönes Wetter, die Blätter werden braun und noch wenige Schmetterlinge fliegen zufrieden durch die Gegend...geniesse es ;-)
    Liebe Grüsse

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    1. Hej,
      das ist sehr rührend geschrieben, na mich hats jedenfalls berührt. DANKE! War gar nich wirr, versteh schon.
      Ja, energie folgt der Aufmerksamkeit und ich bin jetzt nicht sooo der Pessimist, aber doch zweifelnd, grübelnd, manchmal zu ernst...

      Ich glaube, jeder muss auch da, seinen Weg finden. Ne Zeit wars gut mich damit auseinanderzusetzen, aufarbeiten usw. aber ich möchte auch da mal ein Ende finden. Oder anders: Weniger Zeit darauf verwenden.

      Ich las letztens von einer Frau, die adoptiert wurde und glücklich damit lebt, weil sie tolle Pflegeeltern hatte.
      Sie könnte sich auch grämen, weil sie ihre echten Eltern "nicht wollten" oder eben nicht konnten...

      Könnt jetzt noch ewig weiterschreiben, aber ich schau mal raus und sehe:
      Regen! :-)
      Dir viel Spaß in der Sonne.
      Liebe Grüße

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