Mittwoch, 26. September 2012

Der Hundemittwoch


Ich hatte ja immer Schiß, dass ich angemault werde, wenn ich den Hund frei laufen lasse.
Ja, es besteht größtenteils Leinenpflicht und ja der Hund ist groß, also hätten die anderen schon mit Recht meckern dürfen.
Doch was passiert?
Mütter zeigen begeistert ihren Kindern den Hund und Jogger, Radfahrer wenn's sein muss, auch mal der Bauer aufm Traktor, amüsieren sich köstlich, wenn ich den Hund zu mir rufe und der erst mal seine fünf Freudenhüpfer in die entgegensetzte Richtung macht!
Während ich blöd dastehe und wahlweise mit Stöckchen, Bällchen oder Leckerchen wedel. Wieso wird eigentlich selbst bei so einer Riesentöle alles verniedlicht?
Und dann ist mir was rausgeplumpst, erst das eine:
"Die tut nix!"
Und dann das andere :
"Normalerweise hört die immer!" knallrot-werd-und-schief-lächel
Fehlt nur noch: "Das hat die noch nie gemacht!"(worauf ich jetzt auch keinen Wert lege).
Außerdem hab ich heute das zweite Mal mehr auf meine Energie und Körpersprache geachtet. Ich bin begeistert! Sehr schwer sogar!
Ich gehe ruhig in die Wohnung, verstaue den Schlüssel, schnappe mir die Leine und hole dann erst den Hund. Schau sie nicht groß an, bin bestimmter in dem was ich will. Das ist ein guter Anfang, diese Ruhe zieht sich dann zu 95% durch den Spaziergang, auch weil ich viel weniger quatsche.
Zwischendurch, wenn ich merke, dass ich hektisch, ängstlich, nervös oder unsicher werde (und scheiße das bin ich leider sehr sehr oft) nehme ich mir die Zeit, bleibe stehen oder gehe langsamer,  atme tief ein oder aus, je nachdem was ich vermehrt tue und sammel mich wieder.
Zusammen gefasst: Innere Energie (oder Zustand) beachten, Körpersprache einsetzen, also den Hund wie einen Hund behandeln.
Ergebnis: Der Hund achtet viel mehr auf mich, zieht kaum mehr an der Leine und ist selbst viel entspannter.
Durch den Hund lerne ich echt viel. Wie gut Grenzen tun, wie oft ich angespannt bin, dass er mir nicht leid tun muss, wenn er ungeduldig wird oder woanders als ich hinwill und wie einfach es sich  im Hier und Jetzt  lebt.

Kommentare:

  1. Ist schon enorm wie sensibel die Tierchen sind, nech?

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  2. Hej Regenfrau

    Das denke ich auch. "Skip" wird mich genau so "erziehen" wie ich ihn.
    Und wenn ich offen bin, kann ich viel ueber mich lernen mit so eine Vierbeiner.

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    1. Dann wünsch ich Dir viel Spaß mit der Fellnase! :-)
      Ich hoffe dazu gibt es dann auch mal einen Eintrag in Deinem Blog!
      Liebe Grüße

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