Montag, 3. September 2012

100 verschiedene Arten

Man sagt, die Eskimos kennen 100 verschiedene Wörter für Schnee.
Je nach seiner Beschaffenheit.
Es gibt auch 100 verschiedene Arten zu weinen.
Langsam klamüser ich meine Arten, zu weinen, auseinander. 
Das hilft mir manchmal, wenn ich  gar nicht weiß, warum ich weine.
Wenn ich nicht weiß, was der Auslöser war. Ist ja mit traumatischen Triggern oft ein Ratespiel.

Ein richtig hysterisches weinen mit lauter Schluchzern hat meist mit zuviel Körpernähe, Berührungen zu tun. Weil ich Hilflosigkeit und Ohnmacht spüre.
Und gestern war da ein fast lautloses weinen, mit einem großen Druck im Kopf, wo die Tränen einfach nur so fließen.
Es hatte was mit der extremen emotionalen Verlassenheit von früher zu tun.
Warum es genau gestern abend auftauchte weiß ich nicht (naja vielleicht hab ich es mit dem Allein-sein-wollen auch ein wenig übertrieben). Vielleicht aber, war auch was im Film oder dass meine längste Freundin aus Kindheitstagen anrief.
Ich sag ja: Ratespiel.

Aber egal warum, Fakt war: Die Wunde blutete wieder. Schmerzhaft.
Also kümmerte ich mich darum (aber nicht so wie früher mit vermehrten Alkohol, Zigaretten oder Kaufrausch, bzw. aggressivem Verhalten mir oder anderen gegenüber).
Interessant war, dass der Kopf wenig präsent war. Keine abwertenden, dramatisierenden, kritisierenden Kommentare.
Ich tat einfach das, was man mit einem verletzten Kind tut (so wie ich es letztens ja geträumt habe):
Ein warmes Fußbad, den Lieblingstee, einen frischen kuscheligen langen Schlafanzug, in eine Decke eingekuschelt, ein ruhiges Lied, sanftes Licht, danach die Füße noch mit Öl massieren, Stöpsel in die Ohren und ab ins Bett.

Ich schlief sehr gut. Bin auch heute morgen noch sehr ruhig, noch ein wenig traurig und körperlich müde. 
Werde jetzt einkaufen und zur Post gehen, um wieder in der Realität und im HEUTE anzukommen.
Danach ist freie Wahl,  was ich gerne tun möchte.
Das sehe ich dann.
Einen Schritt nach dem anderen...

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