Sonntag, 30. September 2012

Mein Sonntagslieblingslied

Gefunden bei Herrn Lehmann. Also dem Film. 
Fand den jetzt nicht soo prickelnd, aber die Musik gefällt mir.
Deswegen hab ich mir den Soundtrack gegönnt. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mir zueltzt Musik gekauft habe...
Jedenfalls ist da ein Lied drauf, das gestern mindestens 3 Stunden in der Wiederholungsschleife lief (und ich nachts mit dem Ohrwurm wach wurde).
Es erklingen gänsehauteske Gitarrensolos, man spürt regelrecht die Verlassenheit einer Westernstadt durch die gerade ein Sandsturm fegt und die Türen nur so klappern läßt, man hört eine teilweise gebrechliche/traurige Stimme die auch gut zu dem düsteren Nebel hier in Bayern passen würde und dann die Geschichte:
Der Bruder des “Ich-Erzählers” wurde mit drei Schüssen in den Rücken getötet. Die Mutter verlangt Rache für ihren Lieblingssohn und der Bruder – der Ich-Erzähler – macht sich auf den Weg, den vermeindlichen Mörder zu finden. Am Ende des Liedes findet und tötet der Bruder den Gesuchten, verrät aber zuvor noch, dass er selbst seinen Bruder ermordete, die Wahrheit nun aber niemals ans Tageslicht komme.

 Tja so ist das mit der buckeligen Verwandtschaft, da kannste schon mal übern Haufen geschossen werden.
Passend dazu:
PS: Habe ein altes Heft von mir gefunden.
In dem steht, dass ich mit meiner Mutter nicht klar komme .
Das Heft ist 22 Jahre alt.
Na sowas.

Jetzt aber genug geschwafelt: Lautsprecher aufdrehen (wobei es auf größeren mit mehr Raum viieeeel besser klint, meine Nachbar erfreuten sich gestern sicher auf daran :-)) 
zurücklehnen, Grasstengel in Mundwinkel, Augen halb zu und genieße:

Samstag, 29. September 2012

Selbstrespekt

Das ist doch ein schönes Wort oder?
Nicht so ausgelutscht, wie Selbstwert und Selbstliebe und Selbstbewußtsein, ach da wäre noch Selbstvertrauen.

Selbstrespekt. Ich respektiere mich selbst. Mit allem was dazu gehört: Gefühle, Fehlern, Gedanken, Einstellungen, Wünschen.
Herrlich! Aufatmen. Entspannen.

Gegenüber meiner Familie hab ich den allerletzten Schritt immer vermieden: Die Änderung meiner Kontaktdaten. Die Hoffnung war zu groß: Was, wenn sie sich doch um mich bemühen wollen? Sich entschuldigen? Mit mir Zeit verbringen wollen? Dann können sie mich nicht erreichen! Dann hab ich mir den Weg selbst verbaut!

Es hat wirklich lange gebraucht, viele Watschn, viele Zurückweisungen, viel Ignoranz, viele scheiß Behandlungen bis auch ich (jetzt!) endlich einsehe und erfühle:
Vergiß es. Das wird nix. Die haben sich nie um dich gekümmert, das werden sie auch in Zukunft nicht. Und selbst wenn, werden sollten sie keine Kosten und Mühen scheuen, um dir das zu zeigen!

Außerdem hatte ich deren Kontaktdaten immer gespeichert, gerade auch im Telefon, um zu sehen, wenn sie anriefen.
Wenn ich neue Telefonnummern habe, kann ich auch diese endlich löschen!
Endlich auch diese Energien loslassen. Endlich sehe ich sie dann nicht mehr.
Andere Daten wie Adresse ect. habe ich auf ein Blatt Papier geschrieben, in ein Briefkuvert gesteckt und fest zugeklebt. Das kommt dann in den Keller.
Da ist die kindliche Angst noch zu groß. Eine kleine Absicherung braucht es da noch und das nehme ich ernst. Stück für Stück. So wie es geht und noch gut tut. Zu nix zwingen! Das habe ich jahrelang getan und nie meine Bedürfnisse und Gefühle geachtet.

Außerdem werde ich mein Adressbuch gründlich ausmisten, da gibt es viele Leute die mir mehrmals zeigten, dass sie an keinem Kontakt interessiert sind und ich ihnen trotzdem weiter hinterher lief. Und ich Naivling dachte, dass derjenige halt grad im Streß ist, die Nummer verloren hatte oder sonstige Ausreden.
Die Wahrheit zu erkennen tat früher zu sehr weh.
Wenn man im kindlichen Anteil hängt, fühlt sich das lebensbedrohlich an, verlassen zu werden.
Heute kann ich das fühlen, klar tut es weh, es ist schade, aber auch befreiend. 

Nein, ich lasse es nicht mehr zu, dass mir so wehgetan wird, dass man mich dauernd wie Scheiße behandelt und völlig übergeht.
Ich habe mir das nun wirklich sehr lange angesehen. Es reicht.

Die Leere die sich nun in meinen Adreßbüchern zeigt, war früher in mir.
Jetzt ist die Leere in mir gefüllt. Unter anderem mit Selbstrespekt.
Ich habe mir heute morgen schon gutes getan. War sehr früh im Wald und ging ganz flott spazieren, später lehnte ich mich an einen Baum und sah in die Weite, bestaunte einen Regenbogen und einen rot-orange-pinken Sonnenaufgang, roch würzige Luft, beobachtete Rehe und war ganz bei mir.
Es war wunderschön!

Jetzt erklingt im Hintergrund Klaviermusik. Endlich. Danach habe ich mich schon so lange gesehnt, aber nie was passendes gefunden.

Ich werde mich heute und in Zukunft gut behandeln. Das bin ich mir wert!

Freitag, 28. September 2012

Schwarze Wolke

Das ständige Bedürfnis im Bett zu liegen.
Das ständige frösteln, obwohl es tagsüber recht warm ist.
Immer wieder Tränen, ohne großen Grund.
Der Gedanke an Zigaretten und ganz viel Alkohol.
Die Interessenlosigkeit.
Die Schwere.
Diese Lustlosigkeit.
Dieses Überforderungsgefühl.

Eigentlich alles bekannt.
Aber ich wollte es nicht sehen.
Bitte, nicht schon wieder.
Deswegen die ständige Ablenkung. Zuviel am Pc. Diese innere Unruhe. Dieses hüpfen von einem zum anderen und nix was beruhigt.
Deswegen wieder das alte Verhaltensmuster: zu viel kaufen.

Was war der Auslöser?
Das Ding mit Muttern? Ne, ich glaube davor war ich auch schon groß in der Verdrängung.
Die lange Therapiepause? Vielleicht.
Eigentlich auch egal.
Sie ist wieder da. Die "depressive Episode".

Und draußen strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel.
Ich könnt kotzen...

Liest du hier:

Depressionen-sind-doch-kein-Grund-traurig-zu-sein

Donnerstag, 27. September 2012

Qual der Wahl


oder: Das Unglück der absoluten Freiheit
oder: Das zweifelhafte Glück der freien Auswahl
oder: Unzufrieden im Schlaraffenland
oder: Unglücklich im Paradies
oder: Zeit der Habsucht. Der Sucht etwas haben zu wollen
oder: Der fade Nachgemack der Freiheit
oder: Ich weiß nicht, was ich wollen soll


Wir haben soviel zur Auswahl: 25 Marmeladensorten, 50 Shampoos, 70 Handyanbieter. Wir können zig Sachen studieren, Kinder bekommen oder nicht, heiraten oder nicht, Kirchgänger sein oder nicht, wir können aus 100 Sportarten wählen und aus 1000 Urlaubsorten den für uns perfekten aussuchen! 
Wir sind ein freies Land! 
Macht uns das glücklich? 
Nein. 
Paradox oder?
Wir müssen selbst entscheiden, wie lange wir vor dem Bildschirm hocken, welche Blogs wir länger lesen wollen, ob wir uns im Singleportal anmelden.
Wir müssen uns entscheiden, ob wir vegetarisch, vegang, oder uns nach der Methode XY ernähren.
Wir sind verantwortlich, was wir aus unserem Leben machen. 
Schwierig bei sovielen Möglichkeiten.
Man fängt das eine an, sieht das der Nachbar was anderes macht, nun will man das auch probieren und so hüpft man von einem Ding zum nächsten. Wird immer ruheloser, sieht all die Möglichkeiten, andere Lebensmodelle, weitere Alternativen. 
Soll ich mir die Haare abschneiden? Vielleicht doch öfter den Rock anziehen? Schminken? Welches Buch lesen? Die Liste der Wünsche (egal von was) wird länger und länger, man hetzt, man kommt nicht mehr hinterher, man hat immer öfter das Gefühl etwas zu verpassen, die anderen haben ein pralles Leben, nur man selbst hat nur...
Für mich wird die Freiheit der Wahl immer quälender. Ich reibe mich selbst auf, weil ich nie weiß, ob ich vielleicht doch mal...oder nicht? 


Ich habe nie das Paradox Freiheit durch Grenzen verstanden. dafür jetzt.
In einem Rahmen zu leben, gibt Sicherheit, gibt Kraft, man muss sich nicht jeden Tag neu entscheiden. Denn all die Gedanken die man sich so macht, kosten Kraft.
Jetzt verstehe ich die Grundidee vom Minimalismus, (ja es darf gelacht werden). Nein, ich FÜHLE ! Minimalismus entspannt! Es ist einfacher sich zwischen 2 Farben zu entscheiden, als zwischen 10. Und man ist mit seiner Entscheidung dann auch zufriedener. Deswegen fällt es mir im Moment leicht, ohne Angst radikal zu entrümpeln. Dafür mit viel Vertrauen, dass das richtige schon bleibt oder wiederkommt, wenn ich es brauche.

Mich selbst disziplinieren lernen. Mir selbst Grenzen setzen.
Irgendwie wurde ein Schalter in mir umgelegt. 
Das ist schön. Ich lache. Ich fühle mich frei.

Ich war als Kind definitiv glücklicher, wie als Jugendliche. Wir hatten damals sehr wenig Geld (dafür war ein Elternteil immer da) es gab viel arme-Leute-essen und Secondhandklamotten. Es gab nützliche Sachen zu Weihnachten und oft staunte ich über die Eisblumen am Fenster. Innen. Dafür gab es viel Gesellschaft und Sinnhaftigkeit und Spiel.
Dann gingen beide Eltern arbeiten, ich war viel alleine, mir war oft langweilig, dafür hatten wir jetzt Geld. Jeder sein Zimmer, genug zu essen, egal was ich auf den Einkaufszettel schrieb, am nächsten Tag lag es auf dem Tisch. Fröhliches Schlaraffenland. Noch dazu gab es sehr wenige Grenzen. Ob ich um 23Uhr heimkam oder die Schule schwänzte interessierte so ziemlich keinen. Und ich war sehr sehr unglücklich.

Es ist aber ein Unterschied, ob ich meine Unzufriedenheit wegkaufe oder aktiv etwas dagegen tue, z.B. zu Freunden gehe, Sport mache oder stricke.
Wir (also ich persönlich nicht) haben ja für mehr Freiheit gekämpft! Frauen dürfen wählen, Frauen dürfen arbeiten, Frauen dürfen Auto fahren, mich schaut keiner schief an, weil ich mit 32 Jahren immer noch keine Kinder hab und das itüpfelchen ist: Frau als Bundeskanzlerin.
Nur, können wir mit mehr Freiheit auf umgehen? Stop! Ich hör sie schon rufen, die Unken: Genau, Frau wieder ab hintern Herd! Also 1. Ich persönlich hab nix gegen den Herd, auch nicht gegen kochen, aber ich steh gerne VOR dem Herd und 2. ich bin heilfroh, dass ich in einer Zeit lebe, in der ich keine Kinder kriegen muss. 
Andererseits kommt dann wieder die Frage: Was dann? (Meine allerliebste Qualfrage, die mir auch gestern fast den Schlaf raubte)
Ich dreh mich im Kreis.
Für heute soll es gut sein.
Ich wollte eigentlich auch nur das Thema anstoßen, so zum nachdenken und so.

Wer weiterlesen mag (ich geh weiter entrümpeln) HIER bitte:
http://alex-rubenbauer.de/minimalismus/879/kann-man-zu-viele-moeglichkeiten-haben/

http://m.fluter.de/de/freiheit/heft/4070/

http://home.arcor.de/alltag_als_chance/grenz4.htm#Grenzen%20%204

Mittwoch, 26. September 2012

Der Hundemittwoch


Ich hatte ja immer Schiß, dass ich angemault werde, wenn ich den Hund frei laufen lasse.
Ja, es besteht größtenteils Leinenpflicht und ja der Hund ist groß, also hätten die anderen schon mit Recht meckern dürfen.
Doch was passiert?
Mütter zeigen begeistert ihren Kindern den Hund und Jogger, Radfahrer wenn's sein muss, auch mal der Bauer aufm Traktor, amüsieren sich köstlich, wenn ich den Hund zu mir rufe und der erst mal seine fünf Freudenhüpfer in die entgegensetzte Richtung macht!
Während ich blöd dastehe und wahlweise mit Stöckchen, Bällchen oder Leckerchen wedel. Wieso wird eigentlich selbst bei so einer Riesentöle alles verniedlicht?
Und dann ist mir was rausgeplumpst, erst das eine:
"Die tut nix!"
Und dann das andere :
"Normalerweise hört die immer!" knallrot-werd-und-schief-lächel
Fehlt nur noch: "Das hat die noch nie gemacht!"(worauf ich jetzt auch keinen Wert lege).
Außerdem hab ich heute das zweite Mal mehr auf meine Energie und Körpersprache geachtet. Ich bin begeistert! Sehr schwer sogar!
Ich gehe ruhig in die Wohnung, verstaue den Schlüssel, schnappe mir die Leine und hole dann erst den Hund. Schau sie nicht groß an, bin bestimmter in dem was ich will. Das ist ein guter Anfang, diese Ruhe zieht sich dann zu 95% durch den Spaziergang, auch weil ich viel weniger quatsche.
Zwischendurch, wenn ich merke, dass ich hektisch, ängstlich, nervös oder unsicher werde (und scheiße das bin ich leider sehr sehr oft) nehme ich mir die Zeit, bleibe stehen oder gehe langsamer,  atme tief ein oder aus, je nachdem was ich vermehrt tue und sammel mich wieder.
Zusammen gefasst: Innere Energie (oder Zustand) beachten, Körpersprache einsetzen, also den Hund wie einen Hund behandeln.
Ergebnis: Der Hund achtet viel mehr auf mich, zieht kaum mehr an der Leine und ist selbst viel entspannter.
Durch den Hund lerne ich echt viel. Wie gut Grenzen tun, wie oft ich angespannt bin, dass er mir nicht leid tun muss, wenn er ungeduldig wird oder woanders als ich hinwill und wie einfach es sich  im Hier und Jetzt  lebt.

Dienstag, 25. September 2012

Die Nacht, der Luxus & ich


Hab mich wieder eingefangen.
Zum Glück. Und schön isses, wenn ich nicht mehr im Dramasumpf und sonstigen Gefühlen hängen bleibe und mich nicht noch mehr reinsteiger.
Allerdings hab ich heut nacht nur 4 Std. geschlafen. Erst konnt ich nicht einschlafen, weil ich eigentlich   noch gar nicht müde war und dann war ich wieder super früh wach und wieder fit.
Auch das ist schön ;)
Dafür war ja auch die Nacht davor etwas daneben:
In der Nacht: Ich wache halb auf und trage meine formbaren Silikonohrenstöpsel zu einer(!) Kugel geformt in meiner rechten Faust, diese an meinem Herzen und darüber liegt noch der linke Arm.
Noch bevor ich nachdenken kann, was das jetzt soll, penn ich auch schon weiter. Morgens liegt die Silikonkugel unten zwischen meinen Füßen. Na da war ich wohl mal wieder sehr aktiv. Kein Wunder, träumte auch irgendwas von der Familie.
Der Presslufthammer von gegenüber bekommt jetzt mal einen Pünktlichkeitspokal: Punkt 7 Uhr legt der los, um 8 Uhr hört er wieder auf. Ich sehe den Bauarbeiter regelrecht vor mir, wie er erst den Countdown zählt 5..4..3...2...1 GO! Und um 8 Uhr breit grinsend auf die Uhr sieht, dann den Presslufthammer abstellt und selbstzufrieden grinst: "So, jetzt müssten wirklich alle wach sein!" (er fängt dann erst wieder gegen 10 Uhr an).
 Tja was soll man da machen.
Aufstehen und duschen zum Beispiel. Ja gerne, wenn es denn warmes Wasser gäbe. Achscheiß drauf, bleibste mal im Schlafanzug.
(bin dann  in die Sportklamotten rein und nach dem Sport war auch das warme Wasser wieder da!)
Herrlich in welchem Luxus wir leben! Warum sind wir dann verhältnismäßig so unzufrieden?
Na?
Die Lösung gibt es morgen, oder demnächst.
(denn morgen soll es nochmal richtig schön werden und Frl. Regenfrau-mit- leichtem-Sonnenstrahl ist derzeit leicht wechselhaft und möchte morgen tatsächlich die Wärme genießen! Mit Hund! Eh klar...)

Montag, 24. September 2012

Das kann man doch nicht machen!

Die Fraktion, die der Meinung ist, dass man doch nicht den Kontakt zu Mama & Papa abrechen darf, braucht ab hier nicht mehr weiter lesen.

HALT! Eins noch! Stimmt, man darf es nicht, manchmal muss man es tun!

Ich dachte, dass ich mit meiner Mutter Anfang des Jahres sowas wie Waffenstillstand geschlossen hätte. Also, dass man sich wie zivilisierte, zwar leicht reservierte, Menschen unterhalten könne. Nicht dass ich darauf Wert lege, aber manchmal muss das eben sein (Anfang des Jahres wegen Behördenscheiß).
Tja, hab ich mal wieder falsch gedacht.

Durch blöde Umstände hatte ich sie also in der Telefonleitung. 
Nein stimmt nicht, ich hörte: *Kein Anschluß unter dieser Nummer.*
Ehrlich gesagt, machte ich mir Sorgen (ich Rindvieh!
es könnte ihr der Strom abgestellt worden sein, sie wurde in ein Heim gebracht, vielleicht ist sie sogar gestorben!!!  
Es ist gang und gäbe, mir nix zu erzählen (dass meine Lieblingsgroßtante tot war, erfuhr ich auch erst 1 Woche NACH der Beerdigung! Nein, ich war da gerade nicht auf dem Mond!).

Also tippte ich ihr eine SMS.
Kurz drauf rief sie zurück.
Ich so total im Spaß-weil es ja wohl nicht schon wieder sein kann, dass man mich übergeht: "Aha, soso, der Tochter braucht man das ja nicht zu sagen!" (mit eindeutigem Ironieunterton!!)
Großes Gestotter: Sie hätte die neue Nummer erst seit kurzem und überhaupt und nein sie hätte schon noch...

Und weil ich grad die Gute-Laune-Hosen anhatte, dachte ich mir so: Schwamm drüber, wechselst mal das Thema.
Wir klärten warum ich sie angerufen hatte und dann wollte ich mich wieder verabschieden, doch ich machte die Rechnung ohne meine Mutter: Sie fing wie immer das heulen an und das ich ja ihre Lieblingstochter sei und doch das absolute Wunschkind war. 
So. 
Finde den Fehler!
Da hab ich sie geblockt (wenn man jemand liebt, behandelt man ihn nicht so scheiße)
Und sagte Tschüß.

Dann wurde das alte Wahrnehmungsverbot aktiviert (unbewußt natürlich).
Du darfst nicht merken und schon gar nicht fühlen, was das wieder für ein Mist war.
Mutti meint es nicht so! Mutti liebt dich! Das war ein Mißverständnis! Sie hätte dir bestimmt noch die neue Telefonnummer gegeben!
So denken Kinder.
Weil die Wahrheit so schmerzhaft wäre, dass man das nicht überleben würde!
Die eigene Mutter! Das kann nicht sein. 
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Simsalabim: Falsch!

So. Und diese Wahrheit sickerte nun tagelang Stück für Stück durch.
Bis heute.
Heute morgen fühlte und sah ich die Wahrheit und all meine Hoffnung und Freude und Zukunftsvorstellungen (es könnte ja doch noch mit meiner Familie mal klappen) flogen mir um die Ohren.
Aber so richtig.
Und weil ich doch nicht fühlen und wahrnehmen darf, kommt Suchtdruck auf. Zigaretten würden schön vernebeln und dicht machen und die Schmerzen erträglicher werden lassen...

Ich schaffe das auch ohne, weil der erwachsene Teil aktiver und stärker ist und weiß, dass Gefühle mich nicht umbringen werden.

Mich sammeln, atmen, gut umsorgen, fühlen, locker lassen...das ganze Programm.

http://www.narzissmus.org/gaslighting.php
Sollte ich meiner Mutter jemals wieder gegenüber treten, hau ich ihr so dermaßen eine rein und säusel dann: "Weißte, ich mach das nur, weil ich dich so lieb hab! Von dir hab ich gelernt, dass man so seine Liebe  zeigt, oder hab ich da wieder mal was falsch verstanden???????"

Sonntag, 23. September 2012

In der Ruhe liegt die Kraft

Gestern war ich auf einer Kunstausstellung! Abends! Ich! 
Daran zeigen sich meine Fortschritte. Dass es mir besser geht.
Und ich wollte noch nicht mal alleine hin. Ich nahm meine Nachbarin mit!
Na sowas :-)
Schön war es. Gut hat es getan.

Die erste Skulptur die ich sah, war ein....na egal(schwer zu beschreiben).
Bei der Beschreibung stand: In der Ruhe liegt die Kraft!
Irre, wie mir das Universum immer wieder die passendsten Zeichen schickt.
Dieser Satz war nämlich mein Motto des gestrigen Tages!

Meine Schwäche ist die Zerstreuung. Mein Geist wuselt wie ein Hundewelpen von einem Thema zum anderen. Meine Aufmerksamkeitsspanne ähnelt die einer Fliege und mein Körper kommt gar nicht mehr zur Ruhe.

Apropo Hund. Zu dem Motto kam ich über Cesar Millan. Ein Hundeflüsterer.
Das mag jetzt gefakt oder zusammengeschnitten sein, egal. Ich schaue ihm gerne bei seiner Arbeit zu. Und ich glaube auch daran. Denn wenn man sich mal einen Rudelführer ansieht, haben diese meist eine ruhige aber doch bestimmte Ausstrahlung. Genau das macht auch Millan. Und es wirkt.

Gut, dachte ich mir: Probierste auch mal. Ich hab zwar keinen Problemhund, aber ein paar unangenehme Eigenarten haben sich schon eingeschlichen.
Was hab ich gemacht?
1. Ihn bei der Begrüßung kaum beachtet (das ist schwierig, weil ich mich immer sooooooo freue, wenn ich ihn sehe, aber dadurch steigere ich auch seine Aufgeregtheit)
2. viel weniger gequatscht, also auch weniger Kommandos
3. innerlich sehr ruhig gewesen. Ich hatte mich davor 20 min. hingelegt und mich bewußt entspannt.(Hunde spüren deine Energie)
4. hauptsächlich auf mich konzentriert und den Hund eher aus den Augenwinkeln beobachtet.

Das Ergebnis: Hammer! Die Leine hing immer durch, kein ziehen mehr! Er paßte viel mehr auf, was ich mache oder wo ich hinwill. Er war selbst viel ruhiger.
Millan meint, den Hund als Hund behandeln (und nicht zu sehr vermenschlichen) und das heißt: Bewegung, Disziplin, Zuwendung.
Es stimmt!

So und weil der PC meine Zerstreuung enorm fördert: Kiste aus!

Euch allen einen schönen, ruhigen, kraftvollen Sonntag!

Samstag, 22. September 2012

Gestern so


Bei der Bank:
Ich muss einen neuen Dauerauftrag einrichten.
Seit Jahr und Tag mach ich das am Schalter. Also stand ich brav an und wartete (klar, dass nach mir keiner mehr kam oder? Na gut ich hab ja Zeit). Kurz drauf: Ein grünspaniger Jüngling (also der neue Azubi)fragt mich nach meinem Anliegen.
 Ich antworte und nun schaltet sich auch die Ausbilderin ein, die neben Jüngling stehtund meint, dass das auch am Gerät draußen gehe.
Für meinen Begriff (und da bin ich sehr tolerant) kam das etwas pampig. Sie lehnte also die Bearbeitung meines Anliegens ab und verwies mich zum Automaten.
Der Jüngling versucht irgendwie die Situation zu retten und meinte, dass er es mir zeigt, wie das geht.
Ich lehne dankend ab, dass kann ich auch allein (ich wußte nur nicht, dass es geht).
Diesmal eine ziemlich erstaunte Antwort: „Sind Sie sicher?“
Das:“ Ich gab meine Überweisungen an dem Automat da draußen schon ein, als Du noch in die Hosen geschissen hast! Da werd ich so nen popeligen Dauerauftrag auch hinkriegen“ hab ich mir dann verkniffen.
Ich habe dann doch ziemlich kopfschüttelnd den Laden verlassen.
Die checken anscheinend nicht, dass sie sich mit diesem Verhalten ihren eigenen Arbeitsplatz wegrationalisieren. Denn das Gerät kann viel. Dann brauch ich den Bankangestellten nicht mehr!

Und dann noch das:
Beim ausmisten gefunden:
Eine ganze Schublade voller Sterne, die mir mal der ein oder andere Prinz aus vergangenen Zeiten vom Himmel geholt hat.
Was mach ich denn jetzt mit den angestaubten, glanzlosen, vermoderten Dingern?

Und das noch: Ich bin jetzt 2 Wochen drumrumgeschlichen! Und das ist für mich sehr lang. Aber gestern musste es sein. Eine Minipackung Lebkuchen, die mit Kocos, die kann man auch bei 20 Grad Sonnenschein essen, weil die gar nicht nach Weihnachten schmecken.

Und überhaupt: Meine supertollewahnsinnsgeile Übergangsjacke kam an! Ach was sag ich, das ist keine Übergangsjacke, das ist ein Wunder! Ich hab ab sofort FÜNF neue Jacken! Soviele Kombinationsmöglichkeiten gibt es nämlich! Ich liebe so eine Vielseitigkeit! Außerdem paßt sie super :)

Und dann noch der andere Blickwinkel:

Und heute: O'zapft is!
Das weltgrößte Volksfest ist eröffnet und wer glaubt, da gehe es doch nur um Bier liegt falsch. Es geht auch um Sex und (bayrischem) Rock'n Roll!!!

Freitag, 21. September 2012

Was mir am Herzen liegt...

Was mir zur Zeit am Herzen liegt, ist ein Buch,
ein ganz besonderes.

Die Vorstellung darüber überlasse ich der Herausgeberin selbst, Emma Wolff:

Hervorheben möchte ich noch, das Ziel des Projekts:

Mit dem Verkauf des Buches „Ein Leben mit Autismus – Die etwas andere Anthologie“ und den erzielten Einnahmen, soll die Arbeit mit autistischen Menschen im Autismus Therapie Institut Kassel unterstützt und gefördert werden.
Gleichzeitig ist es aber auch ein Ziel, unsichtbare Grenzen zu überschreiten, um ein besseres Verstehen möglich zu machen, welches auch mit Blick auf die aktuelle Problematik von Inklusion und Integration behinderter Menschen und somit auch autistischer Menschen sehr wichtig macht.

Donnerstag, 20. September 2012

Innerer Beobachter


Ich fühle immer wieder, wie befreiend es ist, seine Gedanken und Gefühle erstmal nur wahrzunehmen. 
Von außen drauf schauen. Interessiert beobachtend.

Ein kleines Beispiel:
Ein Freund liegt im Krankehaus und bittet mich, ihm etwas bestimmtes vorbei zu bringen.
In meiner Kindtrance (also der kindliche Teil von mir) hat sofort Angst, ja fast schon Panik und will auf gar keinen Fall da hin. Weil das Krankehaus und die Umgebung triggert.
Ich ziehe sofort (ohne weitere Überlegenungen) die Konsequenz daraus:
Ich kann nicht hin.
Ich sage weinend ab. Es tut mir sehr leid, ich zerfleische mich innerlich, weil ich das nicht kann und den armen Kerl so hängen lasse.
Da ist aber noch ein anderer Teil, der dem Freund gerne helfen, für ihn da sein will.
Dann kam oft die brachiale Methode: Ebenso sofortige Konsequenz ohne weiter nachzudenken: Angst ignorieren, stur da durch gehen, zitternd, schwitzend, das irgendwie überstehen, danach völlig fertig und in der totalen Reizüberflutung.
Diese Ver-zwei-flung ist schrecklich. Als gäbge es keinen Ausweg. Eine Zwickmühle. Ich sehe schwarz, beziehungsweise nur diese zwei Möglichkeiten.
Das ist eine ziemlich eingeengte Sicht. Sowohl in der Angst, als auch in der Verzweiflung sehe ich nicht klar, ich bin mit den Gefühlen identifiziert und somit ist auch mein Handlungsspielraum sehr eingeschränkt.

Jetzt nehme ich den inneren Beobachter dazu. Ich distanziere mich von mir selbst ein wenig (schwer zu beschreiben) und nehme -ohne große innere Beteiligung- wahr, was da ist:
Angst, Unbehagen, der Wunsch zu helfen...usw. Ich packe also erstmal alles auf den Tisch und dann kann ich mir eins nach dem anderen nehmen, anschauen, vielleicht fühlen und dann in Ruhe entscheiden, was ich mache.
Ich kann mir hier in dem Beispiel, als Erwachsene klar machen, dass ich als Besucherin da bin, dass mir dort also nix passiert, dass Krankenhäuser bei vielen Menschen Unbehagen auslösen, dass wir uns vielleicht im Garten treffen können oder ich zu einer Tageszeit komme, an der es mir recht gut geht (morgens) oder ich danach alleine im Garten spazieren gehe, um mich wieder zu entspannen.
 
Siehe da:
Es gibt viel mehr Handlungsmöglichkeiten, ich kann besser für mich sorgen, kann dem anderen helfen, ohne mich völlig zu übergehen/überfordern, fühle mich nach dem Besuch relativ fit, bin zufrieden mit mir, habe meine Integrität bewahrt und meine Gefühle ernst genommen.
Daraus wächst immer mehr Selbstvertrauen.
Und der Umgang mit sich selbst wird liebevoller.

In diesem Sinne, möchte ich mich selbst nochmal daran erinnern:
Erstmal Stop! Schauen, fühlen und dann erst entscheiden was ich tue. Und nicht wie eine wild gewordene Furie sofort, schnell, irgendwas machen (um das Gefühl nicht fühlen zu müssen).
Dies ist für mich die effektivste Methode, um weiter stabil zu bleiben, weniger depressiv zu sein und vor allem: Um am schnellsten aus den Angst - und Panikgefühlen zu kommen.

Mittwoch, 19. September 2012

So geht's weiter

Gut, ich gebe zu, ich habe  aus Angst die Verlängerung der Rente beantragt.
Aber ich hab ja auch eine Angststörung. Ich darf das, sozusagen.
Ich brauch halt immer ein wenig mehr Vorlaufzeit. Spontan ist nicht und ich werde zum Tier, wenn ich etwas machen soll, wozu ich noch nicht bereit  bin.

Ja,mir geht es schon viel besser, als noch vor einem Jahr. Zum Glück!
Ich fühle, dass ich kurz vorm Thema "Arbeit" bin. Aber davor sind eben noch ein paar andere Sachen und ob ich die bis Dezember durch habe, ist eher unwahrscheinlich.
Bis dahin geht aber meine befristete Rente.

Also, dachte ich mir so...das beste wäre noch ein paar Monate Pause bzw. Zeit für mich zu haben, sprich Rente wegen voller Erwerbsminderung zu bekommen.
Das wäre mein ideales Tempo, um mich weiter (vor allem streßfrei) in die Welt und ins Leben hinaus zu wagen.
Weiter meine Schritte zu gehen.

Mein Wunsch wurde erhört und erfüllt!
Ich bekomme noch einmal 9 Monate EM-Rente!!!
 
Normalerweise wird so eine Rente wegen Arbeitsunfähigkeit für 2 Jahre befristet und dann evtl. im 2-Jahres-Schritt verlängert.
Ich bin aber mal wieder eine Extrawurst :-)
Was mich sehr erleichtert: Ich musste zu keinem Gutachter. Es wurde rein nach Aktenlage (also Arztbriefe, vorherige Gutachten usw.) entschieden.

Hört ihr es poltern?

Heute bin ich glücklich! :-)

Dienstag, 18. September 2012

Hundepunkte

1. Der Hund, den ich hin und wieder hab, hat Punkte. Deswegen heißt die Rasse auch Pointer.
Sieht in etwa so aus:

2. Beim Solospaziergang, kommt mir eine Frau mit Hund entgegen. Wir grüßen uns und sie fragt mich, wo mein Hund sei (obwohl wir uns noch nie begegnet sind).
Ich antworte, den hab ich nur 3x die Woche.
Sie völlig erstaunt:" Sie gehen einfach so spazieren?"
Ja! Gut, dass ich schon in Therapie bin, spätestens jetzt wär ich fällig!
Einfach so spazieren gehen, tzttz, die Menschen werden aber auch immer komischer.
PS: Ich hatte noch nicht mal ein Handy dabei! Ich altmodisches Ding!

3. Eigentlich bin ich nur der Gassigeher. Manchmal erfordern aber gewisse Umstände, eine andere Handhabung. So bin ich manchmal auch der Hundesitter, sprich: der Hund kommt mit zu mir.
Anfangs lief das so ab:
Hund hechelt total aufgedreht durch die Wohnung, rennt immer wieder zum Wasser, schlabbert 3 Züge, hechelt weiter.
Mehrmals zeige ich seinen Platz. Ist aber nicht interessant genug, immerhin weiß die arme Schnauze gar nicht wie ihr geschieht, was soll das in der fremden Wohnung???
Ok, also mach ich was total langweiliges: Ich leg mich auf die Couch, schließe die Augen (hätte ich die offen würde der Hund weiter sein Spiel aufführen) und ignoriere den Hund. Dann wird’s spannend. Immerhin höre ich nun nur noch:
Tappstappstapps -wo geht der hin?
Schlappschlapp – ah zum Wasser!
Tappstapps – und nu?
Warme, feuchte Luft an meiner Backe – gut dass der keinen Mundgeruch hat (ehrlich!)
Zum Platz schicken. Hund legt sich brav aufs Kissen. Großes Jubeln, natürlich nur innerlich, äußerlich bleib ich total cool.
Keine 2 Minuten später:
 Tappstapps, schlappschlapp, warme Luft an meiner Backe.
Das geht so 5x dann reicht nur noch ein Fingerzeig Richtung Kissen und gleich darauf liegt er da auch.
2 Min., 3 Min., 4 Min. Atmet er noch????
Ja er schnauft tief. Fast so wie ein gelangweiltes Kind, dessen Augen „wie lang denn nooooch?“ sagen.
Raschel raschel, klimper... was macht der da? Bloß nicht hinschauen.
Tapps, raschel, pling (oh völlig neues Geräusch!)
Grunzen, gähnen, Verdauungsgeräusche. (Irgendwie fallen mir sämtliche Nächte mit neuen Partnern ein, in denen man stundenlang wach liegt und die ungewohnten Dinge – der klaut mir die Decke!- was war das für ein Geräusch? – ist der jetzt wach oder träumt der? wahrnimmt.)
 Ruhe.
Ich grinse.
Noch ein Schnaufer, diesmal ein glücklich entspannter.
Am liebsten würd ich kichern, aber das würde mir sofort wieder warme Luft an die Backe hauchen und ich will einen ruhigen Hund in der Wohnung.
Die Mittagspause der Baustelle ist zuende, der Höllenlärm geht weiter. Mistmistmist ich hab vergessen, die Fenster zuzumachen. Wenn ich jetzt aufstehe... nein, vergiss es. Die Ruhe ist grad zu schön.
Ahhh was ist das? Oh ein Hundekopf. Auf meinem Bauch. Eigentlich schön. Soviel Vertrauen. Aber wenn ich sie jetzt kraule, hat sie Erfolg, ergo: sie macht es wieder. Soll sie aber nicht.
Nicht jetzt. Das ist mein Revier und ich hab das Sagen.
Das tappsen und rascheln geht fröhlich weiter, da ich aber nicht drauf reagiere, ist bald wieder Ruhe.
Nach einer halben Stunde will ich meinen Kuchen und Kaffee. Stehe auf und hab sofort den Hund an den Hacken.
Na egal, zuschauen darf sie. Rede aber weiter nicht mit ihr und schaue sie auch nicht an.
Ich merke schnell: Laß bloß nix essbares auf dem Tisch stehen, der Hund ist so groß, dass er sich nur mal kurz zu recken braucht, um auch mal wieder was zwischen die Beißerchen zu bekommen. (muss ja hungern, dass arme Vieh. NEIN is natürlich n Scherz!).
Ich hock am Tisch und starre auf meinen Kaffee und Kuchen.
Hund hockt auf seinem Kissen und starrt mich an. Seeehhhr entspannend.
Auf dem Weg zurück in die Küche finde ich einen Socken von mir. EINEN? Wo ist der andere? Der hat den doch wohl nicht...? Ach du scheiße. Mir rasen Worte wie Verstopfung, Notfall, Tierklinik, Operation, wegen zu hohem Alter leider...STOP! Da is er doch. Sah nach nur einem aus, sind aber beide Socken. Puhhh.
Ab auf die Couch. Augen zu. Hund streunert noch ein wenig durch die Bude. Mir scheint er ist ruhiger, macht das wohl eher aus Neugierde.
Diesmal kann ich genau orten wo er sich befindet:
Bing – das war meine Gitarre
zing – das ein kleiner cd-hüllenstapel
chrrr – mein Rattanstuhl
Zack - mein Arm der in die Höhe flog, weil Miss Hundedame nun endlich mal gekrault werden will. Sapperlot die kann aber „stubsen“.
90 Minuten später ich sitze am Pc, höre Musik, schreibe Mails. Der Hund liegt auf seinem Kissen, seitlich, tiefschlafend.
Ich bin völlig gerührt!

Montag, 17. September 2012

Der Nix-kaufen-Monat

Mal sehen, ob ich es im Oktober schaffe, mal kein Geld auszugeben.
Damit meine ich: Bücher, Krimskram, Klamotten und Lebensmittel die ich nicht wirklich brauche (auch wenn ich einen Tee sehe, den ich gerne mal probieren möchte oder so).
Das geht so nicht weiter!!!

Aber der neue Haarschmuck musste heute sein. Ich habe gestern neue Frisuren ausprobiert. Wie ein Teenie habe ich mir Arme und Haare verknotet. Schön wars!
Abundzu muss eben auch in Sachen Schönheit mal neuer Wind rein.
Und das klitzekleine Parfum im Angebot musste auch sein (seit über 4 Jahren habe ich keins mehr gekauft/benutzt).

So und wenn ich demnächst wieder fit durch die Gegend hupf,
mach ich mich mal wieder richtig hübsch und geh aus!
Jawoll!

Sonntag, 16. September 2012

Mein lieber Scholli,


laß uns doch
Purzelbäume pflanzen,
eine Opferrolle aus Buisquit backen,

mit anderen gut Kirschen essen,
mal mit dem linken Fuß aufstehen und trotzdem gute Laune haben,
am Freitag den 13. ein Fest geben,

Läuse über unsere Leber laufen lassen,
mit der Sonne um die Wette strahlen,
lass uns den Garten gießen und auf dem Schlauch stehen,

ein Auge auf jemanden werfen und es dann wieder einsammeln,
statt Phrasen auch mal den Mais dreschen,
die Perlen wieder aus dem Saustall holen,

den Fässern ohne Boden einen machen,
die Kirche aus dem Dorf tragen,
zum Lachen hinaus gehen,

ganz oft nie sagen,
knapp daneben treffen
Blätter vom Mund nehmen,

den Teufel im Detail suchen, damit er Fliegen fressen kann,
nach A einfach C sagen,
dem Kaiser neue Kleider nähen,

den Dis tanzen,
die vom Himmel fallende Meister auffangen!

Ich glaub das wird ein toller Sonntag!
Dein Reiner Zufall 

PS:  Brot für die Welt, die Wurst zu mir! Ach was, ich werd Vegetarier ;) Außerdem: Wußtest Du, dass die laut zu welt ist?

Samstag, 15. September 2012

Erwachsen werden Teil 375


Bei einem bekannten Nachrichten und Mailanbieter gab es nun eine Liste, an der man erkennt, ob man schon erwachsen ist oder nicht.
Natürlich ist das genauso wie mit den Horoskopen: Sind doof, man glaub nicht dran, liest man aber vorsichtshalber doch.

Also los:

1.    eine Hypothek aufnehmen 
(N' Teufel werd ich! Ich zahl noch meine Jugendsünden ab!)

2.    Mama und Papa treffen keine finanziellen Entscheidungen mehr für Sie (Ham wir geschafft, spät, aber immerhin!)

3.    Einzahlungen in die Rentenkasse (Wieso? Ich BEKOMME Rente!)
4.    wöchentlicher Lebensmitteleinkauf (Logisch.)
5.    Aufsetzen eines Testaments (Warum? Gibt nix zu vererben/verschenken)
6.    Kinder haben (Auf gar keinen Fall! Ich hab im Kindergarten gearbeitet, ich reagier -inzwischen- allergisch auf Kinder!)
7.    monatliche Haushaltführung (hin und wieder)
8.    ein komplettes Abend-Menü zubereiten können (Kann ich.)
9.    Heiraten (hm, wenn's sein muss)
10.    eine Lebensversicherung haben (gestrichen)
11.    Abfalltrennung vornehmen 
(nach dem ich mal ne Strafe zahlen musste, wegen falscher Mülltrennung, wird auch das brav gemacht)
12.    ein Sparkonto besitzen (so ne veraltete Anlage??)
13.    die Bedeutung von Abkürzungen wie "ISA" (Anm. d. Red.: ISA steht für „Industry Standard Architecture", ein inzwischen veraltetes Computer-Bus-System) „ich würd sagen: ich kaufe ein R! Weil ISAR kenn ich, mag ich und wohn ich in der Nähe!“
14.    Nachrichten schauen (da wird mir immer schlecht von)

15.    einen Rasenmäher besitzen ( Nein! Ich find es viel lustiger dem 2-Meter-Hausmeister zuzuschauen, wenn der sich hinter das Minilenkrad seines fahrbaren Rasenmähers quetscht (ich sag nur: Knie--> Kinn)und wie ein 5-jähriger OHNE Ritalin durch die ganze Siedlung düst)
16.    die eigene Wäsche machen (jawoll, wird seit 16 Jahren selbstständig durchgeführt)
17.    Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen (och wie goldig)
18.    Blumen pflanzen (isch ab nen braunen Daumen, da wiard das nie nüscht)
19.    einen Heizkörper entlüften können (nachdem ich 3x den 2-Meter-Hausmeister damit genervt habe und er es mir NOCHMAL gezeigt hat, kann ich es nun)
20.    als Paar ein gemeinsames Bankkonto besitzen (welches Paar?)
21.    eine politische Meinung haben (vorhanden, wenn auch leicht wechselhaft)
22.    Zinssätze verfolgen (möööp Fehlalarm)
23.    sich über ein unordentliches Haus ärgern (welches Haus?)
24.    eine Glühbirne wechseln können (ha! Ich kann sogar einen Fahrradschlauch wechseln)
25.    einen Staubsauger besitzen (ebenso seit 16 Jahren)
26.    zum Abendessen einladen (tja, dank Sozialphobie eher ungünstig)
27.    Kulturradio hören (joa wenn ich mal nicht einschlafen kann....)
28.    Gärtnern (siehe brauner Daumen)
29.    Wochenenden mit Herumbummeln verbringen (was ist da jetzt gemeint?)
30.    Ihre Mutter fragt Sie um Rat (Gott bewahre, tat sie leider seit ich reden kann)
31.    Einkaufstüten mitnehmen — nur für den Fall! (Kotztüten auch?)
32.    gerne ins Gartenbaucenter gehen (zum DRITTEN Mal: Brauner Daumen! Heißt: Es geht alles an Pflanzen ein, was man auch nur anschaut!)
33.    beim Ausgehen nachts einen Mantel tragen (hihihi und nix drunter oda?)
34.    vor 23 Uhr zu Bett gehen (bingo, ich schaff es sogar oft vor 21 Uhr!)
35.    darauf achten, Mama und Papa einmal die Woche anzurufen (wiesooo? Tun die ja auch nicht!*empör*
36.    Arbeit eher als Karriere anstatt als Beruf definieren (wie wärs mit schnödem Brotverdienen?)
37.    Kleidung nähen, statt sie einfach wegzuwerfen (ich probiers hin und wieder)
38.    Bügeln (nur im Sommer)
39.    nach dem Bügeln: den Abwasch machen (andersrum, weil ich dann mehr Ablagefläche für das gebügelte Zeug hab)
40.    gerne Kochen (tz, macht ja sonst keiner)
41.    eine Sonntagszeitung kaufen (Nein! Never! Nie im Leben!)
42.    beim Ausgehen ein vernünftiges Paar Schuhe tragen (was denn sonst?)
43.    gerne Geschenkgutscheine erhalten (jooo immer her damit!)
44.    die Arbeit hält Sie nachts wach (Arbeit? Welche Arbeit?)
45.    eine Ablage für die Post haben (Nö!)
46.    ein Set „gutes Geschirr" besitzen (Nö!)
47.    einen Autoreifen wechseln können (Nö! Aber wie gesagt, Fahrradreifen kann ich :-))
48.    vor dem Schlafengehen wird sich abgeschminkt (ach wat, ich schmink mich erst gor nich)
49.    nach Rezept kochen/backen (das ist Käse, bei mir gelingts immer viel besser wenn ich nach Lust/Laune koch)
50.    gute Handtücher besitzen — und welche für den schnöden Alltag (was wenn es nur den schnöden Alltach gibt? Genau, Man braucht keine guten Handtücher!)

Freitag, 14. September 2012

Irgendwann fing es an,

dass ich mir über jeden *piiiiieep* Gedanken machte.
Also so richtig viele Gedanken.
Ich sage ungern das Wort grübeln, weil es so nach Sorgenfalten klingt, aber eigentlich ist es das richtige Wort.

Ich weiß noch, als ich in G. wohnte lebte ich ein relativ normales Leben, gut der Job war scheiße und pleite war ich auch dauernd, aber ich kannte wenig Sorgen, wenig Ängste.
Ich tat was ich tun wollte. Traf Männer, hatte Beziehungen, bekam Besuch in einer normal unaufgeräumten Wohnung, besuchte andere, lästerte, unternahm viel, schlief auch viel, aß, lachte, lebte.
Gut, ein wenig mehr Gedanken hätte ich mir vielleicht machen können, dann wär mir vielleicht das Auto nicht um Mitternacht am Münchner Hauptbahnhof wegen fehlender Kühlflüssigkeit verreckt (im übrigen keine allzu nette Erfahrung).
Oder ich hätte ein wenig mehr auf mein Geld geachtet..usw.

Und dann fing es an, mit der Depression. Mit dem ständigen Nachdenken über mich, über andere, über das Leben. Es ging stetig bergab.
Die Leichtigkeit war futsch, die Lebenslust, die Unternehmungslust, die Esslust, der Antrieb auch...
Dann kamen die ganzen Selbsthilfebücher und die Flatrate fürs Netz.
Und das Unheil nahm seinen Lauf.

In der Tagesklinik machte ich diesbezüglich eine erhellende Erfahrung:
Wir sollten im Park spazieren und unsere Umgebung beobachten, was wir hörten, sahen, spürten...
DA merkte ich, dass ich eigentlich immer in meinem Gedankengebäude gefangen bin und wie gut es tat mich diesbezüglich abzulenken.
Leider funktioniert das im Moment nicht mehr so richtig.

Aber dafür hab ich ja auch Kopfweh. Vom zuvielen nachdenken.

Vielleicht sollte ich den Blognamen ändern in:
Die Taten einer Müßiggängerin?
Ohje, ich glaub das wird nix.....

Da paßt es ganz gut, dass ich derzeit eh einen Therapiekoller hab.
Die Woche war ich eh zu ko. Nächste Woche hätten wir noch, dann geht die Thera für 2 Wochen in Urlaub.
Ich nehm mir auch nächste Woche frei. I mog ned. So schaut's aus.

Und: Taraataraaaa: Ich bin ein halbes Jahr rauchfrei!
Wie geil ist das denn! Ich freu mich wie Bolle :-)

Donnerstag, 13. September 2012

Wenn es heißt,

dass Hochsensible sozusagen in einem Kleinkindkörper stecken,
dann würde ich bei den derzeitigen ca.18 Stunden Schlaf pro Tag sagen,
dass ich in einem Neugeborenenkörper stecke. 

Frage: Warum fühl ich mich dann nicht wie neugeboren ???

Mittwoch, 12. September 2012

Von Idioten umzingelt

1. Paketbote, der dämliche
Es ist 15:32 Uhr und ich nehme ein spätes Mittagessen ein. Um mich herum die pure Stille. Irgendwo im Haus klingelt es, ich schaue auf die Uhr (deswegen weiß ich die Zeit noch so genau) und denke mir:" Juhu, das ist bestimmt der Paketbote, der auch gleich bei mir klingeln wird (weil ich logischerweise auf ein Paket warte), stopfste Dir mal das Maul nicht so voll!".
Nach 5 Minuten Wartezeit, stopf ich mir die fast kalten Nudeln rein.
Danach fragte ich  den schlauen Verfolgungsdienst, wo denn mein Paket bleibt und lese den aktuellen Status:
15:33 Uhr wir haben Sie leider nicht angetroffen!
Bravo, da hat der Vollhonk doch tatsächlich beim falschen geklingelt!
Am nächsten Tag, als ich mein Paket endlich endgegen nehmen durfte, schluckte ich mein sarkastisches Sprüchlein, ob dieser Verwechslung, brav hinunter, als ich sah WER der Bote war. Der supersüßemegahübsche Typ!!! *grins* leider mit Ehering *seufz*
Na, mal ehrlich, wer will schon einen dummen Ehemann? :-)

2. Arztbesuch, der umsonstige
Die Ärztin glaubt mir nicht, dass ich Fieber habe,
weil ich ihr keine genaue Zahl liefern kann,
weil mein Thermometer kaputt ist und ich noch kein neues angeschafft habe.
Aber DASS ich Fieber habe, spüre ich. Das spürt man doch!!!
Mein Kopfweh und meine Übelkeit kann sie auch nicht einordnen.
Ich solle tagsüber nicht schlafen (haha, der Witz war gut!)
etwas mehr Sport machen (ich lach mich schief!)
und das hier einnehmen (ein Migränemedikament der allerfeinsten Sorte, da hauts mich wahrscheinlich rückwärts aus den Stilettos - so ich denn welche hätte- wenn ich das nehmen würde).
Außerdem solle ich noch zum Blutabnehmen im Labor warten. 
Die Arzthelferin die heute zum stechen dran ist (die wechseln sich immer ab), tut dies miserabel. *jauul*
Ich dachte ein Röhrchen würde reichen, als sie aber das zweite andockt wird mir schon komisch. Just in dem Moment stürmt Arzthelferin No2 das Labor und bespricht mit der Blutabzapferin den nächsten Patienten.
Wie ich das hasse! So eine Ablenkung. Ich muss mich konzentrieren und die Vampirin soll sich auf mich konzentrieren.
Die zwei quatschen fröhlich und ganz nebenbei wird das 3.Röhrchen gefüllt.
Mir wird komisch.
Sehr.
Ich sage, dass ich nicht mehr kann.
Antwort:" Bin gleich fertig!"
Und wie ich das erst hasse. WENN ich das schon sage, ist das bei mir 5 NACH 12. Da kann ich keine Sekunde mehr warten.
Fassen wir zusammen:
Mir gehts hundsmiserabel. Die Ärztin konnte mir nicht wirklich helfen.
Ich leide. Und das scheiß Blutabnehmen war grad Trigger hoch 5 und gab mir den Rest.
Ich heule.
Jetzt ist die Arzthelferin wirklich erschrocken, rückt mir mit ihrer Fresse 5cm an meine (muss ich sagen, dass ich auch das hasse?) und fragt ganz panisch, mit weit aufgerissenen Augen: Was los ist? Und dass ich normal atmen soll und ob ich mich hinlegen will und überhaupt...
Nein, du blöde Kuh, ich will jetzt einfach hier raus aus diesem Scheißladen und DAS (theatralisch auf meine Tränchen zeig) hab ich dir zu verdanken mit deinem dummen "bin gleich fertig!")

Hab ich natürlich nicht gesagt. Sondern bin flott in die Apo gelatscht, mir einen  Kindersaft mit Zink und ganz normales Schmerz-und Fiebersenkmittel geholt.
Außerdem alle Termine für diese Woche abgesagt und ganz lange mein Bett besucht.
Ein ganz klein wenig gehts mir auch schon besser.

Achso: Ergebnis der Blutuntersuchung: Keine Infektion, keine Entzündung im Körper.
Sprich: Das ganze Theater völlig umsonst.

Gut Nacht!

Montag, 10. September 2012

Super Montag

Der Hund bleibt an der Leine, weil ich selbst für Kommandos rufen, zu schwach bin.
Das Buch bleibt ungelesen, weil ich mich überhaupt nicht konzentrieren kann.
Die Küche bleibt kalt, weil ich vor lauter Übelkeit, gar nix essen kann.
Der Kopf bleibt liegen, weil der sauweh tut.
Der PC bleibt (eigentlich) aus, weil er Übelkeit, Kopfweh und brennende Augen verstärkt.
Bleibt noch übrig: 
Däumchen drehen, den Bauarbeitern zusehen und beten, dass es mir bald wieder besser geht.

Nein, ich war nicht saufen oder so.
Das ist mein ganz alltäglicher Wahnsinn.
Ich bin mal wieder meiner uralten Wunde auf der Spur, von der ich dachte, sie sei schon ein wenig verheilt.
Und alles nur, weil die Therapeutin nachgraben musste, was es da mit dem "manches nicht 2x können" auf sich hat.


Samstag, 8. September 2012

Was, wenn

Was, wenn ich mit einem angeborenen Cortisolmangel auf die Welt kam?
z.B. von meinem Vater vererbt? (der hat nämlich dieselben Symptome)

Dann in dieser brüchigen Familie aufgewachsen plus einige Traumata = chronischer Streß. Heißt auch: Cortisol wurde übermäßig verbraucht und es war doch eh schon so wenig da.
Dann ein stressiger Job, dann noch einer, dann viele Umzüge, dann aufwühlende Beziehungen, dann noch ein stressiger Job und AUS war es.
Cortisolspeicher leer. Zusammenbruch. 
Aus chronischem Streß wurde chronische Erschöpfung. Rente hallo.

Mein Körper konnte den Streß gar nicht verarbeiten, dafür war er nicht gerüstet. Das wäre, wie wenn ein Eisbär durch die Wüste gehen will, aber nicht den passenden Körper hat, in dem er genug Wasser speichern kann.
Nein, stattdessen rennt er jahrelang zum Psychotherapeuten und versucht es trotzdem irgendwie zu schaffen.
(Nix gegen die Therapie, sie half mir schon auch, aber wirklich viel besser gehts mir nicht, erschöpfungstechnisch gesehen)

Jetzt ist es so: Leere Cortisolspeicher heißt nicht  lebenslang erschöpft sein zu müssen.
Da kann man was machen.
Hab ich schon gesagt, dass ich den Termin beim Hormonspezialisten am 11.Oktober kaum erwarten kann????????????
Jetzt stell ich mir vor wie das wäre, wenn mein Cortisolspeicher wieder gefüllt ist und ich so den normalen Anforderungen des Alltags standhalten kann.
Selbstverdientes Geld, am Wochenende zum wandern oder Bekannte in anderen Städten besuchen, abends was unternehmen (z.B. endlich tanzen!!) oder entspannt lesen und nicht um 20 Uhr ins Bett gehen zu müssen, weil man kaum mehr gerade stehen kann.
Mehr Spaß, Freude, Lebenslust, Aktivität, gut drauf sein, mich gut fühlen, wieder Kraft haben!
Weniger Depression, Apathie, Lebensmüdigkeit, Rückzug, Lärmempfindlichkeit, Unwohlsein, Herzrasen, Zittrigkeit, Nervosität und Angst!

Wie meinte die Nachbarin:
Das wär ja wie ein neues Leben für Dich!
JA! JA! JA!

Zurück ins Bett.*gähn*

Freitag, 7. September 2012

Vorsicht bissige Laune!

Hallelujia hab ich eine scheiß Laune.
Und als ich heute nach den Fischen sah (die Babyfische sind eindeutig in der Pubertät angekommen: übermütig und frech!) holte ich mir einen Stuhl, pflanzte mich vor das Aquarium, starrte hinein und überlegte, WARUM mich denn der Miesepeter in seinen Klauen hält.

1. Allmonatlicher Frauenbesuch. Seit ich nicht mehr rauche, gingen zwar die Beschwerden um 50% zurück, aber trotzdem *irgendwas-in-meinen-Bart-grummel*.
2. Superschönes sonniges Wetter. Ich will mich vergraben, wegen 1. und 3. und irgendwie doch was machen, was aber nicht geht (ebenso wegen 3.)
3. Körperlich völlig Matsch, aber geistig unruhig und irgendwie hibbelig. War diese Woche eindeutig zuviel. Aber bei dem Wetter kann ich mich so schwer hinlegen und vor mich hindösen.
Selbst lesen geht nicht mehr. Dann ist echt Alarmstufe rot!

Also werd ich gut zu mir sein:
Mir leckere Zuchininudeln mit einer wahnsinns leckeren Pesto machen,
dann nur eine kurze Runde mit dem Hund und dann: Fenito!!!
Und die schlechte Laune, einfach schlechte Laune sein lassen, ein wenig weiterjammern und mich zu nix zwingen, auch nicht zu einem Lächeln!
So.
Das ist am besten, um seine restlichen Kräfte zu schonen und der schnellste Weg zur besseren Laune.
Alte Weisheit der Regenfrauen ;-)

POSITIV:
Heute gönnte ich mir endlich eine neue, schicke, ordentliche Übergangsjacke. Seit 6 Jahren hab ich die alte und die ist einfach assi.
Die kommt in den Keller, für schmutzige Arbeiten oder so.
Seit mindestens 3 Jahren denk ich mir: Nächsten Herbst brauchst ne neue Jacke und dann ist doch wieder kein Geld ect. da oder andere Ausreden.
Jetzt ist auch kein Geld da bzw. eigentlich für was anderes vorgesehen, aber egal. Das musste jetzt sein.

Donnerstag, 6. September 2012

Und dann...

Und dann 
waren da auf einmal Tränen.

Es ist ja nicht das schlechteste, dass mir mein Körper zeigt, dass das Thema noch was 'in petto' hat, aber etwas irritiert war ich dann doch, ringte mir ein Lächeln ab und fragte die Therapeutin, was DAS gerade war.

Natürlich nur rhetorisch.

Aber wir waren beim Thema Arbeit und dass ich ihr erzählte, dass ich nie denselben Job zweimal machen kann.
Also wenn ich nochmal blinde Kinder fahren sollte, würde sich alles und zwar wirklich alles, in mir sträuben.
Ältere Menschen (wie derzeit) fahr ich gerne, hab ich ja noch nie gemacht.
Von mir aus auch Pakete. Oder Blutproben *grusel*.
Ich dachte immer ganz locker: Mei, des is hoid so, gell. Bin breitfächrig interessiert, mag Neues, probiere gern vieles aus...
Ja auch.
Wenn es NUR das wäre, hätte ich nicht geweint.
Ich werd mal die Tage in mich horchen, was da so hoch kommt an Bildern, Situationen, Gedanken.
Spannend ist das.
Denn es ist auch anstrengend, immer im Job von neuem anzufangen. Und man wird leichter eingestellt, wenn man sagen kann: "Guck mal, hab ich schon gemacht!"
Ich kann auch nie mehr in einem Ort wohnen, in dem ich schon mal lebte.


Und dann
war da nochmal die Liebe.
Heute Nacht.
Im Traum. Für einen Mann. der zwar mit einer anderen ins Bett stieg, das aber meiner Liebe keinen Abbruch tat.
Es fühlte sich genauso warm und wohlig an, wie letztens der Traum mit der Jugendlichen.
Einfach nur schön.
Und ich ahne, wie sich wirkliche Liebe anfühlt
und nicht das was mir für Liebe verkauft wurde: den anderen für seine Bedürfnisse ausnutzen und mißbrauchen.
Das warme Gefühl trag ich heut noch mit durch den Tag :-)

Und sonst so?
Ich hab auch diese Woche viel zu tun und komm gar nicht so recht zur Ruhe.
Einerseits angenehm, so kann ich dann die freien Tage wieder mehr genießen, andererseits ist es für meinen Körper die totale Tortour.

Dienstag, 4. September 2012

Kein Zweifel

Gestern war wieder das erste Mal die Gruppe.
Nach der Sommerpause.
Ohne mich.

Ein Jahr hab ich mit mir gerungen, ob ich von dort weggehen soll oder nicht.
Die entscheidungsfreudigste Frau bin ich also nicht ;-)
Selbst jetzt in der Sommerpause gab es noch ganz kurze Zwicker:
"Soll ich nicht doch wieder....?"
Die wurden aber immer kleiner. Und kleiner und kleiner.

Gestern abend die vollkommene Gewissheit:
Der Abschied war gut so. Und richtig.
Ich genoß meinen Tee alleine, zuhause und sah zu, wie der Tag verschwand.
Eine tiefe Ruhe überkam mich.
Schön, ist das.

Das Alternativprogramm (tanzen) ist noch nicht gestartet.
Solange ich so ko bin (wegen dem niedrigen Cortisol) werde ich mich nicht mehr anstrengen als unbedingt nötig
und mich schon gar nicht länger wach halten, als nötig.
Sprich: jeden Streß vermeiden.
Immerhin kann man am fehlenden Cortisol sterben.
Und das
muss ja jetzt auch nocht nicht sein...

Montag, 3. September 2012

100 verschiedene Arten

Man sagt, die Eskimos kennen 100 verschiedene Wörter für Schnee.
Je nach seiner Beschaffenheit.
Es gibt auch 100 verschiedene Arten zu weinen.
Langsam klamüser ich meine Arten, zu weinen, auseinander. 
Das hilft mir manchmal, wenn ich  gar nicht weiß, warum ich weine.
Wenn ich nicht weiß, was der Auslöser war. Ist ja mit traumatischen Triggern oft ein Ratespiel.

Ein richtig hysterisches weinen mit lauter Schluchzern hat meist mit zuviel Körpernähe, Berührungen zu tun. Weil ich Hilflosigkeit und Ohnmacht spüre.
Und gestern war da ein fast lautloses weinen, mit einem großen Druck im Kopf, wo die Tränen einfach nur so fließen.
Es hatte was mit der extremen emotionalen Verlassenheit von früher zu tun.
Warum es genau gestern abend auftauchte weiß ich nicht (naja vielleicht hab ich es mit dem Allein-sein-wollen auch ein wenig übertrieben). Vielleicht aber, war auch was im Film oder dass meine längste Freundin aus Kindheitstagen anrief.
Ich sag ja: Ratespiel.

Aber egal warum, Fakt war: Die Wunde blutete wieder. Schmerzhaft.
Also kümmerte ich mich darum (aber nicht so wie früher mit vermehrten Alkohol, Zigaretten oder Kaufrausch, bzw. aggressivem Verhalten mir oder anderen gegenüber).
Interessant war, dass der Kopf wenig präsent war. Keine abwertenden, dramatisierenden, kritisierenden Kommentare.
Ich tat einfach das, was man mit einem verletzten Kind tut (so wie ich es letztens ja geträumt habe):
Ein warmes Fußbad, den Lieblingstee, einen frischen kuscheligen langen Schlafanzug, in eine Decke eingekuschelt, ein ruhiges Lied, sanftes Licht, danach die Füße noch mit Öl massieren, Stöpsel in die Ohren und ab ins Bett.

Ich schlief sehr gut. Bin auch heute morgen noch sehr ruhig, noch ein wenig traurig und körperlich müde. 
Werde jetzt einkaufen und zur Post gehen, um wieder in der Realität und im HEUTE anzukommen.
Danach ist freie Wahl,  was ich gerne tun möchte.
Das sehe ich dann.
Einen Schritt nach dem anderen...

Sonntag, 2. September 2012

Kontakt

Sollte ich nicht doch mal wieder jemanden anrufen?

Mich mit jemanden treffen?

Werde ich jetzt der totale Eremit?

Total schrullig, weltfremd, eigenbrötlerisch?

Keine Ahnung.
Ich weiß nur, ich habe viel nachzuholen.

Ganz viel Zeit mit mir selbst.

Und das fühlt sich gerade sehr stimmig für mich an.

Nach jahrelanger Selbstverlassenheit.

Samstag, 1. September 2012