Dienstag, 28. August 2012

Ein bisschen Frieden

Sonntagmorgen war es und eigentlich wollte ich etwas ganz anderes machen.
Doch dann landete ich bei meinen Eltern (also gedanklich, nicht real).
Ich weiß nicht warum, ist ja auch egal.
Jedenfalls konnte ich ihre Verletzlichkeit, ihre Überforderung, ihre Ängste spüren. Als Erwachsene wohlgemerkt. Als Kind spürte ich das ja ständig und da machte es große Angst.
 Am Sonntag war ich gut verankert in der Erwachsenen und entwickelte ein Mitgefühl. Jetzt wo ich mir das alles anschauen kann, ohne dass es sich lebensbedrohlich anfühlt.
Ich bin erwachsen, ich sorge selbstständig für mich und bin nicht mehr von meinen Eltern abhängig.
*Ich tue das was ich für richtig halte und es ist mir egal, was du davon hältst* (so in etwa hieß mein Einstellungssatz in der Klinik, mit dem sollte ich ein wenig üben. Lange wehrte ich mich dagegen, es fühlte sich so falsch an, jetzt über 4 Jahre später finde ich ihn sehr passend!).

Ich konnte sehen, dass sie IHR bestes gaben. Was natürlich noch lange nicht DAS beste und schon gar nicht, das beste für mich war.
Doch ich konnte auch ihre Mühen sehen, nicht immer nur die Fehler.

Ich, die bei den Sätzen "sie gaben ihr bestes" und "sie haben es ja nur gut gemeint" immer an die Decke ging und vor Wut schäumte.
Es waren so zwei bis drei Stunden in denen ich so etwas wie Liebe und Dankbarkeit für meine Eltern empfand. Ein kleines Zeitfenster, das mir sehr viel Frieden gab. Denn es ist anstrengend immer im Groll und in der Wut gegen jemand oder etwas zu hängen. Das verbittert nur.

Ich kann diese warmen Gefühle einfach mal fühlen und zulassen und mit einem neuen Blick auf meine Eltern sehen.
Es fühlt sich gut an. Ich genieße.
Was auch nicht heißt, dass ich sofort wieder zu meinen Eltern fahre und wieder Weihnachten bei ihnen feiere oder sonst gleich irgendwas damit mache bzw. tue (dachte ich erst, doch mein Körper schickte mir ein klares Stopsignal). Nur fühlen. Das reicht.

Und dann fand ich noch dies:

"Verzeihen bedeutet n i c h t, Verhalten zu entschuldigen. 
Es heißt – ICH NEHME DIE ENERGIE AUS DIESER SACHE HERAUS UND VERWENDE SIE KÜNFTIG FÜR DIE GESTALTUNG MEINES LEBENS."
 Das gefällt mir.

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