Donnerstag, 19. Juli 2012

Vorauseilender Gehorsam

Nennt sich das Ding mit dem ich mich seit...also mindestens....wenn nicht länger...herum schlage.
Was das ist?
Man besitze sehr feinen Antennen für die Bedürfnisse der anderen und lasse die ständig  laufen. Stand-by, sozusagen.
Wenn du ein Bedürfnis des anderen erwischt hast, befriedige es sofort!
Ohne Wenn und Aber.
Ohne auf die eigene Befindlichkeitslage zu achten oder gar darauf,
ob der andere erwachsene (!) Mensch das a) überhaupt will (naja meistens schon) und b) ob er nicht selbst dafür sorgen kann ( meistens ebenso der Fall).
Mal ehrlich, wenn um mich jemand so herum schwenzelt bin ich ganz schnell, ganz sehr dolle  genervt und suche auch schnell das Weite.

Wenn du das Bedürfnis erkennst, es aber nicht befriedigst (aus diversen Gründen) bekomme ein riesengroßes schlechtes Gewissen, weil du ein so unglaublich schlechter Mensch bist!!!!!!!!!

Das ist grad Thema in der Therapie. 
Und ein sehr ernstes, ich musste es nur erstmal etwas flappsig formulieren.
Das ist ein Muster, das mir quasi eingefräst wurde. Und ich in regelrechte Ausnahmezustände gerate (hysterisches weinen mit totaler Verkrampfung des Körpers) wenn ich etwas anderes mache, z.B. mein Bedürfnis erfüllen.
Nun sortierten wir ein wenig: Bei welchen Menschen das ganz massiv auftritt, oder in welchen Situationen.

Wenn diese innere Abgrenzung besser sitzt ist auch Kontakt zu anderen Menschen nicht mehr so extrem anstrengend.
Etwas wollen, etwas dürfen, nein sagen, widersprechen, neue Vorschläge machen, überhaupt erstmal fühlen was ich will (wobei das schon immer leichter und besser funktioniert)...
das ist für mich, wie eine neue Sprache lernen.

Und es macht Spaß!
Mir!
Den anderen natürlich weniger, weil es sehr bequem ist, wenn man alles bekommt, ohne darum zu fragen.


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