Donnerstag, 5. Juli 2012

Schwarzer Porsche,

Angst vor Nähe...
heißt es in diesem Lied hier:
Ich kann mir keinen Porsche leisten.
Aber ein Tatoo.
Und so ließ ich mir vor..äh...10 (?) Jahren einen Stacheldraht um den Fußknöchel tätowieren.
Obwohl  mir der Zusammenhang von dem Symbol und meiner Angst vor Nähe
damals gar nicht klar war.
Damals hing ich in einer fetten Depression. Die das erste Mal vom Doc auch diagnostiziert wurde (ich weiß, dass ich die in meiner Jugendzeit, so ab dem 13.Lebensjahr, schon entwickelt hatte).
Die Depression ist ja auch ein gutes Mittel, um wieder Distanz und somit Sicherheit für mich herzustellen: Rückzug, keine Lust zu reden, will alleine sein, mich im Bett verkriechen...

Gerade komm ich von der Therapie.
Es ist im Moment alles andere als leicht.
Das Thema Berührungen und Nähe wühlt alles mögliche in mir auf.
Ich kann nicht mehr klar denken.
Ich mache mich dicht, mit allem möglichen Kram.
Ich schlafe wieder sehr viel.
Und könnte noch mehr schlafen, weil ich nur müde, soo unendlich müüüüde bin.
Essen besteht aus hauptsächlich aus Süßkram und Nudeln. Letztere immerhin mit leckeren selbstgemachten Soßen. Ach und Salat. Der kühlt so schön.

Seht ihr?
Ich lenke schon wieder ab...
Nähe...Scheißding.
Wir kramten das Ego-State-Modell mit den inneren Anteilen heraus.
Das esoterisch angehauchte "innere Kind" behagt mir nicht so.
Also: Kind hängt völlig in der Panik, Hilflosigkeit und Erstarrung fest.
Hysterisches weinen. Mehr ist nicht möglich.
Erwachsene-Seite stärken. Klappte ja auch schon in anderen Bereichen ganz gut.
Nur hier..ich weiß nicht...hab das Gefühl, diese Seite ist völlig weg, müsste ein anderer übernehmen, dazu bräuchte ich Vertrauen, das heißt Nähe..also..dreh ich mich im Kreis.

Noch einen Punkt heraus gefunden, warum Krankengymnastik in dieser Praxis wohl keine Zukunft hat. Die Räumlichkeiten. ich ahnte es schon vorher, aber das alte Muster *ach egal, wird schon gehn, das macht mir doch nix aus* sprang sofort an.
"Kein Wunder, " meinte die Therapeutin, "Ihnen wurde beigebracht, Grenzüberschreitungen toll zu finden!"
Ja.
Und wehe man sagte etwas anderes.
Nun das ist ja ein Zeichen von Mißbrauch, solche Wahrnehmungsverzerrungen, Wahrheitsverdrehungen...

Doch, kleine Fitzelchen der Erwachsenen sind da. In kleinen Momenten blitzt es auf. Da sage ich, was geht und was nicht oder was ich brauche, damit es geht.
Da gibt es auch keine immense innere Verurteilung.

Auf der Heimfahrt war mir schon etwas leichter ums Herz.
Mit dem Ego-State-Modell könnte es mir wieder etwas besser gehen.
Ich spürte das Bedürfnis, am Bahnhof noch in den Buchladen zu gehen.
Bücher beruhigen mich so sehr.
Ich wollte mir etwas gönnen.
Und ich fand es:
Eine tolle Zeitschrift:


Mit tollen Fotos, noch besseren Geschichten über eine Frau die im Bauwagen lebt, einem Käptn einer Fähre, einem jungen Mann der mit dem LKW herum reist und alles dabei hat, was man für ein Fest braucht, über den Camino, über das Leben...wie es ist!
Das alles auf angenehm griffigen Papier und ohne grelle Werbung!
Genau das was ich jetzt brauche.
Ein wenig träumen, ein wenig schauen, ein wenig phantasieren,
ein wenig mich von den Schmerzen erholen,
dafür zahle ich gern 6,-€ auch wenn ich das für eine Zeitschrift schon happig finde,
aber mei...


Kommentare:

  1. Ich wünsche Dir einfach ohne grosse reden ein schönes We vielleicht mit einem Trip in die Natur.
    Liebe Grüsse Bianca

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Dir!
      Ja mal sehen, wie es mir morgen früh geht.
      Hab hier von einem kl. See gehört, den ich noch nicht kenne.
      Dir auch ein schönes We! Ohne Ärger, Streß und Schmerzen ;)

      Löschen
  2. Wie stärkst Du Deine erwachsene Seite? ich finde es so schön Worte zu lesen, die mir aus dem Herzen sprechen .... zu sehen das ich nicht allein bin .... Ich wünsche Dir das Beste ♥

    Yafe

    AntwortenLöschen
  3. Liebe yafe,
    ich glaube meine erwachsene Seite wurde von außen gestärkt: von meiner Therapeutin, die noch nie irgendwie herablassend, ungeduldig oder sonstwie reagiert hat. Sie begegnet mit immer mit viel Achtung und Respekt, egal welch peinliche Gedanken, Gefühle, Reaktionen ich erzähle.
    Sie nimmt mich wahr und sehr ernst, sie ver-steht mich, sie steht zu mir und so kann ich immer mehr auch zu mir stehen. Mich mir selber sozusagen an die Seite stellen ;)
    Und was mir auch sehr viel half war das hier:
    http://safi-nidiaye.de/?page_id=23
    Das Buch: Herz öffnen statt Kopf zerbrechen, war der Durchbruch und ist für wenige euros gebraucht zu haben. Noch dazu ist es sehr einfach und verständlich und fern jeglicher Ideologie auch wenn es leicht esoterisch rüberkommt.
    Die Wünsche nach dem Besten gebe ich auch Dir gerne wieder! Ich finde, Du machst das alles hervorragend :-)

    AntwortenLöschen