Samstag, 28. Juli 2012

Im Fluß bleiben

Es ist so spannend, was derzeit alles passiert.
In mir. Nicht im Außen.
Ich bin so gut mit meiner inneren Stimme verbunden, dass das Leben oft leicht ist und Spaß macht. Etwas was ich jahrelang vermisst habe.
Ich lebe mehr im Gefühl, als im Verstand.

Die "Feder" läßt mich weiter nicht los.
Überall sehe ich Vogelfedern. Nicht nur am See, wo es logisch ist, da ja dort viele Wasservögel leben. Nein auch mitten im Wohngebiet finde ich sehr große, ganz schwarze, wunderschöne Federn oder kleine weiße.
Ich  sah mir an was mir zum Thema Federn einfiel. Schrieb alles auf, was mir so in den Sinn kam, ohne groß auszusortieren oder nachzudenken.
Das was am größten Resonanz in mir findet, ist dies:
Vogelfrei, leicht, ohne Ballast.
Das Thema "materieller Überfluß" verfolgt mich ebenso. Wie passend. Ist ja das Gegenstück zur Feder.
All die Gegenstände um mich herum belasten mich. Wollen Aufmerksamkeit. Ziehen Energie.
Mir kommt die Idee, all das was mir derzeit zuviel ist, in den Keller zu bringen. Und dann beobachte ich einfach, wie es mir damit geht. Dazu bräuchte ich einen Umzugskarton.
Den fand ich heute morgen bei meiner Radrunde am Wertstoffhof. 
Es gibt höhere Mächte.

Was ich an materiellem Zeug zuviel habe, habe ich derzeit an Geld zu wenig (gefühlt). Ich bin im Mangeldenken. Will mehr haben. Habe aber alles was ich brauche. Vielleicht fehlt mir was anderes.
Eigentlich müßte ich ja mehr Geld haben: durch die Unterstützung der Tafel, dadurch dass ich nicht mehr rauche und die kleine Vergütung fürs Gassi gehen. Viel mehr gebe ich auch nicht aus. Irgendwie seltsam.

Apropo Umzug: Die neuen Häuser die direkt nebenan gebaut werden, werden immer größer. Sie sind sehr nah. Ich fühle mich sehr eingeengt. Wenn dort alles fertig  und bewohnt ist, sehen diese Leute direkt auf meinen Balkon. Das ist mir unangenehm. Ich möchte ungestört sein. Auch die Klärung mit den anderen Nachbarn hielt nur kurzzeitig. Sie nerven mich sehr. Von der ewigen Nörglerin unten ganz zu schweigen.

Ich beschließe innerhalb eines Jahres umzuziehen. Wahrscheinlich nächstes Frühjahr. Die Zeit hier ist vorbei. Die Wohnung ist zwar sehr schön und ich tue mich noch schwer loszulassen, aber ich habe ja noch Zeit. Ich phantasiere wie meine neue Bleibe im groben aussehen soll, was ich an Ausstattung brauche, in welcher Gegend die sein soll.
Sofort kommt wieder ein altes Verbot: Das darf ich nicht, das ist viel zu perfekt, mir darf es nicht gut gehen...
Wenn ich diese Sperre schon in Gedanken habe, wird es schwer sein mir meine Wünsche bezüglich Wohnung zu erfüllen.
Ich arbeite mit dem Gedanken, dass ich es darf: Mich wohl fühlen, mir meine passende Wohnung/Umgebung wünschen.
Ich werde mir demnächst eine Gegend ansehen, die mir gefällt. Vielleicht finde ich ein schwarzes Brett mit Anzeigen oder passende Menschen...wer weiß.
Ich vertraue und schaue und mache einfach einen Schritt nach dem anderen.

Gestern im Boot weit draußen auf dem See:
Mir fällt ein, dass ich meine Wertsachen nicht im Auto ließ, sondern dass die nun im Rucksack am Ufer liegen, samt Handtuch und Klamotten. Wenn jemand merkt, dass diese Sachen länger unbeaufsichtigt sind, könnte er sich dran bedienen, oder gleich den Rucksack nehmen und abhauen.
Ich verspanne mich sehr, die Laune sinkt gen Null, ich werde ärgerlich: warum hab ich nicht dran gedacht, ich war wieder nicht perfekt...
ich werde nervös und ungeduldig, vom entspannten sich treiben lassen ist nichts mehr zu spüren. Ich schaue zum Platz. Kein Mensch dort. Ich stelle mir vor, wie das wäre, wenn meine Sachen weg wären: Unangenehm, ärgerlich, aber jetzt kein Weltuntergang. Wenn es so sein soll, dann kann ich mir immer noch Sorgen machen. JETZT will ich aber genießen und wieder entspannen.
Ich stelle mir vor, wie ich Licht und Schutz zu unserem Liegeplatz schicke.
Dann vertraue ich und lasse los.
Als wir wieder zurück kommen, ist alles noch da. Zumindest bei mir. 
Dem best friend fehlen 20 Euro.
Ich staune. Sehr.

Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich sehr schön an, liebe Regenfrau! Ja, mit Vertrauen und wenn man die negativen Gedanken mal los lässt, geht es tatsächlich besser. Ich stelle mir auch momentan sehr viel vor, wo ich wohnen möchte und wie usw. Kenne auch diesen Gedanken "das geht doch nicht, das ist doch zu groß/zu teuer/ zu was auch immer". Aber ich glaube, da hilft nur, sich immer wieder sagen, dass man es schön haben darf. Ganz so, wie Du es auch machst.

    Mach weiter so!

    Lg
    Maja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, wenn man jemanden trifft, der grad dieselben Themen hat und diese ähnlich wie man selbst angeht.
      Ich freu mich drüber.
      Und bin gespannt wo wir dann landen werden :-)
      Mir gefällt der Gedanke mit den Engeln auch!
      Auch wenn mein verstand rebelliert...ich lass den mal schimpfen :)
      Gute Zeit!

      Löschen
  2. PS: Jetzt wirds esoterisch: Man sagt, wenn man Federn oder auch Münzen findet, dann wollen die Engel auf sich aufmerksam machen - dass sie da sind, einen beschützen und auch gerne führen, so dass man seine Wünsche erfüllt bekommt. Mir gefällt dieser Gedanke :) Lg, Maja

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Regenfrau
    Du hast diesen Post genau einen Monat nach meinem Geburtstag geschrieben. Ich habe gerade auch auf meine innere Stimme gehört und "Im Fluss bleiben" gegoogelt, weil ich nur weiß wie es sich anfühlt, nicht was es ist. Ich lebe auch noch mehr im Verstand als im Gefühl, ich glaube weil mir das Gefühl noch oft Angst macht. Dein Post füllt mich total an.. ein Gefühl wie beim Betrachten der bunt gedippten Blätter in goldrot. Einfach nur schön. Ja es gibt höhere Mächte. Und als du von den Federn schriebst musste ich auch gleich an Engel denken. Glaubst du an Zufälle? Das Beste.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Kinderleichte,
    schön, dass Du geschrieben hast! Hm nein inzwischen glaub ich nicht mehr an Zufälle. Also nicht nur. Manches ist es sicherlich. Nicht alles was mir passiert, muss auch mit mir zu tun haben, das wäre leicht größenwahnsinnig. Aber bei bestimmten Dingen, hab ich schon ein Gespür in mir, dass das nicht einfach so passiert ist.
    LG

    AntwortenLöschen