Montag, 16. Juli 2012

Hausaufgabe: Selbstliebe




Ich habe diese Bücher nicht gelesen,
nur diese Zitate gefunden.
Die reichten auch.
Danke für's Gespräch....

Peter Schellenbaum, Die Wunde der Ungeliebten:
    Menschen, die das Spiel «Damit du mich lieb hast» spielen, versuchen durch zwanghaftes Bemühen, durch Anpassung und Arbeit Liebe zu gewinnen, vertrocknen und verbittern dabei und werden schließlich beiseite geschoben. Denn wie kann man einen so verkrampften, unlebendigen, penetrant ängstlichen Menschen lieben?
    Menschen, die sich oft vor anderen schämen, sind unfrei, lieben sich nicht, neigen zur Verschmelzung mit idealisierten Bezugspersonen - und zur Depression. Ihre Wunde ist die der Ungeliebten.
    Mit nichts können Eltern ihre Kinder besser dressieren als mit dosiertem Liebesentzug. Das Gängelband der Liebe ist wirksamer als die Peitsche des Dompteurs. Wer so als Kind um Liebe buhlen mußte, ist als Erwachsener für das Spiel «Damit du mich lieb hast» prädestiniert.
Peter Schellenbaum, Nimm deine Couch und geh! Heilung mit Spontanritualen:
 Wer sich ausschließlich im reflektierenden Bewußtsein verschanzt, spaltet sein Leben von sich ab. Dies ist in allen narzißtischen Störungen der Fall. Aus Angst vor Autonomieverlust flieht der Jüngling Narziß vor der Nymphe Echo, die doch, wie ihr Name sagt, sein Echo oder, in visueller Sprache, sein Spiegelbild ist: Er flieht vor seiner eigenen Lebendigkeit und zieht sich ins reflektierende Bewußtsein zurück, indem er sich im Wasserspiegel betrachtet, ohne sich zu erkennen. Das ist nur ein scheinbarer Widerspruch, denn Selbsterkenntnis setzt Selbstfühlung, Spürbewußtsein, Liebe voraus. Bloß reflektierendes Bewußtsein bleibt sich selber fremd.

Kommentare:

  1. Hallo Regenfrau,

    bei mir im Blog gibt es gerade einen sehr kompetenten Leser, der in seinen Kommentaren Interessantes über "Abgrenzungsprobleme" und "Bei-Sich-Sein" schreibt. (Jedenfalls trifft vieles was er schreibt auch mich zu.

    Vielleicht interessiert dich das auch?

    Einen lieben Gruß

    Innere Freiheit

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    1. Hallo und vielen Dank für den Hinweis!
      Ja sehr interessant.
      Das mit den Schuldgefühlen, aber auch das mit dem *angegriffen-fühlen* durch den anderen.
      Ich habe da eine Frau bei der das sein könnte, dass sie sich durch mich angegriffen fühlt und schon aggressiv (wenn auch spielerisch) wird, wenn sie meine Meinung, Vorschläge, Aktionen hört.
      Manchmal wird sie regelrecht pampig.
      Wie geht man damit um?
      Ansprechen? Vielleicht ist ihr das nicht klar was sie fühlt und will es vielleicht auch erstmal nicht zugeben?
      Bei meiner Schwester ist das klarer, da ist bei ihr viel Neid dabei.

      Liebe Grüße

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    2. Hmmm,

      ich kann nicht einschätzen, wie die Interaktionen zwischen euch wirklich laufen.

      Du schriebst "wenn sie meine Meinung, Vorschläge, Aktionen hört". Jedesmal wenn ich den Kommentar von dir neu durchlese, dann wirken die drei Wörter (Meinung, Vorschlägt, Aktionen) so wie sie hier hintereinander dastehen recht massiv auf mich.
      Vielleicht dringst du ja manchmal tatsächlich zu sehr in ihren Raum ein und es wäre besser, sie einfach frei zu lassen???
      Irgendwie hat ja jeder den tiefen Wunsch, so wie er ist und mit allem was ihn ausmacht völlig unangetastet zu bleiben.

      Das war jetzt nur so ein Einruck von mir.
      Wie gesagt, wie die Interaktionen zwischen euch tatsächlich verlaufen weiß ich ja nicht.

      Vielleicht kannst du es ja auch so ansprechen: "Ich habe den Eindruck du reagierst gerade etwas aggressiv, war dir mein Vorschlag zu aufdringlich?"

      Liebe Grüße

      Tao

      P.S.: Wenn du auch Fragen an Uwe hast, kannst du gerne auch in meinem Blog fragen. (Ich selbst lese und antworte aber auch gerne hier bei dir.)

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    3. Ja ist klar, dass Du das schwer einschätzen kannst, so aus der Ferne. War etwas unüberlegt von mir.
      Es wundert mich eben, weil es Dinge sind, die sie eigentlich nix angehen. Als Beispiel: Ich erzähle (allgemein in der Gruppe), dass ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe.
      Sie reagiert heftig, ablehnend, empört, als hätte ich den Kontakt zu IHR abgebrochen.
      Ich glaube da laufen viele Projektionen...
      Oder dass sie meine früheren ständigen Umzüge immer wieder kritisiert, selbst wenn das gar nicht Thema ist. Als ob sie mir jedesmal aus der Patsche geholfen hätte, oder als ob ich sie dadurch geschädigt habe.
      Was mir schon einfiel: Ich werde da nicht mehr inhaltlich einsteigen oder mich weiter z.B. verteidigen/erklären warum ich etwas tue.
      Weil es darum nicht geht. Sondern um eine höhere Ebene, beziehungstechnisch, meta? Wie nennt man das?

      Danke für Deine Schilderung, wie das bei Dir ankam und auch Danke für das Angebot, hatte wirklich etwas Hemmung in Deinem Blog weiterzufragen :)

      Liebe Grüße

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  2. Da bin ich ja mit meinem Eindruck, den ich von der Situation hatte, gewaltig schief gelegen.

    Wenn sich die Problem-Situation durch dein Verlassen der Gruppe jetzt aber sowieso von selbst erledigt, dann passt die Antwort, die seit ein paar Tagen in meinem Kopf spuckt auch nicht so richtig.

    Denn nun geht es ja garnicht mehr darum, einen Weg zu finden, dauerhaft seine Grenzen zu setzen.
    Sondern vielleicht nur noch, nachträglich den eigenen Ärger darüber auszudrücken ober das, was bisher beziehungstechnisch so gelaufen ist.

    Du wirst es sicher nicht schaffen können, dass sie dann hinterher sagt: "Ohja, du hast recht, tut mir Leid wie ich mich verhalten habe".

    Je mehr du ins Rechthaben und ins Sie-Verändern-Wollen gehst, umso mehr wird sie wahrscheinlich auf Abwehr gehen und umso weniger wird sie annehmen können, von dem was du sagst.
    Je mehr sie sich akzeptiert und gesehen fühlt, umso mehr wird sie vielleicht dann doch darüber nachdenken, was du sagst.

    Die Frage ist also, ob du das was du ja oben schon geschrieben hast (über die Sachebene und die Beziehungsebene und über mögliche Projektionen) ansprechen willst,
    und vor allem, in welcher innerlichen Haltung du das ansprechen willst.

    Aber vielleicht willst du ja einfach nur deinem Ärger Luft machen? Das wäre ja auch legitim.

    Einen lieben Gruß

    Tao

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    1. Hallo Tao,
      wie gesagt die Situation richtig einschätzen ist wohl schwer, wenn man es nur aus der Ferne und nur von 1 Person kennt.
      Ich gebe Dir Recht was Du sagst.

      Seit ich mir aber klar bin, dass da was ganz anderes läuft, als das inhaltliche, bin ich schon viel gelassener.
      Es hat mehr mit ihr zu tun, als mit mir. Vielleicht hat sie auch Angst, dass ihre Kinder sie mal verlassen. Oder sie hatte sich nie getraut, mal ihre Eltern zu verlassen, also kurz/langfristiger Kontaktabbruch...
      Ich konnte auch beim letzten mal schon, nicht mehr auf ihre Provokationen einsteigen.(vielleicht stichelt sie auch einfach gern...wer weiß) Sie ist 83 J. aber sehr fit! und fing an über Pc und Internet zu schimpfen (weil sie sich damit nicht auskennt, es nicht versteht (?!) ich fühlte mich leicht angegriffen, weil mir der Pc in vielem sehr hilft!
      ich wollte schon wieder groß ins erklären,verteidigen gehen, merkte es, stoppte und sagte ihr ganz ruhig:
      "Mir hilft der Pc, ich liebe das Internet..." und zählte ein paar Vorteile die ich dadurch habe auf.
      Ich bin in dem Moment nicht in das sie verändern gegangen um ihr jetzt in 5 Minuten Pc und Internet erklären und sie danach sagt: ui toll!
      Ich konnte das loslassen.
      Wenn ich sie drauf anspreche, dann das was ich bei ihr wahrnehme.
      Meine Wut ist weg, weil ich jetzt weiß, dass es was anderes als das inhaltliche geht. Es geht um Wunden, alte oder neue...egal. Um verschiedene Einstellungen/Lebensweisen und den anderen damit so lassen.
      Ich kann ihr freundlich begegnen und sie liebevoll verabschieden. Wobei wir uns wahrscheinlich schon noch sehen, weil das hier halt ein überschaubares Dorf ist :-)
      Auf alle Fälle hab ich da viel gelernt, eine Thematik die mir immer wieder begegnet.

      Liebe Grüße

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