Samstag, 21. Juli 2012

No Drama

Am Donnerstag noch in der Therapie:
Das es am allerschwersten ist, den Kontakt zu mir selbst zu halten, wenn ich mit meiner Familie in Kontakt bin.
Da geht das überhaupt nicht.
Da bin ich nur beim anderen und "versorge" den.

Um also erstmal sattelfest zu werden, beim Thema *Kontakt zu mir selbst aufbauen, Bedürfnisse, Gefühle wahrnehmen* gibt es keinen Kontakt zur Familie.
Satz der Therapeutin:" Warum sollten Sie, völlig überflüssigerweise riskieren, sich etwas zu zerstören, was Sie sich gerade aufbauen?"
Jepp! Ja! Recht hat sie!
Aber Kontakt zu meinen Neffen möchte ich wieder haben.
Da diese noch sehr jung sind, ist wohl ein kurzzeitiger Kontakt mit meiner Schwester unumgänglich.
Diesen stellte ich gestern her. Per SMS.
Ihre Antwort (u.a.): "...es gehe gar nicht gut...ob wir mal telefonieren wollen?"
Was hätte Regenfrau fast getan? S-o-f-o-r-t angerufen, bzw. zurück geschrieben: --bin das We meist daheim--
Das wäre fatal gewesen. Zum einen: ins alte Muster rutschen: Oh gott was ist da los? Panik. ICH muss die jetzt alle retten. Wem gehts schlecht? Ihr? Den Kids? Krankheit? Abtreibung? Verlust der Wohnung?...Blinder Aktionismus. Kein gespür für mich: Will ich mit ihr reden?
Zum anderen: ICH möchte bestimmen wann ich mit ihr (wenn überhaupt) telefoniere. Und nicht warten, bis sie anruft.

Ich bin froh, dass ich mir erst einen Tee gemacht habe, eine Karte fertig gebastelt habe und dabei überlegt, was ich nun tue.
Einen Scheißdreck werd ich machen. So! 
Zumindest was sie direkt betrifft. 

Zur Erinnerung, wie sehr meine Schwester immer für mich da war:
- Ich wurde 2 Tage von der Polizei gesucht.
Komme sturzbetrunken in der 2.Nacht nach hause.
Da sitzt meine Schwester.
Sieht mich, steht auf, sagt noch: "Na jetzt biste ja wieder da."
Und geht!
Völlig egal, dass ich in einem absolut desolaten (nicht nur wegen Alk) Zustand war!

- Ich sage ihr einen geplanten Discobesuch ab.
Ihre eiskalte Antwort." Du faule Sau!"
- ich hab mir immer all ihren Scheiß angehört, ihr beim Umzug geholfen (bei dem sie null vorbereitet hatte), Auto und Geld geliehen, ich wär sogar sofort (!) mit ihr und ihren Kids zusammen gezogen, als sie erfahren hatte, dass ihr Mann fremd ging und sie die Scheidung einreichte. Ich wollte nicht, dass meine Neffen mit einer alleinerziehenden, überforderten Mutter aufwuchsen, aber am allermeisten tat mir meine Schwester leid, in dieser Situation.

Sie hatte immer nur Beleidigungen und Demütigungen der schlimmsten Art für mich übrig.
Ich werde ihr jetzt nicht helfen.
Ich werde mir nix mehr kaputt machen lassen.
Da muss sie schon selber ran und Dinge verändern.

Noch dazu, da ich heute nacht von meinem Schulschwarm träumte.
Und immer, wenn der auftaucht, kann ich ablesen, wie gut ich mit mir selbst umgehe:
Heute nacht war er mir sehr zugetan.

Kommentare:

  1. Mein Dialogsvorschlag:
    "Mir gehts grad gar nicht gut"
    "OK, dann melde dich doch, wenns dir besser geht."

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  2. Lebenskünstlers Kommentar finde ich auch gut!

    Allerdings wollte ich einfach mal fest halten:

    Du hast etwas wichtiges geschafft, ein grosser Schritt für Dich! Du kannst stolz auf DICH sein! Finde ich super Deinen Umgang und das bewusste überlegen!

    Herzlichen Gruss Missy

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  3. Lebenskünstlers Kommentar finde ich jetzt persönlich nicht so prickelnd. ok ihr verhalten dir gegenüber war es auch nie ... und das du dich jetzt so verhältst und eben nicht so wie früher reagierst finde ich richtig . da hat missy vollkommen recht, du kannst stolz auf dich sein.
    nur musst du es jetzt wohl lernen den spagat hinzubekommen zwischen interesse zeigen und nicht in alte muster zuverfallen.
    ich denke egal was war, es sollte dir trotzdem nicht vollkommen egal sein wie es ihr geht...aber eben ohne gleich wieder helfen zu wollen/müssen. würdest du so reagieren wie lebenskünstler es formuliert würdest dich doch von deiner schwester nimmer unterscheiden.
    lg

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  4. Vielen Dank für Eure Meinungen!
    Ich antworte jetzt mal allgemein.

    Die Antwort von Lebenskünstler finde ich auch nicht passend, denn ich habe mich ja als erstes gemeldet. Wie gesagt, weniger um meine Schwester zu sehen/hören sondern wegen ihrer Kinder, also meine Neffen.
    Ich merke das ich keine geschwisterlichen/freundlichen Gefühle für sie habe, sie ist mir ziemlich egal. Und dabei möchte ich bleiben: sachlich, kühl, es geht um die Kids-fertig.
    Ohne in das Spiel: "ich tue alles, damit du mich lieb hast" wieder zu verfallen.
    Bin gespannt :)

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